Frust, Wut und Unzufriedenheit (vorsicht lang)

Archiv des urbia-Forums Partnerschaft.

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von am Boden 02.02.06 - 23:37 Uhr

Ich glaube, es ist völlig sinnlos, das jetzt alles zu schreiben, aber ich weiß langsam nicht mehr, wohin mit dem ganzen Mist.
Mein Mann und ich haben einen Sohn, der jetzt 25 Wochen alt ist. Schon während der Schwangerschaft gab es nur Probleme (gesundheitlich, finanziell usw.), die sich dann auch die Beziehung schwer gestört haben. Wir hatten jedoch beide die Hoffnung, dass es nach der Geburt besser werden würde. Das Gegenteil war allerdings der Fall...es wurde alles nur noch schlimmer.
Durch die schlechte Schwangerschaft war es mir nicht möglich eine Bindung zu dem Kind aufzubauen und der Kaiserschnitt, der leider nötig war, wurde alles noch schlimmer. Wochenlange Schmerzen, Ärger wohin man schaut, eine schlechte Hebamme die mehr Belastung als Entlastung war, Familienstreit usw. Die Probleme haben sich regelrecht überschlagen und immer wenn es danach aussah, dass ein wenig ruhe einkehrt passierte etwas neues. zuletzt musste mein Mann seine Ausbildung aus gesundheitlichen Gründen abbrechen und seitdem haben wir nur noch Ärger mit dem Amt.
Unsere Beziehung/Ehe geht momentan komplett den bach runter. Wenn wir es mal schaffen nicht zu streiten, liegt das nur daran weil er sich um seinen kram kümmert und ich mich um meinen und wir dabei kaum etwas miteinander reden. Sobald intensivere Gespräche entstehen artet es in Streit aus. Ich weiß, dass er viel für mich tut und dass es für ihn nicht leicht ist zur Zeit und ich würde auch gerne wieder etwas Ruhe in die Ehe bringen, aber ich kann es nicht. Jede Kleinigkeit treibt mich auf die Palme und ich habe es einfach nicht unter Kontrolle. Ich komme einfach nicht mehr zur Ruhe, egal was ich mach. Wenn ich es versuche kommt immer etwas dazwischen oder es geht wieder etwas schief was in diesem Moment wichtiger ist. Inzwischen weiß ich nicht mehr, wie ich das letzte Jahr und alles was passiert ist verarbeiten soll, denn so viele Versuche sind schon gescheitert und es fehlen Kraft und Motivation.
Aber ich weiß, dass ich es hinkriegen muss, weil davon wohl auch die Ehe abhängt. Ist ja nicht normal, wenn man sich nur noch streitet und nebeneinander herlebt (seit der Kleine auf der Welt ist waren wir z.B. noch nie alleine zusammen weg). Und gut ist es für keinen von uns dreien, wenn hier nur noch gezofft wird.

Habt ihr evtl. Tipps, wie das in den Griff zu kriegen ist?

Vielen Dank fürs Lesen.

Beitrag von 50erdale 03.02.06 - 00:17 Uhr

Hi,
nimms mir nicht übel, aber das klingt alles irgendwie alles nach "Teeny"
Familie ist eins, Spaß was anderes.
Als wir damals Nachwuchs bekamen haben wir halt die Arschbachen zusammengedrückt.
Die Oma hat mal ausgeholfen wenn Termine (Artzt, Behördenzeug) anstanden.
Wenn wir mal wegwollten: Stinkefinger!
Entweder zu Hause bleiben, mitnehmen, oder Babysitter zahlen.
Ist zwar 25 Jahre her, mach ich mit meinen Kinder genauso.
#sex können alle, sobald Verantwortung kommt steht keiner dazu #heul
Gruß
50erdale

