Wie läuft eine Adoption ab ?

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Beitrag von purzelbine 03.05.11 - 09:30 Uhr

Guten Morgen,

meine Schwester versuchte mittels künstlicher Befruchtung schwanger zu werden und bekam nun gestern die erschütternde Aussage vom Arzt, daß es wohl bei ihr nicht klappen wird.... #schmoll


Nun drehen sich meine Gedanken um eine Adoption.
Man hat ja keine Ahnung wie das abläuft und welche Voraussetzungen man als Paar braucht um ein Kind annehmen zu dürfen....


Kann mir Jemand mehr dazu sagen ?


Viele Grüße,
Sabine

Beitrag von majleen 03.05.11 - 09:37 Uhr

Kuck mal hier, da gibt's viele Infos:

http://kinder-adoption.beeplog.de/
http://www.adoptionsinfo.de/
http://www.adoption.de/

Beitrag von kra-li 03.05.11 - 12:00 Uhr

mal termin beim jugendamt machen...

Beitrag von geli0178 03.05.11 - 13:35 Uhr

Hallo,

das kommt auf viele Faktoren drauf an. Bei uns ging es mit der Adoption und Pflegschaft relativ schnell, es gibt aber auch Paare die warten jahrelang.
Mal kurz unsere Geschichte:Mein Mann und ich lernen uns kennen und wir beschliesen nach kurzer Zeit auf Verhütung zu verzichten. Nach knapp zwei Jahren kaufe mir ein Thermometer zur nat. Familienplanung. Zykluscomputer waren damals noch undenkbar. Kurz darauf ziehen wir um und wir lernen den Grund kennen warum wir adoptieren. Zu dem Zeitpunkt sind mein Göga und ich Anfang 20. Das kleine Wesen ist gerade in die Schule gekommen und wir werden ausgefragt von dieser kleinen charmanten Dame. Nach dem "Verhör" legt Madam fest das wir die idealen Babysitter sind für sie. Immerhin haben wir ein Zwergkaninchen und meine Eltern einen Kater ;-). In den nächsten Jahren werden ungeplant immer öfter auf die kleine Maus aufpassen. Nach weiteren Jahren mit Tempimethode wird spontan ein Spermiogramm gemacht. Das Ergebnis ist niederschmetternd - Kind auf natürlichem Wege fast unmöglich. Medizinische Hilfe lehnen wir ab. Nach vier Wochen gehen wir aufs Jugendamt und stellen uns vor. Die Bearbeiterin ist uns sofort sympatisch. Wir stellen den Antrag, legen zig Dokumente vor, überlegen und überdenken den Entschluss und bekommen nicht überall positive Rückmeldungen. Die Mitarbeiterin des Amtes besucht uns mehrmals zu Hause, befragt uns getrennt von einander und wir werden zum Seminar für Adoptionspaare zugelassen. Wir sind ein ganz normals Paar, zum damaligen Zeitpunkt waren wir beide beruftstätig und wir lebten in einer Wohnung. Unsere Betreuerin legte keinen Wert auf ein Kinderzimmer aber darauf das einer von uns mindestens zwei Jahre beruflich aussteigt. Das Paar als das wir uns vorstellten wollte sie auch sehen, kein Vorgespiele von falschen Tatsachen. Wichtig war und ist das die Kinder über ihre Herkunft bescheid wissen. Unsere Kids haben eine Mama und einen Papa sowie eine Bauchmama - darüber wissen auch alle im Umfeld bescheid. Wenige Monate später sitzen wir mit einigen Paaren an zwei WE in einem Raum und eine Familienpsychologin beurteilt uns zum Schluss. Wir stellen fest, das wir mit noch einem Paar die jüngsten von den Paaren sind und auch das Paar was am risikofreudigsten ist - auch im Alter. Ein paar Wochen nach dem Seminar werden wir zum Abschlussgespräch eingeladen. Was die Berichte über uns aussagen erstaunt uns. Nie im Leben hätten wir uns vorstellen können was Psychologen aus ein paar Gesprächen über einen herausfinden können - aber es stimmt alles was wir hören.
