Heiraten ja oder nein?

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von was soll ich tun 07.02.06 - 17:32 Uhr

Hallo,

ich weiß nicht, was ich tun soll und wahrscheinlich muss ich mir diese Frage letztendlich selber irgendwann beantworten müssen.

Nichts desto trotz möchte ich Euch hier fragen was Ihr an meiner Stelle tun würdet.

Mein Freund hat mir genau einen Monat vor der Entbindung einen etwas unromantischen Heiratsantrag gemacht.
Wir saßen nebeneinander im Arbeitszimmer an den PC`s und nachdem wir den ganzen Tag über das Heiraten geredet haben, fragte er mich ganz klassisch "willst du mich heiraten?"

Spontan habe ich ja gesagt, denn wir sind jetzt seid 3 1/2 Jahren zusammen, leben auch schon seit dieser Zeit zusammen, haben zusammen ein Konto und jetzt zusammen ein Kind.

Doch nach dem Heiratsantrag (dachte zumindest es wäre einer gewesen!), passierte eine Zeitlang nichts mehr. Kein Wort darüber wie, wann und wo.

Immer wenn ich das Thema angeschnitten habe, gab es hitzige Diskussionen. Er ist auf dem Standpunkt "mir egal, wann das stattfindet" "Ich soll halt nen Termin auf dem Standesamt machen und dann heiraten wir."

Ich sagte ihm immer wieder, dass ich das schade finde, wie er genervt über dieses Thema denkt und darüber redet.
Als er dann konkrete Vorstellungen von mir haben wollte, wie ich mir diese Sache denn vorstelle, ist er völlig ausgetickt.
Er will nicht, dass meine Familie kommt. Ich würde ja nur für meine Familie heiraten. Wenn ich aus Liebe ihn heiraten würde, dann würde es auch reichen, wenn wir alleine zum Standesamt gehen.
Ausserdem kostet es viel Geld die Verwandtschaft einzuladen und ist mit viel Stress verbunden. Das Geld und den Stress würde er sich lieber sparen und damit eine Hochzeitreise machen.

Traurig habe ich ihm dann eröffnet, dass ich unter diesen Umständen erst einmal nicht heiraten möchte. Denn wenn man schon so negativ darauf eingestimmt ist, dann steht eh alles nicht unter einem guten Stern.

Seit dem, ca. 2 Monate, haben wir kein Wort mehr über das Heiraten verloren.
Ich find das voll traurig, denn eigentlich wollte ich diesen Mann schon heiraten. ABER so?
Ich weiß irgendwie nicht, was mir jetzt wichtiger ist. Verheiratet mit ihm zu sein oder so zu heiraten wie ich es mir vorgestellt habe, denn man heiratet ja nur einmal im Leben (im besten Fall!).

Reagier ich hier über oder was würdet ihr an meiner Stelle machen?

Beziehungstechnisch läuft es sehr gut zwischen uns. Wir sind zwar oft verschiedender Meinung und dazu beide noch stur wie Ziegenböcke, aber trotzdem leben wir sehr harmonisch miteinander!

Danke für Eure Ratschläge im Voraus!

Beitrag von bluehorizon6 07.02.06 - 17:58 Uhr

Erklär mir doch bitte einmal was bedeutet:

Beziehungstechnisch liefe alles sehr gut? Ich schließe mal den Sex weg, ist das okay? Was bleibt jetzt von eurer Beziehung übrig?

Der schönste Tag des Lebens um den er dich bittet, ihn zu heiraten, hat er vollkommen vermasselt in meinen Augen, und den 2. schönsten, die Hochzeit fasst er nicht einmal konkret ins Auge, schlimmer noch er läßt dich alles machen.

Und dann noch mal die Frage nach dem beziehungstechischen sehr gut. Bestenfalls vergäbe ich eine 3 + ungeachtet der genauen Kenntnisse über eure Beziehung.

Nee, mit den paar Zeilen die ich hier lese. Für eine Heirat deutlich zu wenig. Auch sprichst DU nur von Harmonie, das Wort Liebe kommt nicht ein einziges mal vor.

Klares Votum für NEIN, ihr seid noch nicht fertig für einander. Ich denke du musst es zwischen euch auch mal richtig krachen lassen, damit mal ein paar Positionen bestimmt werden. Ich habe den Eindruck dein "Hochzeiter" beginnt in eurer Beziehung einzuschlafen.

Sorry, aber du fragtest nach Meinung.

BlueH6

Beitrag von was soll ich tun 08.02.06 - 06:36 Uhr

Hallo BlueH6,

danke für deine ehrliche Antwort. Sie deckt sich völlig mit meinem Bauchgefühl, ein NEIN.

Nach dem ganzen hin und her, den ich hier nur kurz beschrieben habe, habe ich auch zu ihm gesagt, dass ich unter diesen Umständen so nicht heiraten möchte bzw. heiraten muss.

Die Aussage mit dem "beziehungstechnisch liefe es alles gut", habe ich recht lapidar noch hinzugefügt, was aber nicht so rüber kommen sollte. Denn es ist auf jeden Fall Liebe zwischen uns. Vielleicht nicht mehr die heiß lodernde und unbändige Liebe, aber auf jeden Fall eine sehr reife und gefestigte Liebe.

Gerade weil momentan kaum körperliches (Sex) zwischen uns stattfindet, da wir beide an unsere physischen und psychischen Grenzen stoßen im Alltag, merke ich in vielen Momenten, dass ich diesen Mann nie eintauschen würde gegen einen anderen. Dass ich mir niemanden anderes als den Vater meiner Kinder, als Mann an meiner Seite vorstellen kann.

Dieses Heiratsthema war schon immer ein sehr problematisches "Ding" zwischen uns. Die ersten zwei Jahre war mein Freund der Überzeugung, dass man nicht heiraten muss, wenn es in der Partnerschaft toll läuft. Gläubig ist er sowieso nicht, also braucht er vor Gott nichts schwören. Und für die Welt da draußen muss er nicht ein Zenowa veranstalten, um denen zu beweisen wie sehr er mich liebt.
Nachdem ich zwei Jahre lang versucht habe, ihm meine romantischen Vorstellungen vom Heiraten und den Sinn nahe zu legen, habe ich es aufgegeben und mich damit abgefunden, dass ich ihm seine Überzeugung lassen muss.
Urplötzlich während der Schwangerschaft kam ER mit dem Thema an. Zuerst in Form von einer Diskussion, ob es denn nicht sinnvoll sei doch zu heiraten und dann hat er mich schließlich gefragt. Wie vorher beschrieben.

