Konkurrenz der Großeltern

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Forum: Familienleben

Die Oma füttert die Kinder übermäßig mit Süßigkeiten, Probleme mit der Schwiegermutter, Tipps zum Feiern der Taufe: Hier ist Platz für alle Themen rund um die Familie.

Beitrag von mausibeagle 07.02.06 - 14:07 Uhr

Hallo,
am kommenden Freitag ist es soweit: Unser Kleiner soll per Kaiserschnitt zur Welt kommen. Außer uns Eltern weiß niemand von dem Termin, da ich nicht möchte, daß die Großeltern bereits vor dem OP oder so lauern nur um das Kind zu sehen. Ich möchte erst sehen, wie es mir danach geht und dann Besuch nach und nach bekommen.
Nun haben die Großeltern untereinander telefoniert und natürlich über den Termin spekuliert. Meine Schwieger-mutter hat am Freitag jedoch bereits was vor und könn-te dann wohl nicht ins KH kommen. Sie hat dies wohl ziemlich beleidigt meiner Mutter gesagt, wo-rauf die dann sagte, daß man uns doch sowieso nicht alle zu-sammen uberfallen solle, denn da hat man ja nix von.
Ich befürchte nun, daß da jetzt so ne Art Konkurrenz-kampf entsteht, wer unser Kind zuerst sieht etc. Noch dazu kommt, daß meine Eltern 10 km weg und meine Schwiegereltern 40 km weg wohnen und sich dadurch schon benachteiligt fühlen.
Ja, bin ich denn für meine Schwiegereltern verant-wortlich? Nur weil sie bereits im Vorruhestand sind und mit ihrer Zeit nicht viel anzufangen wissen?
Ich führe doch mein Leben und die ihres.
Wie soll ich darauf reagieren? Sollte ich es meinem Freund sagen, wobei ich weiß, daß er seine Mutter gleich darauf ansprechen wird und die alles abstreitet?
Oder soll ich mir meinen Teil denken?
Mein Verhältnis zu ihr war eigentlich-oberflächklich- bis jetzt ganz gut. Obwohl sie ab und zu einige Sprüche abgelassen hat, die ich mir mit meinen Hormonschwan-kungen zu Herzen nehme( z.B. "Frauen mit Kaiserschnitt sind keine richtigen Mütter!" oder "Wenn Frauen keine Milch haben sind sie keine guten Mütter!")
Was soll ich machen? Egoistisch an mich und mein Kind denken? Oder mich der Diskussion, die aufkommen wird einfach stellen?
Mausibeagle

Beitrag von julie2006 07.02.06 - 14:21 Uhr

Hallo,

also ich kann bei den dummen Sprüchen deiner Schwiemu nur ausflippen. :-[:-[:-[ Meine Mutter hat mich per Kaiserschnitt bekommen und hatte keine Milch! Wir haben ein super Verhältnis. Eine bessere Mutter kann man sich gar nicht wünschen!!!

Lass dir nichts gefallen. Du wirst so oder so eine prima Mama werden!!!

Lg Anika

P.S. Ich habe meine Tochter normal entbunden, aber nicht gestillt. (wollte ich nicht) Sie ist einfach perfekt!!! Und sie hat es gut überstanden, aus der Flasche zu trinken. ;-)

Beitrag von gh1954 07.02.06 - 15:27 Uhr

>>> Egoistisch an mich und mein Kind denken? <<<

Ja, genau das. Denn im Moment gibt es nichts Wichtigeres.


>>> Außer uns Eltern weiß niemand von dem Termin<<<

Und wir wissen jetzt alle davon! #huepf

Ganz viel Glück für euch !!! #klee
geha


P.S.
Leg dir ein dickes Fell zu. Wenn deine Schwiemu schon jetzt so einen Schwachsinn abläßt, wer weiß, was da noch so alles kommt.

Beitrag von danni64 07.02.06 - 15:41 Uhr

Hallo Mausi,

bestelle deiner Schwiegermutter mal einen schönen Gruss,ob sie noch alle Pfannen auf dem Dach hat :-(.

