Intelligenzunterschied als Trennungsgrund?

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von normal_klug 28.07.11 - 08:46 Uhr

Hallo,
mein Mann ist überdurchschnittlich intelligent, vielseitig interessiert und hat zu jedem politischen und gesellschaftlichen Fragestellungen und Problemen eine Meinung.
Ich bin durchschnittlich intelligent (gutes Abi, erfolgreiches Unistudium), interessiere mich für ausgewählte Themen und habe manchmal auch keine Meinung, weil ich zu wenig darüber weiß.
Bisher habe ich diesen, in meinen Augen geringfügigen Intelligenzunterschied nicht als Problem gesehen. Doch kürzlich gab es einen Vorfall, der meine bisher heile Welt einstürzen ließ. Mein Mann hat mich als "dumm" betitelt. Ich weiß, dass ich nicht dumm bin, das ist nicht der Punkt. Aber mir ist schlagartig bewusst geworden, wie er mich sieht, dass ich nicht sein Intelligenz-Niveau habe und es auch niemals erreichen werde. Neben dem Schmerz, den diese Beleidigung auslöste, habe ich nun die Gewissheit, dass er mich nicht als gleichberechtigten Partner neben sich sieht, sondern ich immer unter ihm stehen werde. Genau damit komme ich nicht klar. Ich zweifle nun an dem Bestand unserer Beziehung. Ich bin so tief verletzt, dass ich tatsächlich eine Trennung in Erwägung ziehe, was ich in früheren Ehekrisen niemals getan habe. Wie seht ihr das? Wie geht man mit solch einer Situation am besten um?

normal_klug

Beitrag von redrose123 28.07.11 - 08:49 Uhr

Hast du mit Ihm geredet wie du diesen Spruch empfandest? Rat hab ich dir leider keinen ausser höre auf dein Herz......

Beitrag von normal_klug 28.07.11 - 08:59 Uhr

Nein, es ist zwar schon einige Tage her, aber ich konnte es noch nicht. Musste erstmal darüber nachdenken und mir klar werden was das für mich bedeutet und für uns als Paar. Er weiß, dass er mich damit verletzt hat und hat sich auch relativ schnell dafür entschuldigt. Aber es hat was kaputt gemacht und ich muss jetzt erstmal darüber nachdenken, ob ich mit solch einer Einstellung (denn er denkt ja wirklich so - das war kein Ausrutscher) zukünftig leben kann. Wir reden trotzdem im Alltag normal miteinander. Aber was ich tun soll, weiß ich noch nicht. Reden müssen wir, das weiß ich und das will ich auch. Aber was ich ihm sage (also ob ich das Wort Trennung benutze) weiß ich halt noch nicht.

Beitrag von nina_1981 28.07.11 - 08:59 Uhr

Hallo,
ich kann dich total verstehen, ich wäre wohl ähnlich verletzt.
Ich hatte ebenfalls mal eine Beziehung, allerdings war ich damals diejenige mit dem "weiteren" Horizont. Irgendwann konnte mein damaliger Freund nicht mehr mit mir mithalten und langweilte mich. Wir waren damals (ich) 20 und (er) 25 und seit 4 Jahren ein Paar. Eine Trennung war schnell klar.
Bei dir hört es sich aber so an, als wärt ihr schon älter und auch schon länger zusammen, also frage ich mich: ist dir nie aufgefallen, wie er dich sieht?
Ich glaube, ich könnte nicht damit umgehen, dass mich mein Mann als "kleines, dummes Heimchen" sieht und da gibt es dringenden Gesprächsbedarf. Aber ich kann deine Erwägung einer Trennung durchaus verstehen...
Entscheiden kannst das natürlich nur du... höre auf das, was dein Herz und dein Verstand dir sagt. Du bist ja schließlich NICHT dumm (gutes Abi und erfolgreiches Studium würden für mich nicht für "normal klug" sondern schon für "ziemlich klug" stehen)!

