Vorteile - Induzierte Laktation?

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Forum: Stillen & Ernährung

Muttermilch oder Flasche? Was schmeckt kleinen Kindern aufs Brot? Hier könnt ihr Fragen zur Säuglings- und Kleinkindernährung, aber auch zu eurer eigenen Ernährung während der Stillzeit stellen. Unsere Stillberaterin Christina Law-Mclean beantwortet eure Fragen täglich in unserem Expertenforum.

Beitrag von cherokee 24.05.11 - 01:46 Uhr

Guten Morgen Ihr Lieben.

:) vorab erst mal, hoffe ich nun ins richtige 'Unterforum' gerutscht zu sein und bitte vorab um Verzeihung wenn einige das Thema vielleicht seltsam finden (so wie ich zu Anfang)

Eine Kleine Vorgeschichte.
Eine Freundin und ich, haben uns vor einigen Tagen unterhalten gehabt, wie man das unter Frauen so kennt, über Körperzeugs und auch über unsere Oberweiten.
Ich merkte dann an, dass ich meine Brustwarzen viel zu klein finde und da erzählte sie mir, dass sie nach der Schwangerschaft, die nun schon 3 Jahre zurückliegt, noch immer weiter Milch abpumpt, weil sie selbst findet, dass der Busen sowie die Brustwarzen voller wirken.
Ich hab natürlich abgewunken, weil schwanger war ich bisher noch nicht, also fiel das ja für mich flach... weit gefehlt o_O so erfuhr ich dann von der induzierten Laktation und hab mich im Internet mal etwas schlau gemacht.
Ich finde alleine die Tatsache dass man seinen eigenen Körper und ja auch irgendwie die Psyche so 'verulken' kann.
Aber es ab da einige Fragen, die sich mir noch nicht erschlossen haben.
Deswegen hab ich mich nun hier zu den stillenden Müttern verirrt ^^ in der Hoffnung vielleicht ein Paar Antworten zu finden.
Gerade eben auf die Frage, ob bzw welche Vorteile das 'Stillen' für den eigenen Körper hat.

- vollerer Busen/vollere Brustwarzen? (wobei voller hier nicht gleichzusetzen ist mit größer)

- höherer Energieverbrauch des Körpers?

- Gesundheitsfördernd? (ich meine irgendwo mal zwischen den Zeilen gelesen zu haben, dass es die Gefahr von Brustkrebs ein klein wenig verringert?)

- verändert sich der Hormonhaushalt?

Ich würde mich riesig freuen, wenn ich vielleicht ein paar stolze Mamas finden würde :) die mir da ein paar Infos geben könnten und erwähne noch mal, dass ich hoffe hier nun keinem auf die Füße zu treten mit dem nicht allzu alltäglichen Thema (oder ist es das? War es für mich bis vor kurzem nicht)

Liebe Grüße
Sandra

Beitrag von matsel 24.05.11 - 06:27 Uhr

ja, was es nicht alles gibt;-)
hallo,
also ich mag meinen busen mit und ohne stillen. abpumpen müßtest du schon einiges, damit man einen hohen energieverbrauch des körpers hat. mir fehlt in der stillzeit mein normaler (nicht hormonell veränderter) hormonhaushalt besser. zum thema gesundheit: ich bin in der stillzeit weitaus weniger anfälliger gegenüber grippe, schnupfen, kopfschmerz. alles andere wäre reine spekulation.
induzierte laktation finde ich in soweit vorteilhaft, da es einer mutter ermöglich wird ein kind zu stillen, was sie nicht selbst geboren hat - in früheren zeiten sicher sehr hilfreich, oder eben bei adoption. ansonsten finde ich es reichlich aufwändig.
lg

Beitrag von lilly7686 24.05.11 - 07:20 Uhr

Guten Morgen!

Nun, die induzierte Laktation ist zwar möglich, aber seeeehr Zeitaufwändig.
Allein für einen volleren Busen würde ich diese Strapazen nicht auf mich nehmen.

- Der Hormonhaushalt müsste sich verändern. Ja. Unter Umständen müsstest du etwas "nachhelfen" indem du Medikamente einnimmst, die Prolaktin bzw. Oxytocin enthalten.

- Gesundheitsfördernd ist es, wenn man stillt. Bei der induzierten Laktation ist das sicher auch der Fall. Da müsstest du aber wirklich hart dran arbeiten, denn ich wage zu bezweifeln, dass du mit ein paar Tropfen am Tag den Brustkrebsrisiko wirklich senken würdest.

