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Forum: Finanzen & Beruf

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Beitrag von mona_form_2004 05.02.06 - 19:04 Uhr

Hallo,

mal wieder habe ich eine Einladung nach §59 und §309 bekommen.
Mein Partner hat einen 1€-Job und ich betreue unsere 1,5 jährige, 100% schwerstbehinderte Tochter (Pflegestufe 2) die ich natürlich nicht mal eben abgeben kann..

Die vorherige SB hatte ich telefonisch informiert und das Thema war sie für sie erstmal erledigt - nun ist da eine neue SB, auch hier habe ich wieder angerufen und sie besteht nun auf den Termin "weil sie mich gerne kennenlernen würde" - na spitze, für dieses "gerne kennenlernen" muss ich dann meine Tochter inkl. den ganzen Geräten (Monitor, Absauggerät, Notfallset etc. da sie u.a. einen Luftröhrenschnitt hat) dort hinschleppen..Morgen ist dann der Termin.

Wie soll das gehen? Kommen diese Einladungen weil sie "Standard" sind oder wollen/können die mich tatsächlich zwingen meine Tochter in irgendeine Einrichtung o.ä. zu geben damit ich arbeiten gehen könnte? Weiß hier jemand wie die rechtslage ist? Der Ombdusrat sagte mir was von "nicht zumutbar" wenn das Kind unter 3 ist, selbst wenn gesund..aber ganz genau hab ichs immernoch nicht verstanden :-(

Würde ich sie -theoretisch- in die Betreuung von Krankenschwestern geben bzw. einem Pflegedienst wäre das doch viel teurer als ich evtl. bei einem 1€-Job o.ä. verdienen würde..mal davon abgesehen das es nicht viele gibt die bei so kleinen Kindern Erfahrungen mit Luftröhrenschnitt haben - einmal musste sie bereits wegen einem Fehler einer Schwester reanimiert werden,ich verzichte dankend auf Wiederholung #heul

Kann jemand helfen?

Beitrag von manavgat 05.02.06 - 19:28 Uhr

Schreib die Sachbearbeiterin an und bitte sie, zu Dir zu kommen.

Alle Deinen weiteren Fragen beantwortet Dir am besten ein Rechtsanwalt.

Gruß

Manavgat

Beitrag von galeia 05.02.06 - 20:11 Uhr

GEH DA NICHT HIN! Informiere die SB vorab telefonisch und sodann schriftlich darüber, dass Du zu dem Termin nicht erscheinen kannst. Ich empfehle Dir, in dem Schreiben einen Verweis auf Deine Homepage reinzuschreiben. Drohe mit rechtlichen Schritten, wenn man dich in nächster Zeit erneut vorlädt.

Biete gleichzeitig an, dass Du gerne bereit bist, telefonisch alle anstehenden Fragen zu beantworten.

Deine Maus ist übrigens super süß! Ich wünsch Euch alles Gute

LG H. #klee (Arge-Mitarbeiterin, die dich sicherlich mit Kenntnis der Umstände nicht einladen würde)

Beitrag von mona_form_2004 05.02.06 - 20:23 Uhr

Vielen Dank für eure Antworten #liebdrueck

Das ist nun natürlich doof (milde ausgedrückt) denn der Termin ist bereits morgen, absagen kann ich nun nicht mehr rechtzeitig..ich hatte bis gerade eben noch nichtmal damit gerechnet dass ich diesen Termin überhaupt absagen darf, ich dachte dann wird direkt gekürzt oder gestrichen #gruebel

Also werde ich wohl Mausi einpacken müssen und dahin..ist auch nahe dran hier,zwar umständlich,aber machbar..aber es ist gut zu wissen das sie mich offensichtlich nicht "zwingen" kann nun irgendwas annehmen zu müssen..denn wie gesagt, alleine lasse ich meine Tochter bestimmt nicht, auch nicht in irgendeiner komischen Einrichtung :-(

Was kann mir eigentlich "im schlimmsten Fall" passieren, also falls: wieviel würde uns dann gekürzt werden? Notfalls nehme ich auch das in Kauf!