Alles Gute für Dich
Nina, deren Mann genau die gleiche Bildung / Ausbildung hat und trotzdem in vielen Bereichen "klüger" ist. Dafür bin ich es in anderen= Ausgewogenheit ;-)

Beitrag von normal_klug 28.07.11 - 09:07 Uhr

Wir sind älter und haben bereits eine Familie gegründet. Es ist für mehrere Beteiligte sehr wichtig, dass ich wohl überlegt entscheide und nicht meinem inneren Schmerz folge und alles hinschmeiße.
Mir ist tatsächlich nie so bewusst gewesen wie er mich sieht. Wahrscheinlich hat sich das auch bei ihm erst in den letzten Jahren eingestellt. Die Zeit also wo ich tatsächlich wegen der Kinderbetreuung das "Heimchen am Herd" war. Da fehlte die Zeit zum Austausch mit anderen Menschen (außer mit anderen Müttern über Kinder), zum Lesen und Weiterbilden. Ich habe geistig mit Sicherheit nachgelassen und das weiß ich auch. Aber dass ich in seinen Augen dumm bin, hat mich entsetzt. Die Frage ist nur, wie geht's jetzt weiter.

Beitrag von sini60 28.07.11 - 09:33 Uhr

Hallo

Wieso machst du dich selber so klein? In den wenigsten Beziehungen haben beide den gleichen IQ und wissen es auch nicht. Der eine hat Abitur und der andere nur Real- oder sogar Hauptschulabschluß. Der Alltag besteht doch nicht aus Wissenstest. Auch wenn du zu einem Thema nichts dazu weißt, dann steh doch dazu. Auch du hast Bereiche, in denen du dich besser auskennst.

Es kommt darauf an in welchem Zusammenhang, dein Mann dich als dumm betitelt hat. Es ist ein Unterschied ob du zu dumm bist einen Nagel in die Wand zu schlagen oder er dich als allgemein dumm betitelt hat. In diesem Fall hätte ich aber gleich in aller Deutlichkeit was dazu gesagt und mich nicht schmollend in die Ecke verkrochen.

Rede mit ihm und mach ihm deutlich, dass er nicht besser ist als du, nur weil er einen Wissenvorsprung hat. Im Leben zählen andere Dinge viel mehr.

LG

Sini

Beitrag von ure 28.07.11 - 09:01 Uhr

Hallo,

meiner Meinung nach ist dein Mann gar nicht so intelligent. Denn welcher Mann, der nicht selber was an der Waffel hat, sagt über seine Frau sie sei dumm????

Lass dich von solch einem Waschlappen nicht in die Enge treiben läßt. Mit einem Abi - und Uniabschluss.

In welchem Zusammenhang fiel diese Bemerkung. Stimmt es sonst bei euch oder ist eh der Wurm drin?

Beitrag von normal_klug 28.07.11 - 09:16 Uhr

Hallo,
es ist seine Sichtweise der Dinge, weiß Du. Er IST klug, sehr klug sogar. Seine liebste Freizeitbeschäftigung ist es bei Wikipedia alle Artikel querbeet zu lesen. Ich dagegen informiere mich bei Spiegel online über die wichtigsten Dinge und lese einige Artikel, die mich besonders interessieren detailliert und recherchiere auch weiter. Aber mein Interesse zielt halt nicht auf alles wie bei ihm.
Ich sehe, dass wir nicht gleich ticken, was bisher auch kein Problem war - zumindest dachte ich das. Aber ich verzeihe ihm nicht, dass er so über mich urteilt.
Die Bemerkung fiel als wir eine Beobachtung erörterten. Sie war bitterernst gemeint. Ob bei uns sonst alles in Ordnung ist, wage ich jetzt kaum noch zu beantworten, denn ich hätte noch vor einigen Tagen geschworen, dass wir das perfekte Paar sind.

Beitrag von amory 28.07.11 - 09:34 Uhr

Er ist ein Wikipedia-Querleser?

