Nur noch am Heulen - Probleme in der Firma - Achtung lang

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Forum: Schwangerschaft

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Beitrag von aniina 06.02.06 - 17:50 Uhr

Eigentlich war heute der Tag gut angefangen. Ich habe mich endlich dazu überwunden, meinen Arbeitgeber von meiner Schwangerschaft zu informieren. Er hat sehr gut reagiert. Da ich eh im Juli dort aufhöre zu arbeiten, hat er ja keine Nachteile durch meine SS ;)

Ich war danach wie befreit und den ganzen Tag sehr gut gelaunt.

Später kam Post für den Betriebsrat, die ich ihm dann eben bringen wollte. Er meinte dann, ich solle mich eben setzen. Er fragte, wie es mir im Betrieb gefiele und ich sagte sehr gut. Da meinte er, dann verstehe er nicht, warum gewissen Gerüchte über mich im Betrieb herumlaufen würden. Er erzählte mir, dass ihm jmd. zugetragen hätte, dass eine gewisse Person über mich erzählen würde, ich hätte gesagt, dass wenn ich keine Lust zum Arbeiten hätte Morgens, dann würde ich mich eben im Bett umdrehen und blau machen.
Das hat mich so hart getroffen, dass ich total die Fassung verloren habe und einen totalen Heulkrampf bekommen habe. Ich konnte kaum sprechen, hab bestimmt 15 Mins nciht aufhören können zu weinen und konnte nur stottern , keine einziges vernünftiges Wort hervorbringen.

Nun ist es so, dass ich vor Weihnachten einen Autounfall hatte, 3 Wochen liegen musste und vor 2 Wochen 3 Tage lang hintereinander solch starkes Erbrechen hatte, dass ich bei 40 mal brechen/Tag aufgehört habe zu zählen. Ich lag völlig apatisch im Bett und war überhaupt nicht in der Lage irgendetwas zu tun, geschweige denn zur Arbeit zu gehen.

Jetzt hatte meine Tochter zu allem Überfluss auch noch Windpocken und ich hatte für letzten Donnerstag u. Freitag keien Betreuung, sodass ich mri die 2 Tage Urlaub genommen habe (wohlgemerkt Urlaub, denn ich wollte aufgrund der vorhergehenden Fehlzeiten nicht auch noch auf Kinderbetreuungsschein freigestellt werden, hab also stattdessen Urlaub genommen).

Nur dass mir jmd. so etwas unterstellt hat mich so umgehauen, weil ich schon immer sehr viel Wert auf die
Anerkennung meiner beruflichen Leistungen gelegt habe.
Der BR steht voll hinter mir und will der Sache nachgehen, sprich herausfinden, wer diese Lüge verbreitet hat und demjenigen den Kopf waschen.

Aber trotzdem ist heute irgendwas kaputt gegangen. Ich habe das Gefühl ich könnte nie wieder mit Freude zur Arbeit gehen. Ich fühle mich beschmutzt, erniedrigt und weiß nicht, wie ich die folgenden 5 Monate noch durchstehen soll, immer in der schwebenden Angst, dass dieser oder jener üble Gerüchte über mich streut.

Bin quasi seit 3 Std. am Heulen, komme langsam zur Ruhe, habe nochmal einen Brief an den BR geschrieben, nochmal Stellung genommen und um Aufklärung gebeten. Mir graut es vor Morgen.

Beitrag von binelli79 06.02.06 - 18:10 Uhr

Hallo aniina,

irgendwie weiß ich nicht genau wie ich anfangen soll dich wieder aufzubauen, aber ich versuchs einfach mal.

Ich kann verstehen dass dich so ein blödes Gerücht, und das ist ja nun wirklich total doof, aus der Fassung bringt, vorallem jetzt in der SS wo man doch eh empfindlicher auf gewisse Dinge reagiert.

Wie verstehst du dich denn so mit den Kolleginnen/Kollegen? Wir sind bei uns im Amt nicht besonders viele (ca. 30) aber ich glaube ich würde mich an die Kolleginnen / Kollegen halten die zu mir stehen und die wissen dass das absoluter quatsch ist was da an den Chef herangetragen wurde.

Außerdem musst du dir immer denken "wg. einer Person, lasse ich mir die letzten 5 Monate nicht kaputt machen" vorallem nicht weil du doch sowieso dort aufgehört hättest!!!

So, das wäre mein Beitrag zur Aufmunterung #sonne, hoffe es hilft dir ein kleines bisschen!

