Noch eine Frage - Taufe! Sorry, etwas lang geworden!

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Forum: Schwangerschaft

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Beitrag von kleine_kampfmaus 02.02.06 - 17:27 Uhr

Hallöchen, ich nochmal ;-)

Wie macht ihr das mit der Taufe? Ich bin nicht getauft u. glaube auch nicht an Gott etc. Mein Mann samt Familie ist getauft, zahlen auch brav Kirchensteuer sind aber seit Jahrzehnten nicht mehr in die Kirche gegangen.

Jetzt hat SchwieMu das Thema Taufe aufgebracht und ich hab gleich gesagt, dass es das bei uns nicht gibt. Da ist die ganze Familie ausgerastet und hat mich zur Schnecke gemacht was ich dem Kind antun würde und das könnte ich doch unmöglich machen etc. #bla#bla#bla

Hab meinem Mann ganz deutlich gesagt, dass es keine Taufe geben wird. Ich habe schließlich auch nicht die Hochzeit bekommen die ich wollte: Wollte ursprünglich mit einem "freien Pastor" schön groß, ganz in weiß auf einem Schloß heiraten. Also keine direkte kirchliche Trauung sondern so eine alternative eben außer Standesamt. Das hat er rundheraus abgelehnt mit der Begründung "Du bist nicht getauft, da gibts nur Standesamt!" Wenns nach ihm gegangen wär, wären wir in Jeans u. T-Shirt dahin, hätten kurz unterschrieben und dann wärs gegessen gewesen, hab mir aber trotzdem ein schönes Kleid gekauft u. ein bisschen gefeiert haben wir auch :-p

Und jetzt soll ich plötzlich den Kleinen taufen lassen und da spielts überhaupt keine Rolle, dass ich nicht kirchlich bin und dass wir vor der Kirche gar nicht geheiratet haben?!? NE, NE, NE - nicht mit mir.

Wie macht ihr das? Lasst ihr taufen, nur weil die Umgebung (erzkatholische Gegend!) und Familie das so wollen o. wie umgeht ihr diesen ganzen Streit der da noch auf mich wartet?

#danke + LG
Kleine Kampfmaus + Minimatz (31. SSW9

Beitrag von brianna123 02.02.06 - 17:30 Uhr

Hallo!

Ich bin auch nicht gläubig und mir ist der ganze Kirchenkram echt nicht wichtig. Ich bin damals getauft worden und auch konfirmiert usw. Die Kinder von meinem Bruder sind nicht getauft. Unser Kleines soll aber katholisch getauft werden, weil meinem Mann das viel bedeutet. Damit habe ich kein Problem, wenn es ihm doch wichtig ist.

Liebe Grüße, Sabrina (26. SSW)

Beitrag von kleine_kampfmaus 02.02.06 - 17:33 Uhr

Hi Sabrina,

danke für deine Antwort. Meinem Mann und seiner Familie ist das nicht w/dem Glauben wichtig sondern nur w/der Leute und dem Gerede wenn unser Kleiner nicht getauft würde.

Wenn mein Mann gläubig wäre würde ich das sofort akzeptieren und den Kleinen taufen lassen. Ich hab nur was dagegen, dass es mal wieder nach dem Kopf der SchwieMu gehen muß :-[ "Das Kind wird getauft, weil das eben so ist!"

Als mir diese Hochzeit wichtig war hat sich auch keiner darum geschert und ich wurde mit der Begründung "Du bist nicht getauft!" abgespeist. Jetzt stört's keinen!

Wenn unser Kleiner in ein paar Jahren kommt und sagt er will in den Religionsunterricht o. er will getauft werden weil er an Gott glaubt, dann kann er das jederzeit machen - da steh ich voll hinter. Nur nicht, weil man das eben so macht und die Leute sonst reden.

LG

Beitrag von mamamal3 02.02.06 - 17:36 Uhr

Hallo,

ich lasse meine Kinder taufen. Aus Überzeugung und weil ich Christ bin. Mein Mann ist nicht getauft und nicht in der Kirche, aber mir ist eine Taufe und eine christliche Erziehung wichtig.

Dennoch kann ich Deine Entscheidung verstehen und akzeptieren. Wenn es Dir nicht wichtig ist würde ich nicht taufen lassen nur weil es erwartet wird. Dann soll das Kind später nach eigener Überzeugung entscheiden was es will.