Die habe ich mittlerweile gefressen.....Ohne die Intelligenz deines Mannes in Frage stellen zu wollen, die meisten Wiki-Querleser die ich kenne haben nur oberflächlich Ahnung und oft ein gefährliches Halbwissen.

Ich würde an deiner Stelle mal ein Gespräch mit ihm führen....was er da gesagt hat geht gar nicht und offenbar befindet ihr euch in einer ziemlichen Schieflage. Vielleicht ist es an der zeit, dass du dien hausfrauendasein aufgibst und dich mal wieder um dich selbst kümmerst?

Grüße, Amory

Beitrag von katemiddleton2011 28.07.11 - 13:15 Uhr

Na ja, Wikipedia ist jetzt nicht das wissenschaftliche Anspruchvollste:-)

Es gibt Artikel, die gut recherchiert sind, aber auch schlechte.
Wenn er sich wirklich zu Allem eine fundierte Meinung bilden möchte, dann sollte er dies nicht über Wikipedia versuchen. Wikipedia ist nicht einmal bei Schulreferaten als wissenschaftliche Quelle akzeptiert. Man sollte die Infos von da immer noch einmal gegenprüfen anhand einer wissenschaftlichen Quelle, deren Urheber nachvollziehbar ist.

Soviel erstmal zu seinem "wissenschaftlichen Anspruch";-)
Imponieren würde er mir, wenn er in Universitätsbibliotheken stöbern, Fachaufsätze etc. lesen würde. Und zwar querbeet. Aber nicht, wenn er in Wikipedia liest.

Viele Grüße,
Kate

Beitrag von lichtenstein 28.07.11 - 09:08 Uhr

Solche Themen kann man nur in schwarz aufmachen????

Wie man mit der Situation umgeht? Such Dir einen Lover mit IQ 80 - dann gleicht sich doch alles aus.

Lichtenstein

Beitrag von hullifan 28.07.11 - 09:09 Uhr

Hi,
Männer sind, äußern und denken nunmal anders als Frauen, mal abgesehen von der Intelligenz. Kann es sein, dass Du zuviel nachgedacht hast und die Sache überbewertest? Red mit ihm darüber. Wirklich wichtig ist, ob der gegenseitige Respekt im Alltag und Liebe vorhanden ist und vielleicht redet ihr mal drüber, dass der Intellekt nichts damit zu tun hat, ob ein Mensch gut oder schlecht ist, seine Intelligenz allein wird ihn nicht glücklich machen.
Alles Gute.

Beitrag von normal_klug 28.07.11 - 09:20 Uhr

Danke. Du triffst es ziemlich genau. Ich befürchte dass ich zuviel in die Sache hinein interpretiere, aber auf der anderen Seite ist da der Schmerz. Wir müssen reden, ich weiß. Wollte mir nur etwas Zeit geben um über die Sache nachzudenken. Ich werde Deine Vorschläge beherzigen.

Beitrag von badguy 28.07.11 - 09:10 Uhr

Bisher habe ich diesen, in meinen Augen geringfügigen Intelligenzunterschied nicht als Problem gesehen.

Ich denke, dass du dir schon seit längerem darüber bewußt bist, dass du deine, nach deiner Aussage, geringere Intelligenz deinem Mann gegenüber als Mangel empfindest. Du fühlst dich selbst nicht gleichberechtigt und mit dieser Aussage hat er sein Messer schwer in dein angeschlagenes Selbstbewußtsein gerammt.

Ich weiß nicht, wie ich mit einer solchen Situation umgehen würde, keine Ahnung. Wichtig wären für mich die Umstände, in denen diese Aussage gefallen ist, die Frage worum es genau gegangen ist, war es ein Streit, habe ich provoziert, waren wir alleine oder waren andere Menschen dabei und und und.

M. E. läßt sich diese Frage so global nicht beantworten.

Das du an Trennung denkst, finde ich sehr heftig.

