Bilenguale Erziehung? Hat jemand Erfahrung?

Archiv des urbia-Forums Kleinkind.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Kleinkind

Das Leben mit kleinen Kindern ist wunderschön, nie langweilig aber auch ziemlich anstrengend. Da können Tipps von anderen Müttern oder Vätern viel Erleichterung und Hilfe in den Alltag bringen. Viele Infos rund um euer Kleinkind  (z.B. Kinderkrankheiten) findet ihr auch in unserem Magazin.

Beitrag von die_jenn 08.02.06 - 03:34 Uhr

Hallo,

meine Familie und ich wandern ab dem 1. März nach Spanien aus, da ich (um es mal übertrieben auszudrücken) den Job meines (zugegeben kurzen ;-)) Lebens angeboten bekommen habe. Auch meinem Freund gefällt es dort sehr gut also war die Entscheidung schnell getroffen. Gedanken machen wir uns allerdings um unsere Tochter Joanne (19 Monate) sie wird dort wie die meisten spanischen Kinder in eine Kita gehen, wird also nur Spanier um sich haben. ich weiß nicht so recht wie ich ihr beide Sprache vermittel soll, ohne sie zu verwirren. Außerdem habe ich Angst, dass sie in der Kita nicht verstanden wird, und deshlab nicht hin gehen möchte. Viele trösten mich mi´t der Aussage, naja bei kindern geht das doch schnell. Das reicht mir aber irgendwie nicht zur Beruhigung.

Hat jemand Erfahrungen damit gemacht oder einen Tip, wie ich es am besten angehen soll? Danke für alle Antworten im Vorraus!

LG Jenn

Beitrag von lilas 08.02.06 - 06:49 Uhr

Hallo,

ich denke, ich kann Dich beruhigen. Ich kenne nämlich jede Menge Kinder, die zwei- oder sogar dreisprachig aufwachsen. Und den meisten von ihnen fiel es nicht schwer, sich in einen Kindergarten einzugewöhnen, auch wenn dort eine andere Sprache als zu Hause gesprochen wird. Etwas schwieriger ist es natürlich, wenn es allgemein zu sehr vielen Veränderungen kommt (wegen des Umzugs, neue Umgebung etc.), aber wegen der Sprache allein würde ich mir keine Sorgen machen.

Am Besten ist es übrigens, wenn Du mit Deinem Kind weiterhin in Deiner Muttersprache sprichst (ich nehme an deutsch), und nicht zwischen verschiedenen Sprachen hin- und herspringst. Auch wenn Du vielleicht meinst, Deiner Tochter einen Gefallen zu tun, wenn Du ihr schon vorher etwas spanisch beibringst: Dies könnte sie in der Tat verwirren.

In der mehrsprachigen Erziehung gilt allgemein: Jede Bezugsperson sollte mit dem Kind EINE (und NUR eine!) Sprache sprechen.

LG
lilas

Beitrag von sanny23 08.02.06 - 09:04 Uhr

Kinder fällt dies immer leichter als Erwachsenen.Deine kleine wird sich schon durchboxen!!!!
In die Gruppe meines Sohnes geht ein Arabisches Kind,was kaum deutsch spricht.Die Kinder spielen mit ihm ganz normal und sie verstehen sich super!!!

LG Sanny#katze

Beitrag von sheila2804 08.02.06 - 09:48 Uhr

Hallo Jenn,

also ich sage auch keine Panik. Meine Kleine bekommts bei mir in der Familie auch ganz "dicke" mit Sprachen...
Meine Mum ist Griechin - sie spricht mit ihr deshalb mitunter Griechisch - ich spreche mit Amely Deutsch - Spanisch und auch Griechisch. Gut, zugegeben, sie ist noch klein (knapp 10 Monate) aber ich merke schon, wie sie auf Worte reagiert. Kinder lernen es nuneinmal wirklich schneller und einfacher - außerdem ist in einem KiGarten unter den Kindern eine eigene Sprache zuhause ;-)
Setz Dich selber und damit unbewusst Deine Tochter nicht so unter Druck - Du wirst sehen, es klappt ohne Probleme!

LG und viel Glück in ES!

Korinna

Beitrag von kaeseschnitte 08.02.06 - 11:49 Uhr

hallo
am besten machst du gar nix. ;-) sprich einfach weiter mit ihr in sauberem deutsch. sie wird innerhalb von 3-4 monaten soviel spanisch lernen, dass sie mit den anderen kindern mithalten kann. versuch bitte nicht, es ihr beizubringen. kleinkinder kennen sprache als kategorie ja noch nicht, sie binden die sprache an eine person. d.h. man sollte nach möglichkeite immer nur eine sprache mit dem kind reden. meine nichte ist mit 3.5 jahren nach norwegen gezogen. am anfang hat sie in der kita die anderen kids zwar etwas gehauen, weil sie sich noch nicht anders verständigen konnte. das hat sich aber sehr schnell gelegt und inzwischen ist sie 4 sprachig (*neid*).
viel spass beim neuen job!
kaeseschnitte

Beitrag von stehvieh 08.02.06 - 14:42 Uhr

Hallo!

Die Bezugspersonen sollten IMMER in ihrer Muttersprache mit dem Kind sprechen - das Kind soll ja die Sprache(n) gut beherrschen lernen, und man kann nun mal seine Muttersprache am besten. Ist doch nichts schlimmer, als wenn man in einer Fremdsprache radebrecht und das Kind die dann nur mit Akzent und Fehlern kann, dann lieber keine Fremdsprache #;-).

Also, du bleibst bei Deutsch - Spanisch schnappt sie schon einfach so auf, so klein, wie sie ist. Verbale Kommunikation ist ja mit 19 Monaten auch noch nicht ganz so wichtig wie später.

Wir haben eine russische Familie im Haus, die ältere Tochter ist 2 Jahre und 5 Monate. Zu Hause sprechen sie alle Russisch mit ihr. Sie geht auch noch nicht in eine Kita oder so, also ihre einzigen deutschen Kontakte sind die Nachbarn. Und was soll ich sagen - wenn ich sie auf Deutsch zu irgendwas auffordere, befolgt sie das besser als meine eigene Tochter! #:-p In dem Alter verstehen die noch schnell alles.

LG
Steffi + Caroline Johanna (22 Monate) + #baby inside (17. SSW)