GEBURTSHAUS?

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Forum: Geburt & Wochenbett

Die Geburt deines Kindes rückt näher und es tauchen immer noch neue Fragen auf? Du hast gerade entbunden und ganz spezielle Fragen in dieser besonderen Situation? Hier ist der Ort für alle Fragen rund um Geburt und Wochenbett.

Beitrag von wozinchen 07.02.06 - 15:03 Uhr

Hallo zusammen,
mein Mann und ich haben uns überlegt, dass wir zur Entbindung nicht in ein Krankenhaus fahren wollen, sondern lieber in einem Geburtshaus die Geburt erleben wollen.

Kann mir jemand berichten, der das schon hinter sich hat, wie das in so einem Geburtshaus abläuft? Wie ist es mit medizinischem Personal?

Bin für jede Erfahrung dankbar.

Alles Liebe, Wozinchen

Beitrag von luise.kenning 07.02.06 - 16:34 Uhr

Hallo wozinchen,


ich habe vor fast 11 MOnaten meine Tochter im Geburtshaus zur Welt gebracht und kann das nur empfehlen.

Wie es abläuft, kannst Du hier nachlesen, das ist der geburtsbericht, den ich geschrieben hatte nach Maries Geburt

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Heute ist meine Maus Marie Anna Sophie 4 Tage alt und ich hab nun die nötige Ruhe, um Euch zu beschreiben, wie sie auf die Welt gekommen ist.

Mittwoch, 23.03.: (39 + 4):Ich bin appetitlos, merke einen ganz leichten unblutigen Schleimabgang.

Donnerstag, 24.03., 4:30 Uhr: Ich wache mit leichtem Ziehen im Unterleib auf, leichte Blutung. Ab da habe ich jede 15 Minuten eine leichte Wehe. Sie dauern ca. 30 sekunden an und ich brauche sie noch nicht zu veratmen, rolle mich nur auf die Seite und schlafe wieder ein.

8:30 Uhr: Da es jetzt eine einigermaßen zivile Zeit ist, rufe ich meine Hebamme an und schildere ihr, was sich getan hat. Sie sagt, ich soll mich bei Wehen im 5-Minuten-Abstand wiedermelden.

Bis zum Mittag tut sich nicht viel. Ich trinke eine Kanne Himbeerblätter und Frauenmanteltee, gehe noch einkaufen und pflanze sogar noch ein paar Blumen für Ostern im Garten ein.

Die Wehen werden erst ab 15 Uhr kräftiger, kommen nun alle 10 Minuten, sind aber gut auszuhalten, sodass ich noch zuhause bleibe und nicht zum Geburtshaus aufbreche.

17:30 Meine Hebi ruft an, weil sie neugierig ist und wir beschliessen, dass ich ein warmes Bad zuhause nehmen soll zur Entscheidungshilfe für meine Maus.

18:30 Das Bad war wehenverstärkend. Die Wehen sind nun kräftig und kommen fast alle 5 Minuten-
19:00: Ich rufe wieder meine Hebi an und sage Bescheid, dass wir nun losfahren.
Während der Fahrt wurden die Wehenabstände immer kürzer, teilweise hatte ich keine 2 Minuten Pause.

19:30 Ankunft im Geburtshaus

zunächst schreiben wir ein CTG, dabei schwächeln die Wehen wieder etwas. Meine Hebi (Regina) meint, das ist der Hebammen-Effekt. Sie untersucht mich dann und stellt fest, dass der Muttermund 3 cm geöffnet ist. Wir überlegen sogar, ob ich nochmal nach Hause fahre, aber meine Mama (die mich zur Geburt begleitet hat) und ich wollen da bleiben. Regina lässt uns ein Weilchen alleine, um Tee zu kochen und Wasser zu holen. Ich veratme fleissig meine nun doch wieder stärker werdenden Wehen. Zunächst auf dem Bett, dann auf der Matte im Vierfüßlerstand.
Die Wehen werden immer kräftiger und auch immer schmerzhafter und Regina atmet mit mir, meine Mama massiert mir das Kreuzbein. Eine echte Wohltat!
Als mich Regina um ca. 20:30 nochmals untersucht, ist der Muttermund schon 8cm weit auf und ich komme in die "gemeine" Übergangsphase". Ich spüre extremen Drang nach unten, will zur Toilette in der Meinung, ich müsse meinen Darm entleeren. Regina lässt mich aber nicht mehr!

