Ich bin verzweifelt, habe ein kleines "Monster" zu Hause

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Forum: Erziehung

Kinder fordern Eltern täglich neu heraus zu Auseinandersetzung und Problemlösung. Kinder brauchen Grenzen - doch welche und wie setzt man sie durch? Welche Erziehung ist die richtige? Nutzt hier die Möglichkeit, euch hilfreich mit anderen Eltern auszutauschen.

Beitrag von steffimaus83 02.02.06 - 09:19 Uhr

Hallo Ihr lieben! Nehmt das mit dem Monster bitte nicht so ernst. Aber ich bin echt verzweifelt. Ich liebe mein Kind, bloß im Moment weiß ich echt nicht weiter.

Ich arbeite in Vollzeit und der Kleine Flori (21 Monate) ist bei der Tagsesmutti. Dort ist er der allerliebste kleine Engel. Na gut er zankt auch ab und zu, auch mehr als andere, aber sie nimmt er ernst und macht auch was er soll. Sobald ich abends in der Tür stehe.. "als wenn er einen Schalter umlegt.." sagt sie. Dann lässt er sich nicht anziehen, schmeißt sich hin usw., obwohl sie sagt, dass er sich vorher immer ganz doll auf mich freut.

Zu Hause geht der Ärger dann weiter. Wenn ihm was nicht passt, und das ist so ziemlich alles, dann schmeißt ermit voller Wucht Sachen durch die Gegend, er haut auch so dass es richtig weh tut. Wenn er nicht essen will (nie...) dann fliegt regelmäßig die Stulle auf den Boden.

Ich glaube manchmal, dass er woanders besser aufgehoben wäre... aber das will ich überhaupt nicht. Ich könnte den kleinen süßen nie hergeben. Wer kann mir in meiner Verzweiflung helfen?

Beitrag von mamavonzwei 02.02.06 - 09:24 Uhr

nun das kenn ich auch, meine zwei haben das auch gerne gemacht.

ich glaube wenn Du ihm mit Liebe begegnest wird er merken, dass egal was er macht, Deine Liebe verliert er nicht.
Er ist nichtmal zwei Jahre alt, Du gehst Vollzeit arbeiten (ich meine das nicht als Vorwurf) und die wenige Zeit die ihr habt will er volle aufmerksamkeit und Dich testen...

Geduld Geduld, nehm ihn in den Arm, kuschelt viel... das vergeht sobald er merkt das Deine Liebe zu ihm, egal wie er sich verhält (ausnahme sind natürlich schlagen, beissen etc.), nicht vergeht

#liebe

Beitrag von tiffels 02.02.06 - 20:57 Uhr

Hallo,
Bitte jetzt nicht falsch verstehen, ich weiß ja wie dringend man das Geld nötig hat:

Er ist noch so klein und den ganzen Tag bei einer Tagesmutter.
Man weiß nicht was in dem Kopf eines so kleinen Kindes vorgeht.
Ich denke er fühlt sich von Dir alleine gelassen und sucht mit diesem Verhalten deine Aufmerksamkeit.
Gerade gestern war es auch bei der Super Nanny zu sehen:
Der Junge war sehr agressiv und wollte eigentlich damit ausdrücken dass seine Mama mit ihm spielen soll und sich um ihn kümmern soll.
Er suchte ihre Aufmerksamkeit, besser sie schimpft mit ihm als dass sie sich garnicht kümmert.

Das soll keine Kritik an dir sei.
Ich möchte dir nur versuchen zu erklären dass du das Verhalten deines Sohnes verstehst.

Liebe Grüsse und alles Gute,
Susi

Beitrag von stehvieh 03.02.06 - 09:18 Uhr

Hallo!

Gehst du schon lange wieder arbeiten?

Wir sind nämlich gerade in der Phase, dass Caroline jetzt die 3. Woche bei der Tagesmutter ist (Eingewöhnung mitgerechnet) und davon war sie auch mal ein paar Tage krank. Und man merkt, wie sie mit der Umstellung zu tun hat. Sie begreift gerade, dass wir uns dadurch eben weniger sehen am Tag und außerdem ist es ja das Alter, in dem die Kinder auch noch ihre Grenzen austesten.

Ich stelle fest, dass sie die Grenzen besonders stark bei mir testet. Alle anderen Bezugspersonen kriegen eher Aufforderungen erfüllt bzw. sie verweigert nicht so prinzipiell alle Aufforderungen wie bei mir. Rufe ich sie, rennt sie in die letzte hinterste Ecke, setzt sich hin und hält sich sogar noch die Augen zu. Treppen selber hochkrabbeln? Nö, wir stehen erstmal 10 Minuten auf einer Stufe und warten, ob Mama uns nicht trägt (macht sie aber nicht, auch weil sie wieder schwanger ist #;-) wir stehen dann immer jeder an einem Ende der Treppe, sagen nichts, gucken uns an und irgendwann wird es ihr langweilig). Sie versucht auch andere Personen wie ihren Papa und die Tagesmutter, aber irgendwie trifft es sie weniger hart, d. h. Caroline gibt bei anderen schneller klein bei.

Wir alle haben Verständnis für das Alter und die Umstellung auf den Aufenthalt bei der Tagesmutter. Die paar Stunden am Tag, die wir zusammen haben, gehören dem Kind. Sie geht eh vor 20 Uhr schlafen, da bleibt schon noch genug Zeit für uns und das bisschen Haushalt, das täglich anfällt. Und wir versuchen (was natürlich nicht immer so schön klappt), uns nicht von der Verweigerung reizen zu lassen. Da muss man sich Zeit nehmen, das auszusitzen - wenn man selber schafft nicht zu schimpfen oder nachzugeben, dann langweilt es Caroline selbst und sie macht wieder mit (dann ist Lob besonders wichtig). Wir kommen klar, aber natürlich zehrt das an den Nerven.

Bist du alleinerziehend? Ich lese nämlich nur "ich". Ist da niemand, der die Erziehungslast mit dir zusammen trägt? Ich kann mir nämlich auch vorstellen, dass dir Zeit für dich alleine fehlt. Du kommst von der Arbeit und dann ist gleich das Kind dran - wann bist du dran und sammelst Kraft?

LG
Steffi + Caroline Johanna (21 Monate) + #baby inside (16. SSW)