Alles Liebe und Kopf hoch

Bine

Beitrag von kathi80 06.02.06 - 18:18 Uhr

Och Mensch, nimm Dir das doch nicht so zu Herzen. Arschlöcher gibt es überall, das sind teils Neider, teils einfach lose daherredende Lästermäuler. Über mich gab es auch sehr verletzende Gerüchte, ich hätte eine bestimmte Stelle nur wegen meines Aussehens bekommen. Mir wurde quasi unterschwellig (hinter meinem Rücken) unterstellt, ich hätte ein Verhältnis mit dem Abteilungsleiter, der vom Alter her mein Vater sein könnte. Außerdem bin ich glücklich verheiratet, und eine Affäre wäre das letzte, was ich anfangen würde. Dass ich mich sehr engagiert hatte und Überstunden ohne Ende hatte, hat keinen interessiert. Also, nimm es nicht persönlich. Sei froh, dass Dein Chef so offen mit Dir geredet hat.

Beitrag von manon32 06.02.06 - 18:29 Uhr

Hi,

vielleicht gibts den Gerüchtestreuer auch nicht wirklich und Dein Chef wollte nur testen, wie Du reagierst. Vielleicht hatte er selbst diese Vermutung?
Ich hatte mal so einen "netten" Chef, der immer nur das schlimmste von seinen Angestellten angenommen hat.

Nimms Dir nicht so zu Herzen. An der Stelle Deines Chefs hätte ich, wenn ich fair bin, den Mund gehalten, wäre mir sowas zu Ohren gekommen. Es sei denn er wollte sowas provozieren.

LG

Manon + #babygirl 35. SSW

Beitrag von aniina 06.02.06 - 18:35 Uhr

Das Gespräch fand ja nicht mit meinem Chef statt, sondern zum Glück mit dem Betriebsrat, dessen Job es ja ist, u.a. Missstände im Betrieb aufzuklären, bzw. zu verhindern.

Er bat mich noch um eine schriftliche Stellungnahme, ich hab mir mal folgendes überlegt, meint Ihr, ich kann das so Morgen abgeben?




Betr. Unser Gespräch am 6.02.06 wegen falscher Anschuldigung


Sehr geehrter Herr XY,

Sie teilten mir heute in einem vertraulichen Gespräch mit, dass Frau Schmidt Ihnen mitgeteilt hat, dass eine Mitarbeiterin in unserem Betrieb schlecht über mich gesprochen habe. Sinngemäß soll ich geäußert haben, dass wenn ich morgens keine Lust habe in den Betrieb zu kommen, ich mich einfach im Bett rumdrehe und weiter schlafe.
Ich möchte dazu noch einmal schriftlich Stellung beziehen:
Richtig ist, das genau das Gegenteil der Fall ist. Um die Erziehung meiner Tochter mit meiner Ausbildung zu verbinden, ist in meinem Alltag äußerste Disziplin notwendig. Es ist mir auch äußerst unangenehm, dass ich durch die zwei Autounfälle, die ich hatte - beide Male ohne eigene Mitschuld - gesundheitlich eingeschränkt war und dadurch Fehltage im Betrieb zu verzeichnen hatte. Wie unangenehm mir dies ist und war, können Sie daran erkennen, dass ich in der letzten Woche zwei Tage Urlaub genommen habe, weil meine Tochter Windpocken bekam und nicht den Kindergarten besuchen konnte. (Die übrigen Tage konnte ich familiär abdecken.) Weil es mir so unangenehm war, nahm ich nicht die mir gesetzlich zustehenden Betreuungstage in Anspruch, sondern nahm zwei Tage von meinem Jahresurlaub.
Ich bitte Sie daher, mit der betreffenden Mitarbeiterin zu sprechen und sie aufzufordern, zukünftig solche Anschuldigungen zu unterlassen, da ich sonst den Rechtsweg beschreiten werde.

Ich danke Ihnen, dass Sie mich sogleich informiert haben, damit ich mich gegen solch üble Nachrede wehren kann.


Hochachtungsvoll


Beitrag von schnuggel 06.02.06 - 20:50 Uhr

Hallihallo!

Ich möchte dich auch noch ein bisschen aufbauen! Lass dir die letzten Monate nicht vermiesen. Bis jetzt hat dir die Arbeit doch Freude gemacht. Ein paar Miesmacher gibt es überall. Deine Fehltage haben vielleicht zu dem Gerücht geführt. Aber es ist doch jetzt offengelegt und du kannst das klar stellen! Und es gibt bestimmt auch Kollegen, die das nicht von dir denken würden.

Deinen Brief finde ich übrigens sehr gut geschrieben. Nur eine kleine Anmerkung: ich würde nicht "hochachtungsvoll" drunter schreiben. Das drückt glaube ich nicht das aus, was du möchtest. Sowas schreibt man z.B. unter Briefe, die an die gegnerische Partei bei einer Klage gehen - und der Betriebsrat wird ja wohl eher auf deiner Seite stehen. Deswegen würde ich die übliche Formel "Mit freundlichen Grüßen" nehmen.

Lass dich mal fest drücken und Kopf hoch! Alles Gute für morgen!


Liebe Grüße,
Katrin