Lustlosigkeit und "Er läßt sich gehen"

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Forum: Liebesleben

Ob Liebeslust oder Liebesfrust, ob erotische Freuden oder "technische" Probleme: Hier ist Platz für Fragen, Sorgen und Tipps. Für das Thema Verhütung gibt es ein eigenes Forum Verhütung.

Beitrag von Violett 06.02.06 - 00:22 Uhr

Hallo,

seit der Geburt unserer Tochter vor 22 Monaten (eigentlich schon zu Beginn der Schwangerschaft) habe ich keine Lust mehr auf Sex. Habe mich einige Male dazu gezwungen, aber so richtig das Wahre war es nicht mehr. Mittlerweile haben wir eine Familientherapie gemacht (bei der diese Thema aber im wesentlichen ausgespart wurde) und ich bin (nicht zuletzt auf das Drängen meines Mannes hin) bei einer Therapeutin die mich sehr unterstützt und mir auch viel Kraft für den Alltag gibt. Einer ihrer wichtigsten Sätze war dass ich nur das tun soll, was mir auch Spaß macht.
Ich habe es so geschafft mit meinem Mann offen zu sprechen und ihm sagen können, dass ich ihn und unsere Tochter Liebe, aber nicht mit ihm schlafen kann ohne mich Selbst und meine Selbstachtung zu verlieren und dachte auch er hätte mich verstanden.
So war ich eigentlich ganz froh, dass er mich nicht mehr bedrängte, den Po tätschelte oder mir an den Busen faßte. Nur mittlerweile kommt fast gar nichts mehr, er sagt er wolle sich nicht in Versuchung bringen denn er wüßte ja dass ich eigentlich nicht wolle.

Nur mein eigentliches Problem ist, dass sich mein Mann seit einigen Monaten zunehmend gehen läßt. Er duscht höchstens noch einmal die Woche, rasiert sich nicht mehr täglich, wechselt nur noch gelegentlich die Wäsche und geht oft abends noch auf ein Bier weg und kommt erst spät und angetrunken heim, was früher vielleicht ein oder zweimal im Jahr vorkam. Darauf angesprochen sagte er mir er habe ja sonst nichts vom Leben und er tue eben auch nur noch was ihm Spaß mache. Wir hatten einen Riesenkrach und ich habe ihn gefragt, ob er wirklich glaube, dass ich so vergammelt und stinkend wie er wäre wieder Lust auf ihn bekommen könne. Er meinte, dass er diese Hoffnung bereits aufgegeben habe, ich sei ohnehin frigide und er wäre ohnehin nur noch bei mir weil er ein treuer Idiot auf dem Weg zum Alkoholiker sei. Seitdem ist er weg und wird erst spät in der Nacht wieder betrunken nach Hause kommen.

Die Situation ist völlig hoffnungslos. Manchmal wollte ich wir hätten nie ein Kind bekommen, auch wenn die Kleine in solchen Momenten mein einziger Trost ist. Danke fürs zuhören. Wir haben nur gemeinsame Freunde mit denen ich über sowas nicht reden kann.

LG Violett

Beitrag von :o) 06.02.06 - 04:00 Uhr

Also jetzt sei mal ganz ehrlich:

Versetz Dich mal in die Situation deines Mannes und denke darüber nach wie er sich fühlt. Würdest Du nicht ungefähr genauso reagieren wie er????

Ich finde es gut, das ihr eine Therapie schon gemacht habt, aber Du redest Dich mit sachen raus.....#kratz
Dein Mann hat doch auch bedürfnisse, und kanns nicht ewig schlucken. Er fühlt sich von Dir zurückgewiesen und nicht mehr geliebt. Fändest Du es toll, wenn Dein Mann DICH so behandeln würde????

Worin liegt eigentlich Dein Problem..... hast Du Die Geburt nicht verarbeitet, hast Du ansonsten persöhnliche Probleme mit Dir.... oder doch mit Deinem Mann??

Liebst Du ihn wirklich??? Oder ist das reine Gewohnheit????

Versteh mich nicht falsch, ich kann Deine Empfindungen schon bedingt nachvollziehen, aber Du reagierst schon echt ziemlich extrem.......

Wünsch Dir trotzdem, das ihr wieder zueinander findet.

LG

:-)

Beitrag von . 06.02.06 - 09:56 Uhr


"Liebst Du ihn wirklich??? Oder ist das reine Gewohnheit????"
Was ist das für eine Frage. Die so genannte Liebe besteht zum Teil aus Gewohnheit.

Die Reaktion des Mannes der Threadstarterin kann ich bis zum gewissen Punkt nachvollziehen (bockig, verletzt, zickig). Ich würde vielleicht auch so reagieren, wenn ich wüsste, mein Freund hat keine Lust mehr auf mich. Nur sollte er irgendwann die Bremse ziehen und über sein Kindergartenverhalten nachdenken, sonst wird das nichts mehr..

Beitrag von :o) 06.02.06 - 10:36 Uhr

Natürlich hat eine Ehe, eine Liebe, oder einfach eine Partnerschaft auch etwas mit Gewohnheit zu tun, ganz klar.... nur es muss ja einen Grund geben, das sie keine Körperliche Nähe mehr von ihrem Mann ertragen kann...
Oder keine Lust auf Sex mehr hat, oder wat auch immer.