Beitrag von normal_klug 28.07.11 - 09:28 Uhr

Ehrlich gesagt, weiß ich nicht, ob mich dieser Intelligenzunterschied bisher belastet hat. Ich würde es nicht ausschließen. Er hat es mich bisher aber nie spüren lassen, dass er auf mich herabsieht, wenn er es denn getan hat. Doch gerade in den letzten Jahren, in denen ich aufgrund der Kinderbetreuung geistig unterfordert war, habe ich schon gespürt, dass ich ihm intellektuell unterlegen bin. Von daher kann Deine Theorie durchaus stimmen.

Es waren die Umstände, die keinen anderen Schluss zu ließen als dass es wirklich ernst gemeint ist, dass er mich als dumm betrachtet. Es war kein Streit, keine Provokation, wir waren allein.

Warum denkst Du, meine Trennungsgedanken sind heftig?

Beitrag von badguy 28.07.11 - 10:05 Uhr

Meine Frau spricht auch immer davon, wie geistig unterfordert sie sich während der Kinderbetreuung gefühlt hat und wie sehr ihr in der Zeit insbesondere die berufliche Herausforderung gefehlt hat. Ich kann das gut nachvollziehen, dass dadurch auch das Selbstbewußtsein leidet.

Ein solcher Kommentar ohne Zutun ist in gewisser Hinsicht vernichtend und hat an dieser Stelle doch arg gezeigt, dass deinem Mann in diesem Augenblick die soziale Intelligenz gefehlt hat. Dies ist allerdings ein Umstand, den man häufiger bei sehr intelligenten Menschen findet. Ich bezeichne solche Menschen gerne als Laborratten.

Ich erachte deinen Trennungsgedanken deshalb als so heftig, weil du zum einen davon gesprochen hast, dass du euch bis vor kurzem als das perfekte Paar erachtet hast und eine Partnerschaft aus vielen Aspekten besteht. Ich persönlich bin da nicht so getriggert, dass ich die Flinte ins Korn werfen würde. Hast du deinem Mann zweifelsfrei verständlich gemacht, was er getan hat? Ich glaube nicht, richtig? Wir alle machen Fehler, dein Mann hat einen gemacht und wenn du ihm nicht erklärst, welche Folgen dieser Fehler für dich persönlich hat, machst du m. E. einen Fehler, du reagierst defensiv.

Beitrag von 71068 28.07.11 - 09:21 Uhr

Nur ganz wenige Paare treffen sich bei der "nackten" Intelligenz auf genauer Augenhöhe.
Ein Mensch besteht allerdings aus mehr als einem einfachen Quotienten. Gerade, wenn dieser sehr hoch ist, weist die Person andere Defizite aus, z.B. in der Sozialkompetenz.

Ich finde es durchaus legitim, dass dein Partner weiss, dass er dir auf einigen Gebieten überlegen ist. Allerdings sollte er dann auch begreifen können, dass es auf anderen ganz anders aussieht und du ihm dort voraus sein wirst.

Ich befürchte, dass ihm das wirkliche Ausmass seiner Kränkung nicht bewusst ist - Einfühlungsvermögen ist für manche, überdurchschnittlich intelligente Menschen ein echtes Fremdwort, sie "begreifen" es einfach nicht.

Die Frage ist, kannst du auf Dauer damit umgehen? Aus den wenigen Sätzen von dir kann ich nicht sehr viel schliessen, aber du schreibst klar, reflektiert und beherrscht. Dass bescheinigt dir empathische Fähigkeiten. Vielleicht kannst du deinem Partner seine "enge" Sichtweise der Dinge verzeihen, dass er glaubt, er sei dir irgendwie überlegen.

Aber so ist es eben nicht und dieses Begreifen könnte dir die Souveränität geben, darüber zu stehen. Falls dein Selbstbewusstsein dafür nicht reicht, wird dir auf Dauer allerdings nicht viel anderes übrig bleiben, als zu gehen.

