Flüssigkeitserguß im Ohr - Operation - Kennt das jemand?

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von puiag 08.02.06 - 08:19 Uhr

Hallo miteinander!

Unser Sohn, 4 1/2 Jahre alt, hat hin und wieder mal Ohrschmerzen. Da wir auch seit einiger Zeit feststellen, dass er schwer zu hören scheint, war ich gestern mit ihm beim HNO-Arzt.

Er teilte mir mit, dass das rechte Ohr fast verschlossen sei wegen Flüssigkeitserguß im Ohr. Beim linken Ohr wäre es zwar noch nicht sehr ausgeprägt, aber im Anfangsstadium. Fakt ist: er hört tatsächlich schwer.

Nun hat der Arzt vorgeschlagen so schnell wie möglich eine Operation durchzuführen. Bei der OP wird wohl - zumindest habe ich das so verstanden - das Trommelfell durchstochen damit die Flüssigkeit auslaufen kann. Die OP wird bei Vollnarkose durchgeführt. Lasse ich die OP nicht machen so wird er laut Arzt ein Sprachentwicklungsproblem bekommen.

Der Eingriff wird im Krankenhaus ambulant durchgeführt. Der Arzt sagte, dass die Kinder in der Regel bis zum Abend wieder fitt sind, aber 5 Tage zu Hause bleiben müssen.

Kennt diese OP jemand von Euch? Mir wird richtig schlecht bei dem Gedanken. Haben die Kinder nach dem Eingriff Schmerzen? Ich hab keine Ahnung wie es ablaufen wird. Allerdings möchte ich auch vor der OP nochmals einen Termin bei dem Arzt. Ich war gestern etwas geschockt und habe nicht an alles gedacht.

Bisher hatte mein Sohn vorm Arzt keine Angst. Er geht da völlig unbedarft hin. Ich mache mir nun auch Sorgen, dass ich ihn ins Krankenhaus bringe und er in seinem grenzenlosen Vertrauen "da passiert mir nichts" dann hinterher Schmerzen hat und dieses Vertrauen in mich und natürlich die Ärzte verliert.

Elke

Beitrag von lady_chainsaw 08.02.06 - 08:28 Uhr

Hallo Elke,

es handelt sich hier um eine weit verbreitete Methode - wird also recht häufig gemacht.

Es gibt entweder die Möglichkeit, die Trommelfelle einfach nur aufzuschneiden oder sogenannte Paukenröhrchen einzusetzen (sehen aus wie klitzekleine Garnrollen), die dann nach einiger Zeit von selbst rauswachsen.

Oft werden im Zusammenhang mit dieser OP auch die Polypen entfernt (denn dort befinden sich wohl Bakterien, die MOEs aulösen können).

Ich hatte diese OP vor fast 30 Jahren (war damals noch relativ neu), mein Bruder vor gut 25 Jahren. Bei mir war damals übrigens auch der Grund, dass ich kaum noch etwas gehört habe und die Erzieherinnen im KiGa anfingen, sich Sorgen zu machen, weil ich Plappermaul mit einem Mal nicht mehr sprach und mich zurückzog.

Bei meiner Tochter steht sie auch schon im Raum, falls es in diesem Jahr noch zu einer MOE kommen sollte - sie hatte schon etliche davon.

Soweit ich bis jetzt darüber gehört und gelesen habe, macht es den Kindern nicht viel aus - die meisten sind spätestens am nächsten Tag wieder fit wie ein Turnschuh #schwitz

Gruß

Karen

Beitrag von puiag 08.02.06 - 08:53 Uhr

Vielen Dank für die Rückmeldung.

Die macht mir Mut und hält mir auch die Notwendigkeit vor Augen in der Tat etwas zu unternehmen. Wir sind von den Erzieherinnen auch schon angesprochen worden dass unser Sohn sich sprachlich eher zurückhält. Obwohl er bisher ein richtiges "Plappermaul" war. Auch fiel uns auf, dass er beim sprechen immer lauter wurde und das Radio oder den Fernseher immer recht laut haben wollte.