- Höheren Energieverbrauch hat jede Stillende Frau, allerdings kommt es auf die Menge der produzierten Milch an. Eine Vollstillende Frau hat einen höheren Bedarf als eine Frau, die nur noch morgens und abends stillt.

- vollere Brustwarzen... meine sind voller, seit ich stille. Aber in wie weit das auch bei der induzierten Laktation so ist? Keine Ahnung.


Ich finde es auch sehr faszinierend, was der weibliche Körper alles anstellen kann. Milch überhaupt zu produzieren ist schon super, aber dann auch noch, ohne je ein Kind geboren zu haben?
Aber wie gesagt, es ist verdammt schwierig. Es ist leichter, wenn man schon mal gestillt hat. Wenn das Abstillen allerdings schon mehr als 6 Monate zurück liegt, dann bezeichnet man auch die Relaktation als induzierte Laktation. Dann ist es fast eben so schwer.

Im Übrigen findest du ganz viele Infos, wenn du nicht nach induzierter Laktation suchst, sondern nach erotischer Laktation. Ich persönlich finde die Vorstellung der erotischen Laktation zwar irgendwie abschreckend, aber im Prinzip ist es dasselbe nur aus anderem Grund.
Für deine Beweggründe, eine vollere Brustwarze, gibt es allerdings noch keinen eigenen Begriff #kratz

Auf jeden Fall ist es sehr schwer, zu Laktieren, wenn die Stillzeit länger als 6 Monate zurück liegt oder eben noch nie ein Kind geboren wurde.

Lg

Beitrag von anarchie 24.05.11 - 09:35 Uhr

Hallo!


Stillen hat viele Vorteile:-)

Auch z.B. das wesentlich geringere Risiko für Brustkrebs,...ich glaube jede geburt verringert das Risiko um 7% und jedes Jahr stillen um nochmal 4,3%...

(ich hab da mit 4 Kindern und bisher 8,5 jahren stillen ganz gute Karten #rofl)

Ausserdem senkt stillen das Osteoporose-Risiko, da während der Schwangerschaft und des Stillens die Effektivität der Calciumaufnahme im mütterlichen Organismus gesteigert ist.Oxytocin(was beim Stillen ausgeschüttet wird) stimuliertdie Proliferation von Osteoblasten, die für den Knochenaufbau zuständig sind.

Ebenso vermindert sich das Risiko für Altersdiabetis und Gebärmutterhalskrebs...

Und ja, klar, verbraucht man mehr Kalorien, das fällt allerdings nur mit einem größeren Kind,d as große mMngen trinkt ins Gewicht...

der Hormonhaushalt ist ebenfalls anders...schon durch das Hormon für die Milchbildung und das für den Milcheinschuss..

ich bin eine absolut überzeugte langzeitstillmutter und stille seit fast 9 Jahren immer eines oder zwei meiner 4 Kinder - aber ich käme NIE auf die Idee, meinen Körper so zu manipulieren.
Ok, wenn ich ein Baby adoptieren würde, dann würde ich schon versuchen an Milch zu kommen für das Kleine...aber aus optischen Gründen???
Nö.

Zudem macht Stillen alles weicher...auch den Busen, in dem ja Fettgewebe durch Milchdrüsen ersetzt wird...

lg

melanie und die 4 (8,7,3,1)

Beitrag von cherokee 24.05.11 - 14:40 Uhr

Hallo Ihr :)
erst mal vielen, lieben Dank für die ganzen Antworten ^.^ und dass das Thema bis jetzt noch nicht zu allgemeinen Pfuirufen geführt hat *g*

Ich glaube, es kam nun in meinem Post doch etwas falsch an :) ich überlege nun nicht, dass nur zu machen damit ich eine vollere Oberweite bekomme ö.ö da kann ich bei mir eigentlich nicht klagen, glaub ich.

Nur dadurch bin ich ja auf das Thema gekommen und kriege es nicht mehr aus dem Kopf.

Und anscheinend bestätigt sich ja meine Vermutung, dass das Stillen an sich, auch sehr positive körperliche Effekte hat, wie hier erwähnt wurde (weniger anfällig für Grippe etc.)

Was mir vorhin noch eingefallen ist, ist dass wenn man vielleicht auch schon 'vorarbeitet' man dann natürlich auch, wenn sich dann mal Nachwuchs ankündigt, einige Dinge umgehen kann oder? Also ich meine, ich hab mich hier im Forum mal genauer umgesehen und haufenweise Postings gefunden, wo Mütter berichten, dass sie seit sie Stillen wunde Brustwarzen etc haben.
Ich kann mir vorstellen, wenn man vielleicht schon eine ganze Zeit abpumpt und dann erst irgendwann der Nachwuchs kommt, die Brust schon daran 'gewöhnt' ist oder? So umgeht man doch dann eigentlich die 'Qual' (mir fällt gerade kein anderes Wort ein sorry ^^) sein Ein und Alles mit Schmerzen stillen zu müssen, denke ich mir zumindest.