Sie telefoniert kurz nach der zweiten Geburtshaushebamme, da habe ich auch schon eine Presswehe, mit der das Köpfchen geboren wird! Ich übrigens die ganze Zeit in Bauchlage (...)
Eine Presswehe weiter war Marie ganz da, machte durch leises knöttern auf sich aufmerksam. Ich hab mich dann vorsichtig aufgerichtet in den vierfüßlerstand und mir die kleine angeschaut, mich dann auf den rücken gelegt und mir Marie auf den Bauch gelegt. Währenddessen ist dann auch (etwas zu spät) Anne (Hebi nr. 2) eingetrudelt.

Und einige Minuten später habe ich Marie dann schon an die Brust gelegt, worauf die Plazenta auch innerhalb weniger Minuten geboren war. Alle haben dann gratuliert und es war wunderschön! Alle schmerzen vergessen.

Nach dem Stillen haben wir die Maus dann gewaschen (ja, aufstehen konnte ich auch sofort) und gewogen und gemessen und Regina hat natürlich auch die U1 gemacht. Alles bestens!!!!

Wir waren noch ca. 2 Stunden nach der Geburt im Geburtshaus, haben die Maus dann in den Baby-Safe gepackt und sind nach Hause gefahren.

Es war unglaublich schön!

Marie wurde am 24.03.2005 um 21:10 Uhr geboren. Sie wog 3420g und wuchs 50cm, Kopfumfang 35cm.


Luise mit Marie
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ja, so war das ;-)

wichtig: du musst die hebi natürlich in die vorsorge in der schwangerschaft miteinbeziehen. am besten, du gehst mal zum infoabend im geburtshaus... das haben fast alle. dort kannst du dir alles anschauen und 387676287458 Fragen stellen.


LG

Luise

Beitrag von monique_15 07.02.06 - 19:53 Uhr

Hallo Wozinchen,

ich kann das Geburtshaus nur empfehlen. Leider konnte ich meine erste Geburt dort nur anfangen und nicht zu Ende bringen - aber auch die Wochen VOR der Geburt haben mir dort sehr gut gefallen.

Wie die medizinische Betreuung ist, hängt vom jeweiligen GBH ab. Bei uns war es so, dass Kinderärzte und ein FA dort mitarbeiteten, also ständig in Rufbereitschaft waren. So konnten die ein bisschen mehr an medizinischem Schnickschnack anbieten als ein reines Hebammenhaus. Aber grundsätzlich ist es ja eh so, dass du beim geringsten Zweifel oder der geringsten Komplikation ins Krankenhaus gefahren wirst - so war es bei mir. Nach etlichen Stunden im GBH ging leider mein Blutdruck ziemlich hoch, und gleichzeitig hatte ich einen Geburtsstillstand (der Mumu ging nicht auf, trotz Wehen).
Aber die Hebamme, die ich aus dem GBH ja schon seit Wochen kannte, ist mitgefahren zur Einweisung. Und auch später hat sie die Nachsorge gemacht. So eine vertraute Person war mir sehr wichtig.

Ich finde die Atmosphäre im GBH viel schöner und "förderlicher" für die Geburt. Es ist ruhiger, du kannst dein Tempo selbst bestimmen, und DU und das Baby stehen absolut im Mittelpunkt. Kein Schichtwechsel bei den Hebammen und Ärzten, kein Gerenne mit Tür auf/Tür zu und noch dieser und jener Untersuchung. Für ein Baby ist das Ankommen dort wohl eher stressärmer als im Krankenhaus.

Wichtig ist meines Erachtens, dass man rechtzeitig im GBH auftaucht und sich anmeldet. Wenn du zum Beispiel einige deiner Vorsorge-Untersuchungen von "deiner" Hebi machen lässt und nicht alle vom FA, dann lernt ihr euch schon sehr gut kennen - sie nimmt sich nämlich deutlich mehr Zeit als der Arzt. Dann vielleicht noch den Geburtsvorbereitungskurs oder andere Veranstaltungen dort besuchen, und du fühlst dich richtig heimisch, bis es so weit ist.

Lieben Gruß,
Monique

Beitrag von kendi80 07.02.06 - 20:52 Uhr

Hallo,

vor 10 Wochen habe ich meinen Sohn Lukas im Geburtshaus geboren und würde es jederzeit wieder machen.

Es war keine leichte Geburt (Sternengucker) und es wäre im Krankenhaus zu 90% ein Kaiserschnitt geworden. Mit viel Ruhe und Geduld hat es mein Kleiner auf natürlichem Weg geschafft, nicht mal ein Dammriss ist entstanden.