Ich weiß ja auch nicht, ob meine Kinder nicht mal später aus der Kirche austreten.

Liebe Grüße - Nicola

Beitrag von anyca 02.02.06 - 17:40 Uhr

"Hab meinem Mann ganz deutlich gesagt, dass es keine Taufe geben wird. Ich habe schließlich auch nicht die Hochzeit bekommen die ich wollte"

Naja, das jetzt gegeneinander auszuspielen finde ich nicht sehr sinnvoll, das klingt eher nach Trotzreaktion ...

Ob nun Taufe jetzt oder später oder gar nicht - Du und Dein Mann, ihr müßt euch einigen, ob und in welcher Form das Kind eine religiöse Erziehung erhalten soll. Und das bitte nicht mit Blockadehaltungen oder Ausrasten, sondern konstruktiv! Laßt die Schwiegereltern da erst mal außen vor, ihr als Paar müßt das klären.

Taufen lassen kann das Kind sich später auch selber, dazu braucht es Euch nicht. Und ob ihr kirchlich geheiratet habt, hat damit NIX zu tun! In meiner Verwandtschaft sind neulich zwei Kinder getauft worden, wo die Eltern unverheiratet bzw. in einem Fall die Mutter alleinerziehend ist, das hat doch mit dem jeweiligen Kind und seiner Taufe nichts zu tun.

Beitrag von fleur78 02.02.06 - 17:36 Uhr

Meine Tochter ist auch getauft und auch das Baby wird getauft werden. Aber nur, weil uns das wichtig ist :-D. Wenn du und dein Mann das nicht wollt, würde ich mich nicht von der Verwandtschaft überreden lassen, auch wenn es dann Krach geben sollte. Wenn es allerdings deinem Mann was bedeutet, würde ich es machen.

LG,
Fleur, 25.SSW

Beitrag von kleine_kampfmaus 02.02.06 - 17:40 Uhr

Vielen lieben Dank schonmal für eure Antworten.

Ich glaub ich muß da noch was genauer erklären: Nämlich wenn mein Mann gläubig wäre, hätte ich überhaupt nichts gegen eine Taufe. Nur er ist es nicht, glaubt weder an Gott noch sonstwas und hat schon überlegt aus der Kirche auszutreten es aber nicht getan, weil "man das eben nicht macht"!

Sowas finde ich scheinheilig. Ich meine, ich muß nicht in die Kirche um gläubig zu sein aber SchwieMu ist der Meinung wenn sie an Karfreitag kein Fleisch ißt ist sie die beste Christin die es gibt :-[ Von Nächstenliebe etc. hat diese Frau noch nie was gehört - also alles was einen guten Christen ausmacht.

Wenn der Kleine irgendwann mal getauft werden möchte u. in die Kirche eintritt weil er gläubig ist würde ich das voll unterstützen! Nur eben nicht, weil das hier so Gang und Gebe ist und jeder es macht und die Leute sonst reden könnten.

LG
Kleine Kampfmaus + Minimatz (31. SSW)

Beitrag von brianna123 02.02.06 - 17:50 Uhr

Ich kann dich gut verstehen. Mich würde es auch nerven, wenn es nach der Schwiegermutter gehen würde. Sie sollte sich da raushalten. Das ist allein Eure Sache. Ich finde es völlig unwichtig, ob nun ein Kind getauft ist oder nicht!!! Meiner Familie ist das zum Glück nicht wichtig. Die Familie von meinem Mann hält sich auch raus. Zum Glück!

Sabrina (26. SSW)

Beitrag von anyca 02.02.06 - 17:56 Uhr

Gut, wenn das da alles so scheinheilig ist, hätte ich da an Deiner Stelle auch keine Lust drauf.

Dann sag es Deinem Mann (bzw. den Schwiegis) so, wie Du es uns hier gesagt hast: Da er nicht gläubig ist, siehst Du keine Basis für eine Taufe.

Beitrag von connyhuppert 02.02.06 - 18:15 Uhr

Hallo!

