Unterhalt vom Vater? Was muss ich tun!

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Beitrag von JGrepin 03.02.06 - 14:04 Uhr

Hallo zusammen,

der leibliche Vater meiner grossen Tochter zahlt keinen Unterhalt. Ich kann nicht sagen, ob er kann oder nicht will. Er meint, er hat kein Geld und bekommt nur Arbeitslosengeld II.

Jetzt möchte ich gern den gerichtlichen Schritt gehen. Was muss ich tun? Muss ich mir einen Anwalt nehmen, der sich mit Unterhaltsdingen auskennt oder muss ich selber zum Gericht und Klage einreichen? Wenn ja, wie genau sind da die Wege..

Ich gehe mal davon aus, dass er trotz Alo II Unterhalt zahlen muss und wenn nicht, seine Eltern dafür aufkommen müssen oder? Ich finde es schlimm, wenn sich die Väter einen Dreck um die eigenen Kinder kümmern..! Würde er sie wenigstens besuchen oder anrufen.. Aber es kommt nichts von ihm..!

Danke für eure Hilfe.

Jacky

Beitrag von knoepfchen77 03.02.06 - 14:34 Uhr

"Ich gehe mal davon aus, dass er trotz Alo II Unterhalt zahlen muss"

Wenn er AlgII bekommt muss er nicht zahlen, wovon denn auch, das ist ein Existenzminimum. Dann gehe zum Jugendamt und beantrage Unterhaltsvorschuss, den muss er dann irgendwann zurückzahlen.


und wenn nicht, seine Eltern dafür aufkommen müssen oder?"

Nö, wozu auch, wäre ja noch schöner! Wie kommst Du bloss auf die Idee, dass andere für EURE Kinder, die IHR ZWEI (!) in die Welt gesetzt habt, aufkommen muss? Demnächst soll noch der Nachbar für Unterhaltskosten aufkommen! *kopfschüttel*

Beitrag von JGrepin 03.02.06 - 15:10 Uhr

Hallo,

ich bin verheiratet, daher bekomme ich kein UVG!
Ausserdem habe ich mit ihm nicht mehrere Kinder...!

Er hat mehrere Kinder und muss für eine Tochter in vollem Umfang bereits aufkommen.

Seine erste Ex hat ihm rechzeitig gezeigt, wie es läuft.. Ich habe bisher keine gerichtlichen Schritte eingeleitet.

Bei seiner ersten Tochter war es so! Er konnte keinen Unterhalt zahlen und dann ist das Gericht an seinen Vater herangetreten und hat ihn dazu verdonnert, Unterhalt für die Kleine zu zahlen. Plötzlich konnte mein Ex dann zahlen, wohl aus Angst, dass er Stress mit seinem Dad bekommt.. Ich weiss nicht, warum du gleich so angreifend bist?! Es geht doch dabei nicht um Dich persönlich..

Ich habe nur eine Frage bezüglich des Ablaufes gestellt, nichts weiter..!
Aber da diese nicht zu beantworten war, musstest Du gleich emotional reagieren...!

Bist Du vielleicht männlich und musst Unterhalt zahlen?

Beitrag von knoepfchen77 03.02.06 - 15:34 Uhr

So weit ich das beurteilen kann bin ich ziemlich weiblich;-)

Wenn er für eine Tochter zahlen kann, dann muss eine neue Unterhaltsberechnung angezettelt werden, dann wird der Unterhalt an beide Kinder aufgeteilt. Dazu würde ich mich dann erstmal ans Jugendamt wenden, die schreiben ihn dann an und kümmern sich darum. Wenn er zahlt wird er doch aber sicher kein AlgII erhalten!

Warum andere Leute für Euer Kind aufkommen sollen, ist mir allerdings immernoch ein Rätsel. Was haben denn seine Eltern mit Eurer Entscheidung ein Kind in die Welt zu setzen zu tun? Mit welcher Berechtigung sollen die denn dafür aufkommen?#kratz

Ich bin mit einem zahlenden Mann zusammen, wir haben sogar auch während der Arbeitslosigkeit meines Mannes gezahlt, einen nicht unerheblichen Teil ich selbst, um des lieben Friedens Willen. Diese Haltung, die hier überwiegend stattfindet (Wo krieg ich nochwas her, wer zahlt mir..., was steht mir zu,...) finde ich echt unter aller Kanone. So eben auch den Satz, das dann halt gefälligst die Eltern dafür aufkommen können. (Etwas überspitzt gesagt, ich weiß das Du es nicht so ausgedrückt hast). Wenn Du sowas schon erlebt hast, würde mich mal ein Link mit der gegebenen Gesetzessprechung interessieren.

Gruß Knopf

Beitrag von JGrepin 03.02.06 - 15:48 Uhr

Hallo Knopf,

das wollte ich wissen.. wer sich damit beschäftigt..! Danke für die Info mit dem Jugendamt.

