Beschäftigungsverbot??

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Forum: Schwangerschaft

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Beitrag von kruemmel29 02.02.06 - 10:28 Uhr

Hallo,
hab da eine kurze Frage. Eine Freundin von mir ist schwanger (noch recht früh, ich weiß nicht welche Woche). Sie hat es ihrem AG noch nicht gesagt, da sie etwas Angst hat. #schwitz Sie hat schon bei der ersten Schwangerschaft immer blöde Sprüche von den Kollegen bekommen, aber es war noch in Grenzen. Direkt nach dem MuSchu ist sie gleich wieder arbeiten gegenagen. Seit dem bekommt sie bei jeder Gelegeheit Sprüche, daß sie ja nicht wieder schwanger werden soll. Un bei einer noch so kleinen Erkrankung, heiß es gleich wieder sie sei schwanger. #bla
Jetzt ist sie es nun und weiß nicht weiter. Hat sie Chancen auf ein BV. Sie arbeitet als Bürokauffrau in einem Altenheim.
Muß jeden Tag ca. 30 km zur Arbeit fahren. Noch mit dem Auto (sie wird gefahren) bald wohl aber wieder mit dem Zug.
Kenn sich einer von Euch aus?

Danke im voraus.
#danke

Beitrag von glacess 02.02.06 - 10:41 Uhr

Naja,

da sie ne selbst fährt, kann man es nicht auf den Weg schieben, der ja auch ne allzu weit ist. Wäre höchstens, wenn wirklich was in SS schief läuft, sie arg gemobbt wird (und der FA ein Einsehen hat)...und dadurch vielleicht so unter psychischem Druck steht, daß sie Gefahr läuft, dem Baby zu schaden. (vielleicht ständig übergeben muß, oder ihre Kopfschmerzen ne los bekommt... :0) )

Aber in der Regel hat sie keine allzu großen Chancen, ha ja sitzenden Beruf, und wie gesagt, der Fahrtstress ist auch ne. Die 30km sind zumutbar...

LG, Susi
28+2

Beitrag von silvercher 02.02.06 - 10:41 Uhr

Hallo,

also das wegen dem Beschäftigungsverbot weiß ich nicht aber ich durfte mir vorher ähnliche Sprüche anhören (obwohl ich noch keine kinder habe) und als ich dann erfahren ahbe das ich #schwanger bin, hatte ich solchen schiß..... aber meine Chefin hat echt besser reagiert als ich dachte... wenn sie doch einen Bürojob hat dann brauch sie es doch noch nicht sagen oder????

Sie soll doch auf die Sprüche ........ !!!!!

LG Julia + Pünktchen 6+2 SSW

Beitrag von glacess 02.02.06 - 10:43 Uhr

Aber sagen würde ich es auf jeden Fall! Da sie somit sofort im Kündigungsschutz ist. Lass es mal blöd laufen, und ein Kollege bemerkt was, und petzt es dem Chef. Wenn sie vorher ne selbst den Mund aufgemacht hat, kann der ihr ne kündigung aussprechen, und dann hat sie den Zonk...
Am besten nen Schlachtplan ausmalen. Wenn sie schon beim ersten kind direkt nach MuSchu wieder gearbeitet hat, sollte das doch nun ne das Problem sein, oder?!

Beitrag von kruemmel29 02.02.06 - 10:58 Uhr

Ist ja alles richtig, aber bei ihr ist es ja nicht nur der Chef ( der wird abdrehen:-[ #wolke ) ist ja auch ihre direkte Kollegin (alter Giftzwerg).
Ich weiß nicht, was ich ihr raten soll. Sie wollte ja eigentlich diesmal nach der Schwangerschsft nicht arbeiten gehen. Jetzt ist ihr Mann in Elternzeit, der will aber auch bald wieder arbeiten und so wollte diesmal sie in Elternzeit gehen. Was ich auch verstehen kann, sie hatte ja schon nicht so viel vom ersten Kind gehabt.

Es muß doch eine Möglichkeit geben!!#kratz #gruebel



Beitrag von jaeggy 02.02.06 - 10:55 Uhr

Hallo,

ich würde es dem Chef sagen (nach der 12. SSW) und ihn auf seine "Schweigepflicht" hinweisen. Die Kollegen müssen es ja noch nicht erfahren.
Ist natürlich nur blöd, wenn öffentlich nach einer Vertretung für den MuSchu gesucht wird.

LG
jaeggy

Beitrag von kruemmel29 02.02.06 - 11:00 Uhr

Also die Schweigepflicht wird den Chef bestimmt nicht interessieren. Er macht eh was er will! Der wird es gleich rumerzählen, war beim ersten Kind genauso!!:-%

Beitrag von kleine_kampfmaus 02.02.06 - 11:01 Uhr

Hallo,

die Ärzte stellen eigentlich nicht so gern ein BV aus w/der KK - die machen da wohl ziemlichen Ärger lt. meinem FA.

Außerdem wird es nur ausgestellt wenn das Leben/Gesundheit von Mutter und/oder Kind gefährdet ist.

Bin selbst seit Mitte Dez. krankgeschrieben weil ich extrem gemobbt wurde, dass hat meinem Kleinen geschadet. Hab für 3 gearbeitet und jeden Tag Überstunden gemacht obwohl es eigentlich nicht erlaubt ist. Mußte mir auch dumme Sprüche anhören und zum Schluß wurde gezählt, wie oft ich auf die Toilette gehe!