Auch die Tatsache danach sofort daheim zu sein ist sehr positiv. Anfangs hatte ich Angst auf mich allein gestellt zu sein, aber ich habe mich extrem schnell mit allem zurechtgefunden. Außerdem kommt täglich die Hebamme zur Nachsorge. Meiner Meinung nach ist es sehr wichtig, dass der Partner nach einer ambulanten Geburt mit daheim ist. Alleine wäre es die ersten Tage zu anstrengend.

Martina :-)

Beitrag von orcanamu 07.02.06 - 22:59 Uhr

Hallo Claudia,

noch habe ich keine Geburts-Erfahrung im Geburtshaus, aber in hoffentlich spätestens 7 Wochen werde ich da entbinden, wenn alles weiterhin gut geht.
Ich kann aber auf jeden Fall berichten, dass die Betreuung dort während der SS einfach toll ist. Auch die Vorsorgeuntersuchungen, die ich dort habe machen lassen, sind viel schöner als beim Frauenarzt, weil sich die Hebammen viel mehr Zeit nehmen und viel mehr erklären (alles "menschlicher", nicht nur die medizinische Sicht).

Auch für die Geburt ist jetzt schon klar, dass der Faktor "Zeit" eine große Rolle spielt. Das Kind bekommt einfach mehr Zeit für die Geburt als im KH!

Herzliche Grüße
Simone

Beitrag von dask 11.02.06 - 12:04 Uhr

Hallo Wozinchen.
Ich habe meinen Sohn vor 11 Monaten im GH entbunden (am selben Tag und im selben GH wie Luise #freu.)
Ich kannte meine Hebamme auch schon einige Wochen und sie hat sich die Vorsorgeuntersuchungen mit dem FA geteilt.
Ich habe nie daran gezweifelt das ich NICHT in ein KH wollte, aber welche alternativen sich mit boten mußte ich erst herausfinden. Ich bin recht schnell auf unser GH gestossen weil es fast gegenüber des KH liegt in dem ich, wenns ein KH hätte sein sollen, entbunden hätte :-).
Ich habe mich bei einem Schnupperabend informiert und versucht meinen Mann zu überzeugen dass diese Art der Entbindung genau mein Ding sei. Meine Hebamme und die Nähe zum KH haben ihn dann letztendlich wirklich überzeugt und er stand voll und ganz hinter mir #huepf.
Wieviel medizinisches Gerät es gibt, ob ein Arzt rufbar ist usw... hängt vom jeweiligen GH ab. Bei uns gab es KEIN medizinsches Gerät (außer natürlich einem Notfallkoffer) und der überzeugenden Nähe zum KH.
Statistisch gesehen sind Geburten im GH sicherer als im KH, denn es darf nicht jede FRau in einem GH entbinden. Nur problemlose SS kommen überhaupt in Frage.
Das entscheiden die Hebammen in jedem GH selber. Ich war und bin immernoch so super glücklich das ich diese Form der entbindung gewählt habe!! Ich bin immernoch gern im GH und freue mich darauf wenn im Sommer endlich die Spirale wieder raus kommt - und ich hoffenltich genauso schnell wieder schwanger werde wie beim ersten Kind (nämlich --> SOFORT ;-) ) und ich endlich endlich wieder ins GH kann und darf. Kurse belegen, Frauen kennenlernen, der Kontakt zur Hebamme ... ich finde es gibt keine tollere Art Kinder zu bekommen.
Nun, Du merkst, für mich war das der richtige Weg. Obs auch Deiner ist; finde es heraus. Stöbere im I-net, guck Dir ein GH an, sprich mit Hebammen und lass Dich bloß um Himmelwillen nicht von den negativen Meinungen und Ammenmärchen beeinflussen die oft sogar FA einem erzählen.
Wenn Du Fragen hast stehe ich Dir gerne zur Verfügung, meld Dich über meine VK!!

Hier noch mein Geburtsbericht von Max *24.3.2005 im GH Wuppertal.

Entbindung im Geburtshaus – ein gute Entscheidung!


Als ich erfuhr, dass ich schwanger sei, war mir sofort klar, dass ich mein Kind nicht in einem Krankenhaus gebären wollte. Komisch, denn damals war mir der Begriff „Geburtshaus“ nur vom großen gelben Schild in der Hainstrasse ein Begriff.

