Hilfe, muß mich von einem Alki trennen! Was mach ich zuerst??? Dringend

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Forum: Trennung

Sorgerecht, Umgangsrecht, Unterhaltszahlung ... ? Wenn sich ein Paar zu einer Trennung entschließt, ergeben sich für jedes Elternteil ganz neue Fragen an die eigene Lebensplanung.

Beitrag von baby0808 04.02.06 - 21:08 Uhr

Hallo liebe Mitstreiter, ich hatte im Oktober schon mal ne ähnliche Frage gestellt, aber nur eine Antwort bekommen und hoffe nun, dass mir mehrere Personen einen Rat geben können... das wäre wirklich klasse, denn es ist ein tolles Forum...

OK, zur Sache, mein Mann ist Alkoholiker.
Ich weiß das, die Ärzte (nach Zusammenbruch vor einem Jahr) wissen das, unsere Familien, Freunde und Bekannte wissen Bescheid... nur ER WILL davon nix hören, sich nicht helfen lassen ect.

Das schlimme an der Sache unsere kleine Tochter leidet schon unter der ganzen Situation, da sich natürlich das Wesen meines Mannes immer mehr ändert, er nur noch schreit, sich gehen läßt ect....
Es eskaliert einfach immer mehr und ich muß da schnellstens raus, was einfacher gedacht und gesagt, als getan ist, da keinerlei finanzielle Mittel da sind.

Ich habe einen € 400 Job und das Kindergeld, mehr nicht.....

Ich bin wirklich sehr verzweifelt und bitte euch, mir mit euren wertvollen Ratschlägen einen Anstoss zu geben, wo ich mich hinwenden kann, wo ich ne Wohnung her kriege ect. Vielen lieben Dank vorab schon mal......

Beitrag von 01012006 04.02.06 - 21:21 Uhr

HI :)

vielleicht wendest du dich mal an euer zuständiges Jugentamt holst die vielleicht da schnellstmöglich hilfe... schon alleine wegen deiner tochter...

ich denke mal die werden dir da schnellstmöglich helfen, oder kannst du nicht erstmal bei freunden oder verwanten unterkommen?

hole dir hilfe tue es deinem kind zu liebe...

ich drücke dir die daumen das ihr das schnell packt..

Beitrag von babette35 04.02.06 - 22:36 Uhr

Du schreibst nicht, ob Du vorhast, Dich "normal" von Deinem Mann zu trennen, indem Du mit ihm sprichst und dann ausziehst, oder ob das (vielleicht aufgrund Gewalttätigkeiten) in einer Nacht-und-Nebel-Aktion vonstatten gehen muß.

Ich würde mich an Deiner Stelle erstmal beraten lassen in Puncto Geldern, die Dir zustehen (vielleicht schreibt ja hier die ein oder andere noch etwas dazu).
Dein Mann muß für das Kind und für Dich (wenn das Kind noch klein ist) Unterhalt zahlen. Über Hartz 4 wird i.d. R. die Miete abgedeckt und Hilfe zu Lebensunterhalt gezahlt, wenn er nicht selbst erwirtschaftet wird.
Du bist somit in keinem Fall finanziell abhängig von Deinem Mann.
Wenn Du Dich trennen möchtest (oder in dem Fall wohl MUSST), mach das bitte nicht von solchen Faktoren abhängig.
Hab Mut, es ist immer schwierig, aber alles andere hat ja wohl keinen Sinn mehr!!!

Beitrag von manavgat 05.02.06 - 11:59 Uhr

schmeiß ihn raus und beantrage ALG 2.

Du wartest einfach, bis er voll ist und rufst dann die Polizei.

Gruß

Manavgat

Beitrag von lone_wolf_lakota 05.02.06 - 20:36 Uhr

und dann?

sorry mana,
gibst du den hilfebsuchenden bei dir immer solche ratschläge?

grüßle
wolf

Beitrag von sonja31 05.02.06 - 16:18 Uhr

Hallo,

ich würde erstmal mit meinem Mann im nüchteren Zustand ein klares Gespräch führen, wenn z. B. die Tochter im Kindergarten oder außer Haus ist.