Was sollen denn so doofe Sprüche,das bringt mich echt auf die Palme und so schnell schafft das keiner.
Ich hatte mit meiner Kleinen auch einen Kaiserschnitt und keines meiner Kinder habe ich gestillt.
Sie kann gerne mal hier vorbei kommen und sich meine tollen Kinder anschauen und ich stelle mich als "schlechte Mutter" auch als Musterbeispiel zur Verfügung.

Sie sollte sich mal einen neuen Kalender anschaffen und die aus dem 18.Jahrhundert wegschmeissen.
Vielleicht geht ihr dann mal ein Licht auf,denn die Steinzeit ist lange vorbei.

Denke an dich,denn nur du und dein Kind sind im Moment wichtig. Lass die ihren Konkurrenzkampf alleine ausfechten.

LG Danni und viel Glück für Freitag #klee.

Beitrag von kati543 07.02.06 - 18:54 Uhr

Sag doch beiden Großeltern, wann der Termin ist und dass dein Mann sie informieren wird, wenn das Baby da ist. Teile ihnen aber auch im gleichen Atemzug mit, dass sie im KH unerwünscht sind und dass du es auch den Schwestern auf der Station so mitteilen wirst.
Wenn du dann wieder zu Hause bist, kannst du sie dann zusammen mal einladen für eine Stunde zum Baby anschauen.

Beitrag von paulfort35 08.02.06 - 08:40 Uhr

Hallo,
freu Dich doch, dass Du so viele Menschen hast, die Dich und Dein Ungeborenes so lieb haben und so viel Anteil nehmen. In anderen Threads schreiben einige, dass sie traurig sind, weil die eigene Mutter nicht zur Geburt des ersten Enkelkindes gekommen ist - nun, Du hast dieses Problem nicht. Du hast anscheinend eine funktionierende Familie. Kann nicht Dein Mann mit allen sprechen, dass Du erst einmal Ruhe brauchst - und dann die Besuche koordinieren?

Ich weiss ja nicht, warum ihr schon fest einen Kaiserschnitt eingeplant habt. Wenn es dafür medizinische Gründe gibt, ist es natürlich absolut idiotisch, so eine Bemerkung darüber zu machen. Wenn aber keine medizinischen Gründe vorliegen, wollte Deine Schwiegermutter Dich damit evtl. einfach umstimmen, damit Du es auf natürliche Weise bekommst - was ja besser für das Baby wäre, und das finde ich dann entschuldbar.

Paule

Beitrag von gh1954 08.02.06 - 09:41 Uhr

>>> ...damit Du es auf natürliche Weise bekommst - was ja besser für das Baby wäre, ... <<<

Das ist mir ganz neu, dass eine "natürliche" Geburt besser für ein Baby ist.

Ich habe bisher immer nur gehört/gelesen, dass die Geburt für ein Baby Stress ist und dass manche Kinder, je nach Geburtserlebnis, traumatisiert sind.

Und das ist bei Kaiserschnitt-Kindern nicht der Fall.

Wenn du mir irgendwas zum Nachlesen empfehlen könntest, wäre ich sehr interessiert.

Gruß
geha

Beitrag von paulfort35 09.02.06 - 18:21 Uhr

Zitat Anfang:
Nachteile des Wunsch-Kaiserschnitts
Kritiker des geplanten und erwünschten Kaiserschnitts wie Dr. Michael Krause, Geburtshelfer am Klinikum Nürnberg-Süd, weisen dagegen nachdrücklich auf die Komplikationen hin, die nach einem Kaiserschnitt auftreten können: „Grob vernachlässigt wird von den Verfechtern der Wunschsectio, dass es bei einer Zweitschwangerschaft häufiger zu einer Placenta praevia kommt, das heißt, der Muttermund wird durch die Plazenta versperrt und macht eine natürliche Geburt unmöglich. Die Gefahr eines Gebärmutterrisses bei einer nachfolgenden Spontangeburt ist ebenfalls erhöht. Nach einem wiederholten Kaiserschnitt können außerdem starke Blutungen auftreten, wenn sich die Gebärmutter nicht mehr richtig zusammenzieht.“

Krause fürchtet zudem, dass die Geburtshelfer verlernen, eine normale Geburt zu leiten, wenn diese immer häufiger zu einem bloßen chirurgischen Eingriff wird. Eine niedrige Kaiserschnittrate gilt für ihn immer noch als Gradmesser für die Qualität und die Erfahrung des geburtshilflichen Teams. Befürworter der natürlichen Geburt wie Michael Krause halten den positiven Stress bei der Geburt und die Wehen für äußerst wichtig, damit das Kind Anpassungsreaktionen entwickeln kann.

