Mein Sohn steht auf Rosa - soll ich ihn dabei "unterstützen"

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von bini1975 02.02.06 - 10:52 Uhr

Hallo,
mein Sohn, 4 1/2 Jahre alt, steht total auf Glitzer und Rosa. Am Anfang fand ich das noch süß und lustig mittlerweile mache ich mir aber schon meine Gedanken. Diese Phase geht jetzt schon ca. 1 Jahr und es ist einfach kein Ende in Sicht. Jetzt zur Faschingszeit wünscht er sich als Prinzessin verkleidet zu gehen. Außerdem bittet er mich schon seit längeren darum ihm "Cinderella Hausschuhe" zu kaufen (Rosa, lila mit Prinzessin drauf - hat er bei seiner Cousine gesehen ..)
Die Hausschuhe fände ich ja nicht ganz so schlimm, wären ja auch nur für zu Hause. Aber wenn ich jetzt damit anfange vielleicht wird es dann immer schlimmer?!?

Gibt es noch Jungs, die so einen Tick haben und wie geht Ihr als Eltern damit um?

Vielen Dank, Sabine

Beitrag von schmunzelmonster123 02.02.06 - 11:11 Uhr

Hallo Du,
das ist keine einfache Frage. Auf der einen Seite versuchen wir natuerlich unsere Kinder so offen wie moeglich zu erziehen und ihnen alles zu ermoeglichen, was sie moechten. Auf der anderen Seite stell Dir mal vor wie andere Jungen reagieren, wenn er als Prinzessin in den KiGa geht - aber Du kannst ihn auch nicht zwingen in ein Cowboy-Kostuem zu steigen, wenn er nicht moechte. Kniffelige Situation - die Hausschuhe wuerde ich kaufen, aber vielleicht mit ihm zusammen ein Kostuem aussuchen gehen, das etwas neutraler ist - vielleicht irgendetwas, was nicht so spezifisch Junge Maedchen ist. Ich wuesste nicht wie ich reagieren wuerde, ehrlich. Ich habe zwei Maedchen, da ist das irgendwie egal,m ob sie blau oder rosa tragen, als Pirat oder Ballerina gehen - aber er koennte im KiGa echt gehaenselt werden. Oder kauf ihm nach Karneval ein Prinzessinenkostuem, dass er dann zuhause anziehen darf... Tut mir leid, ich weis es nicht... Liebe Gruesse, Biene

Beitrag von valentina74 02.02.06 - 13:30 Uhr

Hallo! :-)
Mein Sohn 8 Jahre mag auch rosa und Glitzer.Barbiepuppen hätte er auch gerne. Er will sich schminken und Mädchenohrringe tragen.#kratz Ihn gefällt eben alles was ein Mädchen ausmacht.Er hat auch immer wie ein Mädchen ausgesehen.
Er will putzen und kochen,nähen und Mode entwerfen.
Natürlich hat er auch alles was zu einen Jungen gehört. Werkbank,Autos... Ich habe auch keine Ahnung wie ich damit umgehen soll.
Bei meinen Sohn hat es so mit 2 Jahren angefangen.Mal schauen was noch kommt. Er ist ein sehr höfflicher,lieber ,hilfsbereiter,lustiger und offener Junge.
Egal was da noch kommt ich liebe ihn so wie er ist. #liebe

Liebe Grüße von Valentina

Beitrag von eifelsonne 02.02.06 - 11:09 Uhr

Versteh ich das richtig, dass du Angst hast, dein Sohn könnte eine homosexuelle Ader haben, die du eventuell noch förderst?

Für mich ist wichtig, dass meine Kinder glücklich sind. Sollte mein Kleiner auf rosa stehen, dann wäre das halt so und wäre er schwul, wäre es halt auch so. Klar wäre es ein Schock für mich aber dann würde halt irgendwann anstatt eines Mädels ein zusätzlicher Junge am Tisch sitzen.

Ich halte deine Ängste für unbegründet und wenn ihn das glücklich macht, soll er das halt haben. Wie die Reaktion seiner Kumpels ausfällt ist eine andere Sache aber damit muss er klar kommen. Ich würde nicht versuchen, meine Kinder zu verbiegen.