Es würde den Rahmen hier sprengen um alles wieder zu geben, wie die ganzen Diskussionen verlaufen sind. Beschreiben kann man sie nur so, dass zwei gegensätzliche Vorstellungen aufeinander geprallt sind und keiner bzw. ich keine Kompromisse eingehen wollte. So endeten die ganzen Diskussionen mit Enttäuschung und Traurigkeit, weil keiner zufrieden war.

Aber selbst nach dieser ausführlichen Erklärung weiß ich, dass ein NEIN, doch die beste Entscheidung war für uns, ob für jetzt nur oder auch für immer. Auf jeden Fall fühlt es sich besser an gegen die "Hau ruck Aktion" zu sein, als für einen kurzen Moment nach dem Antrag SO zu heiraten.

Eine kurze Frage an dich unabhängig vom Thema jetzt: Was machst du beruflich? Du kannst wirklich super Dinge einem wieder spiegeln, auf die man gar nicht im Affekt mehr achtet. Eigentlich sollte ich das schon von berufswegen selber können, aber mir fehlt bei meinen eigenen Problemen die emotionale Distanz, um mich sachlich mit diesen auseinander zu setzen.

Danke für deine tolle Antwort!
von weiß nicht was ich tun soll


Beitrag von mari_g 08.02.06 - 14:29 Uhr

Also ich würde nicht einfach sagen, dass dein Freund dich nicht liebt oder dich nicht heiraten will, nur weil der Antrag etwas ungewöhnlich ist bzw. er einfach mal so seine Meinung geändert hat.

Es erinnert mich an den Heiratsantrag den ich von meinem Mann bekommen habe.

Kurz zur Vorgeschichte. Lange Fernbeziehung, dann ist er zu mir gezogen, er betonte immer wieder, dass er nicht heiraten will und wir das ja auch nicht müssten etc. Anfangs wollte er auch absolut kein Kind. Irgendwann kam ein plötzlicher Meinungsumschwung. Noch ein paar Tage vorher hat er gesagt kein Kind, keine Hochzeit und plötzlich wollte er doch ein Kind. Ein paar Wochen später sitzen wir nebeneinander am PC und sagt von der Seite: Was hälst du davon, wenn wir heiraten? Zu dem Zeitpunkt kannten wir uns 2,5 Jahre und knapp ein Jahr wohnte er bei mir.
Ich war so verdutzt. Ich sagte ja, wir machten gleich einen Termin und haben knapp 2 Wochen später geheiratet. Das war 2004 im September.

Klar, war das nicht der absolute Heiratsantrag, den viele Frauen sich wünschen, aber für mich war es der schönste Heiratsantrag. Ich wäre nie auf den Gedanken gekommen an seiner Liebe zu zweifeln, nur weil er nicht mit Rosen oder so ankam und mir dann einen Antrag machte. Es war einfach seine Art und er liebt mich über alles und ich ihn.

Ich denke schon, dass dein Freund dich liebt und das er es ernst meint. Ich denke er ist in der Hinsicht wie mein Mann, mein Mann hat es überhaupt nicht mit Romantik und schafft es immer wieder einen ungünstigen Zeitpunkt zu erwischen, aber einfach weil er nicht darüber nachdenkt, sondern weil er seinem Herzen folgt und einfach das ausspricht was er im Moment denkt und fühlt.

Wenn du dir aber nicht sicher bist, dann solltest du ihn auch nicht heiraten.

Beitrag von krikri1 09.02.06 - 07:42 Uhr

Hallo!

Also, ein wenig komisch finde ich es ja schon, wenn nicht einmal die Eltern mit aufs Standesamt dürfen oder man wenigstens im Anschluß schön Essen geht. Das kostet nun wirklich nicht die Welt!

Der klassische Heiratsantrag war es nun wirklich auch nicht, den mir mein Mann gemacht hat. Aber ich weiß, dass er es sich bestimmt gut überlegt hat, ob er mich überhaupt diesbezüglich fragt, weil die letzte Beziehung im jegliche Existenz genommen hat. Also war diese Frage mehr als ein Vertrauensbeweis!

Ich habe ja das Gefühl, dass sich Dein Freund inzwischen schon so einige Male auf die Zunge gebissen hat, weil er Dir einen Heiratsantrag gemacht hat. Es macht den Anschein, als würde er es bereuen. Das würde auch erklären, warum er Dir nun alles an Vorbereitung überläßt bzw. komplett abblockt, wenn es um dieses Thema geht. Ob gläubig oder nicht, das hat doch damit nichts zu tun! Wir haben auch nur standesamtlich geheiratet.
Aber ein wenig Interesse und Initiative darf man schon von einem Bräutigam erwarten!

An Deiner Stelle würde ich das Thema Heiraten erstmal ganz vom Tisch fegen und kein Wort mehr darüber verlieren. Warte doch einfach ab, ob er weiterhin so eine "mir-ist-doch-alles-egal-Einstellung" beibehält oder sich doch noch einmal bei Dir erkundigt, was denn nun mit Hochzeit sei.
Ich weiß, das wird Dir schwer fallen. Aber mach es!

Oder Du erlaubst Dir einfach einen Scherz und verkündest ihm, der Termin beim Standesamt sei für übermorgen ausgemacht; wie er darauf reagiert! #augen

Wenn man mal davon ausgeht, dass Dein Freund nicht nur wegen besserer Steuerklasse oder Freibetrag heiraten will, ist er ganz eindeutig noch nicht reif für die Ehe!

Überleg Dir das gut, ob Du ihn unter diesen Voraussetzungen wirklich heiraten willst!

