Antons Weg in unsere Arme

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Forum: Geburtsberichte

Herzlichen Glückwunsch zur Geburt! Egal ob spontan, mit Einleitung oder Kaiserschnitt, im Wasser oder in der Hocke - hier sind alle Geburtsberichte willkommen!

Beitrag von amelily 03.02.06 - 16:51 Uhr

Hallo,

mittlerweile ist Anton 6 Wochen alt und da wir seit gestern wieder Internet haben, komme ich jetzt auch dazu, den Geburtsbericht zu schreiben.

Am 24.November wurde mir von meiner FÄ gesagt, dass es jetzt jeden Moment losgehen könne, da der Muttermund 2cm geöffnet sei und das CTG auch schon leichte Wehen schrieb.

Ich war etwas nervös, weil der Geburtstermin erst der 22.Dezember sein sollte, aber sie sagte, dass es kein Problem sein sollte.

Tja, daraufhin wurde ich bald jeden Tag von Verwandten und Bekannten gefragt, ob es denn immer noch nicht soweit sei.

Ich selbst war gar nicht böse, dass er sich doch noch Zeit ließ, da wir noch umziehen mussten.
Weil mein Mann aber arbeiten musste und nach der Arbeit die neue Wohnung renovieren musste, blieb mir nichts anderes übrig, als die komplette Einrichtung selbst in Kisten zu verpacken.

Das scheint unserem Kleinen so gut gefallen zu haben, dass er partout nicht rauskommen wollte.

Nach unserem Umzug am 18.12. musste ich für eine Nacht ins Krankenhaus, weil ich mich wohl etwas übernommen hatte und mein Kreislauf verrückt spielte.

Am 20. wollten wir eigentlich zu Ikea und noch ein paar Sachen für die Wohnung kaufen (ich hatte mittlerweile das Gefühl, dass der Kleine gar nicht mehr rauskommen wollte).
Um halb zwei nachmittags ist mir dann zuhause (zum Glück nicht bei Ikea) die Fruchtblase geplatzt und zeitgleich haben die ersten Wehen eingesetzt.

Ich habe dann erst noch in Ruhe geduscht und zu Mittag gegessen.
So um halb vier sind wir dann im Krankenhaus angekommen und sofort in den Kreissaal gekommen.

Die Schmerzen waren so bis halb sechs auszuhalten und mein Mann und ich warteten auf die Dinge die da kommen.
Der Kleine hatte es immer noch nicht eilig.

Ich habe mir dann einen Buscopantropf geben lassen, weil es doch langsam unangenehm wurde. Mittlerweile durfte mein Mann mich auch nicht mehr anfassen, wenn eine Wehe kam, weil es wirklich weh tat.

Er saß nett vor dem Wehenschreiber und guckte auf die Kurve und sagte: Da kommt wieder eine.
Ja danke, das hätte ich sonst nicht mitbekommen :-).

Um halb sieben bin ich dann in die Wanne, aber dort war es so schrecklich und tat so weh, dass ich gesagt habe, ich mache den Sch.... hier jetzt nicht mehr mit ich überspringe die nächsten Schmerzmittel und will sofort ne PDA.

Die Anästhesistin kam auch ziemlich schnell und die PDA saß ruck zuck und ab ca. sieben Uhr fühlte ich mich wie im Himmel und habe zu meinem Mann gesagt, dass wir doch noch 10 Kinder bekommen können :-).

Danach war der Muttermund ziemlich schnell auf 10 cm geöffnet und ich dachte, dass der Kleine am 20. noch auf die Welt kommt.
Auch die Hebammen waren der Meinung.
Nur einer nicht, und der hat auch das Tempo bestimmt.

Mit PDA ging es mir so gut, dass ich auch gar keine Eile hatte.
Die Hebamme und die Ärztin sahen das aber etwas anders, weil die Fruchtblase ja schon mittags geplatzt war.

Irgendwann wurde die PDA nicht mehr nachgespritzt und die Schmerzen kamen leider wieder.