Beitrag von sigru 02.02.06 - 11:26 Uhr

Hallo Sabine,

ist Dein Sohn oft mit seiner Cousine/oder Mädchen im allgemeinen zusammen? Damit könnte es zusammenhängen.

Im Grunde denke ich jeder sollte so unbeschwert wie möglich sein und sein Leben ohne Zwänge und nach seinen eigenen Bedürfnissen leben dürfen.
Aber man kann glaube ich das schon ein bisschen forcieren indem man ihm zeigt was Kostüme für Jungs sind - will er wirklich ein Kostüm( und Schuhe) , die eigentlich nur Mädchen tragen? Was werden seine Freunde im Kiga dazu sagen?

Auf der aneren Seite habe ich meinem damals 3 jährigen auch eine Puppe gekauft weil er sie gerne wollte. - Seine Schwester hatte auch eine...irgendwann wollte er sie dann nicht mehr...solche Sachen werden auch von neuen "interresanteren" Dingen abgelöst.

Alles Gute, Sigru

Beitrag von sigru 02.02.06 - 11:28 Uhr

Wie wärs wenn Du ihm ein ganz tolles Zaubererkostüm mit danz viel Glitter machst?

Sigru

Beitrag von benpaul6801 02.02.06 - 13:08 Uhr

hallo,
also wenn es nicht nur eine phase ist,kann man eh nichts machen ;-)
als prinzessin gehen lassen würde ich vielleicht nicht,denn die anderen kids können da recht grausam sein.die hausschuhe finde ich nicht weiter schlimm...vielleicht hat er auch viel kontakt zu den mädchen im kiga,da ist rosa und glitzer ja auch sicher voll angesagt.manchmal können die kleinen auch "typisch für jungs und typisch für mädchen " garnicht richtig unterscheiden..mein sohn wurde auch schon mal im kiga von den mädels geschminkt:-D
wenn er so eine vorstellung hat von schönheit,glitzer etc...muss man ihn wohl machen lassen.unterdrücken würde ich es nicht...vielleicht zeigt es ja schon einen hang,den er später ausleben möchte.ist nicht gesagt,aber unterstütze ihn wenn er es braucht.
liebe grüsse,yvonne

Beitrag von s_a_m 02.02.06 - 13:23 Uhr

Bin zufällig über dein Posting gestolpert und wollte nur mal eben sagen, dass ich immer auf blau abgefahren bin (ist nach wie vor meine Lieblingsfarbe), ich habe Kleidchen nur abstoßend gefunden und Spängchen ebenfalls. Ich habe eher mit "Mastes of the Universe" als mit Barbie gespielt und Karneval war ich einmal Prinzessin und sonst viel lieber Cowboy, Indianer oder sonstwas wildes. Ich bin nicht lesbisch geworden dadurch und ich glaube auch, dass das nicht durch eine Vorliebe für rosa oder blau, Kleider oder Hosen geprägt wird ;-)

Mädchen tragen Hosen und eigentlich wäre es mal langsam an der Zeit, dass Jungs sich emanzipieren ;-) und Röcke tragen. Warum auch nicht. Ich glaube Sorgen würde ich mir eher darum machen, ob er bei anderen aneckt, ausgelacht wird o.ä. und sich dann diesen Zwängen beugt und sich selbst zwingt, mit dem Strom zu schwimmen, obwohl sein Gefühl ihm da vielleicht gar keine gute Rückmeldung gibt.

Wenn er eine Prinzessin im Karneval sein möchte, würde ich ihn das auch sein lassen, ihm aber vielleicht vorsichtig und wertfrei vermitteln, dass andere das möglicherweise seltsam finden könnten, weil Prinzessinen ja eigentlich Mädchen sind. Genaso wie Cowboys eigentlich männlich zu sein haben :-p Aber ist Karneval nicht gerade auch eine Zeit, wo man mal das sein kann, was man möchte ? ;-)