Ich begann mich zu erkundigen, was das eigentlich sei und konnte mich mit dem Gedanken Geburtshaus immer mehr anfreunden.
Ich begann, mit meinem Mann darüber zu sprechen, dass ich gerne eine Hebamme hätte, die auch schon ein paar Vorsorgen machen könnte. Er war von dem Gedanken begeistert, nur meine Idee unser Kind in einem Geburtshaus zu bekommen, machte ihn sehr unsicher. Die typischen Vorurteile gingen ihm durch den Kopf, kein Arzt, keine Medikamente, keine medizinischen Geräte für den Notfall… - ich meldete uns kurzerhand zum Schnupperabend an.

Anne begrüßte die Gruppe und erklärte, was das Geburtshaus ist und welcher Gedanke hinter der Einrichtung steckt. Ich war begeistert und fühlte mich sofort sehr wohl. Auch mein Mann fühlte sich wohl und war nicht mehr so abgeneigt. Wir meldeten uns an, dass wir gerne eine Hebamme für die Vor- und Nachsorge hätten und fuhren nach Hause. Schon da stand für mich fest ,dass ich, sollte die Schwangerschaft weiterhin problemlos verlaufen, ins Geburtshaus wollte.

Meinen Mann überzeugte zum einen mein starkes Vertrauen, zum anderen Dagmar, unsere Hebamme und letztendlich die Nähe zum Krankenhaus (die fast wichtig geworden wäre.) Dagmar rief eine Woche nach dem Schnupperabend an und wir vereinbarten einen ersten Termin. Sie nahm uns die letzten Zweifel. Unsere Entscheidung stand fest: wir entbinden im Geburtshaus.

Die Vorsorgeuntersuchungen teilten sich mein Frauenarzt und Dagmar und ich fühlte mich rundrum hervorragend Betreut. Fragen, die man beim Frauenarzt entweder nicht stellt, weil sie einem peinlich sind oder weil man das Gefühl hat, sowieso nicht verstanden zu werden konnte ich im Geburtshaus immer stellen.

Nach langem Warten wars dann soweit! Natürlich dachte auch ich, dass es ja sein könnte, dass ich gar nicht merke wenn’s losgeht, aber ich habs doch wirklich sofort gemerkt. Mir platze nachts um ca. 1.00 Uhr die Fruchtblase und ich hatte sofort starke Wehen. Timo meinte nach der zweiten Wehe, die ich bereits laut auf „Aaaaaaaaaaahhhhhhh“ vorm Sockenschrank veratmen musste, es sei an der Zeit, Dagmar anzurufen. Ich war unsicher „wir müssen erstmal die Anstände kontrollieren. Vielleicht geht’s ja doch noch nicht so richtig los.“

Timo nahm sich einen Wecker und meinte nach zwei weiteren (relativ lauten) Wehen, nu sei es wirklich an der Zeit Dagmar anzurufen. Ich stimmte zu. Wir (Timo) riefen an und machten uns auf den Weg zum Geburtshaus. (Man kann sich mit vollem Gewicht an die Griffe im Auto hängen und sie halten!!) Ich hatte noch darum gebeten, langsam zu fahren, es käme nicht auf drei Minuten an, aber da war mein Mann eindeutig anderer Meinung. Gut das es mitten in der Nacht war. Für die sonst 15 Minuten zum Geburtshaus benötigten wir ca. 7! Im Geburtshaus angekommen, hatte Dagmar das Entbindungszimmer bereits vorbereitet, Kerzen brannten und ich fühlte mich sofort wieder geborgen.

Dagmar ließ uns die meiste Zeit so gewähren, wie wir wollten. Hin und wieder bot sie mir eine andere Position an und massierte meinen Steiß?! (Zumindest war es in etwa die Region). Sie gab Tipps wie man die Wehen besser veratmen kann und ich muss sagen, ich habe noch nie vorher so inbrünstig geknurrt. Irgendwann schoß mir Laiska durch den Kopf, die im Vorbereitungskurs gesagt hat, man solle so ruhig und „weich“ wie möglich die Wehen veratmen, das hat tatsächlich geklappt. Je mehr ich den Atmen presste, desto schmerzhafter schien die Wehe.
Ich hatte nicht ein einziges mal das Gefühl das mir ein Arzt oder ein technisches Hilfsmittel gefehlt hätten.

Als ich überlegte nach Schmerzmitteln zu verlangen dachte ich gleichzeitig: „Du bist blöd. Es gibt hier nichts – also halt durch.“ Zwischendurch liess Dagmar Timo und mich alleine. So gingen wir einen kleinen Weg der Geburt ohne sie. Natürlich war sie in Rufnähe, aber so zu zweit im Entbindungszimmer Wehen zu veratmen, das war und ist für uns eine unglaublich innige Erfahrung gewesen.
Als ich sagte ich könne nicht mehr, machten mein Mann und Dagmar mir Mut und redeten mir gut zu. Es half mir unglaublich mein Kind und mich anzufeuern „Baby, wir schaffen das!!“ (Wir wussten nicht was es wird.)

