DAS KOMPETENTE KIND, wer hat das Buch gelesen?

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Forum: Kleinkind

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Beitrag von trinerle83 07.02.06 - 20:33 Uhr

Hallo,

ich habe vor mir das Buch zu kaufen. Aber ich wollte euch vorher mal fragen ob jemand das Buch gelesen hat und was er davon hält.

Meine Freundin meinte, die Dinge die Jesper Juul beschreibt wären in der Realität nicht durchsetzbar.

Z.B. das Kind soll sich seine eigenen Grenzen setzen! Soll das heißen es gibt keine Verbote für das Kind?#schock
Vielleicht mag mir jemand berrichten.
Möchte einfach wissen, ob es sich lohnt dieses Buch zu lesen.

LG Kathrin & Noah #baby (15 Monate)

Beitrag von amra 07.02.06 - 20:40 Uhr

hallo kathrin

ich lese es noch immer,mein sohn ist auch 15 monate und es gab wirklich situationen oder es gibt sie noch immer aber ich verstehe ihn besser und kann auch besser auf seine wünsche eingehen.klar musst du einem kind grenzen setzen lassen,aber grosse hilfe ist es zuerst mal dein kind und seine bedürfnisse zu verstehen,kind macht viele dinge sâus langeweile aus frust ......deshalb bin ich bis jetzt sehr zufrieden mit dem buch.....klar man kann nicht alles so einsetzen wie beschrieben,man hat nicht jeden tag einen sonnentag,man ist nicht immer zufrieden,fröhlich,ausgeglichen.....und genauso ist es bei kindern egal welchen alters....

lg amra& arman (15monate)

Beitrag von tekelek 07.02.06 - 21:07 Uhr

Hallo Amra !
Du mußt doch nicht immer zufrieden und fröhlich sein ;-)
Ich finde das Buch super und lebe diese Philosophie, aber dazu gehört meines Erachtens nicht, daß man immer gut drauf sein sollte, sondern daß man respektvoll mit seinem Kind umgeht und es nicht demütigt.
Ich bin auch mal schlecht gelaunt oder sauer, wenn Emilia dann jammert, sage ich ihr das auch, daß mich das nervt und ich heute schlecht drauf bin - ohne herumzuschreien oder meinen Ärger irgendwie an ihr auszulassen.
Meist hält sie sich dann zurück und wird ruhiger :-)
Ich habe sie noch nie angeschrien oder gar bestraft und fahre sehr gut damit.
Es ist doch irgendwie logisch - wenn man einen Menschen, egal welchen Alters, demütigt oder respektlos behandelt, wird er einen ebenfalls nicht respektieren, sondern lediglich Angst bekommen.
Ich finde es eher schade, wenn ich hier im Forum immer wieder lese "wie kann ich mein Kind am besten bestrafen" oder ähnliches, da könnte ich Heulen.
Liebe Grüße und viel Spaß weiterhin mit Deinem kompetenten Kind :-),

Katrin

Beitrag von amra 08.02.06 - 08:49 Uhr

halo kathrin
ich glaube dass man mich falsch verstanden hat,ich meinte klar hat man nicht immer schöne tage und so ist es bei kindern auch und genauso muss man kinder auch behandeln,bzw. gegenüber kindern auch respekt zeigen!
und ein kind zu bestrafen ist der bulls... den man machen kann,den man wird auch nicht bestraft wenn man fehler macht,sie sind ja da um draus zu lernen,und mein keind muss es auch lernen,es gibt andere methoden einem kind zu zeigen das es etwas nicht darf oder nicht soll.

lg amra#liebdrueck

Beitrag von plauze 07.02.06 - 20:49 Uhr

Hallo Kathrin,

na, da bin ich mal gespannt, ich lese das Buch nämlich gerade und wollte hier auch bald mal um Rat deshalb fragen, weil ich Vieles einfach nicht verstehe, glaube ich. Meiner Vorrednerin kann ich mich in sofern nicht anschließen, dass man jeden Tag ausgeglichen und fröhlich sein soll. Ich hab es so verstanden, dass man eben das Kind GLEICHWERTIG behandeln soll, wobei mir eben das WIE nicht ganz klar ist. Finde es sehr schwierig, wenn alle Anderen in Linas Umgebung sie doch "NUR" als Kind sehen, welches ERZOGEN und BEGRENZT werden muss( Omas, Familie usw.) Bin mal gespannt, welche Antworten Du bekommst. Ich bin noch nicht ganz fertig, aber vielleicht kann ich demnächst mehr dazu sagen#aha
Im Moment kann ich Dir jedenfalls weder zu- noch abraten es zu kaufen. Finde die Grundidee gut, aber die Umsetzung ist mir ein Rätsel.