Liebe Grüße
Sabine

Beitrag von schmunzelmonster123 02.02.06 - 13:35 Uhr

hallo Du,
Natuerlich ist Karneval die Zeit in der man mal das sein darf, was man moechte - nur werden das 4 und 5 jaehrige im KiGa nicht verstehen.
Deshalb meinte ich ja, sie solle ihm ein Kostuem fuer zuhause kaufen, dass er zwischendurch anziehen kann. So unterstuetzt sie ihn und zeigt ihm, dass es ok ist, anererseits beschuetzt sie ihn aber auch davor (in seinem Alter ist es mit Sicherheit schrecklich und auch "praegend"), von seinen Kumpels ausgelacht und als "weibisch" dargestellt zu werden... Ich war auch eher der Pirat, rosa war ein Graeuel fuer mich, aber wie schon gesagt, fuer Maedels ist das einfacher. Ein Junge wird direkt in die Schwulenschublade gesteckt. Es ist hier wichtig, dass Kind seinen Weg gehen zu lassen, aber mit 4,5 Jahren wird er sehr sehr enttaeuscht sein, wenn er stolz in den KiGa kommt und seine Kumpels ihn wegen seines Kostuemes auslachen. Ich denke, man muss einen Kompromiss finden, wenn er aelter ist, koennte er mit Foppereien bestimmt selbstsicherer umgehen. Jetzt wuerde er sich fuer seine Vorlieben anfangen zu schaemen - und das waere es ja auch nicht, oder?

Beitrag von pusteblume41 02.02.06 - 13:43 Uhr

Hallo Sabine,

ich würde mir keine Sorgen machen, diese Phase geht bestimmt irgendwann vorbei. Mein Neffe war früher so ähnlich (hatte Puppenwiege, Puppenwagen, Puppen) und ist heute ein ganz "normaler" junger Mann, der allerdings extrem auf sein modisches Erscheinungsbild achtet.

Was das Kostüm angeht, vielleicht kannst Du ihn überreden, sich als Prinz zu verkleiden, da kannst er auch viel Glitzerkram, Krone, etc. tragen.

LG

Pusteblume

Beitrag von cocoskatze 02.02.06 - 13:48 Uhr

Hallo!

Vollkommen normal, würde ich sagen.

Mein Großer war auch ein "Rosaglitzerburschi"

Er hat sich für die KiTa echt Barbiepantoffeln ausgesucht.

Die anderen Jungs haben ihn dann davon geheilt :-)

Simone

Beitrag von lena820 02.02.06 - 18:46 Uhr

Ja, ich wollte auch grade sowas ähnliches schreiben...die anderen Jungs regeln das schon...bei uns war es so mit den Strumpfhosen, ich find sie zwar auch für Jungs nicht soooo schlimm, aber anscheinend ist das extrem uncool...;-)
Bei uns gibts jedenfalls nur noch lange Unterhosen...

Beitrag von sun.dra 02.02.06 - 13:51 Uhr

Also, ich würde meinem Sohn genausowenig rosane Glitzer-Hausschuhe wie Bob-der-Baumeister-Hausschuhe kaufen, weil mir beides nicht gefällt. Natürlich darf er mit aussuchen, aber ich muss auch dazu stehen können, dann gibt es eben einen Kompromiss. Mir ist natürlich auch klar, dass es bald Zeiten gibt, in denen ich nichtsmehr zu melden habe. Ansonsen darf er Armreife, Ketten & Co zu Hause tragen, aber für in den Kindergarten nicht. Einfach weil ich weiß, dass Kinder ziemlich Grausam sein können und er, einmal zum Gespött gemacht, kaum noch Chancen hat von den anderen Kindern vorurteilsfrei gesehen zu werden. An Fasching würde ich ihm vorschlagen, als Prinz zu gehen, die sind ja auch ziemlich rausgeputzt. Und da darf es am Kostüm auch glitzern und blinken.

Viele Grüße,
Sandra

Beitrag von bine3002 02.02.06 - 15:03 Uhr

Es ist schon komisch. Wenn ein Mädchen als Bob der Baumeister gehen will, blaue Klamotten trägt oder mit Autos spielt, dann interessiert das sehr sehr wenige Leute (vielleicht mal die Oma, die sagt "Rosa ist doch viel hübscher"). Wenn ein Junge "Mädchensachen" tut und trägt, besteht immer die Angst, dass das nicht "normal" sein könnte... oder dass es ihn "schwul macht". Warum das wohl so ist?

Na ja, wie auch immer, muss ich zugeben, dass ein Junge mit rosa Pantoffeln oder als Prinzessin mir auch merkwürdig vorkommt. Irgendwie befremdlich.