Habe einfache Fahrtzeit von 2,5 Stunden gehabt = ca. 150 km, war von 06:00 bis min. 19:00 jeden Tag unterwegs.

Deine Freundin soll abwarten wie die Reaktionen sind und wenn es zu heftig wird mit ihrem FA reden, der kann sie ja auch krankschreiben!

LG
Kleine Kampfmaus + Minimatz (31. SSW)

Beitrag von kruemmel29 02.02.06 - 11:06 Uhr

Stimmt schon, aber bei einer Krankmeldung zahlt der AG nur 6 Wo. danach die KK. Und so hätte sie weiter volles Gehlat von ihrem AG.

Beitrag von silvercher 02.02.06 - 11:09 Uhr

Hallo,

also volles gehalt vom AG hat sie dann nicht !!! Eine Bekannte von mir hat Beschäftigungsverbot bekommen (da sie in der Ambulanten Pflege/Häuslichen Pflege tätig ist) aber sie bekommt dadurch kein volles Gehalt sondern 70% !!

LG Julia

Beitrag von kleine_kampfmaus 02.02.06 - 11:13 Uhr

Wie das mit dem Gehalt bei einem BV läuft weiß ich nicht genau, aber entscheiden muß sie sich schon. Entweder sie geht voll arbeiten und kriegt ihr volles Gehalt und versucht die Sprüche zu überhören o. sie lässt sich krankschreiben, hat Ruhe und kriegt halt nur noch 80 % Gehalt. Wobei wenn der FA ein Einsehen hat, schreibt er sie alle 6 Wochen auf was anderes krank (Ischias, Übelkeit, etc.) Sie kann ja auch mal abwechseln mit dem Hausarzt - wenn er das macht!

Möglichkeiten gibts, nur sagen würd ich es. Noch eines: Sie kann definitiv nicht gekündigt werden! Auch wenn sie es für sich behält, einer SS kann niemand kündigen. Erhält sie die Kündigung, soll sie sofort sagen, dass sie SS ist, dann ist die Kündigung unwirksam (muss es aber innerhalb von 2 Wochen nach Erhalt der Kündigung bekannt geben!)

LG

Beitrag von kruemmel29 02.02.06 - 11:13 Uhr

Doch, doch sie bekommt das volle Gehalt bzw. das Durchschnittsgehalt der letzten drei Monate bevor sie ein BV bekommen hat. Und das ist ja eigentlich dann das volle Gehalt (haben schon ein paar mal gehabt, hab mich da etwas informiert, da ich ein der Personalabteilung arbeite);-)!

Beitrag von silvercher 02.02.06 - 11:28 Uhr

aha dann ist sie die einzigste !!! den der Gesetztesgeber schreibt es so vor.... aber okay....

Beitrag von thistlejo 02.02.06 - 14:01 Uhr

Nee du, sorry, dann hat deine Freundin sich einen Bären aufbinden lassen oder kein BV, sondern eine Krankmeldung bekommen! Oder ist sie selbständig? Dann wäre das ja was ganz anderes.

Ich habe mich deswegen auch schlau gemacht, weil ich selber nur noch mit halber Kraft arbeiten kann, da körperlich anstrengend, und meine Kollegen halt für mich mitarbeiten müssen. Daher hatte ich das meinem Chef angeboten, damit eine volle Kraft eingestellt werden kann.

Fakt ist: bei einem Beschäftigungsverbot bekommt man 100% seines Gehaltes. Wenn der Chef weniger oder gar nicht zahlt, macht er sich strafbar. Punkt.

Hat der Betrieb unter 20 festangestellte Mitarbeiter, kann er sich das Gehalt von der KK erstatten lassen, damit er Ersatz einstellen kann. Das hat bei mir nicht geklappt, da wir mehr als 20 Mitarbeiter haben. Also arbeite ich weiter, und meine Kollegen sind sauer auf die Geschäftsleitung, weil der vollkommen egal ist, ob sie mehr arbeiten müssen oder nicht...

Naja, der Punkt ist: deine Freundin sollte sich da nochmal genau hinterklemmen. Wenn sie ein volles BV hat – was ich bei ihrem Beruf selbstverständlich finde! – , dann steht ihr das volle Gehalt zu. Es geht da ja auch ums Mutterschaftsgeld. ich würde das da nochmal hinterfragen! Arbeitgeber sind ja immer froh, wenn sie nichts zahlen müssen...

LG

Julia (die glücklicherweise nur noch knapp zwei Wochen arbeiten muss) 29. SSW

Beitrag von 19jasmin80 02.02.06 - 11:46 Uhr

Hi Kruemmel!

Gemäß Mutterschutzgesetz ist Deine Freundin dazu VERFPLICHTET den AG über die SS in Kenntnis zu setzen sobald diese durch einen FA bestätigt wurde. Dies dient auch schon zum eigenen Schutz auch i. S. Kündigung.

Sollte nämlich was passieren und der AG hatte keine Kenntnis von der SS so haftet sie allein für alles.

Wegen dem BV sehe ich sehr schlechte Chancen wegen der 30km, denn diese sind durchaus zumutbar. Sollten sich aber psychische Probleme wegen Konflikten am Arbeitsplatz ergeben so stehen die Chancen schon besser ein BV durchzubekommen. Dieses BV kann entweder der HA oder der FA ausstellen.

Aber sie solle dabei bedenken, dass nicht jeder Arzt sich dazu bereit erklärt ein solches BV auszustellen.

Gruß
Jasmin +#baby (24.SSW)