Und da kommt es meines erachtens echt drauf an, ob da noch ein wirkliches Gefühl da ist, keine Gewohnheit eben, das man noch einen Grund hat, sich zu bemühen....

Wie gesagt, sie hat ja def. ein riesen Problem, sie arbeitet dran, aber eben auf eine Weise, die ihr Mann nicht versteht, oder nicht mitkommt.

Er versucht halt auf seine Weise damit klarzukommen. Und das kann ich bis zu einem bestimmten Grad nachvollziehen.

Mein Mann würde sich auch zurückziehen, und sich mächtig verarscht vorkommen, wenn ich ihn so behandeln würde.

Das wars eigentlich, was ich damit sagen wollte.

LG#gruebel

Beitrag von XXX 06.02.06 - 11:16 Uhr

Hast Du jetzt eigentlich jegliche Tätigkeiten im Haushalt eingestellt (wie Wäsche waschen und bügeln Fenster putzen etc), da du ja nur noch Tätigkeiten machst die dir Spaß machen?

Männer definieren Zuneigung nun einmal auch über Sex.

Diese "Tätigkeit" ist einer Frau aber nur zumutbar, wenn sie Lust hat, daran Spaß hat und voll befriedigt wird.

Sie muss sich auch vollkommen fallen lassen können ansonsten läuft auch nichts.

Ansonsten ist Verweigerung für 2,5 und mehr Jahre vollkommen ligitim und muß vom Partner akzeptiert werden.

Wenn Männer solche Forderungen stellen würden, würde im Bett gar nichts mehr laufen.

Wenn eine Frau jammern würde, ihr Mann rede gar nicht mit ihr. Streicheleinheiten und kuscheln gäbe es auch nicht. Als Grund nennt er, dass er das nicht wolle weil er das nicht mag und keinen Spaß daran habe.

Das Gezetere hier wäre riesig über diesen "Klotz". Entweder müsse der sich ändern oder man soll sich halt einen liebevolleren Partner suchen.

Männer sind aber halt 10 x kompromissbereiter als Frauen.
Irgendeine Anerkennung findet das aber oftmals nicht.

Frauen ziehen ihr "Ding" aber regelmäßig ohne Kompromisse durch.

Und es erfreut auch jeden Mann, wenn die ungeliebte Tätigkeit des Bügelns wichtiger genommen wird (da ausgeführt), als Sex (nicht unbedingt GV).

Dein Mann wird Dich über kurz oder lang verlassen. Und das letztlich zu Recht, wenn Du nichts änderst.


Beitrag von dreamw29 06.02.06 - 11:27 Uhr

#bla

Witzbold, meinst du, sie kann sich zwingen, Lust auf Sex zu haben?

Du vergleichst hier Äpfel mit Birnen. Haushalt ist was anderes als Sex. Verstehste?
Wenn ich keinen Bock auf Bügeln habe und es aber trotzdem mache, vergewaltige ich damit weder meinen Körper noch meine Seele.

Ok, wenn es länger andauert, sollte sie nach den Ursachen forschen, vielleicht Pille absetzen oder Therapie machen. Aber wenn sie trotzdem nicht will, dann will sie halt nicht. Er darf sie verlassen, aber nicht von ihr fordern, etwas gegen ihren Willen zu tun.

Beitrag von XXX 06.02.06 - 11:59 Uhr

Einen nur mit der Hand zu befriedigen (GV habe ich extra ausgenommen) ist also eine seelische Vergewaltigung für den, der das macht und eigentlich aber keinen Sex will?

Diese Tätigkeit ist wirklich vollkommen unzumutbar.

Warum sollte man das auch machen wenn sich der Partner dann besser fühlt? Das allein darf kein Grund sein. Als Frau würde man dann ja auf das schlimmste missbraucht.

Als Frau darf/soll man nur machen was man auch 100%will. Alles andere sieht ja nach dem Suchen nach Kompromissen aus.

Beitrag von gewitterhexchen 07.02.06 - 10:28 Uhr

2,5 Jahre ohne??? Cool, heute gelten 12 Monate ohne Sex als vernachlässigung der Ehepflicht und sind Scheidungsgrund. Nur mal eben so.

Beitrag von snoopy1969 06.02.06 - 16:50 Uhr

sorry, wenn ich mir hier ein schmunzeln nicht verkneifen kann. da zieht dein mann ja eine blitzsaubere aktion durch, wie sie in dieser konsequenz eigentlich nur frauen bringen können.

er schlägt dich hier mit deinen eigenen waffen. es tut mir leid, dies so offen sagen zu müssen, aber du kannst nicht erwarten, daß er einfach hinnimmt, keinen sex mehr zu haben, weil du damit nicht klarkommst. 99% aller männer würden (fremd-)gehen. da er das offenbar nicht tut, unterstelle ich ihm eine ziemlich perfide tour. das ist natürlich nicht nett, aber wirkungsvoll.

vorschlag: hiß die weiße fahne und handele einen "waffenstillstand" aus. was du anbieten kannst, ist eine therapie zu zweit, alleine bringt das eh nicht allzu viel, außer daß dich irgendeine psychotante noch in deinem partnerschaftsschädigendem verhalten bestärkt.