Mein Papa wird auf kurz oder lang sterben !!!

Archiv des urbia-Forums Trauer & Trost.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Trauer & Trost

Fehlgeburt, Tod eines geliebten Menschen, Angst, nicht enden wollende Trauer um ein Sternenkind: Leider stehen wir nicht immer auf der sonnigen Seite des Lebens, diese Erfahrung muss jeder von uns machen. Oft hilft es, mit anderen darüber zu sprechen...

Beitrag von littledevil-01 02.05.11 - 08:57 Uhr

hallo liebe Mituser,

ich weiß nicht ob ich hier richtig bin, aber ich versuch es einfach mal!!!

mein Vater leidet an leberzirrhose, ja er ist Alkoholiker ich sag es mal lieber gleich und ich will hier sicher auch nicht hören er ist ja selber schuld,
oder es musste ja so kommen... Das höre ich von meiner Mutter und meinen Geschwistern mehr als genug.

Die Leber meines Papas ist weit über 75% zerstört...
Und hat das Arbeiten demzufolge schon so gut wie eingestellt..
Nun sind die Nieren angegriffen und diese werden nur noch mit
Medikamente stabilisiert... Mein Papa will nicht sterben, er sagt
er will sogar mit dem Trinken aufhören aber ihm ist nicht richtig
bewusst, das er es auch wirklich muss, denn jeder weiterer
"schluck" könnte ihn sofort töten....

Er ist schon ganz gelb und ich wünschte ich könnte ihm Hoffnung
geben, doch die Ärzte meinten Das es jetzt jeden tag so weit sein Könnte, das er von uns geht... Ich will meinen papa nicht verlieren!

Egal ob er Alkoholiker ist oder ein völlig normaler Mensch wäre,
ich hing schon immer sehr an ihm seit ich klein war aber muss ich
nun mit 24 jahren schon Halbweise werden..

Ich weiß nicht was ich machen soll!! ich will ihm helfen aber kann es
nicht!!!! Das ist nicht fair.... bitte macht ihm aber jetzt hier keine Vorwürfe,
denn er war wirklich ein guter Mensch, er wollt nur nie sehen das er ein Problem hat !!!!

Danke euch sehr fürs lesen !!

lg little (+Würmchen 24.ssw)

Beitrag von kleinemaus873 02.05.11 - 10:13 Uhr

Hallo Little

Ich weiß wie du dich fühlst mein Papa hat zwar Leber und Lungenkrebs, aber auch er will nicht sterben((gut das will glaub ich keiner)) Ich bin auch 24 jahre und mein kleiner 2jahre hängt sehr an seinem Opa...

Leider wurde für meinen vater eine Lebertransplantation abgelehnt da sie den "herd" vom krebs nicht finden... Ist es bei deinem Papa scho so schlimm das dies nichtmehr in betracht käme?


Bei uns heißt es momentan auch auf jeden weitern Tag hoffen uns wurde zwar gesagt er hätte noch knapp 1Jahr, aber man weiß ja nie. Es kann so schnell gehen das einzigst schöne an der ganzen sache ist ja, das sie ihm eigentlich einen schönen Tot vorhergesagt haben das er mit größter wahrscheinlichkeit an Multiplen Oraganversagen sterben wird wenn er schläft.. Gut ob das nun eintrifft darüber lässt sich acuh streiten^^

Wenn du willst kannst du mich gerne anschreiben per Pn.

Achso Mein Opa ist auch ein Alkoholiker war nun stationär wegen seiner Leber(die auch kaputt ist) und sie haben ihn nun einen Zwangsentzug unterzogen(mit über 80jahren) Er fühlt sich aber seitdem richtig gut und es wird wieder besser und auch er wahr schon Totgeweiht.


Lg kleinemaus

Beitrag von spatzl27 02.05.11 - 10:14 Uhr

Hey,

lass Dich mal umarmen.
Es ist absolut unangebracht, Schuldzuweisungen zu machen. Es wird Gründe geben, warum Dein Papa dem Alkohol verfallen war. Aber ich finde es außerordentlich toll, dass Du so zu ihm hältst und ihn als Tochter nicht verteufelst.
Diese Sucht ist schlimm und der Ausgang noch viel mehr. Er kann stolz sein, so ein Kind zu haben, das ihn in seiner schwersten Zeit noch so liebevoll unterstützt.

