Nach Frühchen noch mal ein Kind? --> Ich hab es gewagt...

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Forum: Frühchen

Obwohl die Überlebenschancen für früh geborene Kinder immer besser werden, müssen vor allem Eltern von extrem Frühgeborenen oft für die gesunde Entwicklung ihres Kindes kämpfen. Der Frühchenmediziner Dr. Matthias Jahn beantwortet eure Fragen täglich in unserem Expertenforum.

Beitrag von blackcat2509 23.05.11 - 17:17 Uhr

Hallo Ihr,

ich war hier lange Zeit Mitleser und hab auch ab und zu mal was gefragt oder geschrieben. Inzwischen bin ich nur noch selten hier, weil mir einfach die Zeit fehlt. Aber...

heute will ich allen mal Mut machen, die sich noch ein Kind wünschen, sich aber nach der Frühgeburt nicht trauen. Es kann gutgehen!

Meine Geschichte:

Ich habe 2009 eine Tochter in der 28. SSW bekommen. Ich hatte eine schwere Gestose und sie musste per Kaiserschnitt (allerdings kein Not-KS) wegen Unterversorgung geholt werden, wog damals 850 gr. und war dann 9 Wochen in der Kinderklinik. Heute ist sie zwar ein zartes Persönchen (ca. 11 kg) - aber altersgerecht entwickelt, kerngesund und hat Feuer im Hintern für zwei ;-)

Naja... wir wollten immer 2 Kinder und die Frage war: sollen wir es mit der Vorgeschichte tatsächlich wagen?? Und wir taten es.
Im April wurde mein Sohn geboren - 10 Tage vor Termin - spontan nach Blasensprung - normale Geburt - 3300 gr., 52 cm - gesund und munter ;-)

Die Schwangerschaft war psychisch sehr anstrengend; denn die Angst war immer da, dass wieder etwas passiert. Und das, obwohl ich vor der SS dachte, ich wäre psychisch fit und guter Dinge... aber ich hatte teilweise schon fast mit Panik zu kämpfen (besonders 23. - 30. SSW).
Ich habe auch sehr viel unternommen, um einer Gestose entgegen zu wirken: engmaschige Kontrolle beim FA, Tipps bei den Gestosefrauen eingeholt und eingehalten (zusätzliches Salz, viel Trinken, Vit. B6 und B12...), Akkupunktur und Globuli gegen Wassereinlagerungen
Unterm Strich hatte ich dieses Mal keine Gestose - "nur" Bluthochdruck... der wurde bereits während der SS medikamentös im Rahmen gehalten. Wobei ich am Schluss schon recht viele Tabletten nehmen musste und auch jetzt nach der SS noch damit kämpfe.

Heute bin ich mir sicher, dass das für mich die letzte SS war. Ein weiteres Kind ist eh nicht geplant und diesem Druck möchte ich mich auch nicht nochmal aussetzen. Ich bin glücklich, dass wir 2 gesunde Kinder haben und weiß das auch durchaus zu schätzen. Man soll ja schließlich sein Glück auch nicht überstrapazieren.

Da es diesmal auch mit einer normalen Geburt geklappt hat (das ist schon eine Erfahrung wert - wenn auch bei mir zumindest seeeehr schmerzhaft und am Schluss unter Einsatz der Saugglocke), konnte ich auch etwas den damaligen Kaiserschnitt und die Frühgeburt in meinem Kopf abhaken.

Wer sich also ein 2. Kind sehnlichst wünscht, sollte sich vorher genau erkundigen, wie die Risiken sind, was man alles machen kann und auch die Psyche nicht unterschätzen.
Ich drücke allen die Daumen, die es nochmal wagen wollen!!

... und allen Frühchen-Mamas will ich noch sagen: unsere Kinder sind was ganz besonderes. Wir investieren viel Kraft und viel Gefühl... und wir sind uns dessen bewußt! Darauf können wir stolz sein!

Liebe Grüße
BlackCat

Beitrag von viki79 23.05.11 - 18:08 Uhr

Danke für deine tolle Geschichte!!!!

Ich hoffe sie gibt mir so viel Mut mich auch nochmal zu trauen.

LG
viki79

Beitrag von clarabella38 23.05.11 - 19:11 Uhr

Hallo auch von mir ein herzliches DANKE. Die Geburt unsrer FrühchenTocher ist zwar jetzt erst drei wochen her ( 29 und 5 ) und wir haben noch viele Wochen hier in der Kinderklinik vor uns. Doch auch wir haben immer von zwei Kids geträumt. Ich denke schon das ich mich trauen würde noch einmal schwanger zu werden. Und das obwohl ich schon 39 bin. Doch natürlich werde ich auch est versuchen abzuklären, wob ein erneutes Risiko einer Frühgeburt besteht. lg Martina

Beitrag von marjatta 23.05.11 - 19:25 Uhr

Danke für die aufmunternden Worte. Ich bin jetzt in der 33.SSW und erwarte nach einer Frühgeburt wegen Gestose (spontan entbunden bei 35+3) nun auch mein zweites (wenn auch nicht wirklich geplantes, aber doch erwünschtes) Kind.