„Bei einer Sectio dagegen wird das Kind abrupt aus der Geborgenheit des Mutterleibs gezogen. In den Tagen danach wirken die Kinder häufig erschreckt und irritiert“, bestätigt Dr. Mechthild Gross, Hebamme an der Medizinischen Hochschule in Hannover. „Bei der vaginalen Geburt dagegen wird der Fötus langsam auf die unmittelbar bevorstehende Veränderung vorbereitet.“ Selbst die Verfechter des Wunschkaiserschnitts räumen ein, dass es häufiger zu vorübergehenden Atemproblemen kommt, wenn das Kind nicht durch den Geburtskanal gepresst wird und Fruchtwasser in der Lunge verbleibt.

Das zentrale Argument gegen einen Kaiserschnitt auf Wunsch ist nach wie vor das einzigartige Geburtserlebnis der Frau. Doris Mansfeld hat ihr Kind auf natürlichem Weg entbunden. „Die Geburt war ein überwältigendes Erlebnis. Urgewalten schienen von meinem Körper Besitz zu ergreifen, ich verlor vollkommen die Kontrolle und hatte unglaubliche Schmerzen, aber kaum war Daniel geboren, überkam mich ein berauschendes, lang anhaltendes Glücksgefühl. Das Extremste und Schönste, was ich je erlebt habe.“
Zitat Ende

Ausserdem gibt es eine leicht erhöhte Sterblichkeitsrate bei Kaiserschnitt-Kindern.
Die Milch schiesst etwa einen Tag später ein als bei natürl. Geburten.
Auch Schnittverletzungen des Kindes, die meistens harmlos sind, gehören zu den seltenen, aber typischen Komplikationen eines Kaiserschnittes

noch ein Zitat:
Neben den körperlichen Folgen ziehen eine Geburt und auch ein Kaiserschnitt immer auch seelische Veränderungen nach sich, die insbesondere bei dem Wunsch nach einem Kaiserschnitt nicht vergessen werden sollten. Viele Frauen beschreiben nach einer "normalen" Geburt ein starkes Glücksgefühl und Stolz, die enorme Geburtsarbeit bewältigt zu haben. Diese Empfindungen stellen sich nach einem Kaiserschnitt meistens nicht ein, was langandauernde Versagensgefühle zur Folge haben kann. Ob durch einen Kaiserschnitt die Mutter-Kind-Beziehung gestört wird, ist allerdings hypothetisch.
Zitat Ende

Paule

Beitrag von gh1954 10.02.06 - 23:02 Uhr

#danke

Davon war mir Einiges noch nicht bekannt.


Gruß
geha

Beitrag von mausibeagle 08.02.06 - 11:01 Uhr

Hallo Ihr,
vielen Dank für Eure Antworten. Das macht echt Mut. Ich muß wirklich nur an mich und meinen Kleinen denken, daß weiß ich. Nur grad jetzt zum Schluß spielen die Hormone bie mir verrückt. Man läßt so die gesamte Schwangerschaft noch mal Revue passieren (sofern das bei meiner Vergesslichkeit geht), da kommen dann solche Sachen wieder hoch. Man macht sich Gedanken, ob mit dem Kind alles ok ist, wegen des G-Diabetes, des bevorstehenden Kaiserschnittes wegen BEL etc.
Ich denke ich muß da einfach durch und meine "Prüfung" bestehen. Und das geht am Besten, wenn ich egoistisch bin!
Nochmal vielen Dank Euch allen!
Mausibeagle