Als erstes finde ich ganz gut, dass du dich gegen deine Schwiegereltern wehrst. Lass dir nichts aufzwingen, du bist die Mutter und normalerweise nimmt das Kind die Konfession der Mutter an und wenn du absolut dagegen bist, dann setz dich durch!;-)
Ich komme aus der ehemaligen DDR und war bis zu meinem 23. Lebensjahr auch nicht getauft, wohne jetzt im sehr gläubigen Saarland bin früher immer schräg angeschaut worden, weil meine Klassenkameraden es nicht verstanden haben, wie man nicht getauft sein kann. Habe mich taufen lassen, weil ich gerne Patentante der Tochter meiner besten Freundin werden wollte, nicht weil ich auf einmal gläubig bin. Und um meinem Sohn irgendwelchen Ärger später mal zu ersparen, haben wir ihn auch taufen lassen und zwar ev., wie ich. Meine Schwiegereltern, wollten dass er rk wird ,aber ich hab mich durchgesetzt es ist unser Kind und da haben die nichts zu melden!
Tut mir leid ist auch bisschen lang geworden.
Viele Grüße Conny

Beitrag von 79stella 02.02.06 - 18:23 Uhr

Wenn weder du noch dein Mann besonders gläubig sind, kann ich verstehen, wenn du dein Kind nicht taufen lassen möchtest. Schon gar nicht, nur weil "man das eben so macht" oder weil deine SchwieMu das so will. Wäre ja noch schöner.

Mein Mann und ich sind auch getauft, haben auch kirchlich geheiratet, hatten aber bis vor einem guten Jahr eigentlich auch nicht wirklich viel mit Glaube und Kirche am Hut. Das hat sich jetzt geändert, allerdings haben wir jetzt viel mit Baptisten zu tun, da gibt es die Kindstaufe ja nicht, sondern eigentlich erst im Konfirmationsalter, eben dann, wenn ein Mensch sich selbst zu seinem Glauben entschließt, nicht wenn es andere als unmündiges Baby für ihn entscheiden. Ein Prinzip, dass uns eigentlich auch zusagt.

Und trotzdem sind wir jetzt hin- und hergerissen. Wir beide sind ja nicht aus der Landeskirche (ev.) ausgetreten und haben es auch nicht vor. Mein Mann möchte unser Kind auf jeden Fall taufen lassen, ich komme mir dabei noch etwas schäbig vor, da wir ja zwar wieder einen Zugang zum Glauben gefunden haben, der aber nichts mit der Landeskirche zu tun hat und unser Kind wenn dann auch zu dem baptistischen Gottesdienst mitnehmen werden (unterscheidet sich inhaltlich ja auch nicht so sehr, uns geht es da auch mehr um die Menschen, die Gemeinde). Ist es nicht also verlogen, unser Kind trotzdem in der Landeskirche taufen zu lassen statt es später selber entscheiden zu lassen, was es möchte? Da sind wir noch auf keinen grünen Zweig gekommen, mal schauen, wie wir das handhaben werden. Noch ist ja so oder so Zeit. ;-)

LG Stella (13. SSW + 3)

Beitrag von anyca 02.02.06 - 19:41 Uhr

So weit ich weiß, könnt ihr bei den Baptisten Euer Kind segnen lassen, wenn ihr eine Zeremonie möchtet?

Beitrag von 79stella 02.02.06 - 23:32 Uhr

Das ist richtig, es gibt die Babysegnung... Und ich denke, die werden wir auch auf jeden Fall machen lassen, einfach weil wir diesen Moment gerne mit den Menschen in der Gemeinde teilen möchten. Und weil die Zeremonie dort auch um Längen persönlicher und emotionaler sein wird, weil wir die Menschen dort kennen und schätzen, in der Gemeinde, der wir dann auf dem Papier angehören (ziehen im April noch um) wird das nicht so sein. Aber unsere Familie hat eben noch arge Schwierigkeiten mit den Baptisten, meine Großeltern halten sie sogar für eine Sekte. :-[

Einerseits geht es also bei der evangelischen Taufe, die vor allem mein Mann zusätzlich anstrebt, um eine Familientradition, andererseits haben wir ja auch mit der Landeskirche nicht "gebrochen", nur eben inzwischen einen größeren emotionalen Bezug zu den Baptisten. Wie gesagt, nicht so einfach... ;-)

LG Stella