Was mich gestern sehr geärgert hat, war die Reaktion unserer Kinderärztin. Die habe ich schon vor einem Jahr darauf angesprochen, dass ich den Eindruck habe unser Sohn hört nicht so gut. Sie hat das einfach abgetan und der Höhrtest, den sie dann mit ihm gemacht hat, wurde von ihr abgebrochen, weil mein Sohn nicht richtig mitgemacht hat. Ich hätte eben damals schon zum Fachmann gehen sollen. #schmoll

Naja, ich kann die Zeit nicht zurückdrehen und werde nun das Beste daraus machen.

Danke nochmals

Beitrag von lady_chainsaw 08.02.06 - 09:01 Uhr

Hallöchen,

die sprachliche Verzögerung holen die Kinder übrigens rasend schnell wieder auf!!#bla

Ich denke nicht, dass er irgendeinen Schaden davongetragen hat.

Du brauchst Dir da echt keine Vorwürfe machen (hört sich nämlich ein bißchen so an) #liebdrueck

Gruß

Karen

Beitrag von magda6 08.02.06 - 08:49 Uhr

Hallo Elke,

bei unseremm Sonemann wurde selbiges festgestellt. Außerdem waren seine Polypen stark vergrößert, die sollte entfernt werden.

So, nun zum eingriff: Mein Mann fuhr morgens gegen 7 mit ihm ins KH. Dort bekam er ein Beruhigungsmittel. Mein Mann sagte, er (Sohnemann) sei wie betrunken gewesen. Dann ging in den OP. Es wurden Paukenröhrchen eingesetzt und die Polypen entfernt. Dann kam er ins Aufwachzimmer, wo der Papa wartete. Die OP dauerte etwa 1- 1 1/2 Stunden. Als der Kleine wach wurde, war er fit wie immer. Hatte keinerlei schmerzen, sollte sich noch schonen, naja... was man bei kleinen quirligen Jungs eben schonen nennt;-)

Er hatte also damit keinerlei Probleme und hat alles gut überstanden.

LG
magda

Beitrag von andrea34 08.02.06 - 13:14 Uhr

Machen lassen, dringend. OP ist für die Kinder ein Klacks, nur die Eltern leiden etwas länger.

Felix hatte das 7 Monate (unerkannt), hat jetzt Wahrnehmungsstörungen im auditiven Bereich. Jetzt habe ich das Problem dies mit Ergo weitestgehenst weg zu bekommen.

Schnell machen lassen, gut kontrolieren und Polypen gleich mit raus. Ihr tut dem Kind einen großen gefallen damit.

Gruß

Andrea

Beitrag von eifelsonne 09.02.06 - 00:05 Uhr

Hmm, sag mir doch mal bitte, warum dein Kind sein Urvertrauen in dich und die Ärzte verlieren soll. Ich denke, man kann einem 4,5 jährigen schon erklären, dass da Wasser im Ohr ist, dass raus muss...

Ich hab da so ein Negativbeispiel, meine Cousine, die früher unter uns wohnte. Alles ganz normal, egal, was passierte. Selbst Kommentare über die Lautstärke ihrer Tochter brachten nie was. Bis es ganz klare Defizite in der Sprachentwicklung gab... Und siehe da, nach der Op konnte Belli sich auf einmal in normaler Lautstärke verständigen.

Zurück zum Thema. Ich hab die Paukenröhrchen auch hinter mir, mir hat es geholfen. Ich war zwar was älter aber das war alles nicht so problematisch. Nach der Op bin ich mit meiner Mutter zu Fuß nach Hause, hab mich einmal wunderbar übergeben und dann zwei Tage rumgelegen wie der Pascha persönlich, sprich blau gemacht. Null Schmerzen, alles bestens. Schwimmen dürfte ich relativ lange nicht aber ansonsten keine Einschränkungen.

Wenn du mich fragst, lass deinen Männe mit ins Krankenhaus, Frauen sind da meist zu sehr emotional involviert. Männer sehen so was nüchterner... Du wirst sehen, abends springt der Kleine wieder durch die Bude.