einfach mal von der seele schreiben...!

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Forum: Trauer & Trost

Fehlgeburt, Tod eines geliebten Menschen, Angst, nicht enden wollende Trauer um ein Sternenkind: Leider stehen wir nicht immer auf der sonnigen Seite des Lebens, diese Erfahrung muß jeder von uns machen. Oft hilft es, mit anderen darüber zu sprechen...

Beitrag von money2901 06.02.06 - 00:20 Uhr

Es ist zwar schon fast 5 Jahre her, aber ich muss mir einfach mal alles von der Seele schreiben...

Am 01.12.2000 haben wir erfahren, dass meine mutter an brustkrebs, gegen den sie schon das 2. mal kämpfte, sterben wird...sie lag lange zeit im krankenhaus und nach einiger zeit kam sie dann nach hause, um in ihren eigenen 4 wänden zu sterben...die ärzte gaben ihr noch ungefair 2 monate, dass hieß ungefair bis zu meinem 15. geburtstag...

meine mutter wollte unbedingt noch alle geburtstage von ihrer familie miterleben, mein vater hat am 01.01. geburtstag und meine schwester am 28.03....wie gesagt, hatten die ärzte ihr gesagt, dass sie den geburtstag von meiner schwester wohl nicht mehr erleben wird...

tatsächlich vergingen die tage und der geburtstag meiner schwester kam...

an diesem tag ging ich vor der schule zu ihr, um mich von ihr zu verabschieden, leider verabschiedete ich mich nicht so, wie ich es vielleicht hätte tun sollen...mitten im unterricht kam der damalige freund von meiner schwester in die klassenzimmer-tür...ich wusste natürlich was passiert war...meine mutter starb an dem geburtstag meiner schwester...

wir konnten uns noch lange von ihr verabschieden...aber ich bereuhe es heute, dass ich mir nicht die zeit genommen habe mich von ihr zu verabschieden, als sie noch gelebt hat...damals mit 14/15 jahren erschien mir manche sachen wichtiger, als zeit mit meiner kranken mutter zu verbringen...

heute denke ich , das ich es einfach nicht wahr haben wollte, dass meine mutter stirbt, ich wollte mein leben weiter leben, als ob nichts wäre...

jetzt wo ich meine eigene familie habe, fehlt mir meine mutter noch mehr...es ist schwer zu wissen, dass meine mutter nicht bei der bevorstehenden taufe unserer tochter dabei sein wird...das ich irgendwann heiraten werde, ohne das meine mutter dabei ist...

trotzdem bin ich wahnsinnig stolz auf meine mutter, wie sie jahrelang gegen den krebs gekämpft hat und trotzdem immer für uns da war...

ich zünde eine kerze für meine mutter an...#kerze

ich werde dich nie vergessen...#liebe


Beitrag von urmel1984 06.02.06 - 03:06 Uhr

Hi

Meine Mutter hat auch krebs. Keinen Brustkrebs, dafür aber unheilbaren Blutkrebs und eine Krankheit die wenig erforscht ist.
Ihr Gehirn ist schwer entzündet und es kommt immer wieder zu erneuten Schlaganfällen, die dann auch zur Folge haben, dass sie mittlerweile nicht mehr richtig sprechen kann und auch nicht mehr richtig laufen kann.

Auch muss sie mittlerweile diese Tena Lady Windeln tragen und es wird immer schlimmer.

Sie wohnt 800 KM weit entfernt von mir und ich kann sie auch nicht so oft besuchen, da meine Kleine noch so klein ist. Die Fahrt mit Zug / Auto macht ihr zu sehr zu schaffen. Oft mache ich mir auch deshalb Vorwürfe, aber ich weiß, dass meine Mutter weiß, dass ich sie liebe und immer im Herzen bei ihr bin.
Auch wenn sie nicht mehr so gut reden kann oder ähnliches...


Es geht darum,dass deine Mutter dich so geliebt hat wie du nun deine kleine Tochter und du weißt auch, dass dich dein Kind liebt. Glaub mir, deine Mutter wusste, dass du sie lieb hast auch wenn du ein normaler Teeni warst. Sicherlich wollte sie auch, dass du ein normales Kind bist.

Daher mach dir keine Vorwürfe sondern hab das Gewissen, dass sie weiß, dass du sie immer geliebt hast.

Weh wird es immer tun wenn ein Elternteil stirbt und es wird wohl auch immer ein Platz im eigenen Leben unbesetzt sein, aber Menschen sind nie wirklich tot wenn man sie in seinem Herzen am Leben hält.


Fühle dich #liebdrueck



Alles #liebe


Jasmin

Beitrag von jennie2 06.02.06 - 10:19 Uhr

Hallo,

es ist komisch das Du das schreibst - mir geht es seit ein paar Tagen sehr ähnlich und ich fühle mich einfach total leer.

