Ich kann nicht mehr...Bitte helft mir! Lang! Vielleicht auch Blue6?!

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von bluescim1977 03.02.06 - 19:34 Uhr

Hallo Ihr Lieben,

Ihr habt mir in manch anderen Fragen schon super geholfen und auch tolle Tips geben können. Ich hoffe, Ihr könnt mir vielleicht auch jetzt einen Denkanstoss oder Tips geben.

Ich weiß nicht mehr, was ich machen soll... bin mit meinen Nerven am Ende.

Ich bin seit August 2004 mit meinem jetzigen Freund zusammen, den ich sehr, sehr liebe. Ich habe zuvor noch keinen Mann so sehr geliebt wie ihn. Und vielleicht macht gerade der Faktor es alles so schwer für mich.

Wie gesagt, wir haben uns im August 2004 kennengelernt und haben damals für ein paar Monate eine Fernbeziehung geführt, da wir ca. 250 Kilometer auseinander gelebt haben. Im Februar 2005 bin ich dann zu ihm gezogen und habe alles andere hinter mir gelassen, Arbeit, meine Freunde, meine Familie usw.. Aber ich bereue es nicht, diesen Schritt gemacht zu haben.

Das Schicksall nahm seinen Lauf u. ich fand keine Arbeit und bekam auch kein Arbeitslosengeld, da ich ja schließlich bei meinem Arbeitgeber gekündigt hatte. Dies bedeutete eine 3-monatige Sperre für mich.

Am Anfang hatte ich mir alles viel leichter vorgestellt, aber dem war nicht so. Ich habe den ganzen Tag in der Wohnung gesessen - was sollte ich auch tun ohne Geld? Ich hatte hier keine Freunde, mit denen ich mich treffen konnte, rein gar nichts. Aus dieser Situation heraus hatte ich mich damals sehr verändert. Mein Selbstbewußtsein und mein Selbstvertrauenn waren am Boden. Ich war irgendwann so am Ende, dass ich sogar darüber nachdachte, was mein Leben noch lebenswert machte. Damals hat mein Freund die Notbremse gezogen, denn auch er war mit der ganzen Sache überfordert. Er bekam mich aus meinem Loch einfach nicht mehr raus. Und so, trennte er sich von mir und schickte mich erst einmal wieder in meine Heimat zu meiner Mutter zurück. Das war für mich natürlich das Schlimmste, aber im Nachhinein bin ich ihm dafür sehr dankbar. Nach 2 Wochen ging es mir wieder richtig gut und er fragte mich irgendwann, ob ich nicht wieder zurück kommen wolle. Wir haben es dann langsam angehen lassen und ich bin immer mal zu ihm gefahren, aber nach ein paar Tagen auch wieder zu meiner Mutter. Ich habe dann auch in meiner neuen Heimat Leute kennengelernt. Und Geld bekam ich auch, so dass ich auch etwas zu unserem Leben dazubeitragen konnte.

Wir führten seitdem eine wunderschöne Beziehung, in der es natürlich auch mal Meinungsverschiedenheiten gab, aber ich denke, so etwas ist ja normal.

Dann kam der September. Ich merkte mein Freund ging nicht mehr regelmäßig zur Arbeit (er führt mit seinem Vater gemeinsam eine Firma). Leider redet er über solche Dinge nicht. Sondern fängt dann mit mir Streit an. Wirft mir an den Kopf, ich sei nicht die Frau, mit der er sein Leben verbringen will, ob ich nicht merken würde, dass die Beziehung scheisse laufen würde etc., er wolle die Trennung.

In solchen Situationen weiß ich natürlich überhaupt nicht, wie ich darauf reagieren soll. Ich bin damals hingegangen und habe seinen Vater angerufen und die beiden so wieder "zusammen gebracht". Auch zwischen uns lief es dann wieder prima. Harmonievoll, liebevoll, überhaupt kein Anschein darauf, dass er sich in der Beziehung nicht wohl fühlen würde. Naja, die Zeit nahm ihren Lauf.... der nächste Knaller kam dann Anfang Januar. Aus einer ganz lapidaren Sache wurde ein absoluter Knall. Und wieder warf er mir Dinge an den Kopf, die einfach nur noch weh taten. Ich bin dann übers Wochenende zu meiner Freundin gefahren. Da ich es ohne ihn aber nicht aushalten konnte, bin ich am Sonntag wieder zu ihm gegangen und er war froh, dass ich wieder da war. Dann lief es auch wieder gut. Ich muss dazu sagen, dass wir nie wirklich darüber gesprochen haben, warum es soweit gekommen war bei ihm. Das hätten wir machen müssen.

