Aussprache bei Kindern - auch neues Schulgesetz.

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von pittjes 07.02.06 - 12:25 Uhr

:-)Hallo. Ich las soeben einen Artikel in der NRW-Landesregierung-Zeitschrift über das neue Schulgesetz. Zuerst würde mich mal interessieren - soll aber nicht Hauptpunkt meiner Frage sein - ab wann das neue Schulgesetz (spez. der Wegfall der Schulbezirke, also freies Schulwahlrecht für Grundschüler) in Kraft tritt.

Jedenfalls wurde als neuer Punkt im neuen Schulgesetz erwähnt, dass ab dem Schuljahr 2007/2008 Kinder zwei Jahre vor Einschulung (also nächstes Jahr die Kinder, die dann in zwei Jahren in die Schule kommen) zu einem Sprachfähigkeitstest verpflichtend herangezogen werden sollen. Sollte das Kind diesen Test nicht bestehen oder nur mit Einschränkungen, solle es bis zur Einschulung mit Sprachförderungskursen "weitergebildet" werden. :-(Starkes Stück, oder? Ich meine, die sprechen da von Kindern, die drei, vier Jahre alt sind. Und, hallo, ich meine doch, in diesem Alter gibt es zwischen solchen Kindern und anderen Kindern manchmal himmelsweite Unterschiede, was die Aussprache angeht. #kratz

Das soll nicht heißen, dass ich gegen Sprachförderung bin. Im Gegenteil. Nicht umsonst hat es mich wohl sehr erschreckt, als unsere KiGa-Erzieherin auf dem letzten Elternabend meinte, sie hätten in den letzten fünf Jahren erschreckenderweise festgestellt, dass unheimlich viele Kinder in den KiGa kommen, die superschlecht sprechen......:-(

Mein Sohn ist nun 5 Jahre alt und ich beobachte an ihm folgendes. Mal sehen, ob euch das von euren Kiddies bekannt vorkommt, oder ob ihr meint, da stimmt was nicht mit seiner Sprache:

Sohni redet und fragt den lieben langen Tag. Wenn er mir etwas erzählen will, was er erlebt hat, dann stottert er nicht, aber er kann nicht flüssig erzählen. Viele "Ähms" und "Unds" sind dadrin... manchmal soviele, dass ich überhaupt den Sinn nicht mehr verstehen kann. Frage ich dann ein paar Mal nach, ist er eingeschnappt und sagt "Nun sag ich es dir überhaupt nicht mehr"... ich sag nur "Steinbock". ;-)

Ausserdem verschluckt er oft Vorsilben oder verändert Wörter. Also: ein Automechaniker riert Autos. Ein Maler streichelt die Wände. Ich verbessere dann, aber nicht nach dem Motto: Hey, das ist aber falsch, sondern ich stimme zu und wiederhole den Satz richtig. "Genau, ein Mechaniker repariert die Autos". Und dann nochwas, und das bringt mich mitunter auf die Palme.#schock Derzeit haben wir das tolle Wort "Pinocchio". Kann das Kind nicht (oder will der Sturkopp nicht??). Für ihn heißt der Holzkopp "Pijockno". Ich übs dann mit ihm. Pi-Nock-i-o. So, einzeln klappt das alles einwandfrei. Aber trotzdem, als ein Wort ist es Pijockno. Wieso kriegt er das nicht raus?


So, musste mal eben raus aus mir und nun bin ich auf Antworten gespannt.

Grüße
pitti-lise:-)

Beitrag von danluk 07.02.06 - 13:03 Uhr

Hallo,

>>Frage ich dann ein paar Mal nach, ist er eingeschnappt und sagt "Nun sag ich es dir überhaupt nicht mehr"... ich sag nur "Steinbock". <<

Sorry wenn ich nicht auf Dein Thema antworte - aber dieser Satz ist mir in die Augen gesprungen und ich mußte echt lachen. Das kenn ich nämlich genauso von meinem. (Ist auch 5 und Steinbock ;-))

lgd

Beitrag von danni64 07.02.06 - 15:23 Uhr

Hallo Pitti-Lise,

ich finde die ganzen neuen Schulgesetze absoluten Schwachsinn. Danke Pisa #schmoll.

