Stillen, Baby 4 Monate , unterschiedliche milchmengen

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Forum: Stillen & Ernährung

Muttermilch oder Flasche? Was schmeckt kleinen Kindern aufs Brot? Hier könnt ihr Fragen zur Säuglings- und Kleinkindernährung, aber auch zu eurer eigenen Ernährung während der Stillzeit stellen. Unsere Stillberaterin Christina Law-Mclean beantwortet eure Fragen täglich in unserem Expertenforum.

Beitrag von hudiba 09.05.11 - 13:14 Uhr

Ich stille jetzt knapp vier Monate voll. Nach den üblichen anfangsschwierigkeiten hat sich alles sehr gut eingependelt.
Mein Sohn ist ein "kräftiges" Baby und trinkt immer sehr gut. Ich versuche ihn stets alle 3 Stunden zu stillen ( möglichst nicht früher, das hat mir meine Hebamme beigebracht, weil er angeblich gut damit hinkommen würde).
In letzter Zeit hat er aber häufiger Hunger und manchmal stille ich ihn sogar alle 2 Stunden.
Ich muss dazu sagen, nachts schläft er sehr gut und tief und da kommt er frühestens alle 3 Stunden und schafft es aber auch 4 bis 5 Stunden ohne Milch auszukommen, manchmal sogar 8 Stunden.

Mein Problem ist momentan folgendes:
Er bevorzugt momentan nur eine Seite (von mir aus gesehen die linke Brust), weil aus dieser Seite die Milch schnell und gut fließt und auch genug für eine Mahlzeit ist.
Aus der ( von mir aus gesehen ) rechten Brust, trinkt er sehr ungern.
Die Rechte Brust ist auch wesentlich kleiner als die linke Brust. ( links größe D und rechts größe C).
Sie produziert viel weniger Milch und es scheint schwerer zu sein die Milch auszusaugen.
Ich versuche schon durch häufiges anlegen auf der rechten Brust die milchproduktion anzuregen. Er bekommt die Brust als erstes bis sie leer ist, was aber meistens nicht ausreicht und. Bekommt dann noch die linke Seite dazu.
Auch durch abpumpen mit einer elektrischen milchpumpe kann ich die milchproduktion nicht erhöhen.

Momentan ist es sehr unangenehm, weil die "große" Brust ,fast überproduziert und die linke nicht genug.
Zur info: an warmen Tagen versuche ich seinen Durst mit Wasser zu löschen, was ihm aber nicht so gut gefällt.

Meine Fragen:
-wie kann ich dieses Ungleichgewicht wieder regulieren , so dass beide Seiten gleich viel Milch produzieren?
-kann ich jetzt den zeitlichen stillabstand erhöhen, auf alle 4 Stunden? Ist es Gewohnheit so oft zu trinken Oder braucht ein baby so viele Mahlzeiten?
-kann ich jetzt schon mit Beikost beginnen? (was ich nicht unbedingt möchte, aber vielleicht etwas Erleichterung bringen

Dankeschön#kratz

Beitrag von maerzschnecke 09.05.11 - 13:31 Uhr

Ich finde, Du hast ein PAAR Probleme....

1) vergiß den Quatsch, den Deine Hebamme erzählt hat. Stillen soll man immer nach Bedarf. Und dass Deine Hebamme entscheidet, dass Dein Kleiner mit 'alle 3 Stunden' gut klar kommt, finde ich ehrlich gesagt schon witzig. Hat sie telepathische Fähigkeiten?

2) Ein Stillkind braucht kein Wasser. Damit nimmst Du fälschlicherweise Einfluß auf die Sättigung Deines Kindes und bringst selbst Ungleichgewicht hinein. Auch im Sommer reicht Muttermilch aus. Sie verändert in heißeren Zeiten ihre Zusammensetzung in der Art, dass mehr durststillende Vormilch vorhanden ist.

3) Die Brüste müssen nicht gleich viel Milch produzieren. Das ist eben die Natur. Bei mir hat auch die rechte Brust mehr Milch als die linke. Wen stört's?? Ich lege an, wie gehabt. Fange ich morgens mit rechts an und Emilia trinkt rechts ganz aus und links nur an, wird beim nächsten Stillen links begonnen und dann rechts weiter gemacht.

4)Für was willst Du die Abstände erhöhen? Wenn Du selbst RICHTIG Hunger hast, wirst Du auch nicht warten, bis die Uhr 12 schlägt und es Zeit fürs Mittagessen ist, oder?? Dann wirst Du einen Apfel zwischendurch essen oder einen Joghurt. Warum willst Du Deinem Kind dann die Mahlzeiten strecken? Ja, Dein Kind braucht so oft Nahrung. Die Muttermilch ist meist in ca. 1 Stunde verdaut.

5)Ein Stillkind braucht nicht mit 4 Monaten schon Beikost. Beikost sollte dann eingeführt werden, wenn das Kind beikostreif ist. Das ist meist dann der Fall, wenn es Dir förmlich das Essen aus dem Mund mit Blicken klaut. Mein Kinderarzt hat auf Nachfrage gesagt: beim Stillkind erst nach 6 Monaten mit Beikost beginnen.

Beitrag von binecz 09.05.11 - 14:19 Uhr

Kann ich zustimmen.
Und ACHTUNG, normales neugieriges Entdecken von allem wird oft mit Beikostreife verweselt!!!

Beitrag von zweiunddreissig-32 09.05.11 - 14:51 Uhr

Die Hebammenwahl war von dir leider nicht durchdacht oder du hast dich nicht genügend informiert. Aber das ist jetzt egal.

Wichitg für die wäre die Unterstützung einer Stillberaterin. Sie sind extra für Stillen da. Die Hebis sind dafür wenig bis gar nicht qualifiziert (das ist extra ein Lehrgang).
Wende dich an lalecheliga.de oder afs-stillen.de, die Beraterinnen arbeiten ehrenamtlich und du musst nichts zahlen. Sie helfen echt gut!

Zu deinen Fragen:
-stille nach Bedarf, sooft dein Kleiner es will und sobal er Hungerzeichen gibt. Zwischendurch kein Wasser und keinen Tee (nur Fencheltee, wenn dein Baby Blähungen hat!). In heissen Zeiten wird die Milch dünnflüssiger. Es kann auch kommen, dass er permanent an die Brust will (das nennt sich Clusterfeeding). Geh seinem Wunsch nach! Das erhöht die Milchmenge und liefert mehr Flüssigkeit bei der Wärme.

-Ungleichgewicht bei den Brüsten mit verschiedener Größe musst du nicht regulieren. Lege einfach dein Baby erst an die kleinere brust. Meine rechte Brust ist auch etwas kleiner und produzierte weniger. Mein Sohn wurde trotzdem eine Zeit lang daran satt.

-Beikost bringt dir jetzt gar nicht, sobald dein Baby nicht beikodtreif ist. Das wird nur Quälerei und Frustration für euch beide. Ausserdem hat Gemüsebrei viel weniger kalorien als Muttermilch.

Beitrag von muehlie 09.05.11 - 16:22 Uhr

Auch Fencheltee sollte eher die stillende Mutter trinken als ihr gestilltes Baby, aber ansonsten hast du Recht. :-)