Viele liebe Grüße
Maja mit Lina, 13 Monate und schon sehr kompetent;-)

Beitrag von tekelek 07.02.06 - 20:57 Uhr

Hallo Maja !
Ich finde es ganz einfach. Ich behandle Emilia einfach so, als ob sie alles versteht und verbiete nur etwas, wenn es für sie gefährlich werden könnte.
Ich schreie sie nicht an und bestrafe sie nicht - fand ich schon vor der Lektüre des Buches sinnlos.
Wenn sie aber meine Grenzen überschreitet, z.B. herumjammert, wenn ich gerade eine kleine Pause auf dem Sofa machen möchte, dann sage ich ihr sehr deutlich, daß ich gerade eine Pause mache und sie später wiederkommen soll - sie macht es sogar, da bin ich immer ganz baff !
Oder wenn sie nölt, wenn ich gerade koche, sage ich ihr auch einfach "Ich habe jetzt keine Zeit, warte bis ich fertig bin" und sie nörgelt dann vielleicht noch 5 Minuten, dann trollt sie sich aber.
Nachts habe ich es auch schon ausprobiert. Wenn sie aufwacht, gehe ich zu ihr und tröste sie, dann sage ich ihr, daß ich sehr müde bin und jetzt schlafen gehen möchte, wünsche ihr nochmal eine gute Nacht und gehe aus dem Zimmer - hat bisher auch immer super funktioniert.
Natürlich halte ich mich dann immer an Versprechungen, z.B. daß ich dann zu ihr hingehe und mit ihr spiele, wenn ich Pause gemacht habe oder fertig gekocht habe.
Und ich behandle sie so, wie ich meinen Mann auch behandle, mit Respekt, ohne sie zu demütigen.
Liebe Grüße und falls Du noch Fragen hast, frag einfach :-)

Katrin

Beitrag von plauze 08.02.06 - 14:03 Uhr

Hallo Katrin,

danke für Deine AW. Ja, die Sachen mit Respekt und vor Allem, Lina gleichwertig zu behandeln, finde ich auch überhaupt nicht so schwer. Es sind nur manche Situationen, da kann ich einfach nicht anders und werde eben etwas lauter. Ich geh aber dann raus, damit sie keine Angst kriegt, ich muss aber meine Gefühle rauslassen. Leider war mein Elternhaus nicht ganz unproblematisch und ich hatte immer Angst, ich würde vielleicht mal handgreiflich werden bei meinem Kind. Dies ist aber GOTT SEI DANK nicht der Fall und ich bin mir dessen immer bewusst, dass es nicht Linas Schuld ist, dass ich vielleicht gerade gereizt, genervt oder müde bin. Ich versuche auch, Lina wie meinen Mann mit Würde zu behandeln! Nur manchmal rutscht eben auch da ein schimpfwort raus, wasmir dann immer direkt wieder leid tut, weil es wirklich nur Wut und nicht Ernst gemeint ist. Ich frage mich halt, wie soll ich Lina "erziehen", wenn ich mich selber so wenig kenne! Jetzt ist es noch einfacher, aber ich stelle mir Lina in geraumer Zeit schreiend und tobend im Supermarkt vor, was würde denn Herr Juul in dem Moment machen? Und was will Lina mir damit sagen? Kooperiert sie dann??#schock Ich lese hier oft von fragenden hilflosen Müttern, deren Kinder sich selber oder andere hauen, obwohl es das zu Hause nie gab#kratz Was ist das dann? Ich bin halt nich sooo davon überzeugt, dass ich es "nur mit Liebe" hinkriegen kann, da kenne ich zu viele negativ-Beispiele im Bekanntenkreis. Und ebenmich selber und meine Unfähigkeit, manchmal rational an die Dinge ran zu gehen. Uff#schwitz Fragen über Fragen. Sorry, ist nun doch länger geworden. Ein Beispiel noch: neulich waren Oma und Opa da, Lina haut mit dem Becher ein paar mal auf den Tisch, bis ich sie BITTE, das zu lassen. Opa ist fast hinten rübergeschlagen und machte sich lustig, dass ich mein Kind freundlich aber bestimmt darum gebeten habe. Seiner Meinung nach hätte Lina wohl direkt ein paar auf die Finger bekommen können#augen:-%

Das um Thema, wie geht es ihr dann, wenn sie außerhalb ist, wenn sie mehrere Stunden bei Menschen verbringt, die total entgegen meiner Art sind, und das stundenlang.

