Ernährung bei Kuhmilchallergie - was geht überhaupt noch?

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Forum: Stillen & Ernährung

Muttermilch oder Flasche? Was schmeckt kleinen Kindern aufs Brot? Hier könnt ihr Fragen zur Säuglings- und Kleinkindernährung, aber auch zu eurer eigenen Ernährung während der Stillzeit stellen. Unsere Stillberaterin Christina Law-Mclean beantwortet eure Fragen täglich in unserem Expertenforum.

Beitrag von schenk_k 23.05.11 - 22:42 Uhr

Hallo zusammen,

mein Sohn Kilian (heute 5 Monate alt) reagiert wahrscheinlich auf das Kuhmilcheiweiß, das er über die Muttermilch bekommt. Er hat jedenfalls seit 4 Wochen so eine Art Durchfall (6-7 Mal pro Tag schleimiger, tlw. flüssiger Stuhl, der säuerlich-vergoren riecht) und recht raue, gerötete Haut, vor allem im Gesicht.
Der KiA meinte nun, ich soll auf Kuhmilchprodukte wie Milch, Joghurt, Frischkäse, Quark, Weichkäse etc. verzichten, könne allerdings Schnitt- und Hartkäse essen. Das hat mich etwas gewundert, denn im Internet findet man dazu die unterschiedlichsten Infos von "nichts geht" bis zu "einfach ausprobieren" #kratz.
Wenn also jemand hier Erfahrung damit hat, wäre ich über ein paar Tipps oder einfach Eure Erfahrungen dankbar. Und welche Alternative gibt es für den Schuss Milch im Kaffee? Ziegen- oder Schafmilch kann ich mir einfach nicht vorstellen (habe es aber auch noch nicht ausprobiert), Sojamilch schmeckt mir überhaupt nicht, das fällt also aus. Alles andere kenne ich (noch) nicht.

#danke schon einmal für Eure Tipps!

Karen mit Sören (6 Jahre) und Kilian (5 Monate)

Beitrag von lilly7686 24.05.11 - 07:38 Uhr

Hallo!

Wenn dein Kleiner auf Kuhmilcheiweiß reagiert, dann musst du nur Kuhmilchprodukte meiden ;-)
Das heißt, du kannst ohne Weiteres Ziegenmilch oder Schafmilch oder Stutenmilch trinken bzw. deren Produkte essen. Und natürlich Sojamilch.

Wenns fürn Kaffee ist, du kannst sogar deine eigene Muttermilch rein streichen, wenn dir Ziegen- oder Schafsmilch nicht schmecken ;-)

Oder du gewöhnst dich an Kaffee ohne Milch.

Lg

Beitrag von mama78 24.05.11 - 07:39 Uhr

Hallo,

wenn du Sojamilch nicht magst, dann probier mal reine Reis-oder Hafermilch, schmeckt ganz anders. Bekommst du zb in gut sortierten Drogieren in der Reformabteilung oder in guten Supermärkten. Es ist zwar nicht das selbe im Kaffee wie echte Milch, aber erträglich.
Mein Mann nimmt manchmal Produkte von Leha, das ist eine Kaffeesahne auf pflanzlicher Basis. Bekommt man auch in großen Supermärkten.
Ich persönlich würde auch auf Hartkäse usw erstmal verzichten und wirklich kuhmilchfrei ernähren!
Was hat denn der Arzt gesagt, wie lange du das machen musst um eine Veränderung zu sehen?
Ich ernähre grad meine Tochter völlig kuhmilchfrei, allerdings auf eigene Faust. Sie hat Neurodermitis und leidet ziemlich.

LG

Beitrag von kathrincat 24.05.11 - 09:29 Uhr

kuhmilch meiden, du kannst testen was geht, bei meiner gehen kleine menge, also mal eine kugel eis oder schoki. ein glas milch oder joghurt geht natürlich auch nicht, brot oder kuchen wo wenige milch oder butter verarbeitet ist geht auch. die milch im kaffee oder die kakao milch wird bei uns durch soja milch ersätzt die verträgt sie, damit koche und backe ich auch, auch haben wir mandelmilch und hafer und reismilch im haus. sojamilch daran gewöhnt man sich schnell, wenn du keine andere mehr im haus hat, nimmst du die dann auch und nach einiger zeit findes du die auch gut.