Warum das so ist, dass sein Vater zahlen sollte, ich weiss es nicht..!

Laut dem Arbeitslosengeld II sagt wohl die Rechtssprechung, dass auch Eltern im Falle einer Nichtzahlung herangezogen werden können. Wie der Gesetzestext im einzelnen lautet, weiss ich nicht, daher habe ich ja gefragt..

Jetzt verstehe ich deine Reaktion, du bist also unfreiwillig mit unterhaltszahlendem weil dein Mann ein Kind aus einer früheren Beziehung hat. Kann ich verstehen, dass du dann eher im Interesse deines Mannes schreibst..!

Es ist sicher unter aller Kanone, wenn man irgendwen einfach finanziell abziehen möche. Aber fakt ist, für die eigenen Kinder sollte man in irgendeiner Form aufkommen. Mein Ex tut nichts.. Er hat mich auf einem Berg Schulden sitzen lassen, hat damals den halben Hausstand einfach so mitgenommen und ich habe aus Unsicherheit und Angst nichts unternommen. Immer wieder habe ich ihn gebeten, sich entweder in Form von Betreuung oder in Form von Unterhalt zu beteiligen. Nichts kam.. Jetzt ist Schluss bei mir..

Das hat wenig mit Abzocke zu tun.. Ist ja nicht so, dass Kinder Geld und Zeit kosten.. Und all das bleibt an mir und meinem neuen Mann hängen. Ist das gerecht? Ich denke nicht..! Für die Männer ist es oft selbstverständlich, dass die Kindesmutter sich um das Kind kümmert, es gross zieht, es ernährt, alle Freizeitaktivitäten gestaltet...! Und was tun die Männer? Sicher gibt es Ausnahmen aber ein Grossteil kommt mit den Konequenzen dann nicht klar...!

Beitrag von knoepfchen77 03.02.06 - 15:57 Uhr

In dem Fall hast Du dann natürlich Recht!

Ich meinte eigentlich auch gar nicht, dass Du ihn abzocken willst, wenn er kann hat er selbstverständlich zu zahlen. Und da er ja an eine andere Tochter auch zahlen kann, müsste Euer gemeinsames Kind natürlich auch etwas abbekommen. Wie gesagt, das Jugendamt macht das. Wir wurden damals auch vom Jugendamt angeschrieben für die neue Unterhaltsberechnung, wo seine Ex das angegeben hat.

Ich meinte hier nur die weit verbreitete "Hab-meine-Eigenverantwortung-bei-der-Geburt-schon-abgegeben-Mentalität" die ich allmählich nicht mehr hören kann. War aber von Dir gar nicht so gemeint, hab's gecheckt!:-)

Ich wünsche Dir, dass alles klappt, wenn Du beim Jugendamt warst. Viel Glück.

Gruß, Knopf

Beitrag von liisa 03.02.06 - 19:45 Uhr

laut meiner anwältin und dem jugendamt ist es tatsächlich so, dass die großeltern auf unterhalt verklagt werden können, wenn der KV nicht zahlt. allerdings eben beide großelternpaare, wer welchen anteil zu zahlen hat geht dann nach dem jeweiligen einkommen.

gruß, liisa

Beitrag von junimond.1969 03.02.06 - 20:12 Uhr

Zweimal frech dahingeknallter Unfug, Zweitfrau, verbiesterte!

Wenn er den Zuschlag nach § 24 SGB II zum ALG II erhält, dann kann und MUSS er SEHR WOHL Kindesunterhalt zahlen, meine Liebe! Genau den Zuschlag nämlich, der ist sogar pfändbar!

Zweitens gibt es seit JAHREN die Unterhaltspflicht der Eltern des Vater, wenn der Vater nicht zahlen kann.

Aber Du bist ja so verblendet in Deinem "Erstfrauenhass", solche Infos rauschen an Deinem kleinen Köpfchen ja haltlos vorbei, nicht wahr?

Beitrag von martina129 03.02.06 - 15:11 Uhr

Hallo Jacky,

ob du Unterhaltsvorschuss vom Jugendamt bekommst hängt ganz von dem Alter deiner Tochter ab. Wenn deine Tochter über 12 Jahre ist, kannst du dir den Weg sparen, kannst dann nur beim Sozialamt Anträge stellen. Die zahlen allerdings nur dann, wenn du den Unterhalt für deine Tochter nicht von deinem Einkommen bestreiten kannst. Du mußt deine kompletten Finanzen offenbaren, selbst Sparguthaben deiner Tochter dienen erst mal der Unterhaltsdeckung.

