Handwerksfirma und Insolvenz-Erfahrungen???

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Forum: Finanzen & Beruf

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Beitrag von mami98 09.02.06 - 01:06 Uhr


Hallo,

ich würde gerne wissen, von Leuten denen es ähnliche
ergangen ist, wie das Leben weiter geht nachdem man Insolvenz beantragt hat.

Konkret geht es darum, dass mein Vater seit über 20 Jahren im Bau als Meister selbständig ist. In den letzten Jahren ging es bergab mit der Firma und durch die Zahlungsmoral vieler Kunden und der Dummerheit meines Vaters sich öfter auf´s Kreuz legen zu lassen (#schock), haben meine Eltern letztlich große Schulden auf ihr Haus und auch so. Schon vor 3 Jahren habe ich ihnen geraten Insolvenz einzureichen, aber sie wollten ihren Traum, der zum Albtraum geworden ist, nicht aufgeben. Über den Sommer konnten sie sich dann immer ganz gut retten, aber wehe es wurde Winter. Keine Einnahmen! Und von den Sommereinnahmen muss man die Rechnungen vom Winter bezahlen, etc.

Meine Eltern sind nun durch die ganzen Probleme so "alt" geworden und völligst fertig mit den Nerven.
Ich würde gerne wissen, ob der Albtraum und Psychoterror der seit nunmehr 5 Jahren herrscht ein Ende hat, wenn sie Insolvenz eingereicht haben, oder ob der dann erst richtig anfängt. Mein Vater ist zu alt (58) und würde wohl kaum in einer Fa. wieder unterkommen, meine Mutter kann nicht arbeiten gehen, ist durch die Probleme der letzten Jahre alt geworden und hat viele Krankheiten bekommen. Ich frage mich wovon sie dann Leben sollen .
Ich habe schon so oft von Firmen gehört die heute dicht machen und paar Wochen später wieder auf den Namen der Frau aufmachen. Ich weiss einfach nicht mehr weiter und habe große Angst eines Tage mal nach Hause zu kommen und beide haben sich etwas angetan. Ein Lebenswerk ist kaputt, alles wofür meine Eltern ihr Leben lang gearbeitet haben und jeder Versuch wieder auf die Beine zu kommen wird von unseren Behören und vom Staat torpediert.

Würde mich über eure Erfahrungsbereichte sehr freuen.
Und bitte keine dummen Sprüche. :-(



Beitrag von manavgat 09.02.06 - 08:33 Uhr

Bevor Deine Eltern Insolvenz einreichen, sollten sie zusehen, dass Haus zu retten.

Hier kann aber nur ein Notar/Rechtsanwalt vernünftig beraten. Man kann z. B. den Kindern einen Nießbrauch im Grundbuch eintragen lassen. Wenn alle Gläubiger schon Grundschulden haben, dann geht gar nichts mehr.

Bei einer Privatinsolvenz wird alles Vermögen - und da gehört ein Haus dazu - verwertet.

Allerdings sollten Deine Eltern bedenken: lieber friedlich ins Alter mit wenig Geld, als mit einem überschuldeten Haus und vielen Sorgen einen Herzinfarkt, Schlaganfall oder ähnliches zu erleiden.

Gruß und alles Gute

Manavgat

Beitrag von mami98 09.02.06 - 13:27 Uhr

Vielen Dank Manavgat.

Ja, das Problem ist ja, das sie damals das Geschäft haben retten wollen und Hypotheken auf´s Haus aufgenommen haben. Meine Mutter musste da auch unterschreiben und von daher wird´s wahrscheinlich weg sein #heul. Meine Eltern sind schon seit Jahren mit einem Anwalt dabei das mit der Bank gütlich zu regeln. Sie würden gerne der Bank einen gewissen Betrag monatlich zahlen für einen bestimmten Zeitraum (mein Papa kann ja nu auch nicht mehr 20 Jahre auf dem Bau alleine arbeiten). Die würde aber der Forderung nicht ganz entsprechen. Andererseits würde das Haus zwangsversteigert werden, bekäme diese Bank gar nichts mehr oder nur noch sehr sehr wenig, weil die auf dem letzten Rang stehen. Meine Eltern klammern sich halt daran, besser soviel, als gar nichts. Ich sage ihnen dann aber immer, dass das für die Bank Peanuts sind und die das locker abschreiben. Die ziehen ihr Ding durch (Zwangsversteigerung) und gut ist. Das ist sooo schlimm. Nächste Woche haben wir einen Termin alle zusammen mit Rechtsanwalt und wollen besprechen, welche Lösung wir (Eltern, Schwester und wir) der Bank anbieten können. Leider sind unsere Mittel auch beschränkt, da wir selbst Eigentum haben und nicht mehr sehr viel im Monat übrig bleibt. Ich weiss einfach nicht mehr was ich machen soll. Das macht das ganze Leben kaputt diese ewigen Sorgen um die Eltern :-(.

Beitrag von manavgat 09.02.06 - 21:20 Uhr

ich würde kein gutes Geld schlechtem hinterher werfen!!!!

Sollen die das Haus doch versteigern. Ihr könntet es höchstens kaufen, aber dann müsst ihr die Hypotheken ablösen. Oder ihr (Geschwister) steigert mit. dann habt ihr das Haus zum Schnäppchenpreis und die Bank schaut in die Röhre. Wie wäre das?

Gruß

Manavgat

Beitrag von rudi333 10.02.06 - 10:45 Uhr

So wie es aussieht, scheint nichts mehr zu retten!

Die Schulden werden m.e. NIE bezahlt werden können.

Lasst es auf eine Zwangsversteigerung ankommen und ersteigert das Haus selber!