Mir ging/geht es genauso wie Dir. Ich hatte die letzten Wochen ziemlichen Stress (bekam meine Sorgen nur schwer in den Griff), meine FÄ hat mich dann auch wegen zustätzlichem Stress im Job krank geschrieben.

Nunja, ich habe anfangs auch die Therapie der Gestose-Frauen eingehalten. Dann hat mir eine Heilpraktikerin geholfen, das doch bereits vorhandene Wasser in den Griff zu bekommen. Jetzt kommt es wieder, aber der Blutdruck ist noch im Rahmen und auch sonst ist alles ok. Auch die engmaschige Betreuung durch FÄ und Hebamme hilft mir.

Jetzt bin ich sicherlich noch bis 34+0 angespannt, aber dann weiß ich, was mich erwartet. Wollte mir einfach keine Illusionen machen. Wenn es trotzdem länger hält als 36+0, dann bin ich schon sowieso komplett zufrieden.

Aber ich schließe mich Dir an, man darf die Psyche hier nicht vernachlässigen. Eine gute Betreuung, die auch darauf eingeht, ist sehr wichtig.

Gruß
marjatta mit Sohn, 2 Jahre und #ei, 33.SSW

Beitrag von blackcat2509 24.05.11 - 14:00 Uhr

Hallo Marjatta,

ich drücke ganz fest die Daumen, dass Dein Krümel so lange im Bauch bleibt wie möglich!!

... und wenn Du es ganz lange schaffst, dann wird Dir am Schluss richtig schwerfallen, im Kopf umzustellen. Auf einmal darf man den Gedanken "es kommt bald und das ist in Ordnung" zulassen. Ich konnte es fast nicht - wollte auch bei der Geburt mein Kind kaum hergeben... deshalb vermutlich die Saugglocke ;-)

Das schlimmste hast Du kopfmäßig tatsächlich schon hinter Dir... jetzt wird es jeden Tag besser !!

Liebe Grüße
BlackCat

Beitrag von catch-up 23.05.11 - 19:27 Uhr

herzlichen Glückwunsch!!!!

Mein Sohn ist jetzt ein Jahr alt, er kam bei 35+2 wegen Gestose! Im Prinzip ist es die gleiche Geschichte, wie bei dir, nur, dass ichs wenigstens noch bis in die 36. SSW geschafft hab!

Wir wollen später auch noch ein 2. Kind haben, aber ich mache mir jetzt schon Gedanken darüber, ob ich wieder an Gestose erkranken könnte.

Damals, während der Krankheitszeit hab ich alles nicht als so wild empfunden! Es mag auch mit der ruhigen Art der Ärzte zusammengehangen haben! Aber als ich den stationären Bericht des Krankenhauses gelesen hab, dämmerte mir, dass es ganz schön übel um meinen Sohni stand (ich musste ja quasi den ganzen Tag am CTG hängen, weil Felix sich so selten bewegt hat - nicht mal nach rütteln).

deshalb, nu hab ich ganz schön Bammel! #schwitz#zitter

Beitrag von blackcat2509 24.05.11 - 14:05 Uhr

Ja - ging mir auch so... ich hab auch erst sehr viel später verstanden, welches Glück wir haben, dass unsere Tochter einfach nur gesund ist.

Wenn Du damals schon bis zur 36. ausgehalten hast, stehen die Chancen nicht schlecht, dass die Gestose beim nächsten Mal erst später oder garnicht eintritt.
Eine Garantie gibt Dir sowieso niemand... mein Arzt sagte mir vor der 2. SS, die Chancen stehen fifty-fifty.

Vielleicht musst Du einfach noch mehr Zeit vergehen lassen, um eine Entscheidung treffen zu können.

Ich wünsche Dir alles Gute für die Zukunft.

lg
BlackCat

Beitrag von kanojak2011 23.05.11 - 19:36 Uhr

G_L_Ü_C_K_W_U_N_S_C_H#sonne#sonne#sonne

Viel Glück für die Zukunft!!!

Beitrag von fusselchenxx 24.05.11 - 14:10 Uhr

Hallo BlackCat,

wir hatten die Frühgeburt bei 32+1 gehabt.. Uns konnte keiner sagen, wieso ich diese Wehen bekam...
Uns konnte auch keiner sagen, wie die 2. SS verläuft.. Entweder gut, oder ich bekomme wieder ein Frühchen.. Nach langem hin und her haben wir uns dann doch getraut...

Der Kleine wollte auch 10 Wochen vorher ausziehen.. Durch die Engmaschigen Kontrollen konnte aber schnell reagiert werden.. Ich bekam Wehenhemmer von der 1. Wehe an... Und so kam er dann nur 8 Tage vor ET...

LG Fusselchen + Joshua *21.10.05 (32+1 geboren) + Steven *23.03.09 (SmallForDate-Baby)