Liebe und ratlose Grüße
Maja, die sich vielleicht ein bisschen zu viele Gedanken macht...

Beitrag von tekelek 08.02.06 - 18:07 Uhr

Hallo Maja !
Wieso stellst Du Dir denn Deine Tochter schreiend und tobend im Supermarkt vor, wenn es gar nicht so ist ? Es muß doch nicht so kommen ! Ich glaube, alleine so eine Vorstellung ist schon sehr schlecht, denn dann erwartet man so eine Reaktion von seinem Kind und hat Angst davor - meist erfüllt sich die Prophezeiung dann von selbst :-(
Du kriegst es nur mit Liebe hin, glaub mir ! Aber Liebe bedeutet nicht, daß Du in allem nachgibst und sie schalten und walten lässt, wie sie möchte, sondern daß Du immer deutlich Deine eigenen Grenzen zeigst und konsequent in Deinem Verhalten bist.
Wenn Du selber unsicher bist und Angst hast, Dein Kind könnte negativ reagieren, hat das nichts mit Liebe zu tun.
Auch wenn ich meinem Kind etwas nicht gebe und es dann weint und heult, liebe ich es, gerade weil ich dann diese Gefühle akzeptiere und ihm vielleicht damit sogar helfe, denn es lernt dadurch, mit inneren Konflikten umzugehen.
Kinder wollen keine Macht, sie wollen geführt werden - im positiven Sinne.
Bleib immer bei dem, was Du Dir vorgenommen hast, egal was passiert, dann respektiert Dich Dein Kind und nimmt Dich ernst, wenn Du etwas von ihm möchtest.
Ich sehe jetzt schon im Supermarkt andere Kinder, die in Emilias Alter sind (!), die bereits herumkreischen, Süßigkeiten haben wollen, u.s.w. ...
Mein Kind sitzt dann ganz erstaunt und ruhig im Wagen. Sie weiß genau, wenn sie etwas aus den Regalen haben möchte, bekommt sie es nicht.
Anfangs hat sie noch gemotzt, nach dem ca. 5. Mal hat sie es dann kapiert und versucht es gar nicht erst.
Sie weiß, daß ich da konsequent bin und keine Ausnahme mache, sie bekommt einfach nichts in die Hand, solange wir im Laden sind.
Wenn sie selber etwas nimmt, schaue ich etwas finster und sage, daß ihr das nicht gehört und sie es zurücklegen soll - was meinst Du, wie schnell sie da reagiert !
Anschließend lache ich sie an und sage ihr, wie toll ich das finde, daß sie es wieder zurückgelegt hat, und sie freut sich wie ein Schneekönig - ist doch eigentlich ganz einfach #kratz ?
Ich glaube, man muß einfach selber sehr selbst"bewußt" sein und Selbstvertrauen haben und vor allem die eigenen Grenzen sehr gut kennen, sonst kann man seinem Kind nichts vermitteln und es auch nicht führen.
So, war jetzt wieder etwas länger, ich hoffe, ich konnte Deine Fragen etwas beantworten :-)
Liebe Grüße,

Katrin

P.s.: Kinder schreien vor allem dann herum, wenn sie es zu Hause gelernt haben - versuch einfach, weniger laut zu werden. Geh lieber aus dem Zimmer BEVOR Du laut wirst, atme tief durch und gehe dann wieder rein.
Mit dem Schlagen fangen glaube ich vor allem Kinder an, die zu Hause keine negativen Gefühle zeigen dürfen, denen gesagt wird "Jetzt heul doch nicht so" oder die geschimpft werden, wenn sie selber wütend sind ...
Sie wissen keinen anderen Ausweg für ihren inneren Konflikt, als zuzuschlagen :-(