Wenn deine Tochter unter 12 Jahre ist, brauchst du den Vater nicht selber zu verklagen, das macht dann alles das Jugendamt das in Vorleistung gegangen ist. Wenn sie über 12 ist, muß du Rechtsanwalt- und Gerichtskosten selber bezahlen, auch eventuelle Kosten die bei Pfändung oder Eidesstaatlicher Versicherung entstehen gehen zu deinen Lasten. Geh mal davon aus, das jemand der von Arbeitslosengeld II lebt weder Bares noch Pfändbares hat.

Hab die ganze Prozedur hinter mir, meine Kinder waren damals 13 und 15 ... mir hats außer einer Menge Stress und jeder Menge Kosten absolut nichts gebracht. Ernähre meine Beiden seit 4 Jahren alleine und habe einen Titel in der Schublade liegen, mit dem ich innerhalb der nächsten Jahre immer wieder versuchen kann zu pfänden ... aber mein Exmann hat ja nix und wird auch nie mehr offiziel was haben ... :-%

lieben Gruß und ich hoffe ich habe dir nicht das Wochenende versaut

Tina

Beitrag von JGrepin 03.02.06 - 15:30 Uhr

Hallo Tina,

UVG bekomme ich wie gesagt nicht, weil ich verheiratet bin.

Meine Tochter ist 6 Jahre alt. Ich werde es auf jeden Fall versuchen...!
Ich habe beim Jugendamt eine Beistandschaft. Muss ich denen dann sagen, dass er keinen Unterhalt zahlt oder wie läuft das ab?


Wenn du den Titel daheim kannst, kannst du echt nur immer mal wieder pfänden lassen? Ich dachte, dass Männer die nicht zahlen auch bestraft werden können. Hat Dein Ex Mann nicht mehr wie den Selbstbehalt? Kümmert er sich denn um die Kinder wenigstens? Ich verstehe nicht, wie die Männer nach einer Trennung so tun, als ob da nie Kinder gewesen sind...! Mir gehts nicht darum meinen Ex abzuzocken aber ich sehe es nicht ein, dass ich für alles allein zuständig bin. Er kümmert sich nicht, er zahlt nicht, aber das Sorgerecht hat er und will es als Druckmittel auch nicht hergeben...!

Schweinerei alles..

Beitrag von kwer_ 03.02.06 - 16:23 Uhr

Hallo Jacky,

ja, der Sinn des Titels ist die Vollstreckung (deshalb heißt das Ganze ja auch "Vollstreckbare Ausfertigung").

Besitzt du einen Unterhaltstitel? Dann kannst du ihn vollstrecken lassen. Immer wieder. Wenn allerdings nichts zu holen ist (z.B. eidesstattliche Versicherung) wo soll das Geld dann herkommen? Aber zum Vollstrecken hast du bzw. deine Tochter dann 30 Jahre Zeit

Die Unterhaltspflichtverletzung ist im Strafgesetzbuch geregelt. Schlimmstenfalls gibts eine Haftstrafe - nur kann der Unterhaltspflichtige in der Zeit dann halt wahrscheinlich erst recht keinen Unterhalt leisten. Dafür müsstest du entsprechend Strafanzeige gegen deinen Ex stellen.

Ist der Unterhalt durch Gerichtsbeschluß/Urkunde festgesetzt kannst du alle 2 Jahre eine Offenlegung des Einkommens und eine Anpassung des Unterhalts verlangen. Der Unterhaltspflichtige allerdings auch.

Das Resultat kann dann aber auch sein: Kein Unterhalt mehr, weil keine Leistungsfähigkeit vorliegt. Risiko: Braucht der Unterhaltspflichtige nicht (mehr) zahlen, trägst du auch noch seine Anwaltskosten, selbst bei Prozesskostenhilfe.

Schweinerei? Vielleicht, aber wo nix ist, kann auch nix verteilt werden.

Beitrag von martina129 04.02.06 - 09:23 Uhr

guten morgen,

nein mein exmann kümmert sich nicht die bohne um seine kinder, gratuliert den beiden weder zum geburtstag noch kommt zu weihnachten irgendein gruß rüber. das ganze geht jetzt schon seit 2000 so, mittlerweile ist die eine tochter 19 und die andere 17. haben ihren vater vor jahren mal zufällig getroffen, aber das wars.

ganz doll war es als die ältere eine ausbildung angefangen hat, da wir gemeinsames sorgerecht haben (ist ja heut bei scheidung standard) mußte ich ihn erstmal durch meinen anwalt suchen lassen, da er nicht zum ersten mal unbekannt verzogen war. die kosten durft ich natürlich mal wieder tragen. auch ein konto oder einen ausweis kannst du für dein kind nicht alleine eröffnen bzw. beantragen, muß er immer mit unterschreiben. ich lach mich tod, wenn ich höre dass das gemeinsame sorgerecht zum wohle des kindes dient. habe zum glück nur noch 11 monate, denn dann ist auch die jüngere "endlich" 18 und ich muß nicht immer klinkenputzen gehen wenn ich mal eine unterschrift von meinem ex benötige.

lieben gruß

tina