Christine

Beitrag von mooncat70 07.02.06 - 19:24 Uhr

hallo du

also wenn du mich fragst klingt dieser "antrag" von deinem freund sehr unreif und lapidar , einfach so dahin gesagt ...wie als wenn er beim bäcker brötchen holt .

ich denke er hat sich das was er da gefaselt hat nicht gründlich überlegt und nachdem du nun logischerweise anfängst zu planen wird er komisch ...und weiss nun nicht mehr wie er sich am besten wieder aus der sache rauswinden soll ,so versucht ers eben mit mismache der hochzeitsfeier und evtl einzuladende gäste die nicht kommen sollen usw usw ...

>>>" Er ist auf dem Standpunkt "mir egal, wann das stattfindet" "Ich soll halt nen Termin auf dem Standesamt machen und dann heiraten wir." <<<<


SO ..und nach dieser aussage von ihm siehst du doch das er das ganze auf dich abwälzen will weil er in wirklichkeit gar keine lust hat zu heiraten .

"MIR EGAL" ...JAWOLL ...tzzzz also für mich spinnt der ..
man sone hochzeit ist kein kindergeburtstag .!!.


sag ihm er soll aus dem sandkasten rauskommen und erwachsen werden sonst bist du weg !!!


das ist meine meinung ...

lg moon;-)



Beitrag von lena820 07.02.06 - 19:36 Uhr

Allein die Tatsache, dass du hier im Forum (oder egal wo) die Frage stellst, ob du ihn heiraten sollst, beantwortet sie von selbst: NEIN

Wenn ich heiraten WILL, dann gibt es da nichts zu fragen, wenn doch zeugt das von Unsicherheit. Und Unsicherheit ist eine schlechte Voraussetzung um zu heiraten. Weil es ja wirklich nur 1 mal im Leben passieren sollte.

Beitrag von caro2404 07.02.06 - 20:16 Uhr

Mein Mann hatte auch Schiß vorm heiraten. Die ganze Verantwortung! So endgültig! Nicht mehr frei! etc. etc.

Es hat lange gedauert, bis ihm klar war, dass

1. Ein Kind 1000 mal mehr bindet als eine Heiratsurkunde

2. Ein große Feier mir wichtig war, weil ich immer davon geträumt habe, in weiß und mit Kutsche und in Kirche.....und ich schließlich nur ein mal im Leben heiraten wollte. Und wenn, dann richtig.

Er hatte sich gesträubt, im Mittelpunkt stehen zu müssen, dass irgendwelche Reden von ihm erwartet wurde, usw.

Wie gesagt, es hat lange gedauert, bis er mit mir diesen Schritt gegangen ist. Er hat mir quasi einen 2. Heiratsantrag gemacht, nachdem der erste 3 1/2 Jahre her war. Und ich habe mir immer gesagt, dass ich so lange warten werde, bis er mich (noch mal) fragt. Alles andere hätte er abgeblockt. Er hatte ja auch schon gereizt auf das Thema reagiert.

Und genauso hört es sich bei Euch an. Eigentlich würde er Dich gerne heiraten, fühlt sich nun aber doch bedrängt. Gib ihm Zeit. Sage ihm, was dir die Hochzeit bedeuten würde. Und dann lass das Thema ruhen bis er von selbst darauf kommt.

Im Übrigen muss eine Hochzeit nicht so teuer wie ein Kleinwagen sein. Wenn man die Ansprüche ein wenig runter schraubt und bei Verwandten und Freunden nur den engsten Kreis einläd, kann man auch ganz toll feiern.

Beitrag von nick71 08.02.06 - 11:50 Uhr

Ich habe das Gefühl, dass für ihn letztendlich das Kind die Motivation ist, Dich zu heiraten...weils halt mehr oder weniger "dazugehört", so kommt das auf jeden Fall rüber. Das würde auch erklären, warum er sich VORHER so dagegen gewehrt hat und nichts über dieses Thema hören wollte. Und da käme von mir ein ganz klares NEIN...denn nur wegen eines gemeinsamen Kindes würde ich nicht geheiratet werden wollen. Ausserdem finde ich nichts abtörnender als einen so dermassen unromantischen "Heiratsantrag"...genausogut hätte er Dich fragen können, ob Ihr mal kurz einkaufen geht *grusel*. Und dass sein Antrag nicht wirklich von Herzen kommt, merkt man auch daran, dass ihm alles "egal" ist und er die komplette Organisation am liebsten DIR überlassen würde. Würde ein Mann mir SO kommen, könnte er sich seine Heiratsantrag gleich schenken...den hätte ich glattweg abgelehnt.

Beitrag von chnime 08.02.06 - 12:30 Uhr

Hallo!

Ich kann mich Nick71 nur anschließen. Dies würde eine Heirat des Kindes wegen. Tuh das bloß nicht! Du würdest es bereuen. Sag ihm einfach, wenn er irgentwann wirklich aus Liebe heiraten will, dann soll er dir einen liebevollen Antrag machen und sonst das Thema weglassen. Man sollte nur heiraten, wenn man es auch wirklich will.

LG Janine

Beitrag von was soll ich tun 08.02.06 - 15:59 Uhr

Daran habe ich auch schon gedacht. Aber warum heiratet ein Mann eine FRAU wegen dem Kind? Dass es manchmal andersherum ist, versteh ich ja noch.

Er hat die Vaterschaft anerkannt. Der kleine trägt seinen Nachnamen. Weder seine Eltern noch meine Eltern, noch andere Menschen haben uns jemals auf dieses Thema angesprochen?

Ich werde aus dieser Sache nicht schlau. Das schlimme an der Sache ist: es ist so eine einmalige Sache, sowohl der Heiratsantrag als auch die Heirat selber. Ich bin von meiner Babiepuppentraumhochzeit schon Jahre her abgerückt, nachdem ich als erwachsene Frau heraus gefunden habe, dass das alles mit sehr viel Geld verbunden ist.

Ich habe mich von Pump und Prunk soweit entfernt, dass nur noch eine Standesamtliche Trauung mit Kaffee trinken übrig geblieben ist. Wenigstens meine Eltern und mein Bruder wollte ich dabei, weil die sich so gefreut haben auf den Tag, an dem ich heiraten werde.

