Hilfe! Neue Gesetze ALG II Ich weis nicht mehr weiter

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Forum: Finanzen & Beruf

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Beitrag von nine2005 09.02.06 - 00:00 Uhr

Sorry das ich jetzt so oft zu dem thema schreibe, aber ich weis nicht mehr weiter.

Wie ich vor kurzem berichtet habe, bin ich nun von meinem freund ausgezogen, weil er nicht für mich aufkommt und bin wieder zu meiner Mutter gezogen.

Jetzt gibt es neue Gesetze u.a. das Eltern auch für ihre kinder unter 25Jahren auf kommen müssen. Ich kann gar nicht mehr klar denken, hier der Link

http://www.arbeitslosenselbsthilfe.org/forum/attachment.php?attachmentid=2901&d=1139404549

Auf dem AMt wurde mir am MO noch gesagt das meine Mutter nicht für mich aufkommen muss weil ich eine abgeschlossene Ausbildung habe. Zumal meine Mutter nicht für mich auf kommen würde, sie ist selbst allein und hat genug eigene Kosten.

Nun weis ich echt nicht mehr was ich machen soll. Habe mich schon gefreut das endlich alles geklärt ist und ich wenigstens nicht ohne Geld dastehe.

Für mich macht das Leben keinen Sinn mehr, ich bin so am ende ohne Geld dazustehen. #heul#heul#heul

Beitrag von junimond.1969 09.02.06 - 07:47 Uhr

Wenn Du richtig gelesen hättest, so hättest Du gelesen, dass das ein ÄnderungsANTRAG ist und keineswegs ein beschlossenes Gesetz.

Ich habe Dir schon etwas zu Unterhaltsvermutung und überhaupt Unterhaltspflich geschrieben. Die maßgeblichen §§ sind der 9 Abs.5 und der 33 Abs. 2 Punkt 2 SGB II, hier, liest Du:

http://www.sozialgesetzbuch.de/gesetze/02/index.php?norm_ID=0203300

http://www.sozialgesetzbuch.de/gesetze/02/index.php?norm_ID=0200900

In § 33 steht eindeutig, was zurzeit noch gilt, nämlich genaus das, was man Dir bei der ARGE gesagt hat.

Und dem § 9 Abs. 5 kann Deine Mutter widersprechen und sagen, sie unterstützt Dich nicht.

Und selbst wenn sie für Dich aufkommen müsste, so ist es immer noch eine Frage, ob sie es vom EInkommen her überhaupt KANN.

Hab' doch nicht ständig so 'ne Panik und lies die Sachen, die Du findest, in Ruhe! (Und die Antworten von galeia und mir hier ;-))

Gruß
Christine

Beitrag von nine2005 09.02.06 - 10:31 Uhr

Wirklich?

Und an was liegt es noch bis es tatsächlich übernommen wird?

Es stand doch aber darin das es ab 1.Juni in Kraft tritt und das mit der Renternversicherung ab 1.Januar 2007.

In meiner Panik bringe ich wohl einiges durcheinander und lese nicht einmal richtig.

Wenn das jetzt schon zur Diskussion steht werden die das bestimmt auch durchsetzen.

Ich bin froh das es euch zwei hier gibt #freu

Sorry nochmal für die Panikmache

Beitrag von junimond.1969 09.02.06 - 12:52 Uhr

Ist ja auch alles nicht so einfach.

Hat denn Deine Mutter überhaupt Einkommen und/oder Vermögen, so dass überhaupt in Frage kommen könnte, dass sie Dich "durchschleppt"? Das zum einen. Zum anderen siehe meine Ausführungen oben.

Und wenn Deine Mutter zum Beispiel sagt, "OK, meine Tochter kann bei mir kostenlos wohnen und bekommt eine Mahlzeit am Tag.", dann gilt das auch schon als Unterhaltsgewährung. Du bekämst dann zwar keinen Mietanteil und ein bisschen weniger Regelleistung, aber es würde auch keine weitere Unterhaltsprüfung stattfinden.

Mach Dir nicht zuviel Sorgen! Auch wenn ich es doch irgendwo schlimm finde, dass Du von aller Welt verlassen zu sein scheinst und keiner gewillt ist, Dir zu helfen oder Dich über diese Durststrecke ein Stück mitzutragen.

Evtl. solltest Du auch zusehen, dass Du (übers Wohnungsamt?) an eine günstige kleine Wohnung kommst, denn irgendwie hab ich das Gefühl, mit den ganzen Sorgen drumherum ist doch im Moment eine intensive Stellensuche auch nicht drin. Und das ist ja wohl eins der wichtigsten Dinge - dass Du wieder in Lohn und Brot kommst und nicht mehr vom Goodwill irgendwelcher Typen oder Deiner Eltern abhängig bist. Sowas lähmt nämlich ohne Ende, ich kann mir schon vorstellen, warum Du panisch bist. Kein Rückhalt nirgendwo, wie mir scheint.

Also: Augen zu und durch und geh mal zum Wohnungsamt! Was hast Du denn eigentlich für eine Ausbildung?

Gruß
Christine

Beitrag von nine2005 09.02.06 - 14:52 Uhr

Ich bin ja schon froh das es hier jemanden wie dich gibt, die mir wenigstens paar Tips und Hilfe geben können.

Ich weis nicht was meine Mutter verdient. Zur Wohnung wollte sie für Strom, Wasser und Heizung etwas dazu haben. Sie ist auch alleine und hat ne große Wohnung. Essen kaufe ich auch selber für mich ein.

Ich wäre froh wenn es bei uns auf dem Amt so verständnisvolle Mitarbeiterin gäbe.