Ich würde ihm sagen, wenn er keine Therapie macht, also einen Alkoholentzug in einer Klinik, dass Du keine Perspektive mehr siehst für eine gemeinsame Zukunft.

Ich weiß nicht, was ihr bis jetzt unternommen hat, aber solche Menschen trinken nicht ohne Grund um sich selbst kaputt zu machen, Alkoholsucht ist eine Krankheit. Hat Dein Mann vielleicht irgendwelche Probleme, die gelöst werden können, die er vielleicht mit dem Alkohol wegspülen möchte.

Ich würde nicht einen Mann mit dem ich ein gemeinsames Kind gezeugt habe, hilflos der Polizei ausliefern, egal was vorgefallen ist.

Natürlich steht auch das Kind im Vordergrund, ich würde es vielleicht mal 2 Tage zur Omi geben, wenn Du auch über die Problematik Bescheid wisse.

Wenn Du jetzt Deinen Mann verlässt und mit dem Kind in einer Nacht- und Nebel-Aktion abhaust, ist das der sichere Untergang für Deinen Mann, da er dadurch noch mehr trinkt.

Du könntest ja auch mit ihm vereinbaren, dass Du vorübergehend ausziehst, er sich entgiften lässt, und ihr danach vielleicht wieder zusammen kommen könnt.

Aber kein Mann trinkt aus Spaß!! am Alkohol oder weil es gut schmeckt.

Melde Dich doch mal bei der Angehörigengruppe der anonymen Alkoliker, vielleicht bekommst Du da auch ein paar Tips.

Liebe Grüße
Sonja

Beitrag von babette35 05.02.06 - 19:37 Uhr

Hallo Sonja,

ihr Mann ist noch nicht soweit, sich seine Krankheit einzugestehen. Viele (wenn nicht die meisten) holen sich erst Hilfe, wenn sie in der Gosse liegen und da sind i.d.R. Frau und Kind schon laaaange nicht mehr da.
Vielleicht bedeutet die Trennung für ihn ein heilsamer Schock, vielleicht muß er aber nochmehr runter, um es zu begreifen.
Hilfe duch Nicht-Hilfe, anders geht es bei Süchtigen nicht.

Er hatte anfangs ganz sicher Probleme, die er mit Alkohol weggespült hat.
Die sind jetzt aber nicht mehr relevant, weil mittlerweile einzig und allein der Alkohol sein Problem ist.

LG
Babette

Beitrag von shella 05.02.06 - 20:03 Uhr

Ich kann mich Babette nur anschließen:

Hilfe durch NICHT-HILFE.

Bei meinem Vater war es genauso - erst als er rausgeflogen ist und die Bank, die Arbeit und die Familie total zu gemacht haben - hat er kapiert, dass es sooo nicht mehr weiter gehen KANN.

Heute ist er 5 Jahre trocken und ein völlig anderer Mensch. Manchmal denkt meine Mutter, hätte ich es doch nur früher getan, für sich und uns Kinder.
Aber das kann man nun nicht mehr ändern.

Lass ihn fallen, schmeiss ihn raus - denk an Dich und Dein Kind. Wenn er dann nicht mehr kann... wird er was machen. Vorher bist Du da, die alles auffängt und ihm immer wieder hilft.
Es ist schwer, aber ich wünsche Euch alles Gute.