Als die Herztöne vom Baby schlechter wurden, als ich auf dem Hocker saß wechselten wir die Position und zum Glück wurden sie nach zwei Wehen wieder besser. Dagmar schien ebenso erleichtert wie wir, eventuell hätten wir sonst in die Klinik wechseln müssen. Ich wollte nicht aufs Bett, liegen fand ich unaushaltbar, aber Dagmar hat es mir mit Stillkissen und Timo als Stütze tatsächlich recht bequem gestalten können.
Irgendwann kam Inga zu uns und setzte sich neben das Bett. Sie stellte sich ganz lieb vor und ich dachte“ Is mir scheiß egal wie Du heißt“ – hinterher tat mir dieser Gedanke furchtbar leid und ich habe mich bei ihr entschuldigt. Alleine der Gedanke war unfair, in der Situation jedoch war es mir wirklich egal.

Ich habe Max liegend entbunden obwohl ich diese Position nicht schön fand, aber auf den Hocker konnte ich wg. seiner Herztöne nicht mehr. Irgendwann bat Dagmar mich, die nächste Wehe nicht mit zu pressen und ich finde Presswehen veratmen hat was von Hochleistungssport. Ich weiß nicht wie ich es geschafft habe, ich weiß nur noch das Dagmar mir irgendwann sagte „Schrei Dein Kind raus!“ Und ich habe geschrieen und gebrüllt wie ich es niemals von mir erwartet hätte.
Morgens um 6.15 Uhr war er dann da und dank der Dammmassage und dem hervorragenden Dammschutz während der Geburt (mit Kaffee?!) ist nichts passiert.

Vor der Geburt habe ich oft gedacht das es mir letztendlich vielleicht doch egal sein würde wo ich mein Kind entbinde; in welchem Raum. Jetzt weiß ich, es ist nicht so. Die ruhige Atmosphäre, die Stimmung im Entbindungszimmer, erst die Kerzen und dann ging während des Pressens die Sonne auf – das hätte mir kein Krankenhaus der Welt so bieten können!

Dagmar kam vier Wochen lang zu uns und half uns über die ersten Schwierigkeiten hinweg.

Ich war mittlerweile so überzeugt von der ganzheitlichen Behandlung im Geburtshaus dass ich meine Rückbildungskurse, die Babymassage und den PeKiP Kurs auch direkt dort machte.

Unsere Zweifel ob wir ein Zweites Kind haben möchten sind völlig verflogen – und natürlich geht’s dann, wenn alles gut geht – wieder ins Geburtshaus!!

Daniela, Timo und Max

Beitrag von tonni 13.02.06 - 14:32 Uhr

hallo wozinchen,

auch ich habe vor 11 monaten meine tochter im Geburtshaus geboren, und es war einfach richtig wunderbar.
dabei waren nur mein mann und unsere hebamme und es war eine ruhige, entspannte atmosphäre, ich fühlte mich einfach geborgen wie in meinem eigenen wohnzimmer, wo wir auch über 12 stunden vorher geblieben waren bevor wir ins geburtshaus gingen. wenn du in einem GH entbindet hast du ja schon vorher engen kontakt zu deiner hebamme und bei uns war es so, dass regina 2 mal am tage erst bei uns vorbeikam, uns ein wenig half und wir uns verabredeten uns im GH zu treffen, wenn wir soweit sind. eine schnelle geburt war nicht zu erwarten und so war es gut möglich sich ezit zu lassen.
es war sehr schön, die hebamme schon zu kennen und vor allem zu wissen "ja, ich vertraue ihr, voll und ganz".

du hast in einem geburtshaus immer die möglichkeit noch "umzuziehn" ins krankenhaus, wenn es nötig werden sollte.
was du in einem GH nicht hast sind die medizinischen möglichkeiten wie zangengeburt, saugglocke, schmerzmedikationen im schulmedizinischen sinne (PDA z.B.). auch sind in der regel keine ärzte dort. da musst du für dich wissen ob du dir das zutraust und was für dich/euch wichtig ist.
so schwer ists nicht, es ist viel mehr eine tolle erfahrung, die geburt zu erleben wie sie eben ist.
ich würde es wieder tun, auf jeden fall und zwar genau dort wo ich ida geboren habe und auch wieder mit unserer hebamme.

liebe grüsse, tonni