Beitrag von gh1954 03.02.06 - 00:51 Uhr

Da hast du recht.
Das möchte ich jetzt nicht unbedingt auf die Eingangposterin bezogen sehen, aber im Allgemeinen stimmt das.
Ich habe mein erstes Kind bekommen, ohne nach einer Erstausstattung "vom Amt" zu schreien, damals galt noch: 6 Wochen vor der Geburt Mutterschutz, 8 Wochen nachher, es gab auch kein Erziehungsgeld.
Es gab eigentlich gar nix und drum hat man sich sehr gut überlegt, ob man ein Kind in die Welt setzt.
Das ist jetzt alles etwas aufgeweicht, weil JEDER alimentiert wird.
Ich DURFTE in den ersten 5 Jahren meiner Ehe kein Kind bekommen, weil mein Mann noch Bundeswehr und Studium absolvieren wolte, wäre ich damals schwanger geworden, dann hätten wir alt ausgesehen.

ABER... heute bezahlt ja alles"das Amt"

Manchmal könnte ich :-%, wenn ich lese, wie hier nur nach Möglichkeiten gesucht wird, irgendwo was "abzugreifen".

Selbstverantwortung scheint passé zu sein.

~~~~~~~~~~~~~
Bevor jetzt auf mir rumgehackt wird: Ich erkenne an, dass es mittlerweile viele Menschen gibt, die unverschuldet in eine Notlage geraten sind und sich selber finanziell nicht über Wasser halten können und die sollen natürlich unterstützt werden.

Beitrag von schmetterling23 03.02.06 - 01:25 Uhr

Hallo!

Du hast begriffen, dass etwas falsch läuft.
Du bist mit Deinen Nerven am Ende.
Was Du als allererstes mal brauchst ist: #liebdrueck

Ob ich Dir wirklich einen brauchbaren Tipp geben kann, weiss ich nicht, aber hier mal meine Gedanken:

Es hört sich an, als wäre das vergangene Jahr eine reine Katastrophe für Euch gewesen.
Eines Deiner Grundprobleme scheint mir die Beziehung zu Deinem Kind zu sein. Warst Du inzwischen in der Lage, eine Bindung aufzubauen?

Wenn nicht, fang Du da an! Geh zum FA und rede darüber! Soweit ich das weiß, besteht da die Möglichkeit zumindest für dieses Problem eine Lösung zu finden.
Ich will Dir hier jetzt nichts einreden, aber für mich hört sich das nach einer - ich hoffe, dass ist jetzt der richtige Ausdruck - postnatalen (?) Depression an. Und wenn "Frau" die nicht überwindet und verarbeitet, kann sich das sehr auf das Kind auswirken.

Was Eure restlichen Probleme betrifft...
Vielleicht kannst Du doch mal ganz tief Luft holen, beim nächsten Gespräch mit Deinem Mann und ruhig bleiben.
Keinen Streit anfangen und Dich nicht auf einen einlassen...

Ich habe selber schon erlebt, dass das leichter gesagt als getan ist, aber einen Versuch wäre es doch wert, oder?!

Wenn Ihr es schafft, zumindestens Eure Beziehung zueinander wieder zu entspannen, dann finden sich vielleicht auch für die anderen Probleme Lösungen. Zumindest habt Ihr dann mehr Kraft, mit diesen Problemen fertig zu werden.

Auch miteinander reden will gelernt sein, deshalb gib nicht vorschnell wieder auf!
Im Moment prallen bei Euch zu viele Probleme aufeinander und lassen das einzelne unüberwindbar erscheinen.

Da hilft nur reden - reden - reden!
Aber vernünftig.

Und auch Zweisamkeit gehört dazu! Ich an Eurer Stelle, würde mir einen Babysitter suchen. Und wenn Ihr nur mal für zwei Stunden in Ruhe spazieren gehen könntet, schätze, auch das würde schon ein kleiner Schritt sein.

Viel Glück, schmetterling23

Beitrag von sigru 03.02.06 - 06:20 Uhr

Familientherapie