Mir wäre aber wichtig, dass der Junge glücklich ist. Und wenn er den Wunsch hat, na ja, dann soll er halt. Vielleicht wird er ausgelacht, aber damit muss er dann leben. Es wird nur sehr schwer ihm zu erklären, warum die Leute lachen, da sehe ich das Problem. Wie will man einem Kind erklären, was Intoleranz und Homosexualität ist? Vielleicht lacht ja auch gar keiner. Vielleicht sehen Kinder das lockerer. Ich weiß es nicht. Das ist total schwer. Aber so sponatn würde ich sagen: "Machen lassen!".

Beitrag von alteglucke 02.02.06 - 16:25 Uhr

Sorry, aber könntet ihr mal alle die Kirche im Dorf lassen? Kein Kind in seinem Alter wird fragen, ob er schwul ist, weil er ein Prinzessinnenkostüm trägt. Vermutlich wird er von dem ein oder anderen Kind ausgelacht, weil "das was für Mädchen ist", aber bestimmt nicht von allen. Wenn dieses Kostüm sein heißester Wunsch ist, wird er damit umgehen können. Und Erwachsene, die sich Bemerkungen nicht verkneifen können, solltest Du, Sabine, in ihre Schranken weisen.

Ob dein Sohn tatsächlich schwul ist, kannst du weder beeinflussen noch an seinem Wunsch nach einem Prinzessinnenkostüm ablesen. Vorurteilen wird er immer wieder begegnen, zu unseren Aufgaben als Eltern gehört es doch, unseren Kindern beizubringen, dem zu begegnen und standzuhalten. Und Karneval im Prinzessinnenkostüm ist dafür eine eher harmlose Gelegenheit.

Ich weiß übrigens durchaus, wovon ich rede: Der heißeste Weihnachtswunsch meines Sohns war der "Kopf des geheimnisvollen Pegasus". Den hat er bekommen, schön geschmückt und am Spielzeugtag mit in den Kindergarten genommen. Dort hat er ihn ausgepackt mit den Worten "Und wer mich jetzt auslacht, dem zeige ich es."

Andrea

Beitrag von danluk 03.02.06 - 16:08 Uhr

Hallo,

Wirklichen Rat kann ich Dir nicht geben aber...

ich hatte als Kind einen Freund (im Kiga und danach im Hort) der eigentlich nur mit uns Mädchen gespielt hat. Er hat sich nur für Mädchensachen interessiert und ist auch im Fasching als Prinzessin verkleidet gekommen. Für uns Mädchen war das natürlich überhaupt kein Problem. Er war für mich eine weitere "Freundin". Die Buben haben ihn teilweise doch etwas gehänselt. Aber soweit ich das (damals als Kind) beurteilen kann fühlte er sich damit pudelwohl. Hab ihn dann mit 14 Jahren leider aus den Augen verloren.

Gut ich muß zugeben daß auch ich damals gedacht habe das er mal schwul wird. (Sein Bruder war/ist es auch). Ja ich weiß - Vorurteil. Aber soweit ich gehört habe ist er es NICHT.

Ich habe jetzt selbst einen Sohn und denke ich würde ihn trotzdem nicht als Prinzessin in den Kiga schicken.

Alles Liebe
danluk#klee

Beitrag von hjuz4532 05.02.06 - 00:42 Uhr

Mein Sohn der jetzt 8 Jahre alt ist wollte bei der Kinderfaschingsfeier von unserem Karnevalsverein auch als Prinzessin gehen, das war letztes Jahr.Ich hab auch lange überlegt ob ich das zulassen kann.Hab mich aber dann entschieden es ihm zu erlauben.Da ich Schneiderin bin habe ich eins mit ihm zusammen entworfen.Es wurde ein prächtiges Kleid mit Rüschen und Spitzen.Mich hat das ganze natürlich schon verwundert.Als er es das erste mal angezogen hat stand er ganz stolz und glücklich vor dem Spiegel.
Bei der Feier hat man ihn dann richtig bewundert in seinem Kleid.Seit dem wollte er immer mal wieder das Kleid anziehen. Ich denk auch immer warum soll ich es ihm verwehren, wenn er dabei doch so glücklich ist.

Grüße Nina