Zwischenzeitlich hatten wir auch darüber gesprochen, dass ich den Außendienst in seiner Firma machen solle. Und so fing ich dann am 01.02. 2006 dort in der Fertigung an, um mir die verschiedenen Arbeitsvorgänge anzuschauen. Ich war richtig motiviert und sehr interessiert bei der Sache. Dazu kam, dass mein Freund mir sagte, ich würde ca. 1600 Euro brutto monatlich verdienen. Und das spornt einen natürlich noch umso mehr an, zumal wir im April für 3 Wochen nach Thailand zum Tauchen fliegen wollten (Flüge sind im übrigen schon bezahlt).

Gestern war ich dann in der Pause bei ihm oben im Büro und er sagte, ich solle mal bitte mit ins Besprechungszimmer kommen. Sein Vater hätte mit ihm gesprochen und er wolle mir nur ein Ausbildungsgehalt von 800 Euro brutto bezahlen. Ich habe dann dazu erst einmal nichts gesagt. Aber die Sache ging mir nicht aus dem Kopf unf irgendwie kam ich mir auch verarscht vor.

Und so habe ich meinen Freund dann abends zu Hause auf die Sache angesprochen. Ich muss dazu sagen, dass ich sehr aufbrausend sein kann, und ich steigerte mich ganz schön in die Sache rein. Und so kam eins zum anderen. Bis er mir dann wieder sagte, ich solle das alles vergessen, mir einen anderen Job suchen, er hätte auch keine Lust mehr auf die Beziehung, ich solle einen Neuanfang, er hätte sich sein Leben mit 28 so nicht vorgestellt, ich hätte mich seitdem wir uns kennengelernt haben, total verändert, wäre nicht mehr so feminin und so selbstbewußt etc. Also, alles Sachen, die mir natürlich richtig weh getan haben. Bis jetzt haben wir auch nicht mehr über diese Sache gesprochen.

Ich weiß nicht weiter. Ich weiß, der Text ist lang geworden und Ihr versteht manches vielleicht nicht, aber mich würde Eure Meinung dazu sehr interessieren.

Ich möchte ihn nicht verlieren. Dafür liebe ich ihn viel zu sehr. Und vielleicht ist es ja auch einfach nur wieder einer seiner "Anfälle". Ich weiß es nicht.

Vielen Dank für Eure Antworten.



Beitrag von madjulie 03.02.06 - 19:58 Uhr

Hallo,

das kenne ich aus eigener Erfahrung...

"Ich mache Schluss." - "Die Beziehung läuft scheiße." - "Mit uns das klappt nicht."

Die ersten 10 Male habe ich vielleicht geheult deswegen.
Die nächsten 10 Male habe ich nur gedacht "schon wieder die selbe Leier...".
Die darauffolgenden 10 Male habe ich gedacht "laber mich nicht voll...".

Und dann bin ich gegangen. ;-)

Wenn er so anfängt und das ständig vorschiebt, wirst du irgendwann emotional vollkommen abstumpfen und es interessiert dich irgendwann nicht mehr.
Hinterher bist du froh, dass du das Gesülze nicht mehr ertragen musst.

Ich meine, jeder ist anders, aber wenn man immer das gleiche zu hören bekommt, macht das irgendwann keinen Spaß mehr. ;-)

Ich wünsche dir trotzdem, dass das wieder in Ordnung kommt.

LG Julie

Beitrag von bluescim1977 03.02.06 - 20:01 Uhr

Danke für Deine Antwort und irgendwie beruhigt es mich, dass es anderen auch so ergangen ist. Zwischenzeitlich habe ich nämlich schon an meinem Verstand gezweifelt.

