Trotzphase mir knappen 12 Monaten?¿

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Forum: Kleinkind

Das Leben mit kleinen Kindern ist wunderschön, nie langweilig aber auch ziemlich anstrengend. Da können Tipps von anderen Müttern oder Vätern viel Erleichterung und Hilfe in den Alltag bringen. Viele Infos rund um euer Kleinkind  (z.B. Kinderkrankheiten) findet ihr auch in unserem Magazin.

Beitrag von die-kitty1985 28.05.11 - 10:00 Uhr

Guten Morgen,
vielleicht hat jemand einen Tipp für mich: mein Sohn wird in zwei Wochen ein Jahr alt. Er war schon immer ein rechter "Zornteufel" aber jetzt entwickelt er trotzige Macken #aerger Er will nicht mehr gefüttert werden, am liebsten nur mit den Händen essen oder die Gabel selbst nehmen. Aber das funktioniert noch nicht. Seine Flasche nach dem Aufstehen trinkt er nur noch wenn ich sie ihm ins Bett stelle und er entscheiden kann wann er trinkt. Ergebnis: er trinkt fast gar nix #augen
Er spreizt und streckt sich in alle Richtungen wenn ich ihn irgendwo wegnehme oder er an einen Ort soll, der ihm grade gar nicht in den Kram passt und schreit, als würde ich ihn lünchen #aerger

Babys kommen doch erst später in diese Trotzphasen, oder?
Wie reagiert man in solchen Momenten?
Habt ihr Buchtipps?

#danke #winke

Beitrag von doreensch 28.05.11 - 11:36 Uhr

mal anders gefragt:

wie sollte er sich weiterentwickeln wenn er nicht den starken Willen hätte etwas alleine zu wollen?

Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen auch Essen mit Besteck muss gelernt werden und Anfangs gelingt das nicht, nur die übung bringt die Erfahrung wann das Essen auf dem Löffel bleibt

Und wenn er gerade etwas spannedes gefunden hat ist es verständlich das er dort nicht weggenommen und gestört werden mag

Beitrag von die-kitty1985 28.05.11 - 14:37 Uhr

Ich glaube gern, dass Steckdosen spannend sind, aber Luis sollte eigentlich lernen das sie tabu sind. Schließlich hat nicht jeder eine Sicherung darin. Und Suppe oder Nudeln sind mit den Fingern recht schwierig zu essen. Aber er kann nicht ständig Semneln und Brezen essen. Ich lasse ihn auch mit dem Besteck essen, aber würde ich nicht eingreifen würde er vor dem vollen Teller verhungern. Na.gut, das tut er momentan so oder so, da ich ihn ja nicht füttern darf.

Mal abgesehen davon: meine Fragen waren eigentlich andere.

Beitrag von minusch73 28.05.11 - 18:27 Uhr

Hallo,
mein Großer kam schon mit etwa zehn Monaten in die Trotzphase. Hat ja weniger mit "Trotz"zu tun, sondern ist entwicklungsbedingt. Dein Spatz entwickelt Bewußtsein und damit eigenen Willen, und das ist für die Kids ganz schön anstrengend und auch ätzend, denn woher sollen sie wissen, dass dieses und jenes gerade nicht geht?

Wenn Du Deinen Kleinen alles machen lässt, ihm alles gestattest, immer springst, nur damit er ja nicht weint, ziehst Du Dir nicht nur Deinen ganz persönlichen Haustyrannen heran, sondern es kann auch mal gefährlich für den Kleinen werden.

Bei Sachen, die Dir wichtig sind oder Deiner Fürsorge obliegen, bestimmst Du die Regeln. Bist Du konsequent, wirst Du nach kurzer Zeit keine Probleme mehr damit haben. Bei anderen Sachen kannst Du ihn auch mal eigene Erfahrungen machen.

Beispiel:
Lass ihn doch versuchen, selber zu essen, warum nicht? Leg eine Folie unter den Stuhl/Tisch, zieh ihm Schlumper-Sachen an. Vermutlich wird er den Brei im Gesicht verschmieren, die Schüssel umkippen oder was man sonst noch Interessantes anstellen kann. Aber wenn er richtig Knast hat, dann wird er versuchen zu essen. Ich habe mich immer daneben gesetzt, ein Löffelchen haben meine Zwerge bekommen, einen hatte ich parat und zwischendurch immer mal was ins Mäulchen geschoben. Muss nicht funktionieren, ist aber einen Versuch wert.

Keine Diskussionen habe ich zugelassen bei Themen wie Schlafengehen, Essen/Trinken im Bett, Anschnallen im Auto, Jacke/Mütze in der kalten Jahreszeit etc.
Und was ich von Anfang an stur durchgezogen hatte, hat auch später immer funktioniert. Die beiden sind jetzt zwölf und dreizehn Jahre und gehen ohne Aufforderung halb neun ins Bett (dafür gibt es in diesem Alter andere Probleme :-))

Buchtipp: Annette Kast-Zahn: "Jedes Kind kann Regeln lernen - vom Baby bis zum Schulkind"

Das Wichtigste ist in dieser Phase: Ruhe bewahren. Wenn die "richtige" Trotzphase eröffnet ist und Dein Zwerg das entsprechende Temperament hat, kommen auf Dich Brüllattacken zu, Auf-den-Boden-schmeißen - das ganze Ballett. Ich habe meine Jungs dann erstmal kurz toben lassen, und wenn aus dem Schreien Weinen wurde, habe ich sie in den Arm genommen (sofern sie das wollten). Sie brauchen auf jeden Fall immer die Rückmeldung, dass Mama/Papa sie lieb hat und für sie da ist. Zurückbrüllen tut zwar erstmal gut, ist aber - wie sagt man - kontraproduktiv. Die gute Nachricht ist: Es geht vorbei. Und mein Jüngerer hatte eigentlich überhaupt keine richtige Trotzphase - der ist jetzt in der präpubertären Zeit und holt das alles mit zwölf Jahren nach.

Viel Spaß noch - wird sicher eine aufregende Zeit :-D

Liebe Grüße,
Minusch