Meine Mutter hatte keinen Krebs aber einen sehr schweren Unfall mit Verbrennungen dritten Grades! Das schlimme ist der Unfall passierte am 03.07.2000 - meinem Geburtstag! Die Tage und Wochen danach waren für mich die Hölle- sie schafft es, sie schafft es nicht... Sie starb drei Monate später - ich konnte mich nicht von ihr verabschieden... ich kam zu spät- das werde ich mir nie verzeihen.
Man riet mir auch damals ab sie noch einmal zu sehen!

Heute ist es so das mir meine Mutter in vielen Dingen total fehlt! Gerne würde ich sie um Rat bitten wie früher, gerne würde ich mal wieder mit ihr stundenlang in der Küche sitzen. Schlimm ist es für mich wenn ich in die Stadt gehe und Mutter und Tochter beim gemeinsamen shoppen sehe, wie sie zusammen lachen und einfach spass haben! Und dann frage ich mich immer wieso?

Ich bin im moment schwanger (ET-1) und warte darauf das unser kleiner Mann endlich das Licht der Welt erblickt- wie gerne hätte ich den moment auch mit meiner Mama geteilt ihr mitzuteilen- Du es hat geklappt, wir bekommen ein Baby..........

Mama, ich habe Dich sehr lieb und vermisse Dich wahnsinnig- aber ich weiß Du wirst ein Auge auf uns drei haben und irgendwann werden wir uns wiedersehen und alles nachholen was wir hier verpasst haben!

Beitrag von rose12 06.02.06 - 12:10 Uhr

Hallo,

ich weiß wie du dich fühlst und man wird immer schuldgefühle haben.Meine MAMA starb am 15.9.05 bei einen sshweren Unfall,man hatte sie einfach so übersehen:-[Wir hatten 2 Tage zum Abschied nehmen weil sie noch im Koma lag,das Gehirn war total hin aber die Organe total fit.Sie hatten sie nach 2 Tagen für Gehirntod erklärt#heul
Es alles noch sehr schwer das zu verstehen,die liebe zu einer geliebten MAMA kann man nicht einfach so abstellen-das geht nicht.Aber ihr Andenken im Herzen tragen#liebe
Für alle MAMA#stern die zu früh von uns gehen mußten zünde ich eine#kerze an.

sandra mit MAMA#stern

Beitrag von urmel1984 06.02.06 - 16:15 Uhr

Hi nochmal

Mir fällt gerade ein Mensch ein, der noch wichtig ist erwähnt zu werden...

Meine Oma.
Als ich gerade 17 wr hat sie die Diaknose Alzheimer bekommen. ( Altersdemenz oder wie man es sonst noch nennt )

Sie hat dann noch andere schlimmere Sachen dazu bekommen ( Herz usw... )
Freitags kam sie dann ins Krankenhaus. Ich wollte sie dann Sonntags besuchen gehen. Ich wusste, dass sie nicht mehr Heim kommt. Alle hielten mich für verrückt, denn sie hatte nur gebrochen, aber ich ließ es mir nicht nehmen, denn ich wusste, dass sie am Montag nicht Heim kommt. Dann habe ich meinem Vater gesagt, dass ich gleich am Freitag kommen will um sie zu besuchen. Aber er meinte ich solle lieber Sonntag kommen.

Meine Oma hat ihn dann nochmal am Samstag im Krankenhaus gefragt, ob es stimmt, dass ich am Sonntag kommen. Mein Vater sagte dann ja. Dann hat sie sich sooo gefreut. In der Nacht von Samstag auf Sonntag ist sie dann gestorben...


Ich habe als ich Schwanger war von ihr geträumt. Ich habe als ich erfahren habe, dass es ein Mädchen wird an sie denken müssen, denn meine Oma hätte gerne ein Mädchen gehabt, da sie selbst 2 Söhne hatte.
Ich habe dann zu ihr im Traum gesagt : Oma es wird ein Mädchen. Dann hat sie gelacht wie immer...

Vergessen werd ich meine Oma nie. Ich hab sie lieb und werd sie immer lieb haben. Sie war ein ganz toller und einzigartiger Mensch. Voller Energie und am Ende doch so schwach. Verziehen habe ich es mir auch nie, dass ich mich nicht nach meinem Gefühl gerichtet habe. Aber ich weiß, dass sie mir deswegen nicht sauer ist. Denn sie hatte mich lieb, und das ist mir wichtig.
Rumtragen werden ich diesen stillen Vorwurf immer mit mir.

Auch, dass es mir Leid tut, dass ich ihr nie ihre Urenkelin zeigen konnte.

Aber das ist der Lauf der Dinge...
Und sicherlich wollte sie nicht, dass ich mir mein Leben lange Vorwüfe machen deswegen. Dafür war sie ein zu guter Mensch.


Liebe Grüße


Jasmin