Falls Dich die ganze Geschichte interessiert:
Mein Vater ist jeden Tag arbeiten gegangen, mit täglichen Überstunden - eine scheinbar ganz normale Familie. Ein halbes Jahr hat er dann alleine in einem möblierten Zimmer gewohnt (mit 54) - er hat nochmehr getrunken, ging nicht mehr arbeiten, liess sich krank schreiben, magerte ab auf 50 kg und durch mehrere Stürze verlor er vordere Zähne... DAS war dann garnicht mehr so normal. Als er dann kurz vor der Kündigung stand, und aussah wie ein Penner - hat ein Bruder ihn gepackt und gesagt: Jetzt oder NIE - und dann war jetzt.
Ein halbes Jahr weg, zur Therapie - die war nicht einfach weder für ihn noch für meine Mutter. Wir Kinder mussten auch erscheinen...

Aber ich kann nur sagen: Es hat sich gelohnt, nach 26 Jahren Ehe hat meine Mutter endlich den Mann, den Sie immer wollte und nach 25 Jahren hatte ich den Vater den ich immer wollte.

Tu´s jetzt, damit Du nicht so lange warten musst.

Beitrag von lone_wolf_lakota 05.02.06 - 20:42 Uhr

hi
baby,
es wird alles nicht so heiß gegessen wie gekocht wird.
gehe zu einer suchtberatungstelle für alkoholkranke familenangehörige (co-alkoholiker) anlaufstellen sind die caraitas, diakonie, pro familia. das JA benachrichtigen wurde dir ja schon geschrieben.
hier ein link zur info
http://www.al-anon.de/
vielleicht hilft dir das etwas weiter.
dein mann lässt sich solange nicht helfen, bis ER seine krankheit erkannt hat.
es kann gut sein, daß du ALG II beantragen kannst, gehe auch bei der ARGE vorbei.
alles gute
grüßle
wolf

Beitrag von martina129 06.02.06 - 09:40 Uhr

Hallo,

habe das Ganze im Jahr 2000 hinter mich gebracht, die einzige Möglichkeit die du wirklich hast, ist geh zu einem Anwalt reich die Scheidung ein. Dein nächster Weg sollte dich zum Wohnungsamt führen, einen Wohnberechtigungsschein beantragen und eventuell schon Angebote für Wohnungen zu erhalten, weiter gehts zum Sozialamt/Arbeitsamt um finanzielle Mittel für dich und deine Tochter zu beantragen. Dann kannst du noch zu Wohnungsgenossenschaften gehen um dich als Wohnungssuchende eintragen zu lassen. Die Aussage das du deinen Mann aus der Wohnung schmeißen sollst wird dir nichts bringen, er wird höhstens für eine gewisse Zeit aus der Wohnung rausgeholt und das auch nur wenn er nachweislich gewalttätig ist. Nimm die Sache selbst in die Hand und such dir etwas eigenes !! Du schaffst das auch wenn du jetzt vielleicht der Meinung bist das es unmöglich ist...wenn du es nicht für dich schaffen kannst denk an deine Kleine...das macht stark und gibt Kraft. Sei auch nicht zu Stolz Hilfe von Freunden und Familie anzunehmen !! Ich kann dir nur aus eigener Erfahrung sagen, das je eher du den Schritt machst umso besser. Ich selber habe damals fast zu lange gewartet und meinem Mann immer wieder getraut und gehofft das Alles wieder gut wird. Meine Töchter haben heute noch Probleme mit dem was mein Mann uns angetan hat...mache mir deshalb heute teilweise noch Vorwürfe, weil ich den "Absprung" erst so spät hinbekommen habe.

Gruß Tina

Beitrag von manu72 06.02.06 - 14:25 Uhr

Hallo,

wenn er es nicht wahr haben will,was überlegst Du da noch lange??

Hier geht es auch um Dich und das Kind!!

Er braucht anscheinend die harte Schiene,um zu merken,was er verliert!

Und um zum finanziellen zurück zu kommen...Du kannst doch ALG 2 beantragen...oder Deine Verwandten und Freunde helfen Dir oder es gibt soziale Einrichtungen und zu guter letzt gibt es auch noch Frauenhäuser...

...also wo ist da das Problem??

GlG,die manu#blume