Auch das mit dem neuen Einschulungsgesetz,was in Kraft treten soll.
Wenn es so weiter geht,gehen die Kinder demnächst mit 2 Jahren in die Schule und mit 9 Jahren in die Lehre oder was :-(.
Ich weiss nicht,was die Politiker sich dabei denken und unsere Rentenkassen werden sie mit sowas auch nicht füllen. Es werden dann nur noch mehr Jugendliche auf der Strasse hängen und ohne Beschäftigung sein.

Meiner Meinung nach wird immer mehr von den Kindern gefordert und eine gesunde Entwicklung ist nicht mehr möglich.
Wenn man schon anschaut,was bei den Us alles verlangt wird,da geht mir oft der Hut hoch. Nicht alle sind kleine Akademiker und welche Auswirkungen das hat,können wir täglich im Babyforum lesen.

Die Politiker da oben sollten sich mal mehr Zuhause aufhalten und die Entwicklung iher eigenen Kinder anschauen,anstatt von ihren Sesseln aus,irgendwelche unrealistische Gesetze zu verabschieden.

Mit Druck und Zwang unserer Kinder werden wir Deutschland auch nicht retten oder warum wandern sonst so viele gut ausgebildete Ärzte ins Ausland ab.

LG Danni !!!

Beitrag von franka.f 09.02.06 - 11:35 Uhr

Danni, Du sprichst mir aus der Seele!!!

LG Franka

Beitrag von franka.f 09.02.06 - 11:45 Uhr

Was ich noch dazu sagen wollte:

ich gehöre zu den Kindern, die mit SIEBEN Jahren (völlig legitim!) eingeschult wurden. Mann, was hatte ich für eine lange schöne Kindheit!

Im übrigen fühle ich mich rein beruflich, ausbildungsmäßig oder finanziell überhaupt nicht benachteiligt im Vergleich zu denen, die mit 6 Jahren (noch früher hielt man damals zum Glück noch für unvernünftig) eingeschult wurden. Im Gegenteil: ich kam immer gut mit in der Schule und hatte bis zum Abi total Spaß am Lernen. Meine Freundin, die vorzeitig mit gerade mal sechs Jahren eingeschult wurde, hinkte vielem hinterher und war immer schlecht in der Schule.... aber ein Jahr wiederholen, was ihr gut getan hätte, sollte sie nicht, denn sonst hätte sie doch ein ganzes Jahr "verloren"... dafür hat sie die Abschlußprüfung in der Ausbildung nicht bestanden, auch die Wiederholungsprüfung nicht... Jaja, sie wurde ein Jahr früher eingeschult als üblich um Zeit zu sparen, dafür hat sie jetzt nicht mal 'nen Beruf.

Beitrag von danni64 09.02.06 - 16:22 Uhr

Hallo Franka,

so sehe ich es nämlich auch,viele Kinder sind mit 6 Jahren einfach noch zu jung. Meine Stieftochter war 6 als sie eingeschult wurde und hat sich echt schwer getan. Mein Sohn war schon fast sieben und geht heute aufs Gymnasium und ist ein guter Schüler.

Wenn man mal richtig überlegt,sind nach den neuen Schulreformen die Kinder zum Teil erst fünf Jahre alt,wenn sie in die Schule kommen,was soll dieser Schwachsinn,frage ich mich.

Ich habe noch zwei kleine Kinder und ich werde zusehen,dass man denen sowas nicht so früh antut.
Das haben wir aber einigen sehr eifrigen Eltern zu verdanken,die meinen,sie müssen ihre Kinder mit 5 Jahren einschulen lassen und sind auch noch stolz drauf.

Verdammt,es sind kleine Kinder,die viel spielen sollen und den Ernst des Lebens noch früh genug kennen lernen.

Unsere Wirtschaft wird dieser Quatsch auch nicht helfen,denn dadurch kommt auch nicht eher oder mehr Geld in die Rentenkassen.

Ich denke nämlich,dass das der Sinn der Sache ist.
Die sollen sich lieber Gedanken machen,wie man neue Arbeitsplätze schafft,damit unsere Kinder nach der Schule eine Ausbildungsstelle und Arbeit bekommen. Studieren können ja bald auch nur noch die Reichen.

Deutschland entwickelt sich nicht vorwärts sondern zurück.Dann leben wir hier bald wieder in Höhlen und jagen Elefanten ;-).

Traurig aber wahr,alles auf den Rücken der Kinder in Deutschland,ist ja mal wieder typisch.