Auch wenn medizinisch nichts oder nicht mehr viel für ihn machbar ist, sei da für ihn. Halte seine Hand, sag ihm wie lieb Du ihn hast, was für ein toller Vater er ist... Erinnert Euch an schöne gemeinsame Erlebnisse... Das wird Euch beiden Kraft geben. Ihm, wenn er gehen muss und Dir...

Du bist ne tolle Tochter!!!

LG Spatzl

Beitrag von scrollan01 02.05.11 - 16:19 Uhr

Sei für ihn da!

Warum jemand dem Alk verfällt weiß nur der Mensch selber!

Wir hatten es an die 5x in unserer Familie - zum Glück nicht meine Eltern!
Und alle starben an der Zirrhose!

Und soll ich dir etwas sagen?

Meine 5 jährige hat auch eine Leberzirrhose - und nie einen Topfen Alk zu sich genommen!
GALGENHUMOR .... #schwitz

Es ist bitter ... ich weiß!

Helfen kannst du ihm nicht, aber da sein!

LG

Beitrag von bine1704 02.05.11 - 23:41 Uhr

hallo,
ich kann dich gut verstehen, denn mir ging/geht es genauso. meine mutter hat leberzirrhose und die leber arbeitet auch nicht mehr wirklich. ich kann nicht beurteilen wie schlimm die krankheit bei deinem vater ist, bei meiner mutter war es so das sie wohl schon wochenlang im magen schmerzen hatte und nichts mehr essen konnte, dazu kam, dass ihr ganzer körper mit wasser aufgedunsen war. ich war zu dem zeitpunkt ss und war nicht bei ihr, sondern habe täglich mit ihr telefoniert. sie hat aber nie etwas gesagt. das einzige was mir komisch vor kam, dass sie sich mittags schon angehört hatte, als ob sie betrunken wär, dabei hat sie um die uhrzeit nie alkohol zu sich genommen. dann kam die entbindung und als der kleine 3 wochen alt war hat sie uns zum essen eingeladen. als ich meine mutter sah, fing ich sofort an zu weinen. ich habe noch nie einen menschen gesehen, der so aufgequollen war. die beine und der ganze oberkörper waren so dick...und meine mutter ist eine schlanke person. da meine mutter seit jahren nicht zum arzt geht (panik) wollte sie diesmal auch nicht. mein mann ist aber früher rettungssanitäter gewesen und hat gesagt sie müsste sofort ins kh. mein burder und ich haben dann heimlich einen rtw gerufen und nach langem einreden, ist sie mit gefahren. als dann nach langen untersuchungen die diagnose kam...war ich total fertig..leberzirrhose=todesurteil! die ärtze haben auch keine hoffnung mehr gehabt, haben das sogar im beisein meiner mutter gesagt. das fand ich total krass. meine mutter ist erst 57 jahre. der krankenhausaufenthalt hat sehr an meinen nerven gezerrt. ich hatte gerade erst ein baby bekommen, wusste nicht wie lange meine mutter noch lebt und wollte ihr natürlich so viel zeit wie möglich mit ihrem enkel "schenken". nach 4 wochen kam sie aus dem kh. aber leider wurde sie wieder stur und nahm ihre tabletten nicht mehr. sie hasst tabletten und hat nie welche genommen. nach ein paar tagen hat sich amoniak im körper gebildet und meine mutter fing an verwirrt zu werden. also wieder ins kh und wieder diese angst das sie stirbt. nach einer woche kam sie aber wieder raus, was uns sehr wunderte. sie ging regelmäßig zum arzt. der hat sie gut auf die tabletten eingestellt. sie muss 8 tabletten am tag nehmen, aber sie lebt, und die diagnose ist im juni 2 jahre her. ihr arzt sagte, wenn sie sich an alles hält, kein nikotin, kein alkohol und ihre essgewohnheiten umstellt, kann sie sehr alt damit werden. das einzige was halt immer bleiben wird ist ihre müdigkeit, die gelbe haut/augen, und sie ist halt sehr dünn geworden, aber sie hält ihr gewicht sehr gut. und sie muss halt jede woche eine ganz starke wassertablette nehmen. ich weiß jetzt nicht wie das heißt, aber dadurch das die leber auch nicht arbeitet, bekommt sie immer wassereinlagerungen.
ich drücke dir ganz feste die daumen, dass dein vater es schaffen wird! meine mutter wollte auch nicht sterben, und sie hat gekämpft und gewonnen. natürlich kann uns niemand sagen wie lange sie leben wird, aber sie kann viele dinge wieder tun und es war ein langer prozess. sei einfach für deinen vater da. wenn er leben möchte wird er kämpfen und eine leberzirrhose ist nicht gleich ein todesurteil. man muss sich natürlich an das halten was die ärzte einem sagen. meine mutter trinkt kein alkohol mehr, und hat auch das rauchen sofort aufgehört und sie sagt, sie hatte nicht mal entzugserscheinungen.

