Was würdet ihr tun?

Archiv des urbia-Forums Ungeplant schwanger.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Ungeplant schwanger

Was ist, wenn eine Schwangerschaft überraschend und ungeplant kommt? Hier kannst du fragen, wie andere diese Situation bewältigt haben. Grundsatz-Diskussionen um das Thema Schwangerschafts-Abbruch sind allerdings besser im Forum "Allgemeines" aufgehoben.

Beitrag von Freundin 02.02.06 - 09:44 Uhr

Hallo
es geht um eine schlimme Situation, deshalb in schwarz, verzeiht bitte.
Könnt Ihr bitte Eure Meinung sagen, was ihr tun würdet. Oder vielleicht findet sich auch Jemand, der in einer ähnlichen Situation war.
Sie ist durch eine Vergewaltigung schwanger geworden, sie hat erst nicht von der Vergewaltigung erzählt, deshalb kein Arztbesuch usw. jetzt hat sie sich zu einem Test durchgerungen. Er ist positiv.
Es kann nur diese Vergewaltigung sein, da sie sonst keinen Sex hatte.
Sie meint, dass sie wahrscheinlich schon zu weit ist, um es abtreiben zu lassen#gruebel und selbst wenn es noch gehen würde, kann sie es nicht übers Herz bringen.
Allerdings ist sie der Meinung, dass sie es auch nicht aufziehen kann. Sie sagt, dass sie bei jedem Anblick des Kindes an die Vergewaltigung denken würde. Das will sie dem Kind und sich ersparen.
Aber Adoption ist auch nicht so ganz einfach. Sie hat Angst davor, dass das Kind sie irgendwann suchen wird und dann wird sie eine Erklärung abgeben müssen.
Ist das dem Kind zuzumuten?
Sie lässt keinen an sich ran, sie geht auch nicht zum Arzt. Ich bin bis jetzt die einzige, der sie davon erzählt hat.
Ich weiß nicht, was ich tun soll, oder ihr raten soll.
Ich weine mit ihr. Sie verschließt sich immer mehr. Ich habe Angst, dass sie sich was antut.

Ich bitte euch!

Beitrag von visilo 02.02.06 - 10:09 Uhr

Vielleicht klingt es herzlos von mir aber es gibt doch Babyklappen, wenn deine Freundin ihr Baby dort abgibt muß sie ja keinen Namen nennen und das Kind kann sie später auch nicht ausfindig machen. Soviel ich weiß gibt es auch Kliniken in denen Frauen anonym ihr Baby bekommen können und es gegebenenfalls gleich dort lassen. Ich glaube aber kaum das sie ihr baby noch hergeben kann und will wenn sie es erstmal im arm hatte, vielleicht sollte sie wirklich erstmal die Geburt abwarten und danach schauen was es für Möglichkeiten gibt, vor allem würde ich mich bei Pro Familia oder anderen Organisationen erkundigen was es für Möglichkeiten gibt.
Jedenfalls alles Gute und viel Stärke für die nächste Zeit wünschen

visilo+Lukas (16.11.04)

Beitrag von lara_lea_noah 02.02.06 - 10:12 Uhr

Hallo,
sei einfach für sie da. Sie braucht dich nun sehr da du wohl die einzige bist der sie sich öffnet.
Das mit der Adoption finde ich eine sehr gute Idee. Es wünschen sich sehr viele Familien ein Baby die dieses liebevoll großziehen würden. Zwar wird diese Wahrheit für das Kind später schlimm sein... aber du darfst nicht vergessen dass es Adoptiveltern hat die es sehr liebt und die sehr wichtig für das Kind geworden sind. Wahrscheinlich viel wichtiger wie die leibliche Mutter/deine Freundin.
Ich finde den Schritt sehr mutig das Kind auszutragen. Das Baby kann ja auch nichts dafür.
Aber ich kann auch deine Freundin verstehen dass sie das Kind selbst nicht großziehen kann und möchte. Es sind schlimme Erinnerungen die sie hat und ich weiß nicht ob sie das Kind jemals richtig lieben könnte da sie immer weiß es ist ein Teil des Erzeugers.
Lasst euch beraten bei Pro Familia. Ich denke alleine kommt ihr da nicht weiter.