LG Danni !!!

Beitrag von emmapeel62 07.02.06 - 16:50 Uhr

Hallo pitti-lise,

ich habe den Artikel gesucht und gefunden http://72.14.207.104/search?q=cache:0aAB583U4kEJ:www.jochen-ott.de/saga/objects.php%3FID%3D74+Grundschule+Sprachf%C3%A4higkeitstest+&hl=de&gl=de&ct=clnk&cd=6

Wenn ich das hier richtig verstehe: << Bereits vor dem ersten Schuljahr mussdie Sprachfähigkeit der Kinder angeglichen sein. Sonst haben viele Kinder, sowohldeutsche als auch Migranten, aus bestimmten Gebieten oder Stadtvierteln keineChance. Daher soll mit jedem Kind im Kindergarten ein Sprachfähigkeitstestdurchgeführt werden. Bei nicht ausreichender Sprachfähigkeit bekommt das Kind noch im Vorschulbereich verpflichtend eine spezielle Sprachförderung.>>

...geht es hier im Besonderen um Migrantenkinder.
Es nun mal eine traurige Wahrheit, das viele dieser Kinder mit unzureichenden Deutschkenntnisse in die Schule kommen.

Gruß
Emma

Beitrag von simnik 07.02.06 - 17:45 Uhr

Hallo

auch mein fast 5 jähriger hat zu solchen WEG lassungen geneigt und konnte schwierige neue Worte wie Aquarium, Blitzableiter nicht sofort nachsprechen.

Wir sind dann zum Logopäden gegangen und es ist schon sehr viel besser gewurden.

Ist bei uns eine Frage der Konzentration und Wahrnehmung, die geschult werden muss.

Da mein Sohn auch nächstes Jahr in die Schule soll , bin ich dankbar, dass die Sprachschwierigkeiten erkannt und behandelt werden.

Simone

Beitrag von schmunzelmonster123 07.02.06 - 19:15 Uhr

Hallo Du,
meine Tochter wird zweisprachig erzogen (englisch - deutsch). Sie ist jetzt 4 und wir leben seit Oktober auch in Schottland. Sie spricht deutsch, aber oft sehr undeutlich (weglassen von Silben oder vermischen von Woertern) und sie faengt jetzt langsam an, englisch auch zu sprechen (verstehen tut sie alles, nur war sie bisher zu faul zu reden - Papa versteht ja auch deutsch...). Was ich sagen moechte:
1. Becky wird hier noch keine 5 sein wenn sie in die Schule kommt (das ist hier aber so, und da geht auch kein Weg dran vorbei. Es gibt aber auch viel Spielzeit zwischen dem Unterricht...)
2. Hier heisst es, dass es bis ins 6. Lebensjahr vollkommen ok ist, wenn Kinder Probleme mit der Aussprache haben, in DL hatten wir die U8 kurz vor dem Umzug und da viel eben auf, dass sie bestimmte Laute nicht richtig aeussert, aber da hatte ich gottseidank bereits einen Logopaeden konsultiert (eben wegen der Einschulung - ich wollte, dass sie wenigstens etwas Unterstuetzung erhaelt und zumindest ihre Fehler im Deutschen ausbuegeln konnte - leider hat die Zeit nicht ganz gereicht...)
Ich denke, Dein Sohn ist vollkommen ok (abgesehen davon dass er Steinbock ist) und mit dem Korrigieren mache ich es auch so (becky ist Waage - aber wenn ich ihr immer sagen wuerde das ist falsch, haette sie auch bald keinen Bock mehr.
Ich finde es richtig, Kinder, die auffaellig sind zu foerdern. Allerdings sollte man das im Rahmen der normalen Kiga erziehung machen. Extra Kurse anzubieten in dem Alter finde ich leicht uebertrieben. Auf der anderen Seite (auch auf die Gefahr, dass Ihr mich jetzt lyncht) gibt es bestimmt auch genug Eltern, die ihre Kinder lieber den ganzen Tag vor'm Fernseher platzieren, als sich mit ihnen zu unterhalten und so die Sprachentwicklung zu foerdern (Anwesende hier im Forum sind natuerlich ausgenommen). Aber natuerlich gibt es ebenso Kinder, die einfach Sprachprobleme haben, weshalb auch immer.
Liebe Gruesse, Biene

Beitrag von schmunzelmonster123 07.02.06 - 19:17 Uhr

Sorry, meinte natuerlich: Es fiel auf (nicht viel)...Deutsch ist doch eine bloede Sprache...