Das war ihm zuviel. Gut, er hat kein besonders tolles Verhältnis zu meinen Eltern, aber er liebt mich doch und da kann ihm das doch nicht egal sein, wie ich den Tag auch verbringen möchte.

Immer wenn ich ihm diese Frage stelle, kommt eine Gegenfrage, in dem er sagt, wenn ich ihn lieben würde, dann würde ich darauf verzichten. Das könnte er von mir dann auch verlangen.
Nach langem Hickhack habe ich dann abgelehnt und zu ihm gesagt, dass ich nicht geheiratet werden muss und niemanden heiraten muss.

Seit dem ist das Thema zwar zwischen uns beiden gegessen, aber beschäftigen tut es mich noch gewaltig, weil soviele Unstimmigkeiten noch herrschen. Ich versteh es einfach nicht.

Beitrag von scullyagent 08.02.06 - 12:56 Uhr

Auch wenn es weh tut den Tatsachen ins Auge zu sehen:

Du bist nicht die Frau, die Dein Freund heiraten will!

Auch Männer wissen, auch sehr früh in einer Beziehung, ob sie diese Frau heiraten wollen oder eben nicht. Und wenn Dein Freund glauben würde, das Du die Frau seines Lebens bist, dann hätte er Dich schon längst geheiratet. Hat er aber nicht. Die Beziehung zu Dir ist nicht so schlecht, daß er sich jetzt trennen würde, aber eben auch nicht so, daß er sich vorstellen kann für immer mit Dir zuzammenzubleiben.

Jetzt hat er halbherzig mitgespielt, damit Du Ruhe gibst. Und das würde Dir reichen? Damit machst Du Dich so billig und wertlos, was dann wiederum ein Grund für seine Ablehnung sein könnte.

Du hast einen anderen Mann verdient

Scully

Beitrag von was soll ich tun 08.02.06 - 15:48 Uhr

Hallo Scully,

komisch, du sprichst da etwas an, was ich mal vor langer, langer Zeit gefühlt habe.

Obwohl du mich nicht kennst, könnte an deiner Aussage etwas dran sein. Ich weiß jetzt nicht aus welcher Sichtweise du diese Aussage tätigst. Als Mann, der einen anderen Mann versteht oder als Frau, die ähnliches erlebt hat.

Diese Beziehung hat zwischen uns beiden mit sehr viel Gefühlen und Emtionen begonnen, die irgendwann plötzlich weg waren. Ich konnte mir nie erklären, warum er plötzlich so unromantisch und kalt manchmal sein kann. Er hat es immer so erklärt, dass er sehr viele Sorgen hat. (Kein sicheren Job, kaum Geld...)

Er war mal vor meiner Zeit sehr sehr reich und hat ein Leben in Luxus geführt. Leider hat er sich verzettelt, dass selbst soviel Kohle auch irgendwann mal ein Ende hat, wenn man sie nur ausgibt und nichts daraus macht.

Als wir uns kennen gelernt haben, hatte er bereits kaum noch Geld. Er erzählte mir immer, was er früher alles gemacht hat, was er sich leisten konnte und was er mir alles bieten würde, wenn wir Geld hätten.
Ich habe ihm immer gesagt, dass für mich Geld nichts mit glücklich sein zu tun hat. Wenn man sich liebt, dann hält man auch in den schlimmsten Zeiten zueinander und gekaufte Romantik finde ich sowieso nur gestellt und nicht von Herzen. (Muss dazu sagen, dass ich aus stinknormalen Verhältnissen bin und meine Eltern nie viel Geld hatten).

Lange Rede kurzer Sinn: ich bin grade vom Thema irgendwie abgekommen. Es ging ja um Liebe und nicht um Geld.

Es gab mal eine Frau vor mir, die ihm sehr viel bedeutet hat. Ich glaube, dass sie seine erste große Liebe war und die Person, von der er am meisten gehalten hat.
Diese Frau durfte ich auch noch kennen lernen. Beide hatten zuerst eine Beziehung 6 Jahre lang, danach ein Jahr Funkstille nachdem sie sich von ihm getrennt hat und danach wieder 5 Jahre beste Freunde.
Sie haben von den 5 Jahren 3 Jahre zusammen zuerst in einer 3erWG gewohnt und dann zuletzt gemeinsam als 2er WG.

Es war für mich eine schwere Zeit mit dieser Frau, weil sie sich ständig in unserer Beziehung eingemischt hat. Ein Zufall vorletztes Jahr ergab, dass wir sowohl ihr Freund als auch mein Freund sich gestritten haben. Sie hat aus Loyalität zu ihm gehalten, was meinen Freund sehr verletzt hat. Seit diesem Streit, reden wir nicht mehr über sie und haben sie auch nicht mehr gesehen.

Ich weiß aber, dass mein Freund sie vermisst, auch wenn er es jetzt nie zugeben würde. Ich weiß, wenn sie sich wieder melden würde, dann würde er ihr sofort wieder verzeihen und da anknüpfen wo sie vor 1 1/2 Jahren stehen geblieben sind.

Um auf dein Statement zu antworten. Früher habe ich mir oft die Nächte um die Ohren gehauen, ob das wirklich Freunde sind oder mehr. Ich habe immer im Gefühl gehabt, dass die zwei nicht fertig miteinander sind.
Wenn ich jetzt noch Beispiele anführen würde, dann sprengt es den Rahmen von diesem Threat.

Aber was bin ich dann für ihn? Bin ich der Lückenbüßer für diese Frau? Was macht mich denn so billig und wertlos? Wenn man in der Anfangsphase einer Beziehung sich schnell hergibt für Sachen, dann verstehe ich, dass man schnell für einen Mann uninteressant wird. Aber nach 3 1/2 Jahren und einem gemeinsamen Kind?

Vielleicht kannst du mir noch ein paar Ratschläge und Gedankengänge mitgeben, die mir mehr Licht in dieses Dunkeln reinbringen.

Danke für deine Worte!



Beitrag von scullyagent 08.02.06 - 16:15 Uhr

Hi Unbekannte,

nun, ich bin weiblich und etwas Lebenserfahren #kratz.