Zur erotischen Laktation. Gelesen hatte ichs auf Wiki auch schon mal ^^ hatte auch mal kurz danach gesucht aber die Siten sofort wieder geschlossen :P irgendwie war mir nicht so ganz wohl bei dem 'Hintergrund' aber wenn man da an und für sich auch gute Infos bekommt, werd ich mal in den sauren Apfel beißen und nachsehen #schock

Aber nun kamen eigentlich nur Vorteile soweit ich das sehe o.o fällt denn jemandem auch was an Nachteilen ein?

Lg
Sandra :)

Beitrag von karbolmaeuschen 24.05.11 - 20:29 Uhr

Liebe Sandra!

Nachteile hat eine induzierte Laktation keine.

Habe zum Thema gerade eine Fortbildung auf dem Stillkongress in Köln besucht. Sie war sehr interessant.

Die Frage ist halt: Wofür brauchst Du die IL?
Welche realistischen Erwartungen hast Du an die IL?

Relaktation ohne Kind und ohne Medikamente ist schwierig.
Du müßtest tagsüber alle 2 Std. für je 10-20 min. pumpen (mit einer elektrischen Intervallpumpe, möglichst mit Doppelpumpset), nachts ist eine einmalige Pause von 6 Std. erlaubt.
Erste Milchtropfen sind nach ca 6 Wochen zu erwarten.

Das größte Problem ist, dass IL mit unseren westlichen, gesellschaftlichen Normen in Konflikt steht.
Ein Vorgehen solcher Art ohne Kind wird gesellschaftlich als "Pervers" abgestempelt.

Schwierig ist auch die IL während der Schwangerschaft, da gerade durch das Pumpen Wehen ausgelöst werden können.

Bei weiteren Fragen gerne über die VK

LG Silke
Stillberaterin AFS

Beitrag von spaceranger 21.08.14 - 20:38 Uhr

Hallo Silke, hallo an alle Anderen,

da ich mit meiner damaligen Lebens und Laktations-Partnerin eine fast 17-jährige Beziehung und laktationsbeziehung gelebt und ausgelebt habe, weiß ich wie schwierig es ist eine IL in die Wege zu leiten.

Der Wunsch kam von meiner Lebensgefährtin und ich habe diesem entsprochen, nachdem wir uns entschlossen haben, diese auch in unser Liebesleben einzubauen.

Wir haben uns eine partnerschaftliche Nähe, Zuwendung und Innigkeit davon versprochen, welche in anderen Beziehungen doch fehlt und weil wir schon in fortgeschrittenem Alter (40J + 47J) waren.

Meine Lebenspartnerin hatte allerdings kein negatives Stillerlebnis und hatte während Ihrer Ss'en immer mehr Milch als Ihre Töchter brauchten.
Natürlich waren viele der Anlaufprobleme auch dem Berufsleben geschuldet, dem Himmel sei Dank gesagt, dass wir Beide selbständig waren und unsere Zeiten vollkommen autark planen konnten.

Nachdem die IL stabil lief, waren die einzuhaltenden Zyklen des Abpumpens relativ leicht in unsere Tagesabläufe einzuplanen.

Wie scho im Beitrag von Silke erwähnt ist die Akzeptanz einer Laktationsbeziehung in unserer Gesellschaft tendenziös als Pervertierung des Zusammenlebens zu sehen.

Uns hat das nicht gestört und in unserem Umfeld hatten wir noch einige Paare welche diese Art der Beziehung lebten.
Die Ursache war ein erruptiver Milcheinschuiss bei meiner damaligen Lebenspartnerin.
Daraufhin setzte eine lebhafte Diskussion ein und dann kam das "outing" von anderen Paaren.

Unsere Beziehung wurde so stabil, dass niemand von uns Beiden auch nur andeutungsweise die Beziehung aufs Spiel gesetzt hätte.

Leider verunglückte meine Partnerin vor 8 Jahren tödlich und damit war die Beziehung zu Ende.

Schade, denn ich sehne mich wieder nach dieser Nähe, Innigkeit, die mir wohl versagt bleiben wird, da die wenigsten Damen zu so einem Schritt bereit sind.

Und bitte, ich habe keinen Baby-Fetisch im Kopf, das sollte ganz klar gesagt werden!!

Liebe Grüße an alle hier .......

Guenter