Ich habe Kauffrau für Bürokommunikation gelernt. Bin zur Zeit noch zwei WOchen in einer Integrationsmaßnahme, die sagen auch das im Büro die Chancen gleich null sind. Aber die wollen einen überall hin stecken, irgendetwas technischen mit Leiterplatten zusammenbauen, ist das ni nur was für Männer und dann gleich noch 3Schichten und das ohne Auto. Ich möchte jetzt nicht so rüber kommen als wenn ich kein Bock habe zu arbeiten. Ich will arbeiten und weis auch das man alles annehmen muss, deshalb kann ich ja sowieso nichts ablehnen.

Beitrag von junimond.1969 09.02.06 - 17:28 Uhr

Hast Du es schon mal über Zeitarbeit versucht? Ist nicht das Gelbe vom Ei, klar, aber gerade am Anfang des Berufslebens vielleicht eine gute Maßnahme, Erfahrungen, Kenntnisse und gute Beurteilungen/Zeugnisse zu sammeln.

Ich habe über die Zeitarbeit auch wieder in den Job zurückgefunden, relativ schnell sogar. Klar, ich hab' auch in den ersten Wochen geflucht - Bezahlung lächerlich und Du bist erstmal nur der HiWi und Depp für alles (je nach Einsatzstelle kann man sich aber schnell "hocharbeiten"), aber ich fand, besser als nichts und ich hatte eben so auch schnell die Chance wieder in meinen eigentlichen Beruf zurückzukommen.
Und: Gerade im Bürobereich, wo viele Frauen arbeiten, werden doch öfter mal Schwangerenvertretungen oder Elternzeitvertretungen über Zeitarbeit gesucht, das wäre doch die Gelegenheit für eine junge tatkräftige und ungebundene Frau wie Dich. Wann, wenn nicht jetzt, kannst Du am besten Erfahrungen sammeln?! Hast Du irgendwann mal Kinder, wird's schon wieder schwieriger. Guckst Du vielleicht mal bei randstad.de oder adecco.de auf der Website, vielleicht haben die gerade jetzt DEN Job für Dich. Noch ein Tipp wäre opusforum.org, da gibt es eine ganz gute allgemeine Stellensuche oder auch über meinestadt.de.

Nochmal zur Unterhaltspflicht - Nach dem BGB (§§ 1601 ff.) sind Verwandte in gerader Linie einander zu Unterhalt verpflichtet. Also Deine Mutter Dir gegenüber (und Du vielleicht mal irgendwann Deiner Mutter, auch nicht zu vergessen). Allerdings wird hierbei geprüft, ob derjenige, der leisten müsste, überhaupt Unterhalt leisten kann. Das Problem in Sachen Elternunterhalt und ALG II ist, dass es einen Unterschied macht, ob man alleine oder in sog. Haushaltsgemeinschaft mit den Eltern lebt. Lebt man alleine, dann greifen die Regeln des von mir benannten § 33 SGB II. Lebt man mit den Eltern/einem Elternteil, dann die sog. Unterhaltsvermutung nach § 9 (5) SGB II. Deine Mutter kann dieser Unterhaltsvermutung widersprechen, muss allerdings als Mutter gut begründen können, warum sie das tut. Zuwenig Einkommen kann eine Begründung sein.

Ich würde sagen, stell Deinen Antrag und warte ab. Deine Mutter hat einen Selbstbehalt und selbst wenn das Amt Ihre Verhältnisse prüft, so wird sie damit nicht automatisch einem ALG II-Empfänger gleichgestellt, sie darf mehr an Einkommen haben als den für sie maßgeblichen rechnerischen ALG II-Bedarf und sie darf auch eine größere Wohnung haben. Sie wird also nicht das letzte Hemd geben müssen, nur um Dir Unterhalt zu leisten.

Der Form halber: Dies war keine Rechtsberatung, nur Information.

Gruß
Christine

P.S. Danke für das nette Lob! :-)

Beitrag von nine2005 09.02.06 - 21:58 Uhr

Nein bei Zeitarbeit habe ich es noch nicht probiert, da mein Freund damals oft bei einer Zeitarbeit war und er immer nur seine Daten abgeben durfte und weiter hat er von den Zeitarbeitsfirmen nichts mehr gehört.

Bei meinestadt.de und opusforum.de gucke ich auch jeden Tag, aber wollen halt immer mit Berufserfahrung #heul

Meine Mutter hat ein kurze Mitteilung geschrieben das sie nicht für mich aufkommt und ich meinen Lebensunterhalt selbst bestreiten muss. Im Moment kann sie ja noch nicht zum Unterhalt gezwungen werden oder? Was denkst du, wird das wirklich in Kraft treten mit den neuen Regelungen und wird da noch reichlich Zeit ins Land gehen?? Ich hoffe ja das ich bald Arbeit finde, dass ich den ganzen Ärger nicht mehr habe. Mich belastet das schon ganz schön den ganzen Tag mache ich mir Gedanken.

In den Ausfüllhinweisen stand das man bei einer Haushaltsgemeinschaft keine Angaben von Einkommen und Vermögen von den Eltern machen muss, habe nun auch nichts mit angeben, hoffe das ist nicht falsch. Mein Anwalt hat auch gesagt das ich jetzt noch keine Angaben darüber machen muss, höchstens wenn dann ein neues Gesetz kommt.

Ich habe meine Mutter mal gefragt sie verdient so ungefähr 1200 euro netto ganz genau hat sie mir es nicht gesagt und Miete zahlt sie 350Euro. Kann man das anhand den Angaben ungefähr sagen ob und wieviel mir zustehen würde?

Beitrag von junimond.1969 09.02.06 - 12:58 Uhr

Guckst Du auch mal da, ab Seite 11:

http://www.my-sozialberatung.de/files/hinweise-9-20060110.pdf

Und RUHIG lesen! ;-)