Nun, was ich meine ist, das Du für Ihn eben verfügbar bist. Er meint, das er Dich sicher hat. Und es gibt für einen Mann nichts Größeres als zu jagen...

Er muß Dir nichts beweisen, kann sich desinteressiert zeigen, und Du "läufst ihm nach" ( zugegeben ist jetzt sehr platt formuliert).

Ich glaube nicht, das Du nur ein Lückbüßer bist, aber Du bist eben nicht seine Ex ( die große Liebe).

Weißt Du, manchmal treffen wir einen Menschen und es macht bum: Vom ersten Augenblick an weißt Du" das ist der Mann / die Frau die ich heiraten will" Wenn sich eine solche Liebe dann in der Realität nicht erfüllt oder wirklich ausgelebt wird, verklärt sich diese Rückblickend. Und in einer solchen Konstellation hast Du schon von Anfang an verloren.

Bei der von Dir beschrieben Vorgeschichte kam mir dann auch so der Eindruck, das er mit dem Verlust von seinem Vermögen auch sein Selbstwert eingebüßt hat. Du bist die Frau für die schlechten Tage, aber die Frau aus den guten Tagen glorifiziert er.

Schwere Situation. Ich denke Ihr solltet ein klärendes Beziehungsgespräch ( kein Hochzeitsgespräch ) führen , in dem ihr beide klärt, was sich eigentlich jeder einzelne für die Zukunft wünscht. Und dann erst kannst Du weiterüberlegen. Ob Du für Dich und auch für Euer Kind mit der Situation umgehen kannst, was geändert werden muß und auch was für Konsequenzen sein werden, wenn sich die Situation nicht ändert.

Scully

Beitrag von merlinps 08.02.06 - 18:02 Uhr

Ich denke mal das ein Heiratsantrag nicht unbedingt romantisch sein muß ... aber wenn ich den Rest so lese dann würde ich darauf verzichten, denn es sieht für mich so aus das er nur des Kindes wegen heiraten will und ich finde das muß nicht sein, jedenfalls nicht wenn er sich so benimmt.
Ich habe den Eindruck das da irgendwie der Dampf raus ist, will sagen ihr solltet Eure Beziehung mal überdenken.
Gruß Peter

Beitrag von sarantha 08.02.06 - 20:41 Uhr

Puh, Leute, macht doch mal halblang.
Aus der Entfernung lässt sich doch überhaupt nicht beurteilen, wie gut die Beziehung ist. Und nur, weil er scheinbar nicht in der Lage ist, eine romantische Heirat als wichtigen Punkt zu sehen, heißt das noch lange nicht, dass er keinen guten Ehemann abgäbe.

Mein Mann hat leider auch keine romantische Ader - jedenfalls nicht so, wie ich mir das vorstellen würde. Und hätte ich auf einen romantischen Heiratsantrag gewartet, dann hätte ich auch vermutlich erst 2 Jahre später geheiratet. Und trotzdem ist er der beste Mann für mich, wir verstehen uns super, die Beziehung ist toll. Ist das nicht wichtiger als eine Traumhochzeit, die ja doch keine Garantie ist für langes Eheglück?

Nicht, dass ich deine Enttäuschung nicht verstehe. Und klar kannst du versuchen, ob vielleicht ein guter Kompromiss zu finden ist, wenn ihr euch mal in Ruhe drüber unterhalten könnt. Aber überleg dir, was wichtiger ist, und ob der Mann es wert ist, mit ihm zusammenzuleben dein Leben lang. Wenn er das ist, dann findet ihr bestimmt auch dafür eine Lösung, wie immer sie aussehen wird.

Viel Glück
Sarantha

Beitrag von pegasus 08.02.06 - 22:19 Uhr


Hallo#liebdrueck
Kurz und knapp:Lass ihn zappeln,sprich nicht mehr darüber,mach dich ein wenig rar;vielleicht merkt er ja irgendwann mal,was er an dir hat.LG R.

Beitrag von pamamaroo 09.02.06 - 08:45 Uhr

Mal ehrlich: Aus der Entfernung lässt sich natürlich überhaupt nichts zu Eurer Beziehung sagen, und ob Ihr ein Leben zusammen verbringen wollt oder nicht müsst Ihr ganz alleine entscheiden.

Aber das ganze nur von einem misslungenen Heiratsantrag abhänging zu machen finde ich etwas überreagiert. Natürlich träumen wir Frauen doch alle von einem super romanitschen Heiratsantrag bei Kerzenschein und romantischer Musik... aber mal ehrlich... wie viele Männer gibt es, die so eine romantische Ader haben? Ich kenne in meinem Bekanntenkreis... na... maximal 2.

Ich weiß gar nicht mehr, wie oder ob mein Mann mich überhaupt gefragt hat, ob ich ihn heiraten will. Doch, einmal hat er mich gefragt, das war zwei Wochen, nachdem wir uns kennen gelernt haben und mehr so zum Spaß. Und als es dann "ernst" wurde... ich glaube, wir haben nur einfach so darüber gequatscht, aber so richtig gefragt... hat er mich nicht. Ich habe dann einfach einen Termin ausgesucht. Dann sind wir gemeinsam auf's Standesamt gefahren. Bei den ganzen Vorbereitungen hat er sich natürlich raus gehalten (wobei ich dazu sagen muss, dass mein Mann schon einmal verheiratet war und die Vorbereitungen damals mitgemacht hat bis das ganze scheinbar ziemlich chaotisch wurde, weil sich seine Ex nicht für ein Restaurant entscheiden konnte, dann nicht für eine Kirche und so weiter).

Wie soll ich sagen, ich träumte auch immer von einer tollen, großen Hochzeit, mit Kirche, Kutsche und allem was dazu gehört. Nun, wir konnten nur standesamtlich heiraten und wir haben dann auch "nur" in kleinstem Kreise geheiratet, nur die engsten Freunde und natürlich der engere Familienkreis. Und was soll ich sagen: Es war der schönste Tag meines Lebens! #stern Ich denke heute, eine große Hochzeitsfeier hätte ich gar nicht so sehr genießen können, mit vielen Gästen, mit dem Stress schon früh am morgen und bis spät in die Nacht... Also, es ist durchaus auch eine Überlegung wert!