Evtl. "versteht" sie ja wenn sie meine Tochter sieht? Anrufe hatten ja nichts gebracht, siehe oben..

Beitrag von mona_form_2004 05.02.06 - 20:24 Uhr

P.S. Vielen lieben Dank für die guten Wünsche :-) #liebdrueck

Beitrag von mona_form_2004 05.02.06 - 20:25 Uhr

P.P.S Was bedeutet eigentlich "Einladung nach §59 und §309" genau? Ist das dieses "Bewerbergespräch?

Beitrag von galeia 05.02.06 - 20:35 Uhr

§ 59 SGB II
Meldepflicht

Die Vorschriften über die allgemeine Meldepflicht, § 309 des Dritten Buches, und über die Meldepflicht bei Wechsel der Zuständigkeit, § 310 des Dritten Buches, sind entsprechend anzuwenden.

§ 309 SGB III

Der Arbeitslose hat sich während der Zeit, für die er Anspruch auf Arbeitslosengeld oder Arbeitslosenhilfe erhebt, bei der Agentur für Arbeit oder einer sonstigen Dienststelle der Bundesagentur persönlich zu melden oder zu einem ärztlichen oder psychologischen Untersuchungstermin zu erscheinen, wenn die Agentur für Arbeit ihn dazu auffordert (allgemeine Meldepflicht). Der Arbeitslose hat sich bei der in der Aufforderung zur Meldung bezeichneten Stelle zu melden. Die allgemeine Meldepflicht besteht auch in Zeiten, in denen der Anspruch auf Arbeitslosengeld oder Arbeitslosenhilfe ruht.

(2) Die Aufforderung zur Meldung kann zum Zwecke der

1. Berufsberatung,

2. Vermittlung in Ausbildung oder Arbeit,

3. Vorbereitung aktiver Arbeitsförderungsleistungen,

4. Vorbereitung von Entscheidungen im Leistungsverfahren und

5. Prüfung des Vorliegens der Voraussetzungen für den Leistungsanspruch

erfolgen.

(3) Der Arbeitslose hat sich zu der von der Agentur für Arbeit bestimmten Zeit zu melden. Ist diese nach Tag und Tageszeit bestimmt, so ist er seiner allgemeinen Meldepflicht auch dann nachgekommen, wenn er sich zu einer anderen Zeit am selben Tag meldet und der Zweck der Meldung erreicht wird. Ist der Meldepflichtige am Meldetermin arbeitsunfähig, so wirkt die Meldeaufforderung auf den ersten Tag der Arbeitsfähigkeit fort, wenn die Agentur für Arbeit dies in der Meldeaufforderung bestimmt.

(4) Die notwendigen Reisekosten, die dem Arbeitslosen und der erforderlichen Begleitperson aus Anlaß der Meldung entstehen, können auf Antrag übernommen werden, soweit sie nicht bereits nach anderen Vorschriften oder auf Grund anderer Vorschriften dieses Buches übernommen werden können.

Du steht jedoch im Moment wegen der Kinderbetreuung nicht zur Verfügung. Das kann auch keiner von dir verlangen.

LG H. #klee

Beitrag von mona_form_2004 05.02.06 - 20:42 Uhr

Ich danke dir, das hilft mir sehr weiter!! #liebdrueck

Und kann nur den Kopf schütteln..(was ich bereits getan habe als sie am Telefon sagte ich solle "trotzdem" erscheinen weil sie mich kennenlernen will!)

Beitrag von junimond.1969 05.02.06 - 22:12 Uhr

Schließe mich galeia voll und ganz an - auch mit den guten Wünschen! Sorry, aber die Kollegin nimmt ihren Job dann doch ein bisschen zu ernst.

Selbst wenn Deine Tochter kein Pflegefall (ätzender Begriff) wäre - ein Kind unter 3, der Partner im EEJ - da wäre für mich die Lage erst mal sowieso klar.

Lieben Gruß
Christine