Ich wünsche dir sehr, dass du dir deiner Wertigkeit und Fähigkeit genau bewusst wirst und seine Einstellung belächeln kannst....#herzlich

Beitrag von normal_klug 28.07.11 - 09:35 Uhr

Vielen Dank für diese detaillierte Analyse. Ich sehe ihn wirklich dort, wo Du ihn beschreibst: mangelnde Sozialkompetenz, fehlendes Einfühlungsvermögen. Kann ich ihm das vor Augen führen? Ich werde mit ihm reden, bald schon und vorher Dein Post noch einige Male lesen. Danke für die Mühe. Du hast mir seht geholfen. #liebdrueck

Beitrag von 71068 28.07.11 - 09:43 Uhr

Sehr gern geschehen.

Kleiner Tip: Richtig vor Augen führen kannst du es ihm nicht, denn es ist wie mit einem Blinden und den Farben, die man ihm erklärt.
Du wirst nie wissen, was dein Mann von deiner Erklärung wirklich verstanden hat.

Es ist mehr das Akzeptieren, dass er etwas glaubt ( dass du ihm intelektuell unterlegen bist), von dem du wiederum weisst, dass das nur eine Facette ist und nicht das Ganze spiegelt (welches er leider als solches nicht erkennen und begreifen kann).

Wenn du noch mehr reden magst, wie du mich erreichen kannst, wirst du wissen....

Beitrag von emma-69 28.07.11 - 09:27 Uhr

Hallo normal-klug,

vielleicht ist es nur ein Signal, dass ihr die Beziehung inhaltlich verändern müsst. Dass die Beziehung nun endlich "reifen" muss.

Durch Schule und Studium "hochgepuscht" - Immer auf "Intelligenz", "Erreichen der gesetzten Ziele", "Erfüllen der Erwartungen anderer" getriggert, zerstört den Blick auf das Wesentliche in einer Beziehung.

Neben der Fragestellung "haben wir gemeinsame Themen" , also: können wir überhaupt miteinander umgehen, stellen sich doch weitere Fragen:
Kann ich meinem Partner mit Milde begegnen? Also: Kann ich ihn so lassen, wie er ist (klug, nicht so klug, klüger als der andere in ganz anderen Themenfelder, emotionaler, sensitiv oder nicht, rationaler, aufbrausend, ruhig....) Ein Mensch wird nie wie der andere sein. In einer Partnerschaft konkurrieren zu wollen finde ich unangebracht. Jeder hat seine Qualitäten.

Denn nur dann, wenn man das erkennt, kann man m.E. eine gute und reife Beziehung führen.

Liebe bedeutet Milde, Nachsicht, Güte. Nicht Verachtung und Verletzung.

Vielleicht kommt ihr zu dem Ergebnis, dass das nicht (mehr) passt. Aber darüber sollte man in Ruhe und über einen längeren Zeitraum sprechen. Gedanken und Entwicklungen auf beiden Seiten zulassen. Nur aufgrund einer einzelnen Äußerung die Trennung durchzuziehen, wäre emotional zu direkt reagiert. Du hättest ihm keine Chance zum Erkennen Deiner selbst gegeben.

Aber vielleicht kommt diese Ansicht von Beziehungen erst, wenn man selbst einige (unverschuldete) Abstürze im Leben erlebt hat.
Und in diesen Situationen waren dann alle recht ähnlich: Ob sehr hoher IQ mit Schulabbruch, ob Akademiker, ob mit echter akademischer Laufbahn.

LG emma

Beitrag von anira 28.07.11 - 11:32 Uhr

sehr schön geschrieben

Beitrag von amory 28.07.11 - 09:31 Uhr

Hallo,

vielseitig interessiert zu sein und zu allem eine Mienugn zu haben ist kein Anzeichen für eine höhere Intelligenz.
Ich finde eine gute Allgemeinbildung wichtig, halte mich für ziemlich intelligent und muss trotzdem manchmal passen...ich kann mir einfach nicht zu allem und jedem eine Meinung bilden. ich finde es auch ehrlicher, wenn jemand sagt, dass er sich mit bestimmten Themen noch nicht so auseinandergestezt hat, dass eine wirklcih fundierte Meinung möglich wäre.