Beitrag von plauze 09.02.06 - 13:41 Uhr

Hallo Katrin,

ich geh von den Attaken aus, weil man ja diese "Horror-Geschichten" zur Genüge aus dem Freundeskreis kennt und da bin ich nicht so vermessen zu glauben, dass wir "verschont" bleiben, denn unsere Freunde können ja nicht alle alles falsch gemacht haben( um es mal etwas überspitzt auszudrücken) Ich finde es toll, dass Du zu Emilia ein solches Verhältnis hast, aber ich bin nicht davon überzeugt, dass das so bleiben muss.(Wobei ich es Euch natürlich wünsche) !!! Ich glaube, wenn sie so 2-3 Jahre alt sind, kommt man vielleicht nicht mehr ganz so "einfach" dran. Natürlich habe ich Angst, und ja, mir fehlt oft das gewisse Selbstvertrauen. Leider! Wo wir ja wieder beim kompetenten Kind angelangt wären, welches ich wahrscheinlich nie so richtig sein durfte?! Kann ich es Lina trotzdem vermitteln? Ich hoffe es und wünsche mir, dass ich immer das Bewusstsein dafür habe.
Die Tränen meinerTochter "auszuhalten" ist etwas, was ich auf jeden Fall noch "üben"/lernen muss. Aber natürlich gibt es auch bei uns Grenzen. Und mir ist schon wichtig, dass Lina auch mitkriegt, dass ich mal wütend bin. Ich schreie sie ja nicht an, sondern gehe eben raus, wie schon beschrieben. Sie darf aber sehen, dass ihre Mutter auch negative Gefühle hat, das finde ich wichtig. Keine Sorge, ich raste nicht jeden Tag aus;-)

Sorry, ist schon wieder sooo lang geworden#kratz;-)
Aber danke für Deine Antwort und liebe Grüße
Maja

Beitrag von tekelek 07.02.06 - 20:51 Uhr

Hallo Kathrin !
Ich habe sowohl "Das kompetente Kind" als auch "Grenzen, Nähe und Respekt" gelesen - ich fand beides genial :-)
Ein Kind braucht keine Verbote und Strafen, wenn man es mit Respekt behandelt - dann behandelt es nämlich die Eltern auch mit Respekt !
Das ist eigentlich die Aussage des Buches.
Juul geht davon aus, daß jedes Kind kooperieren möchte mit den Eltern und ich habe die Erfahrung bei meiner Tochter gemacht, daß das voll zutrifft.
Ich habe sie noch nie angeschrien oder bestraft, aber sie hört aufs Wort, wenn mir etwas wichtig ist und ich ihr das sage !
Verstehst Du, wieso sollte ein Kind respektlos sein oder Anweisungen mißachten, wenn es selber mit Respekt und mit Rücksicht auf seine Würde behandelt wird ??
Ich kann das Buch nur empfehlen, es hilft, die Sichtweise zu verändern und besseren Zugang zu seinem Kind zu bekommen.
Liebe Grüße,

Katrin mit Emilia-Sofie (*05.01.05), einem sehr kompetenten Kind #kuss und #ei (ET 02.09.06)

Beitrag von trinerle83 07.02.06 - 21:12 Uhr

Hallo,

ja das klingt ja ganz toll. Aber wie soll ich mich z.B. verhalten wenn mein Sohn den Herd anschalten will oder mir alles abräumt?#augen
Da muss ich es Ihm doch verbieten und wenn ich Ihm sage: NEIN! Dann macht er immer weiter und wenn er seinen Willen nicht bekommt dann wird er zornig und brüllt wie am Spiess.
Kommt selten vor, aber was mache ich dann? Er ist jetzt 15 Monate und er versteht schon NEIN aber wenn ich Ihm das erklären würde, das würde er nicht verstehen. glaube ich.
Hast du da einen Tip, laut Buch?
Wie gesagt ich lasse vieles durchgehen, aber bei sowas ist Schluss, da bleib ich hart.