Irgendwann wenige Wochen nach dem Gespräch kurz vor Weihnachten bekomme ich einen Anruf. Es ist Montags früh 9.00Uhr - definitiv nicht mein Tag. Der Kaffee ist noch warm, mein Magen knurrt und draußen ist es schweinekalt und ich ärgere mich darüber darüber das jemand so stürrisch versucht mich anzurufen. Am anderen Ende ist die Mitarbeiterin vom Amt. Danach gehts schnell. Ich rufe meinen Mann an und niemand anderes. Nach dem Mittag sind wir auf dem Amt und eine Stunde später sind wir Eltern. Unser großes Kind kommt aus einer kinderreichen Familie und beschliesen spontan den Kontakt zu Geschwistern die auch adoptiert wurden sind nicht zu unterbinden. Den nächsten Anruf bekommt unsere ehemalige Nachbarin - Mama des kleinen Mädchens und meine Freundin aus dem Adoptionskurs. Unser Kind ist ein Frühchen, nach drei Wochen kommt er mit 2400g nach Hause. Nach fünf Monaten kommt der erste Brief vom adoptierten Bruder und wenige Monate später lernen wir uns kennen. Danach stellen wir erneut einen Antrag auf ein Kind. Monate später kommt der Anruf für ein Pflegekind und dieses Mal vergehen zwischen Anruf und kennenlernen Tage. Das ist auch notwendig. Nochmal den Entschluss überdenken. Dieses Mal lernen wir auch die leiblichen Eltern kennen. Das ist gut so, aber unser Wurm hat mit seinen paar Lebensmonaten eine Geschichte die so manches erwachsene Kind nicht hat. Wir geben ihm trotzdem die Möglichkeit auf ein Leben in unserer Familie. Die nächsten Monate/Jahre werden ein Tanz auf dem Vulkan. Der kleine Kerl ist schwerst traumatisch gestört und wir wissen nicht wir wir ihn helfen können. Unser Umfeld reagiert teilweise mit Unverständnis. Keiner kann sich vorstellen das ein Baby mit wenigen Monaten so viel schreit. Wir bitten das Jugendamt um Hilfe und bekommen diese notwendige Hilfe auch. Je älter der Bub wird umso klarer wird was mit ihm los ist. Der Weg ist lang und steinig, aber er lohnt sich. Nach vielen Monaten ist die Hilfe beendet und mein Mann und ich sind stärker als je zuvor. Ein bekanntes Päarchen gelebt ähnliches - gemeinsam sind wir stark.
Adoption und Pflege bedeutet einem Kind ein zu Hause zu geben und nicht für Eltern ein Kind zu besorgen. Wir werden oft gefragt ob wir das ganze je bereut haben bzw ob wir anders entschieden hätten bei einem leiblichen Kind. Die zwei sind unsere Kinder, genetisch nicht, aber vom ganzen Herzen. Derzeit überlegen wir im nächsten Jahr uns Nachwuchs zuzulegen - vierbeinigen. Wenn die Allergietests in Ordnung sind, kommt was bei uns in die Familie was viel Bewegung braucht - soviel wie die Buben auch. Der Rest der Sippschaft wird nicht begeistert sein - aber das sind wir gewöhnt. Normal ist nicht normal, sondern nur so wir uns fühlen und das ist auch gut so.

VG Geli

Beitrag von stgt2010 04.05.11 - 00:17 Uhr

Das was du geschrieben hast, hat mich gerührt.

Wollte nur sagen, ALLES ALLES Gute für Euch !!!

LG

Beitrag von clazwi 04.05.11 - 07:26 Uhr

Hallo Purzelbirne,

wir haben unsere mittlerweile "teenagernde" Tochter Ende der 90er Jahre adoptiert.

Ich habe mal eine Seite über die Grundvoraussetzungen einer Adoption/Pflege ins Netz gestellt. Wenn Du magst, kannst Du hier mal nachlesen:

http://bunterunde.de/index.php?option=com_content&view=article&id=50&Itemid=61

Alles Gute!
Claudia