aufenthaltsbestimmungsrecht

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Forum: Allein erziehend

Als Alleinerziehende selbstbestimmt zu leben hat Vorteile, andererseits ist es oft sehr anstrengend, den täglichen Herausforderungen allein zu begegnen. In diesem Forum findet ihr die Hilfe und Unterstützung von Frauen, die in einer ähnlichen Situation sind.

Beitrag von maja66 06.02.06 - 15:12 Uhr

Hallo,
der Vater meines (unehelichen) Kindes macht mir das Leben zur Hölle. Ich habe das alleinige Sorgerecht, somit auch das Aufenthaltsbestimmungsrecht. Da der Kindsvater nun schon eine Klage beim Amtsgericht eingereicht hat und aus seinen Formulierungen die Absicht erkennbar wird, dass er mir mittelfristig das Sorgerecht entziehen will, denke ich über Umziehen nach, bevor es zu spät ist. Es ist wohl möglich, zeitweise für die (betreuten) Umgangskontakte der Mutter das ABR zu entziehen. Hierzu liegt kein Beschluss vor, ich befürchte jedoch, dass dies durchaus vom Kindsvater beantragt werden könnte.
Sollte dies geschehen, darf ich dann einfach irgendwo hin umziehen? Wenn ja, würde dies natürlich die Besuchskontakte Vater - Kind erschweren und ggf. Kosten für den Vater verursachen. Wäre ich dann dazu verpflichtet, dem Vater die entstehenden Kosten zu ersetzen?
Danke für schnelle Antworten.
Gruß, Maja66

Beitrag von scullyagent 06.02.06 - 16:12 Uhr

Erst mal kann Dein EX Dir gar nicht das Sorgerecht entziehen, sofern keine Kindeswohlgefärdung vorliegt. Kindeswohlgefährdung wäre Übermäßiger Alkohol - Medikamenten oder Drogenmißbrauch. Ein neuer Freund reicht hierfür nicht aus!

Umziehen darfst Du. Aber: Wenn Du ohne Not umziehst ( z.B. neuer Job in anderer Stadt ) kann Dein Ex unter bestimmten Umständen Dich an den Kosten für die Besuche zu 50% beteidigen. Genauere Daten kann Dir Dein Anwalt nennen.

Aber erst mal ruhig durchathmen, Männer drohen in der Wut vieles an. Und nix wird so heiß gegessen, wie es gekocht wird.

Scully

Beitrag von maeuschen06 06.02.06 - 16:32 Uhr

Hallo Maja,

um dir das Sorgerecht zu entziehen müssen dir erhebliche Verstöße gegen das Kindeswohl nachgewiesen werden können oder (bitte gut aufpassen!) du ziehst ohne Grund weg, um den Umgang zu vereiteln. Damit bist du (zu Recht) das Sorgerecht ganz schnell los.

Du mußt den Umgang mit dem Vater ermöglichen. Und da geht es nicht um dich, sondern um dein Kind. Er ist nunmal der Vater und wird es auch bleiben. Der Umgang ist für beide sehr wichtig, da mußt du dich mal zurücknehmen!

Mit was macht er dir denn das Leben zur Hölle? Wenn er dich zB mit Anrufen belästigt, dann kannst du dich dagegen wehren. Aber wie gesagt, dass hat nichts mit dem Umgangsrecht zu tun. Das mußt du streng trennen.

Ich wünsche deinem Kind und dir alles Gute.

Beitrag von maja66 06.02.06 - 18:54 Uhr

Ich habe ihm Umgangsrecht angeboten und ermöglicht. Wir waren auch in einer Mediation, die er abgebrochen hat. Er ist suchtkrank (allerdings nicht nachgewiesen). Das Gericht hat begleiteten Umgang angeordnet. Er hätte das Kind auch so, bei mir oder mit mir sehen können. Das verweigert er.
Ich bin sicher keine Wohlgefährdung fürs Kind, aber er. Dennoch setzt er seine Rechte durch. Wahrlich, es geht ums Kind. Das scheint gerade er zu vergessen. Wo steht es denn, dass man nicht umziehen darf? bzw. dass man dann das Sorgerecht entzogen bekommt? Das wäre ja wohl das Allerletzte!