Mein Vorschlag: Such einen gemeinsamen freien Tag aus und fahrt dann gemeinsam zum Standesamt und anschließend geht Ringe kaufen. Da wird er sicher mitgehen.
Kirche, Restaurant, natürlich Kleid aber auch Anzug für Deinen (hoffentlich) Zukünftigen... such selber aus mit einer guten Freundin oder Deiner Mutter. Da würde er sicher nicht gern mitmachen, oder sehr schnell genervt sein. Also, begib Dich gar nicht erst in die Situation. Es muss ja nicht sein.
Und mit Gästen, versuch tatsächlich, es weitestgehend zu begrenzen. Ich glaube, weniger ist da echt oft mehr.

Und noch etwas: Warte mit allem, bis das Kind aus dem Gröbsten raus ist und Du wieder einen freien Kopf hast. Ich glaube, Du bist auch in einer etwas "angespannten" Situation, wo man vielleicht alles ein bisschen negativer sieht, als es tatsächlich ist.

Vergiss nicht, es ist allein Deine Entscheidung, wie es weiter geht, aber die Entscheidung wird auf alle Fälle die Richtige sein!

Ich wünsche Euch alles erdenklich Gute! #liebdrueck
pamamaroo

Beitrag von susebine 09.02.06 - 11:06 Uhr


Hallihallo!

NEIN - wenn er sich so wenig Gedanken um deine Gefühle und Wünsche gemacht hat und sich auch anderweitig nicht großartig bemüht hat, würde ich darüber ganz genau nachdenken, was das auch mit der Beziehung zu tun hat, denn so ein Schritt sollte schon etwas liebevoller gestaltet sein.

Ich habe auch an Weihnachten meinen ersten Antrag bekommen und der war so schön und mein zukünftiger Mann hat sich wirklich Gedanken gemacht, was mir wichtig ist, dass ich natürlich sofort JA gesagt habe. Wäre es so nebenbei gekommen, nach dem Motto, du bist ja jetzt schwanger, wollen wir heiraten? - hätte ich ohne Überlegen zu müssen, NEIN gesagt.

Auch die Begründung mit Familie und Geld finde ich total daneben -bist du dir sicher, dass das der Mann für dein Leben ist??
Manchmal ist man ja selbst etwas blind, aber ich würde das noch mal kritisch überdenken, auch nach all den außenstehenden Meinungen hier, die ja überwiegend in dieselbe Richtung tendieren.

Lass dir Zeit und überstürze nichts - für ein Kind muss man heute nicht verheiratet sein.

Alles alles Gute für dich und dein Baby!!!

Beitrag von linda35 09.02.06 - 11:05 Uhr

Also die große Liebe kanns von SEINER Seite her auch nimmer sein, wenn du mich fragst. Ich hatte DAMALS ein ganz ähnliches Erlebnis mit meinem mittlerweile EX-Mann. Wir hatten schon 2 kleine Kinder und auch Haus gebaut und irgendwie hatte es mich schon seit Jahren gestört, dass er mir nie einen Heiratsantrag gemacht hat. Er war nämlich ein "gebranntes Kind" und wollte nicht "denselben Fehler 2 x machen". Ich aber war noch nie verheiratet gewesen und es störte mich sehr, dass er mich nicht GANZ annehmen wollte, so wie es mir schien. Schließlich drängte ich aber darauf zu heiraten, weil ich auch die "letzte" Bestätigung noch haben wollte. Er willigte schließlich ein, bestand aber ebenfalls auf einer sehr kleinen Hochzeit, sowieso nur standesamtlich, am liebsten nur mit den Eltern und mit so komischen Auflagen, wie dass er den Ehering nicht tragen würde MÜSSEN oder dass es kein Problem sein dürfe, wenn er auf den Hochzeitstag vergessen würde und es gab sogar einen Ehevertrag. Ich willigte freudigst ein, nur alles, damit er endlich JA zu mir sagen würde und um ehrlich zu sein, auch dem Drängen meiner Mutter gerecht zu werden. Natürlich war ich damals der Meinung, dass wir SOWIESO zusammenbleiben würden, denn wir hatten ja 2 kleine Kinder. Und auch ich hätte es so ausgedrückt wie du: Wir lebten sehr harmonisch miteinander.

Was soll ich dir sagen, kurz und gut. Nach nur 3 Jahren kam ich drauf, wie dumm ich gewesen war!! Die Beziehung war längst abgestumpft gewesen, das merkte ich, als ich wieder anfing arbeiten zu gehen. Ich lernte einen anderen Mann kennen und verliebte mich so RICHTIG. Erst jetzt wurde mir bewusst, dass meine Beziehung nur mehr Gewohnheit war und schon die Hochzeit ein großer Fehler gewesen war - den ich übrigens bitter bereut habe. Ich hatte auf meine Kinder nicht automatisch "Anspruch". Mein Ex-Mann setzte mich unter Druck - auch finanziell - da er sich sonst nie freiwillig hätte EINVERNEHMLICH scheiden hätte lassen. Ich musste mich mit weniger Alimente als den gesetzlichen zufriedengeben, er wollte das GEMEINSAME Sorgerecht und auch finanziell stieg ich sehr schlecht aus. Alles nur, damit er mich endlich gehen ließ und ich nicht einen monatelangen Scheidungsprozess/-krieg am Hals hatte. Ich bereute es also BITTER, mir diese Nachteile eingehandelt zu haben. Und wenn ich heute nachdenke, glaube ich, dass sich mein damaliger Mann seit der Hochzeit meiner noch viel viel SICHERER gefühlt hat als davor und sich erst dann noch mehr so richtig "gehen ließ" und überhaupt nicht mehr an unserer Beziehung arbeiten wollte.

Also, du weißt nicht, was mal kommen wird und ich rate dir, auch diese Seite gut zu überdenken. Ein Kind ist kein Beziehungskitt sondern eine große Belastung für eine Partnerschaft, auch wenn man es nicht glauben will, wenn man die süßen Babies und Kinder dann mal bei sich hat.