Lara

Beitrag von ist mir auch passiert 02.02.06 - 10:36 Uhr

Hi,

es gibt da noch eine andere Möglichkeit.
Wenn sie das Kind austragen möchte, aber nicht weiß ob sie es schafft auch groß zu ziehen...
Sie soll es versuchen. Denn da gibt es auch noch die Pflegefamilien. Dort kann man seine Kinder unterbringen wenn man nicht in der Lage ist sich um das Kind zu kümmern. Dort kann man aber seine Kinder regelmäßig besuchen, sprich den Kontakt halten. Und mit der Zeit pasiert es auch hin und wieder das man dann sein Kind wieder ganz nach Hause holt.

Und vielleicht ist es auch gar nicht so das sie ständig an den Vergewaltiger denkt wenn sie ihr Kind in den Armen hält. Wichtig aber ist, sich trotzdem neben bei eine Anlaufstelle zu suchen. Denn manchmal sind Ablenungen des Kindes gegenüber versteckt.

Ich weiß das sich manchmal etwas ändern kann. Denn auch ich habe ein Kind, entstanden durch eine V.
Ich sehe mein Kind nicht an und denke ständig an ihren Vater. Habe ich eigentlich nie getan. Dieses Kind ist mein Kind. Und trotz mancher schwierigkeiten, läuft es richtig gut zwischen ihr und mir.
Ich Liebe sie und ich bin froh das es die Möglichkeit einer Auszeit gab durch die Pflegefamilie, denn in dieser Zeit konnte ich mich Entscheiden. Und ich habe mich entschieden für die kleine...und es keinen Tag seitdem bereut.

So würde auch deine Freundin die Möglichkeit haben es wenigstens versuchen zu können. Und wenn sie es nicht schafft dann bleibt das kleine eben bei der pflegfamilie. Wie immer es auch am besten für sie ist.

Ich wünsche deiner Freundin ganz viel Kraft.

Beitrag von manavgat 02.02.06 - 11:22 Uhr

Gib Deiner Freundin folgende Infos über Sternipark:

http://www.babyklappe.de/geschaeft/index.asp

Dort wird sie alle Hilfe bekommen, die sie braucht.

Alles Gute

Manavgat

Beitrag von caro2404 02.02.06 - 14:09 Uhr

Ich denke auch, dass sie mit Dir zu einer Beratungsstelle sollte. Mit verschließen kommt sie ja auch nicht weiter. Ihr bleibt ja gar nichts anderes übrig. Früher oder später muss sie sich ihrer Vergangenheit stellen.e

Steh ihr bei und mache in Eigeninitiative einen Termin bei ProFamilia oder einer anderen Beratungsstelle.

Hat sie denn schon mal darüber nachgedacht, den Täter anzuzeigen? Oder auch getan?

Beitrag von nane29 02.02.06 - 14:54 Uhr

Hallo Freundin,

das ist eine schwierige Situation, wahrscheinlich kann sie selbst nur ganz schlecht einschätzen, wie sie sich später fühlen wird.
Es kann sein, dass ihre Befürchtungen eintreffen, vielleicht kommt aber auch alles ganz anders und sie kann dieses Baby doch lieben.

Dir wurde ja schon von vielen geraten, dass sie sich an Beratungsstellen wendet. Meine Idee wäre noch, dass sie sich an Selbsthilfegruppen wendet oder sich mal in Foren mit Frauen austauscht, die Ähnliches erlebt haben.

Denn bestimmt haben alle Frauen, die durch eine Vergewaltigung schwanger wurden, diese Ängste.
Und sie können deiner Freundin erzählen, wie sie damit umgehen, wie sie sich entschieden haben und wie ihre Gefühle dem Baby gegenüber waren, als es dann da war.