Beitrag von maeuschen06 06.02.06 - 19:24 Uhr

Hallo,

das er einen Umgang bei dir / mit dir ablehnt, kann ich gut nachvollziehen. Wer will beim Umgang schon beobachtet / der Nähe die Ex haben? Das ist auch fürs Kind nicht gut. Das erschwert es dem Kind, den Kontakt aufzubauen, wenn immer die Hauptbezugsperson in der Nähe ist.

Wenn er das Kindeswohl gefährdet, dann bekommt er auf keinen Fall das Sorgerecht. Und wenn das Gericht begleiteten Umgang angeordnet hat, wird es auch erst mal diesen Bericht abwarten, bevor es weitere Regelungen trifft. Was sagt denn das Jugendamt?

Jede bewußte Vereitelung oder Einschränkung des Umgangs kann zum Entzug des Sorgerechts führen. Und dir ging es beim Umzug doch explizit darum, den Umgang einschränken bzw. unmöglich zu machen. Ich wollte dich nur darauf hinweisen, dass dies zum Verlust des Sorgerechts führen kann. Das haben schon viele völlig zu recht, aber auch bitter lernen müssen.

LG

Beitrag von sigru 06.02.06 - 23:04 Uhr

Hallo Maja,

also daß Du nicht umziehen darfst ist absoluter Quatsch!

Du hast das alleinige Sorgerecht - selbst wenn er das Sorgerecht beantragt wird er das nicht bekommen!


Wenn Du noch Fragen hast kannst Du ja mal zum forum.sorgerecht.de kommen.

LG sigru

Beitrag von luise.kenning 07.02.06 - 12:21 Uhr

Hallo maja,

ixh weiss nicht, was da bei euch los ist und möchte dich nur über die fakten informieren.

Du hast das alleinige Sorgerecht. wenn er dies gerichtlich abändern lassen möchte, dann kann der dies versuchen, wird aber wohl scheitern, wenn keine Kindeswohlgefährdung vorliegt. Und Kindeswohlgefährdung bedeutet nicht unterschiedliche ansichten über kindererziehung oder kinder gehen mal ungekämmt in die schule oder es ist ein fleck auf dem pulli- kindeswohlgefährdung bedeutet, dass eine mutter ihre kinder wirklich prügeln müsste, während sie säuft. und die kinder trinken aus den halbvollen flaschen mit. ungefähr in diesem stadium sprechen gerichte von kindeswohlgefährdung. und dann wird selbstverständlich die elterliche sorge abgeändert

es gibt auch ein gemeinsames sorgerecht bei getrenntlebenden eltern. bedeutet: die wichtigen entscheiungen: schule, religion, wohnort trefft ihr gemeinsam, i regelfall lebt das kind dennoch bei der mutter.

wieso sprichst du über betreuten umgang? umgangsrecht kriegt der vater in jedem fall, es sei denn, es ist etwas aussergewöhnliches passiert?

Dein Kind hat auch das Recht auf Umgang mit dem Vater. Vollkommen gleichgültig, wie du zu ihm stehst. Der Vater muss zwar die Umgangskosten tragen, aber es gibt auch gerichtseinscheidungen, die besagen, dass: wenn die mutter mit dem kind so weit weg wohnt, dass der vater es sich praktisch nicht leisten kann, das kind sooft zu sehen, wie es für den aufbau einer bindung notwendig wäre, dann müssen die kosten des umgangs zumindest teilweise auf den unterhalt, den der vater an die mutter für das kind zahlt, angerechnet werden.

also: nicht umziehen, umgangsrecht ermöglichen, keine panik verbreiten ist die souveräne (!) und richtig lösung.

Luise