Beitrag von sanny23 07.02.06 - 19:30 Uhr

Mein Sohn wird jetzt auch 5.Er redet genau wie deiner.
Das nennt man nicht stottern,sondern poltern.

Er spricht praktisch erst,bevor er nachdenkt.
Ich korrigiere meinen immer genauso wie du deinen.Und ich sage ihm immer,daß er erst in Ruhe nachdenken soll,was er mir sagen will und dann langsam sprechen.
Meine Kinderärztin meinte zu mir ,daß sich das noch geben kann.
Wenn es aber bis kurz vor Schulbeginn nicht weg ist,reichen ca.3-4 Sitzungen bei einem Logopäden.
Es ist nichts schlimmes und in der heutigen Zeit wäre es schon fast normal!!!

LG Sanny#katze

Beitrag von smilysmile 07.02.06 - 22:38 Uhr

Ich sehe darin nichts falsches, warum soll ein Kind nicht gefoerdert werden und animiert werden RICHTIG zu sprechen?
Oftmals erreichen aussenstehndes geschultes Personal mehr als die eigenen Eltern.

ids smily

Beitrag von jellybaby25 08.02.06 - 06:29 Uhr

Guten Morgen :-)
Ich bin Grundschullehrerin und kann daher von unserem Vorgehen berichten. Wir testen schon seit zwei Jahren die Sprachfähigkeit der kommenden Erstklässler. D.h. wir fahren in die Kindergärten und sprechen mit den Kindern. Dabei berücksichtigen wir natürlich die normale Sprachentwicklung eines Kindes! Vornehmlich geht es bei den Förderkursen wirklich um Kinder, die des Deutschen nicht allzu mächtig sind, wo sozusagen "die Worte fehlen", aber auch um logopädische Auffälligkeiten.

Meine persönliche Meinung ist, dass es eine sehr sinnvolle Sache ist! Ich habe gerade ein erstes Schuljahr und einige typische Nuschler und "wortarme" Migrantenkinder in der Klasse, denen die Förderung schon merklich gut getan hat.

Ferndiagnose ist natürlich nicht machbar, aber bei deinem Sohn würde ich mir noch keine Sorgen machen. Du sprichst ihm deutlich und richtig vor, da sollte die Zeit noch einiges machen können.
Und selbst wenn nicht, dann greift eine logopädische Behandlung auch noch im Laufe des ersten Schuljahres!

Viele Grüße,
jelly #blume

Beitrag von claudi68 08.02.06 - 07:46 Uhr

Hallo,


meine Tochter, die dieses Jahr in die Schule kommt,
hatte den Sprachtest bereits letztes Jahr.
Soweit ich weis, sind nur 3 von 60 Kindern "durchgefallen".
Diese 3 Kinder werden 1Std. In der Woche "unterrichtet". Sie werden von einer Kindergärtnerin gebracht und wieder abgeholt.

Sieh es einfach locker. Der Test hat bei meiner Tochter 10min. gedauert und sie wurde gefragt, ob sie Freunde hat, was sie mit ihnen gerne spielt, was ihr Lieblingsessen ist und ob sie ein Lied kennt, was sie singen sollte. Das war es.

Ich denke es ist 1000x besser die Kinder dort hingehen zulassen, als wenn sie später in der Schule gehänselt werden.

Gruß Claudia

Beitrag von bezzi 08.02.06 - 15:06 Uhr

Hallo,

als ich "Pijockno" las, musste ich schmunzeln. Das hat mein Sohn auch monatelang exakt so ausgesprochen. Alle Versuche waren vergebens. Auch "Duplo" hieß monatelang "Butlo".

Besonders gerne falsch gemacht wird auch "Ketchup".

Ich erinnere mich noch sehr vergnügt an eine Diskussion zwischen meinem Sohn, damals 4, und einer gleichaltrigen Freundin bei Essen:

Justus: "Gib mir mal den Tschebat !"
Indra: "Das heißt nicht Tschebat, das heisst Kebatsch !"
Justus: "Nein, Tschebat !"
Indra: "Kebatsch !"
u.s.w.

Gruß

Martin