Aber warum sind die Männer dann so? Warum war Dein Freund so?

Beitrag von madjulie 03.02.06 - 20:08 Uhr

Ich vermute, dass dahinter eine Menge Verlustangst gesteckt hat. Aber das ist kein Grund, jemandem dann ständig mit der Trennung zu drohen. So etwas zerstört nunmal das Vertrauen auf der eigenen Seite... Ich hatte echt manchmal Panik, dies oder jenes zu sagen oder zu tun, weil ich Angst vor den Konsequenzen hatte. (Hätte ja sagen können "jetzt wars das endgültig"...)

Bei mir war irgendwann der Punkt, an dem ich das wirklich nicht mehr hören konnte/wollte. Ich denke, solche Diskussionen haben in einer Beziehung nichts zu suchen.
Man kann sagen "du, mit uns, das läuft momentan wirklich irgendwie beschissen, was können wir tun?" - aber nicht gleich "och, ich glaub, ich mach mal Schluss"...

Ich fand dieses Verhalten (aus welchen Gründen auch immer) ziemlich unangebracht und auch nicht tragbar von meiner Seite. Ich möchte immerhin einen Partner, der zu mir steht und auf den ich mich verlassen kann. Und keinen, der mir bei jedem Furz gleich die Pistole auf die Brust setzt, nur weil er - vermutlich - mit sich selbst ein erhebliches Problem hat.

Du musst mal von der Seite sehen: Das kann auch einfaches Machtgehabe sein. So nach dem Motto "ich will, also hast du zu funktionieren - wenn nicht, dann geh ich...". Mir ist aufgefallen, damit haben mich die 2 Kerle, die das gemacht haben, richtig gut kleingehalten.

Bevor ich mich nochmal in mir selbst verliere, gehe ich einfach. ;-) Das ist eins meiner Lebensmottos: Wer mir nicht gut tut, hat in meiner Nähe nichts zu suchen. Das gilt speziell für Partnerschaften...

Ich denke, du solltest ihm klipp und klar sagen, dass du DAS nicht noch einmal hören willst. Und mal fragen, ob er weiß, was er da überhaupt sagt und dass er dein Vertrauen zu ihm damit total zerstört... Entweder, er wacht auf oder er pennt weiter. Und wenn er dann aufwacht, bist du vermutlich nicht mehr da.

Wenn noch Fragen sind, frag. :-)

LG Julie

Beitrag von bluescim1977 03.02.06 - 20:02 Uhr

Hattest Du jedes Mal auch das Gefühl, jetzt ist es vorbei und dann hat es sich wieder eingerenkt?

Beitrag von madjulie 03.02.06 - 20:10 Uhr

Jepp, genau das.
Bis dann wieder Tag X kam - und dann halt so, wie ich es beschrieben habe. Von Mal zu Mal hat es mich weniger interessiert, bis ich gemerkt habe, dass ich diese "Wackelbeziehung" nicht mehr weiterführen will.

Das war eben das Schlimme - wieder alles prima und dann von seiner Seite nur Stress.

Beitrag von bluescim1977 03.02.06 - 20:17 Uhr

Deine Freunde waren nicht zufällig vom Sternzeichen "Waage", oder? :-)

Das Schlimme ist, dass ich jetzt nicht weiß, was ich machen soll. Er sitzt vorm PC, ich auch. Wir reden nicht. Am liebsten würde ich zu ihm gehen und ihn in den Arm nehmen. Aber wahrscheinlich bringt das auch nichts. Und er wirft mir vielleicht wieder Dinge an den Kopf, die ich nicht hören will.

Wie hast Du Dich in solchen Momenten verhalten?

Beitrag von madjulie 04.02.06 - 15:32 Uhr

Hi du,

also wie geschrieben, erst war ich endlos verzweifelt.
Dann wurde es mir langsam egal. Ich glaube, wenn der Kerl wollte, dass ich heule, habe ich das schon aus reinem Trotz nicht getan. Letztendlich bin ich sogar aus dem Zimmer gegangen, wenn diese Leier kam. *g*

Solltest du vielleicht auch mal tun. So nach dem Motto "interessiert mich nicht, was du sülzt". Wahrscheinlich geht er dann auf die Barrikaden. ;-) Aber bei dem daraus möglicherweise resultierenden Streit wird er einiges mal rauslassen, was ihn wirklich ankotzt. Vielleicht hilft dir das weiter.