Und noch ein allerletzter Tipp von mir: Du solltest versuchen, eine "Königin" zu werden in eurer Beziehung. Werte dich nicht ab, indem du ihn "anbettelst", dich zu heiraten, sondern gib ihm IMMER das Gefühl - trotz eines gemeinsamen Kindes - dass du auch alleine zurechtkommst und deinen Stolz hast. ER sollte schließlich DICH bitten, seine Frau zu werden, nicht umgekehrt. Wenn er dich auch wirklich heiraten WILL und sich nicht nur wegen des Babys dazu "verpflichtet" fühlt, wird er dich eines Tages ganz von selbst BITTEN - glaube mir. Ansonsten kannst du jederzeit in Freiheit ohne Hindernisse deine Wege gehen.

Alles Gute für deine Zukunft wünscht dir Linda

Beitrag von was soll ich tun 09.02.06 - 16:18 Uhr

Hallo Linda,

genau davor habe ich so Angst! Dass jemanden heirate und dann bitterböse bereuen würde.

Der erste hier, der mir auf mein Posting geantwortet hat, hat es ziemlich treffend geschrieben. "Hoch-zeit".
Wenn man diese Metapher hernimmt und auf meine Situation ummünzt, dann frage ich mich wirklich, ob wir noch eine hohe Zeit haben.

Ich habe die Beziehung nicht in Frage gestellt, da ich immer noch ne Hoffnung hatte, dass auch bessere Zeiten wieder auf uns zukommen werde. Ich habe unsere verloschene Leidenschaft, unsere abgeflaute Liebe zueinander auf die schlechten Umstände, die wir miteinander ausbaden durften. Zuerst verlor ich den Job (Gott sei Dank nur für 3 Monate), dann er. Dann hat er sich selbsständig gemacht, was auch nicht lief. Dann bin ich nicht geplant schwanger geworden. Ich dachte aber immer, so schwierige Zeiten kittet eine Beziehung mehr zueinander. Ich habe immer zu ihm gehalten, ihm immer den Rücken gestärkt, bin für ihn von A nach B gezogen, obwohl es mich letztes Jahr einen tollen Job gekostet hat. Zum Glück habe ich es einfach irgendwie einen neuen Job wieder zu finden, so dass "nur" übrig bleibt, dass ich immer wieder in meiner Arbeit von vorne anfangen kann. Neues Team, neue Strukturen...

So ein komisches Bauchgefühl hatte ich immer, dass irgendwas nicht stimmt bei uns. Nur schaffe ich es nicht zu verstehen, was in ihm vorgeht und was er denkt.

Nach dem ganzen hin und her über diese Hochzeitsgeschichte, bei der ich mich blamiert habe, meine Eltern...habe ich plötzlich nicht mehr mitgemacht. Wäre ich auf alles eingegangen, nur um wirklich mit ihm verheiratet zu sein, dann wäre das längst schon passiert. Doch irgendwie hat mich mein eigener Stolz zurück gehalten, nachdem ich gesehen habe, dass mich dieser Mann nicht aus Liebe heiraten, sondern aus was weiß ich für Gründe.

Sollte dieser Tag nicht mit voller Freude erwartet werden? Sollte es nicht etwas sein, dass unsere Liebe krönt?

Am Jahresbeginn bzw. Silvester saß ich allein mit meinem kleinen Sohn zu Hause, während er woanders feiern war. Ich saß um Mitternacht allein auf dem Balkon hab in den Himmel geschaut und mir schoß nur ein Satz durch den Kopf: "So wie dieses Jahr beginnt, so wird es auch wohl enden."
Ich bin dann kurz nach Mitternacht zu meinem Sohn gegangen und habe ihn in den Arm genommen. Das war so ein warmes und schönes Gefühl. Er ist mein ganzer Stolz und Beste, was mir seit Langem in meinem Leben passiert ist.

Danke für deine Antwort und dass du mich an deiner Erfahrung hast teilhaben lassen!



Beitrag von linda35 10.02.06 - 09:18 Uhr

Hallo nochmals!!

#danke Danke für deine Antwort. Du scheinst eine sehr gefühlvolle und intuitive Frau zu sein und gibst dir deine Antworten schon selbst. Also ich glaube jetzt nach deiner Antwort umso mehr, dass du das Heiraten - vorerst - lassen solltest. Warte einfach ab, was die Zukunft bringt.

Deine Silvestergeschichte hat mich auch sehr berührt und mir ist es oft ähnlich gegangen wie dir in dieser Nacht. Hast du ihm von deinen Gefühlen zu Silvester erzählt? Es sollte ihm bewusst sein, dass er sehr egoistisch war, einfach feiern zu gehen und dich ganz (selbstverständlich) alleine mit dem Kind zu Hause zu lassen. (Am besten wäre ja, du drehst mal den Spieß um und feierst auch mit Freundinnen außer Haus und lässt IHN einmal alleine ...)

Dein letzter Satz "So wie dieses Jahr beginnt, so wird es auch wohl enden" klingt sehr resigniert. Deinem Partner ist vielleicht sein Verhalten gar nicht so bewusst er sollte mal so richtig WACH werden - aber das sollte passieren, BEVOR es zu spät ist. Ich habe nämlich den Eindruck, dass du innerlich schon beginnst "abzuschließen". Ich habe auch so lange gewartet und geduldet, bis ich innerlich schon so tot war, dass mir schon alles egal war. Und erst als es wirklich schon zu spät war, ist mein Mann "aufgewacht" und wollte mir plötzlich jeden Wunsch von den Augen ablesen.

