überzeugungsarbeit: tipps?

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Forum: Kleinkind

Das Leben mit kleinen Kindern ist wunderschön, nie langweilig aber auch ziemlich anstrengend. Da können Tipps von anderen Müttern oder Vätern viel Erleichterung und Hilfe in den Alltag bringen. Viele Infos rund um Ihr Kleinkind  (z.B. Kinderkrankheiten) findet ihr auch in unserem Magazin.

Beitrag von kaeseschnitte 07.02.06 - 12:19 Uhr

hallo

mein sohn (1.5 jahre) ist ein ziemlich temperamentvolles und dickköpfiges kerlchen. wenn er was muss oder nicht darf, er aber nicht willig ist, ist das logischerweise ganz schön anstrengend. das paradebeispiel ist das anziehen. da ich arbeiten gehen muss und er vor 9 uhr in der krippe sein muss, habe ich einfach keine zeit, es eine viertel stunden später zu probieren. oder abends nach dem baden: ich kann ihn nicht ewig nackt rumrennen lassen, da er sowieso schon ständig erkältet ist. ich lasse ihn zwar, wo immer das möglich ist, gewähren, aber eben: es geht nicht immer. die anzieh-verfolgungsjagd durch die halbe wohnung ist zwar manchmal witzig, aber manchmal auch nervenzehrend. ich zwinge ihn nicht gern, weil das unangenehm ist für ihn und für mich und er zu allem zu mit seinen 13 kg und ca. 85 cm ziemlich viel kraft hat und das schon fast zu einem "ringen" wird.
grad beim anziehen habe ich schon einige tricks raus, z.b. comicmässige anziehgeräusche machen (#hicks), laut singen, ihn zulabern, büchlein ansehen (eine 3. hand wär praktisch...#augen), gut zureden, schimpfen. nur manchmal fruchten all diese manöver auch nix. ich lasse ihn sehr viel alleine machen, aber anziehen kann er sich nun mal einfach noch nicht. habt ihr andere ideen, wie man ein kind überzeugen kann, dass manchmal das anziehen, wickeln, in den wagen setzten halt nun mal sein muss? ich kann ihm ja nicht jedesmal einen keks geben, sonst würde er sich nur noch davon ernähren...#augen zudem spielt er schon oft genug den sterbenden schwan vor dem schrank, wo die keksdose ist. #gruebel

für kreative tipps bin ich sehr dankbar!
grüsse
kaeseschnitte

Beitrag von isabel_04 07.02.06 - 12:43 Uhr

Hallo Kaeseschnitte,

ich kenne das Problem auch nur allzugut. Gerade, wenn ich in Hektik gerate, ist mein Kind erst recht außer Rand und Band. Meine muss morgens auch vor neun im Kindergarten sein und ich gerate auch oft in Zeitnot. Es ist in dem Alter unwahrscheinlich schwierig, es den Kindern klar zu machen.

Allerdings muss man sich auch in die Lage der Kleinen hereinversetzen. Sie verstehen einfach nicht, warum es manchmal okay ist, wenn beim Anziehen getrödelt wird und manchmal nicht. Ich habe irgendwann mal für mich überlegt, was mich genau stört. Dazu gehörte unter anderem das Anziehen, das Aufstehen beim Essen etc. In diesen Sachen bin ich dann absolut konsequent geblieben. Das heisst, nicht mal so und dann doch wieder anders. Steht sie beim Essen auf, ist die Mahlzeit beendet. Angezogen wird nur auf dem Wickeltisch, dort kann sie nicht abhauen, gewickelt wird im Liegen. Wickeln und anziehen dauern somit keine zwei Minuten, danach kann sie wieder rumspringen, wie sie mag. Sie weiss das, sie hat damit eine feste Grenze und es klappt.

Ich lasse ihr sonst alle möglichen Freiheiten, aber wenn sich eine Mutter darüber im Klaren ist, was sie eigentlich möchte und dieses Ziel mit klaren Grenzen verfolgt, wie soll es dann das Kind wissen? Ich erkläre ihr viel, ziehe sie spielerisch an, wir machen dabei Spaß. Auch mit dem setzen in den Kinderwagen kenne ich. Ich sage ihr dann immer, dass ich ihren Ärger verstehe aber es eben jetzt nicht geht, mache etwas lustiges und dann ist es eigentlich auch gut.

Liebe Grüße
Christina

Beitrag von waldfrau1972 07.02.06 - 12:48 Uhr

Hi Kaeseschnitte:-D,,
keine Ahnung ob das bei meinem NOCH schlimmer wird(jetzt 12 Mon.), aber ich hab das gleiche Problem....
Ich lasse ihn daher immer mit dem spielen, was er gerade in der Hand hat (oder suche etwas spannendes-zB. handy:-p) und ziehe ihn während er spielt an/aus.Egal wo das gerade ist.Er streckt mir dann auch nach dem Wechsel des Spielzeugs in die andere Hand seinen Arm bereitwillig in den Pullover.Länger dauert es trotdem mit Sicherheit, wenn man das Kind weiterspielen lässt, aber besser als Terror(?)
Über dem Wickeltisch hab ich einen großen Spiegel hängen in dem betrachtet er sich abends beim Waschen und zieht Grimmassen, dabei darf ich dann bisschen an ihm "rumptzen"...Auch wenn das Waschen und Windeln nur stehend und kurzzeitig geduldet wird..wieder besser als Ringkampf....
Ich weiß nicht, ob dir das hilft, vllt kennst du das alles ja schon selber#kratz

Gute Nerven#hicks!

lg waldfrau

Beitrag von soraiah77 07.02.06 - 14:37 Uhr

Hi!
Also ich mach es eigentlich aus so dass ich sehr konsequent bin.
Angezogen wird nur auf dem Wickeltisch, vor allem morgens, denn wenn ich unseren Racker rennen lassen würde, käme ich zu nichts mehr. Und der ist auch 14 kg schwer und 91 cm groß mit seinen 2 Jahren, also das geht in die Oberarme...

Er weiß das mittlerweile und er weiß auch dass es da kein Entkommen gibt. Wenn angezogen wird, dann hat das einen Sinn, vor allem wenn die Mama arbeiten muss und das Kind zu einer bestimmten Zeit im Kindergarten sein muss.
Wenn man da nicht konsequent handelt, mal so und mal so schaltet, weiß das Kind ja nicht mehr wie es sich verhalten soll, also wird gerannt, faxen gemacht.
Und das gibt es bei uns nicht, weder bei mir noch bei meinem Mann oder der Oma.
Wenn ich zu all dem noch ruhig bleibe, was auch mir manchmal schwer fällt, geht es noch besser.
Robin ist da sehr aufmerksam geworden, hört auch zu wenn ich ihm erkläre warum und selbst wenn ein Trotzanfall kommt, was aber selten ist wenn die Konsequenz bleibt, geht der schnell vorüber weil er weiß dass es eben einen Sinn hat, das Anziehen.

Versuche wirklich ein SChema für morgens aufzustellen nach dem du handelst, das ist für Dich stressfreier und auch für das Kind weil es eben weiß was kommt.

Klar geht da auch mal ein Tag daneben, wir haben alle mal "Montage", aber im Großen und Ganzen wir es klappen.

Lg und viel Erfolg
Mel und Robin 24 Monate
#huepf