Alles Gute!
Jana

Beitrag von bine3002 02.02.06 - 15:43 Uhr

Also ich denke, dass deine Freundin ganz ganz dringend zu einem Therapeuten muss oder auch in eine Selbsthilfegruppe. Dazu musst Du sie irgendwie kriegen. Ich denke, wenn es sich um eine gute Freundin handelt, würde ich mich in so einer Situation bei ihr einnisten mit der Begründung, dass ich sie lieb habe und Angst um sie habe. Ich würde also buchstäblich mit dem Schlafsack vor der Tür stehen und nicht eher gehen bis sie sich helfen lässt.

So, also Punkt 1, professionelle Hilfe.
Punkt 2 wäre dann in Erfahrung zu bringen, ob sie das Kind überhaupt noch abtreiben kann. Wenn nicht, dann bleibt ja nur das Austragen des Kindes. Da würde ich mich über eine Adoption informieren, aber die Option bis zum Schluss offen lassen. Babyklappe bzw. anonyme Geburt wäre auch eine Sache, mit der sie sicher sein kann, dass das Kind niemals in Erfahrung bringen kann, wer seine Mutter ist. Wobei viele Psychologen sagen, dass es wichtig ist, seine Wurzeln zu kennen. Es sei schlimmer, sie nicht zu kennen als die Wahrheit zu wissen. Wobei ich nicht wüßte, wie ich es finden würde, wenn mein Vater ein Vergewaltiger ist. Echt scheiße, aber ich denke, da kann nur ein Therapeut helfen.

Zum Schluss sollte sie dann auf jeden Fall Anzeige erstatten, aber ich denke, so weit ist sie noch lange nicht.

Steh ihr bei, das ist alles, was Du tun kannst.

Beitrag von fiori 02.02.06 - 20:32 Uhr

Hallo,

es gibt die möglichkeit hier anonym zu entbinden.
Danach zur Adoption freigeben.Dann könnte das Kind seine Mutter nie finden.
Deine Freundin sollte sich schnell proffesionelle Hilfe holen.

Fiori#blume

Beitrag von zara75 03.02.06 - 00:47 Uhr

ich denke auch, dass deine freundin sich therapeutische hilfe suchen sollte bei jemanden, der sich mit sexueller gewalt und posttraumatischen belastungstörungen auskennt. pro familia ist sicherlich ein guter ansprechpartner.
für dich ist es denke ich auch eine große verantwortung und du kannst auch zu einer beratungsstelle gehen. wenn sie konkret über suizid spricht oder es den anschein macht, würde ich die polizei rufen, die können sie wenn konkret die gefahr besteht in eine klinik bringen in der sie professionelle hilfe bekommt.
liebe grüße

Beitrag von Freundin 03.02.06 - 09:56 Uhr

Hallo an alle, die mir geschrieben haben
ich wollte mich bei euch allen für eure antworten bedanken#danke
ich konnte sie gestern abend überzeugen, zu einer beratungsstelle zu gehen. ich habe ihr versprochen, dass ich mitgehen werde.
heute morgen habe ich angerufen, und schon für den nachmittag einen termin bei einer diakonischen beratungsstelle bekommen.
ich bin froh, dass ich diese verantwortung bald nicht mehr alleine tragen muss.
das klingt jetzt vielleicht nicht gut von mir, aber ich bin damit schon etwas überfordert#schmoll

Beitrag von tikki 08.02.06 - 01:18 Uhr

hallo
dies ist eine schwere Situation..schön das du ihr helfen willst! Das wichigste ist das sie trotzdem einen Arzt aufsucht..auch der vorsorge des Kindes wegen...kann ja auch mal was nicht gesund sein,was dann nochmal ein extra Problem wäre! Lass dich als freundin sonst mal bei so einer Berstungstelle bersten wie deiner freundin Professionell geholfen werden kann! es ist ja auch wichtig für das Kind was garnichts dafür kann!
Alles gute euch