Mein Tipp für dich wäre also jetzt folgender: Sei DU egoistischer, mach alles, was dir gut tut ... Geh weg mit Freundinnen, zum Sport, Kurse etc., aber geh außer Haus, damit ER sich deiner nicht mehr so ganz sicher sein kann, dich zu "besitzen". #cool Der liegt nämlich beziehungstechnisch auf der "faulen Haut", weil er sich im sicheren Hafen fühlt. Dann muss halt ER mal zu Hause sitzen, auf den Kleinen aufpassen und auf dich WARTEN, das wird ihm gut tun!! #flasche Poche auf Gleichberechtigung und Partnerschaft! Setz dich unbedingt durch. Eine Frau, die immer verfügbar ist, wird nicht mehr geschätzt! Das ist leider so. #schmoll

Alles Liebe - Linda

Beitrag von zwergenmama26 09.02.06 - 12:14 Uhr

Hi,
1. Sicher bringt nicht jeder Mann den filmreifen Heiratsantrag rüber, darüber würde ich mir keine Gedanken machen.
2. Eine Hochzeit sollte nie nur mit der einen oder der anderen Familie sein. Entweder alle oder keiner. Aber wir hatten auch nicht unbegrenzte finanzielle Möglichkeiten, als wir geheiratet haben. Also haben wir nur die direkte Famile eingeladen und je ein Paar Freunde. Dann gibt es auch Sparvarianten beim Feiern ( Kuchen selber backen..., da helfen viele ).
Und man kann ja auch gleich am Anfang sagen, dass man Geld haben möchten ( gibt es schöne Sprüche im Internet ) Am ende haben es sogar unsere Eltern bezahlt.

Also nur Mut und mit allen Feiern
Ich denke heute immer noch gerne an unsere Hochzeit von 2 Jahren zurück.

Beitrag von was soll ich tun 09.02.06 - 14:30 Uhr

Hallo zwergenmama26,

ich bin nicht (mehr) traurig darüber, dass ich keinen hollywoodreifen Antrag bekommen habe. Ich habe ja auch "ja" gesagt und mich riesig darüber gefreut als es passiert ist.

Warum ich im Nachhinein traurig war, war wegen den Geschehnissen, die danach eintrafen.

Zuerst hat er mir einen Antrag gemacht bzw. mich gefragt. Dann kam wochenlang gar nichts. Dann habe ich mal nachgefragt, wann wir denn heiraten würden (Datum, Tag...)
Das war ihm egal. Es kam die Aussage, dass ich mir das selber aussuchen soll. Also meinte ich, dass ich den 6.6.06 toll finden würde und somit auch noch Zeit wäre die restlichen SS-Pfunde bis dahin verschwinden zu lassen.
Ich habe dann beim Standesamt nachgefragt wegen diesem Termin. Diese haben mir mitgeteilt, dass wir für den 6.6. am 6.12 hätten vorsprechen sollen. Es war ein Dienstag um 7.00Uhr.

Wegen den Unterlagen bat ich meinen Freund, dass er eine Abschrift des Familienstammbuches von seinem Vater holen soll. Das hat er dann gemacht. Der Termin war dann wochelang klar und ich habe ihn öfters darauf hingewiesen, dass er den Termin bitte nicht vergessen soll.
Er hat ihn auch nicht vergessen, aber einen Tag vorher festgestellt, dass er wegen der Arbeit nicht zum Standesamt gehen kann. Ich wollte dann alleine mit meinem kleinen Baby auch nicht auf`s Amt.

Obwohl ich traurig war, dass ihm das nicht so wichtig erschien, habe ich mich zusammengerissen und kein Theater veranstaltet. Ich habe ihn dann gefragt, ob wir uns nun ein anderes Datum aussuchen sollen.
Er meinte dann nur, dass ich halt ein Wochenende meiner Wahl mir aussuchen soll. Ich war schon auf der Suche nach einem Kalender um mit ihm zusammen zu schauen und was macht er? Er legt sich auf die Couch und schaut fern und war dann nicht mehr ansprechbar für mich.

Auch das habe ich noch geschluckt. Dann irgendwann habe ich ihn mir in einer ruhigen Minute gekrallt und gefragt, warum er so desinteressiert ist wegen der Planung. Er meinte dann nur, dass er die Planung nicht toll findet. Denn bevor einen Termin ausmacht, sollte man wenigstens die Rahmenbedingungen besprochen haben.
Gesagt getan: ich habe ihm gesagt, dass ich ganz klein, nur mit engster Familie feiern will. Zuerst Standesamt und dann Kaffee und Kuchen und danach auf einen Umtrunk und kleine Feier zu Hause, da wir ja auch ein Baby haben und nicht groß weggehen können.

Seine Vorstellung war: entweder ganz groß und pompös (aber dafür haben wir in 100Jahren kein Geld, oder nur wir zwei bwz. zu dritt.

Ich habe ihm gesagt, dass es mir schon wichtig wäre, dass zumindest meine Eltern, seine Eltern, mein Bruder und sein Bruder da sind.
Das war ihm dann zuviel, worauf hin er meinte, dass ich mir klar machen sollte, ob ich nur heiraten möchte für meine Eltern oder ihn.

Was ist denn das bitte schon für eine Grundlage. Geh ich auf ihn ein, bin ich unglücklich. Geht er auf mich ein, dann ist er totunglücklich.

Das kann doch nicht sein? Oder?

Danke für deine Antwort


Beitrag von noah2003 09.02.06 - 21:30 Uhr

Also ich habe dein Posting und auch all die anderen Meinungen dazu gelesen und bin der Meinung, dass du diesen Mann erst einmal "zappeln" lassen solltest.
Geheiratet hat man heutzutage schnell und hinterher bist du vielleicht total enttaescht, weil dann eure Beziehung noch schlechter laeuft.
Du kannst auch ohne Trauschein gluecklich sein, lass ihm Zeit und selbst entscheiden, wenn es passieren soll, oder auch nicht. Das lass ihn aber wissen.
Ich bin verheiratet und hab auch keinen romatischen Heiratsantrag gemacht bekommen, aber mein Mann und ich haben gemeinsam entschieden, wie, wann und wo es passieren soll. Ihm war das ganze nicht egal.
Und da ja offensichtlich etwas in Eurer Beziehung nicht stimmt, wuerde ich an deiner Stelle dieses Jahr noch mal abwarten, wenn er sich bis zum Sommer nicht ruehrt, wuerde ich dann an deiner Stelle ueberlegen, ob ihr Eure Beziehung weiterfuehrt, oder beendet.
Liebe Gruesse an Dich und dein Kind#liebdrueck


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