alles gute
lg sabine

Beitrag von schwilis1 03.05.11 - 21:10 Uhr

letzten Endes ist Alkoholsucht auch "nur" eine Erkrankung, und jeder der deinem Vater einen Vorwurf macht hat keine Ahnung von Süchten und wie es sich damit lebt. Und vom Clean werden und Clean bleiben.

Es tut mir sehr leid mit deinem Vater. Meine Mama starb vor 7 Monaten an Krebs. Es ist immer schlimm jemanden den man liebt zu verlieren. ob es nun am Alkohol liegt oder an Krebs oder oder oder...

Ich habe sehr viele Menschen mit einem Alkoholproblem kennengelernt (ich habe psychische Probleme... u.a. hatte ich anorexie und Bulimie... beides süchte) und keiner von den Menschen die ich kennenlernte trank weil es so gut geschmeckt hatte und sie spaß dran hatten. Alle tranken um zu vergessen, oder nicht fühlen zu müssen...

Steh deinem Vater zur Seite. Er ghet jetzt einen schweren weg.
alles gute dir und deinem Baby

Beitrag von falkine 04.05.11 - 11:43 Uhr

Ich habe gerade so etwas ähnliches erlebt...mein Vater war Herkrank und seit Januar haben die Organe langsam versagt. Die Ärzte hatten keine gute Prognose mehr, maximal 6 Monat...vor drei Wochen ist er an Leber- und Nierenversagen gestorben. Er wollte seine ernste Situation auch nicht akzeptieren und hat immer davon gesprochen, dass wir bald wieder mal Pizza essen gehen und im Sommer wieder grillen.
Das einzige was ich für ihn tun konnte, war bei ihm zu sein. An der Situation deines Vaters kannst Du nichts ändern, aber Du kannst die verbleibende Zeit mit ihm genießen und auch verbringen. Mir hat in dieser Zeit mal jemand gesagt, tue alles für ihn, was du tun möchtest, aber was Du nicht tun kannst, lass' sein. Mir hat das sehr geholfen. Wenn es möglich war, bin ich auch nochmal mit ihm in die Sonne oder habe mit ihm Kaffee getrunken. Habe ihm sein Lieblingsessen gebracht und versucht ihm so viel wie möglich zu erleichtern...aber mehr geht nicht. Irgendwann hat er sich geistig immer mehr verabschiedet und hat fast nur noch geschlafen. Da habe ich dann auch gemerkt, dass er jetzt gehen will und auch nicht mehr aufgehalten werden möchte. 1 Woche später musste ich mich dann für immer von ihm verabschieden. Ich bin mir aber ganz sicher, dass er bereits zu diesem Zeitpunkt in wirklich friedlichen Händen war und die besten Begleiter für seinen Weg bei sich hatte.
Deinen Schmerz kann ich sehr gut verstehen und vor allem auch Deine Hilflosigkeit...mir hat dieser Weg ganz gut geholfen:
Lache mit deinem Vater, weine mit Deinem Vater, liebe Deinen Vater, helfe Deinem Vater...aber versuche auch zu akzeptieren, dass es sein Leben ist. Diesen Weg müssen wir alle irgendwann einmal gehen, egal wie er aussieht.
Ich wünsche Dir eine kraftvolle Familie und gute Freunde mit denen Du viel darüber sprechen kannst, das hilft. Kümmere Dich auch um Dich selbst, denn Du hast Dein Leben noch vor Dir und Dein Vater hat Dir dieses Leben geschenkt, damit Du es lebst. Vielleicht kannst Du Dich darüber auch ein wenig freuen und vor allem über die wunderschöne Zeit, die Ihr beiden zusammen verbringen durftet und jetzt noch habt. Er wird bestimmt glücklich darüber sein.