LG Kathrin

Beitrag von tekelek 07.02.06 - 21:32 Uhr

Hallo !
Ich verbiete Emilia auch nur Sachen, die gefährlich für sie werden können, dazu gehören die Herdplatten.
Wenn sie daran drehen möchte, sage ich ganz ruhig, daß ich nicht möchte, daß sie drangeht - ich bemühe mich immer, nicht "Nein" zu sagen, sondern es eben anders auszudrücken.
Wenn Du ständig "Nein" sagst, hört Dein Kind das Nein irgendwann nicht mehr, es wird schlichtweg ausgeblendet.
Da ich nie die Stimme bestimmt klingen lassen, außer sie darf etwas nicht, lässt sich auch sofort davon ab und schüttelt sogar selber den Kopf ;-)
Was räumt er denn ab ? Emilia räumt gerne Bücher aus dem Regal - ich lasse sie, außer sie fängt an, Seiten herauszureissen, dann erkläre ich ihr, daß ich sehr traurig bin, wenn das Buch kaputtgeht und stelle es mit ihr wieder zurück.
Wenn sie anfängt die Spülmaschine oder das Altpapier auszuräumen lasse ich sie ebenfalls machen, denn ich übe das Geschirr ausräumen immer mit ihr und sie ist schon ziemlich sicher mit den Tellern. Das Altpapier räume ich wieder mit ihr zusammen ein, ich setze mich dann zu ihr und sage ihr "Fein hast Du das ausgeräumt, jetzt räumen wir es aber schön wieder ein !", sie hilft dann auch mit.
Ich gehe einfach davon aus, daß Emilia versteht, was ich ihr erkläre und es funktioniert auch ! Wenn sie nachts aufwacht und ich rübergehe und ihr sage, daß ich jetzt müde bin und selber schlafen gehen möchte, dann jammert sie zwar noch 5 Minuten ganz leise, schläft dann aber weiter.
Ich überlege mir bei allem, ob es jetzt Sinn macht, ihr das wegzunehmen oder zu verbieten und vor allem mache ich ihr MEINE Grenzen immer deutlich, das ist wichtig !
Bei uns klappt alles sehr gut, entweder habe ich ein überdurchschnittlich intellegentes Kind oder das, was ich mache, funktioniert :-)
Liebe Grüße,

Katrin

P.s.: Falls Du noch spezielle Fragen hast, kannst Du mir auch gerne mailen.
Ayshe (auch eine Urbianerin, falls Du sie nicht kennst) erzieht ihre Tochter auch nach dieser Methode, diese ist jetzt glaube ich schon fast 2 und es klappt hervorragend :-)

Beitrag von bade_fee 07.02.06 - 21:49 Uhr

Hallo Katrin,

ich mal wieder ;-)...da Du Dich für Fragen bezügl. des Buches anbietest, nehme ich Dich spontan mal beim Wort:

Im Prinzip ist das Problem schon mal hier aufgetaucht: Selbst wenn wir als Eltern mit unserem Kind nach Juls Ansichten leben, so ist er doch sehr vielen anderen Einflüssen ausgesetzt...dreimal pro Woche Tagesfamilie, Krabbelgruppen, Omis....da fehlt doch dann die Konsequenz?

Wäre super, wenn sich Ayshe dazu melden könnte, da Ihr Kind ja tagsüber in den Kindergarten geht, wenn ich das richtig gelesen habe.

Leider bin ich immer noch nicht durch mit der Lektüre, da dreimal eine halbe Stunde Busfahrt (von der Arbeit) pro Woche irgendwie zu kurz sind...

Grüße
Badefee und Finn (fast 14 Monate und seit einer Woche mal wieder durchschlafend...herrlich...hoffentlich hält es noch ein wenig an #pro)

Beitrag von tekelek 08.02.06 - 08:05 Uhr

Hallo Badefee !
Sicher sind das auch Einflüsse, aber für ein Kind sind die Eltern tonangebend, nicht die Umwelt.
Eltern haben mehr Macht, als sie denken, der Einfluß und die Prägung sind sehr viel stärker als der von Außen.
Sicher sehen sie, daß es andere Leute anders machen, aber deshalb verwirrt sie das nicht.
Wenn man als Eltern nicht ständig die Richtung wechselt und inkonsequent ist, dann respektieren die Kinder diese Richtung und stellen sie (zumindest im Kindesalter) nicht in Frage - das kommt erst sehr viel später ...
Außerdem bringt man seinem Kind ja so auch bei, daß es gut ist, zu seiner Meinung zu stehen und sich nicht von anderen beeinflussen zu lassen. Wenn die Eltern immer das machen, was ihnen andere sagen oder was andere machen, verliert das Kind völlig den Respekt und weiß nicht, woran es ist, außerdem lernt es dadurch, daß man keine eigene Meinung haben darf :-(
So, ich hoffe, ich konnte Dir helfen - ich selber bin davon überzeugt, daß es Emilia völlig wurscht ist, wie andere leben und mit ihr umgehen, denn wir sind die Eltern, nicht die anderen ;-)
Und wenn sie irgendwann mal kommt und sagt "Aber der darf das !", dann werde ich sagen "Aber ich möchte das nicht !" - Punkt ! Und sie wird es überleben und mich deswegen nicht hassen ...
Liebe Grüße,