Um ein Uhr nachts wurden die Hebamme und die Ärztin langsam nervös und versuchten alles, damit ich endlich Presswehen bekam.
Die ersten waren aber noch harmlos und ich bekam das Pressen irgendwie gar nicht hin.

Die Hebamme sagte wir seien ja nicht auf nem Kindergeburtstag und ich sollte mich mal anstrengen.

Bis dahin hatte ich das Ganze irgendwie nicht so ernst genommen, aber in dem Moment wurde mir klar, dass das wirklich nicht witzig ist und keine Übung sondern der Ernstfall #schock.

Also aufgesetzt, auf einen Ball gelehnt und gewartet, dass stärkere Presswehen kommen.

Die kamen dann auch und dann ging es los.
Ich glaube ich habe mich noch nie so angestrengt in meinem Leben und hätte auch nie gedacht, dass man so fest pressen kann.

Als ich für einen Moment die Augen aufmachte sah ich es nur silbern blitzen und dann kam der Dammschnitt und einen Moment später die Erleichterung und der Kleine flutschte im Wahrsten Sinne des Wortes auf die Welt und schrie sofort aus Leibeskräften.

So ein erleichternder Moment, bis zum Schluss war alles so Irreal, die Vorstellung, dass da mein kleiner Sohn auf die Welt kommt.

Mein Mann schnitt die Nabelschnur durch und ich bekam ihn auf die Brust gelegt und habe nur gedacht wir unglaublich das Ganze ist.

Dann kam leider der Unschöne Teil der Geburt, den ich aber erst im Nachhinein realisiert habe.

Mit der Nachgeburt kam ein großer Schwall Blut (den ich blöderweise für Fruchtwasser gehalten habe) und dann bin ich leider weggedämmert.

Der Oberarzt wurde nervös und auf einmal waren soviele Leute im Kreissaal, meine Herztöne wurden überwacht und ich bekam zig Infusionen.
Genäht wurde ich ohne Betäubung und das hat mich etwas wachgemacht.

Mein Mann war total fertig, weil er das ganze Blut, was ich gar nicht gesehen habe, nur zu gut sehen konnte.

Wir mussten dann noch 12 Stunden zur Überwachung im Kreissaal bleiben, ich wurde gefragt, ob ich Blutkonserven haben wollte, da mein HB-Wert nur noch bei 6 war, aber ich fühlte mich nach ein paar Stunden wieder halbwegs ok.

Insgesamt fand ich die Geburt schön, aber das lag wohl daran, dass ich den letzten Teil nicht mehr so mitgekommen habe.

Erst im Nachhinein habe ich auch erfahren, dass ich gerade zum Kaiserschnitt vorbereitet wurde, als der Kleine sich doch noch entschlossen hat, spontan auf die Welt zu kommen.

Nach der Geburt hatte ich noch Probleme wegen des argen Blutverlusts, hatte ein ausgerenktes Iliosacralgelenk (am Becken) und eine entzündete Vene am Arm.

Trotzdem war es ein einmaliges Erlebnis und der Kleine ist wirklich ein Wunder!

Ausserdem funktioniert das mit den Genen wirklich super: Wir haben das hübscheste Baby der Welt :-).

Anton Caspar wurde am 21.12.2005 um 2.37 mit 54 cm und 3670 gr geboren.
Der Kopfumfang betrug 36 cm und netterweise hatte der Kleine auch noch seinen Ellenbogen vorm Gesicht liegen :-).

Ich wünsche allen, die die Geburt noch vor sich haben, eine wunderschöne Geburt, es lohnt sich!

LG
Amelie

Beitrag von guruniaki 14.02.06 - 13:16 Uhr

Hallo Amelie,

bin gerade auf Deinen Geburtsbericht gestoßen, weil wir auch einen kleinen Anton haben. Und weil der Name doch nicht so häufig ist (aber ich ihn immer noch ganz toll finde): herzlichen Glückwunsch zur Geburt und hoffentlich habt Ihr auch soviel Spaß mit Eurem Kleinen wie wir. Unserer ist gerade ein Jahr alt geworden. (und natürlich der Allerschönste, aber das konntest Du ja nicht wissen :-))


Herzliche Grüße,

guruniaki