leihoma gestorben.sorry sehr lang

Archiv des urbia-Forums Trauer & Trost.

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Forum: Trauer & Trost

Fehlgeburt, Tod eines geliebten Menschen, Angst, nicht enden wollende Trauer um ein Sternenkind: Leider stehen wir nicht immer auf der sonnigen Seite des Lebens, diese Erfahrung muß jeder von uns machen. Oft hilft es, mit anderen darüber zu sprechen...

Beitrag von tipse66 07.02.06 - 21:52 Uhr

hallo,
wir hatten eine liebe nachbarin, die keinerlei angehörige hat. sie wohnte gegenüber in ihrem häuschen und wir winkten uns jeden morgen zu. als ich dann mama wurde, war ich fast täglich mit meinem sohn kurz bei ihr drüben zum quatschen. dann kam mein zweiter und dritter sohn zur welt und ich hatte wieder eine oma und meine jungs eine uroma. geburtstage, weihnachten und taufen war sie selbstverstänlich dabei, es war ja unsere oma. vor kanpp drei jahren mußte sie ins altersheim, meine mutter hatte bis zu diesem zeitpunkt schon alle vollmachten und alles für sie erledigt. sie hatte mit 92jahren innerhalb kurzer zeit 2 oberschenkelhalsbrüche, die e nicht mehr möglich machten, daß sie sich alleine versorgte.
aber das altersheim lag zum glück nur 10 minuten fußweg entfernt. meine mutter war jeden zweiten tag bei ihr , ich schaffte es leider nur einmal in der woche. gerade meine beiden kleinen gingen mit freuden mit sie zu besuchen. mein großer(7) hatte echte probleme. er sagte mir mal, er könne es nicht ertragen die leute vor allem seine "oma" so hilflos im bett liegen sehen. also zwang ich ihn auch nicht zum besuch. nun war meine mutter am donnerstag das letzte mal mit meinem jüngsten bei ihr. ich war krank und wollte eigentlich gestern oder heute bei ihr vorbeischauen. meine mutter wollte auch gestern bei ihr vorbei ,ist aber auf der couch eingeschlafen. und ausgerechnet gestern kam dann der anruf aus dem heim, daß sie einfach eingeschlafen ist . warum ??warum habe ich sie nicht mehr besucht? nur wegen einem schnupfen??? meine jungs sind untröstlich . vor allem der große, weil er sie halt nur sehr selten besucht hat. tröstend ist nur sie wurde 94 jahre. sie wurde vor 2 wochen im kh war um eine gewebeprobe zu entnehmen lassen. diagnose :brustkrebs. sie wurde 94 jahre und sie mußte diese qualen nicht mehr durchstehen. sie fehlt uns, unseren kindern und der ganzen nachbarschaft.

#kerze petra

Beitrag von afortunado 08.02.06 - 00:14 Uhr

Hallo Petra!

Ich zünde eine #kerze für deine Oma an. So wie sich das anhört, war sie ja eine sehr liebe Oma und wurde von allen sehr gemocht. Ich denke, dass sie durch eure Fürsorge in den letzten Jahren bestimmt sehr glücklich war und euch sehr lieb hatte.

Ich kann schon gut verstehen, dass du dir jetzt Vorwürfe machst, weil du sie in den letzten Tagen vor ihrem Tod nicht mehr besucht hast. Das ging mir auch so. Ich hatte meinen Opa vor seinem Tod lange nicht mehr besucht. Er war mittlerweile bettlägerig und wir wussten, dass er auch nicht mehr lange zu leben hatte. An dem Tag, an dem ich ihn nochmal besuchen wollte ist er dann gestorben. Ich hab' mir wirklich große Vorwürfe gemacht, dass ich ihn nicht noch mal lebend besucht habe. Und als meine Oma im letzten Jahr gestorben ist, war gerade zu dem Zeitpunkt auch niemand in ihrem Zimmer. Eine halbe Stunde vorher hatte meine Mama noch nach ihr geschaut. Da habe ich mir auch Vorwürfe gemacht, dass sie alleine sterben musste. Aber für meinen Opa und meine Oma war es eine Erlösung. Sie sind beide alt geworden und haben denke ich ein erfülltes, wenn auch nicht immer glückliches Leben gehabt.

Und deine Oma ist ja auch wirklich alt geworden und muss sich jetzt nicht mehr mit dem Krebs quälen. Trotzdem kann ich verstehen, dass ihr, du und deine Kinder, sehr traurig seid. Aber wenn ihr euch an die schönen Momente mit ihr erinnert, lebt sie in euren Herzen weiter.

Ich wünsche dir viel Kaft für die Zukunft.

Liebe Grüße von Silvia