Beitrag von nashivadespina 24.05.11 - 19:44 Uhr

Sollte dein Kind eine Kuhmilchunverträglichkeit/oder Allergie haben sollte man auch Spuren von Milch in Lebensmittel weglassen. Grund dafür ist zb. dass jede kleinste Spur Milch zu Unverträglichkeiten/Alllergien auslösen kann. Manche Patienten vertragen aber zb eine Gewisse Menge an Kuhmilcheiweiß (was man nur durch eine Provokation feststellen kann) doch kann sich diese Allergie/Unverträglichkeit auch GANZ spontan und schnell von einem Moment auf den anderen verschlechtern so dass man auch hier von Kuhmilcheiweiß in jeder Form absehen sollte.

Da der Kinderarzt dir diesbezüglich also scheinbar falsche Infos gegeben hat und da dies auch kein Facharzt zu sein scheint würde ich den Kinderarzt wechseln. Am besten suchst du dir einen Kinderarzt auf welcher gleichzeitig Allergologe ist.

Weiterhin solltest du auch im Hinterkopf behalten, dass es sich nicht nur um diese Kuhmilchallergie/unverträglichkeit handeln könnte sondern dass genauso andere Allergien/Unverträglichkeiten auf Lebensmittel in Frage kommen, Zölikalie oder Laktoseintolleranz. Die letzten zwei Erkrankungen kann man zuverlässig im Blut feststellen; Allergien/Unverträglichkeiten insobesondere wenn es sich um Pseudoallergien handelt nicht. Da hilft dann oftmals nur die eigene Anamnese worüber euch dann ein Allergologe am besten aufklären kann.

Weiterhin kann auch einmal verträgliches unverträglich sein.

GUte Besserung

Beitrag von schenk_k 24.05.11 - 21:37 Uhr

Hallo noch einmal und vielen Dank für eure Antworten. Ich werde jetzt erst einmal Reis- und Hafermilch ausprobieren, eine Freundin hat mir auch Hafermilch empfohlen.

@ Mama78: Es kann zwei bis drei Wochen dauern, bis eine tatsächliche Veränderung eintritt, meine Hebamme meinte allerdings, dass es bei einer leichten Form, wie Kilian sie zu haben scheint (keine Neurodermitis, kein verstärkter Milchschorf, keine starken Blähungen oder Erbrechen) auch schneller gehen kann.

@ nashivadespina: Inzwischen wurde mir erklärt, dass durch das Lab im Käse das Milcheiweiß verändert wird und es dadurch nicht mehr so stark allergen ist, also war die Info meines Kinderarztes nicht grundsätzlich falsch. Ein weiterer Grund, zunächst noch keiner weiteren Tests durchzuführen, ist, dass ich noch voll stille und da Kilian auch weiterhin gut zunimmt, soll ich weiterstillen. Das Kuhmilcheiweiß geht ja sicherlich auch nicht 1:1 in die Muttermilch über. Erst wenn nach drei Wochen noch keine Besserung eingetreten ist, will er weitere Tests machen. Aber natürlich werde ich auch verstärkt auf Schaf- und Ziegenmilchprodukte umsteigen und Kuhmilch so weit wie möglich vermeiden.

Es wird schon werden, Kilian ist dabei jedenfalls weiterhin fröhlich und aufgeweckt, außer wenn die Zähne drücken #augen...

Beitrag von nashivadespina 25.05.11 - 14:38 Uhr

Das Milcheiweiß im Lab wird zwar verändert aber bleibt dennoch Milcheiweiß. Wie gesagt können kleinste Spuren eine Allergie/Unverträglichkeiten auslösen (d.h. dass es auch egal ist ob das Kuhmilcheiweiß 1:1 in die Muttermilch übergeht oder nicht)
Ein Facharzt (Allergologe) würde dir wohl genauso empfehlen dies gänzlich zu vermeiden Milcheweiß in jeglicher Form zu vermeiden wenn der Verdacht besteht 1. um wirklich Gewissheit zu haben 2. um kein Risiko einzugehen dass sich die Allergie/unverträglichkeit ab erneutem Allergenkontakt verschlechtert. Weiterhin würde es sich ja erstmal *nur* so ca. um 3 / 4 Wochen handeln wo du diese Nahrungsumstellung hättest.