Beitrag von bluescim1977 04.02.06 - 17:04 Uhr

Falls es noch einmal zu so einer Situation kommen sollte, werde ich Deinen Rat auf jeden Fall befolgen.

Im Moment reden wir nicht einmal miteinander. Vielleicht meint er es ja dieses Mal wirklich ernst. Ich weiß einfach nicht weiter, geschweige denn, wie ich mich ihm gegenüber verhalten soll. Ich würde so gern noch einmal mit ihm sprechen...

Beitrag von flashrider 08.04.06 - 21:01 Uhr

So was verlogenes wie dich habe ich schon lange nicht mehr erlebt. Du hast dich getrennt? Du hast erstmal den Fliesenleger seine Kompetenzen überschreiten lassen und nen Rohr verlegen lassen.

Wie wars denn auf den beheizbaren Ledersitzen du S...?!

Mein Spruch hier riechts nach frisch gef.... F...., hat dich ganz schön aus den Konzept gebracht?!

2 Tage später bin ich ins KZ (Kinderzimmer) gekommen und diese Ehe (Beziehung) komplett beendet.

Wirklich arm ist es nur, dass du dein oder vielleicht auch unser versagen nun auf dem Rücken unserer Tochter ausmachst.

LG, dein noch Ehemann Stephan :-[

Beitrag von babette35 03.02.06 - 20:23 Uhr

Madjulie hat es schön beschrieben. Du kannst Dich nicht auf ihn und auf diese Beziehung verlassen. Du wirst wahrscheinlich an einen Punkt kommen, an dem Du ihn entweder nicht mehr für voll nehmen kannst (Du bezeichnest ja jetzt schon sein Verhalten als "Anfälle") oder an dem Du aus lauter Angst, ihn zu verlieren, nicht mehr Du selbst sein kannst, nicht mehr spontan reagierst usw.

Ich denke, Du solltest den in Deinen Augen vielleicht "riskanten" Weg gehen und mal eine klare und grundsätzliche Ansage machen.
Du solltest ihm Grenzen setzen und ihm verdeutlichen, daß Du dieses Spielchen nicht mehr mitspielst. Er möchte sich dann nicht (mal wieder) aus einem spontanen Gefühl heraus trennen, sondern sich ernsthaft überlegen, was er überhaupt will!!! Und sich dann entsprechend verhalten....

Beitrag von au Mann 04.02.06 - 02:18 Uhr

Ich sehe das so: DU hast alles auf eine Karte gesetzt, weil du dachtest, DAS ist der Mann meines Lebens.
Ist aber wohl doch nicht so, dann ziehe die Konsequenz und ziehe wieder dahin, wo du geliebt wurdest, von deiner Familie, deinen Freunden.
Und laß dich nicht davon fertigmachen, dass er dich nicht mehr "feminin" findet.
DA hat er ja wohl auch viel schuld mit dran.
Wie sollst du dich auf deine feminine Art konzentrieren, wenn du ganz andere Sorgen hast und er dir noch deinen Job nur noch mies bezahlen will.
Ach menno,mir tun all diese Frauen soooo leid, die mit solchen Ärschen verheiratet sind, die sie gar nicht verdient haben.Das ist so ein Elend, was man hier zu lesen bekommt und im Forum "Hochzeit" freuen sich alle wie doof, zu heiraten. Lesen diese jungen Dinger nicht, was im Forum Partnerschaft und Trennung abgeht?
Naja, nicht mein Problem

Beitrag von manavgat 04.02.06 - 13:35 Uhr

Dein Freund spielt ganz hervorragend auf der Klaviatur der emotionalen Erpressung.

Zeig ihm, wer Du bist! Du brauchst ihn nicht. Nicht zwingend. Entweder er verhält sich partnerschaftlich oder ihr lasst es sein.

Gruß und alles Gute

Manavgat