Katrin

P.s.: Emilia hatte ja gerade eine Phase mit Einschlafproblemen (ich denke hauptsächlich wegen ihrer Erkältung), seit gestern schläft sie aber auch wieder 12 Stunden durch ohne Aufwachen #huepf

Beitrag von ayshe 08.02.06 - 11:14 Uhr

hallo,

sicher ist es ein bißchen schwieriger, wenn das kind unterschiedliche betreuungsbereiche hat, also nicht nur zuhause bei mama ist.

aber bei uns ist es mit der kita so, daß dort die betreuung oder erziehung grundsätzlich auch meinen vorstellungen entspricht.
aber die kleine hat dort eh andere faktoren, zb eben andwere kinder, die ihr etwas wegnehmen wollen oder sie will etwas wegnehmen.
und da gibt es ganz klare grundregeln für die kinder.
natürlich dürfen sie nicht alles, was sie wollen, da würde ja ein chaos losgehen.
und viele problemzonen gibt es dort gar nicht (wie herd oder messer usw.)


also die konsequenz sehe ich da nicht in gefahr.

zumal in der kita die kinder tatsächlich individuell nach ihrer kompetenz gefördert werden.
eigentlich ganz nach juul.
wer zb auf den topf will, kann es tun,
wer schon ein schwierigeres puzzle machen will, kann es (ggf mit unterstützung) tun,
wer sein brot selbst schmieren will/kann... geht alles.


lg
ayshe

Beitrag von ayshe 08.02.06 - 11:19 Uhr

##
Ich verbiete Emilia auch nur Sachen, die gefährlich für sie werden können, dazu gehören die Herdplatten.
Wenn sie daran drehen möchte, sage ich ganz ruhig, daß ich nicht möchte, daß sie drangeht - ich bemühe mich immer, nicht "Nein" zu sagen, sondern es eben anders auszudrücken.
Wenn Du ständig "Nein" sagst, hört Dein Kind das Nein irgendwann nicht mehr, es wird schlichtweg ausgeblendet.
Da ich nie die Stimme bestimmt klingen lassen, außer sie darf etwas nicht, lässt sich auch sofort davon ab und schüttelt sogar selber den Kopf
##
ja, so ist es bei uns auch.

also sie verstehen wirklich schon viel in dem alter.


janina ist jetzt 21 monate, es klappt echt gut so.

also ich versuche eben auch, ihr die möglichkeit zu geben, vieles machen zu dürfen.
dann stehen eben erstmal im unteren regalbereich alte bücher, die mir egal sind, aber kaputt hat sie sie trotzdem nie gemacht.
oder sie hat eigene olle CDs mit hüllen.
spülmaschine habe ich auch früh riskier,
hauptsache ich habe erst schnell scharfe messer rausgenommen.


lg
ayshe

Beitrag von trinerle83 08.02.06 - 11:57 Uhr

Hallo Katrin,

vielen Dank für deine Mühe! Ich werde mir das Buch kaufen und hoffe es auch "durchsetzen zu können".
Denn die Oma meint ja immer, Noah wäre so verwöhnt und mal einen Klapps auf die Finger würde auch nicht schaden. Bei mir hat es wohl gewirkt#augen

Aber wir gehen mit unserem Sohn sehr liebevoll um und ich würde Ihn NIE auch nur auf die Finger hauen.

LG Kathrin

Beitrag von orcanamu 07.02.06 - 22:53 Uhr

Hallo Kathrin,

ich kann es nur empfehlen, hat mir sehr gut gefallen und ist durchaus realisierbar!
Doch, natürlich gibt es Verbote für das Kind, aber sie werden nicht durchgesetzt mit elterlicher Macht und Rumgebrülle :-)

Ich kann mich absolut der Tekelek-Katrin anschliessen, sie hat das sehr gut zusammen gefasst!

Also, kauf es Dir, ich finds prima!

Gruß
Simone