Den Spruch von deinem Mann finde ich ziemlich arrogant übrigens.
Ich würde auch am bestand der Beziehung zweifeln ,allerdings aus anderen Gründen als du. Mit einem so überheblichen Menschen käme ich nicht klar.

Grüße, Amory




Beitrag von normal_klug 28.07.11 - 22:23 Uhr

Hallo,
mein Mann ist überdurschnittlich intelligent, aber er hat nie mit seinem Wissen geprotzt. Er äußert halt viel und zu allem eine Meinung. In der Beziehung war es bisher immer schön, dass ich mich mit ihm austauschen konnte. Er hat oft eine andere Meinung als ich, aber kann diese auch gut fundiert argumentieren. Ich habe bisher unglaublich viel durch ihn gelernt und verstanden und ich sah die Beziehung als eine Bereicherung meines geistigen Horizontes.

Diese Aussage kam nicht unverblümt, sondern erst auf Nachfrage meinerseits, ob er mich denn für dumm halte, was er bejahte.

Ich denke, er ist weniger überheblich als sehr von sich überzeugt.

Beitrag von teflonpfanne 28.07.11 - 09:32 Uhr

Ich glaube, du verwechselt da etwas. Dein Mann ist nicht intelligenter, er hat sich auf bestimmten Gebieten mehr eingelesen und kann darüber referieren. Dir kommt das dann intelligenter vor. Der Unterschied zwischen euch besteht wohl eher darin, dass er offensiver und du defensiver bist. Selbst wenn du auf einem Gebiet belesener wärest, würdest du das nicht so marktschreierisch vor dir hertragen. Und weil du so defensiv bist, lässt du dich von ihm an Wand spielen. Vielleicht will dein Mann dich auch kleinhalten, manche Männer brauchen das. Lass dich auf Dauer nicht von seinem Ego plattmachen.

Beitrag von ug2712 28.07.11 - 09:36 Uhr

Hallo "norma_klug"

zunächst möchte ich dir sagen, dass ich dich nicht als normal klug im Sinne von durchschnittlich einordnen würde.
Zumindest nach diesem Beitrag geurteilt.
Du misst der Aussage deines Mannes eine Bedeutung bei, die ein durchschnittlich intelligenter Mensch nicht erfassen könnte.

Ich verstehe dich sehr gut und würde in der gleichen Situation ebenfalls die Beziehung grundsätzlich überdenken.

Bei uns ist das Verhältniss ähnlich. Mein Mann ist hochbegabt, war auch auf Spezialschulen. Ich habe den gleichen Abschluss wie er, habe diesen aber mit Fleiß geschafft.
Ich war mir dieses Problems von Anfang an bewusst. Ich könnte nicht damit leben, wenn mein Partner mich deutlich weniger intelligent fühlen würde.
Ihm gegenüber habe ich aber einen Vorteil: ich bin fleißig und sehr leistungsfähig. Ich habe mir bestimmte Themen, die auch für ihn wichtig sind (wir arbeiten im gleichen Beruf) herausgegriffen, für die ich der Spezialist bin. Ich lese immer wieder nach und bilde mich weiter.
Er fragt mich zu diesen Themen und sieht mich in diesen Bereichen auch als Spezialist.

Vielleicht wäre es für dich an der Zeit, dir deiner besonderen Fähigkeiten bewusst zu werden und diese auszubauen? So kannst du dein Selbstbewusstsein stärken und auch mit ihm wieder auf Augenhöhe kommen?

Eine Aussprache mit deinem Mann ist natürlich in jedem Fall ratsam.

LG