Das Lehrerhasser-Buch

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Forum: Kids & Schule

Kleine Kinder, kleine Sorgen - große Kinder, große Sorgen? Schulschwierigkeiten oder anstrengender Streit ums Aufräumen: Lest und diskutiert mit. Und da die Vorbereitung der Einschulung ansteht: Hier begleitet urbia-TV Vater und Tochter beim Schulranzenkauf.

Beitrag von shippi 09.02.06 - 01:19 Uhr

Hallo!

Hat von euch schon jemand dieses Buch gelesen?
Würde gerne mal wissen, ob es sich lohnt, dieses Buch zu kaufen.
Ich habe gestern im Fehrnsehen davon gehört und muß schon sagen, einige Dinge kamen mir sehr bekannt vor aus dem Schulalltag von meiner großen Tochter, die ich wegen einer,so meine Meinung, unfähigen Lehrerin :-[ in die erste Klasse zurück stufen musste.

Liebe Grüße Shippi #heul

Beitrag von schnuffelschnute 09.02.06 - 08:18 Uhr

Hallo shippi,

nein, ich habe das Buch nicht gelesen, aber ich habe mich tierisch über diese Frau aufgeregt.
Wenn ihr Kind mit 11 Fehlern in 12 geschriebenen Worten nach Hause kommt, sollte sie sich wirklich mal überlegen, woran das liegt! Es ist einfach nur schrecklich, wie viele Kinder noch nicht einmal die Grundbegriffe wie Stifthalten oder mit der Schere umgehen kennen, wenn sie in die Schule gehen. Wo bleibt die Verantwortung der Eltern? Praktisch, ich geb mein Kind in den Kiga und dann in die Schule und nachher hat es fertig zu sein. :-[
Als ich damals in Mathe mal ne fünf hatte, musste ich mit meinem Bruder daheim lernen, da wurde dem Lehrer keine Schuld dafür gegeben! Wie viele Kinder kenne ich im Bekanntenkreis, die die Schule oder Klasse wechseln sollen, weil "Die Lehrerin das Kind nicht mag" Hallo???? Klar mag es Antipathien geben, aber so gehäuft??? Nein, MEEEEIN Kind ist kein Störer und soooooooo clever und intelligent, das macht keine Fehler.
Es ist einfach nur traurig, wie sich viele viele Eltern (nicht alle wohlgemerkt) aus der Verantwortung stehlen und von einem Lehrer, der eine Klasse mit rund 30 Kindern zu betreuen hat verlagen, Erziehungs- und Bildungsmaßnahmen zu übernehmen, die einfach unmöglich sind! Wenn mein Kind Probleme mit der Rechtschreibung hat, muss ICH mit ihm üben, ich kann nicht verlangen, dass 29 andere deswegen warten müssen mit dem Lernstoff.
Elternabende sind auch so ein Thema: Bei uns tauchen immer 8-10 Eltern (Mütter) auf, der Rest zeigt sich nie! Was ist die Konsequenz an unserer Grundschule? Zeugnisse werden nur noch an die Eltern ausgegeben, damit die Lehrerin wenigstens EINMAL im Halbjahr mit den Eltern reden kann. Traurig, traurig, finde ich! WO bleibt das Interesse der Eltern?
Bitte nimm das hier nicht auf Dich persönlich bezogen, ich wollte eh ein Posting zu diesem Thema eröffnen und habe nun ein Doppelpost mit dieser Antwort vermeiden können.
Ich glaube Dir und ich weiß, dass es auch unfähige Lehrer gibt, aber den Großteil so hinzustellen find ich unmöglich.

Liebe Grüße,

ariane + Natascha (8, 3. Klasse) + Maya 26.SSW

Beitrag von sandra7.12.75 09.02.06 - 09:05 Uhr

Hallo

So ist das bei uns auch an der Schule.Die die wirklich mal auftauchen sollten kommen nicht,können nicht oder wollen einfach nicht.Dann gibt es die Superschlauen Mütter die meinen das das Lese-Rechtschreibschwäche und Rechenschwäche einfach nur dumme Kinder haben:-[.Und ab dem Zeitpunkt wo ein Dreijähriges in den Kiga kommt brauchen die Eltern nichts mehr machen.Das ist dann die Arbeit der erzieherinnen und den Lehrern.Ich kann doch nicht von Erziehern und Lehrern verlangen das die mit meinem Kind die Stifthaltung üben,oder??Das ist doch wohl immer noch meine Sache.Aber wehe ein Kind wird bevorzugt und Ihm wird geholfen dann ist das Geschrei wieder groß.Bei uns ist eine Mutter die hat selber am Elternabend zugegeben keine Zeit fürs Kind zu haben.Das Kind wird von A nach B und C nach D gereicht .Er hat keine Lust an der Schule.Kein Wunder wenn die Eltern sich nichtmal für ein Gutes Diktat oder eine gute Mathearbeit freuen:-(.

lg

Beitrag von manavgat 09.02.06 - 08:12 Uhr

Ich habe einige Passagen überflogen und bin zu folgendem Ergebnis gekommen:

die Autorin bezeckt vor allem

zu polarisieren

eine Menge Kohle zu machen.

Es ist richtig, es gibt unfähige Lehrer. So wie es in jedem Beruf unfähige Personen gibt.

Richtig ist aber auch, dass dieser Job, auch wenn man Kinder mag, schwer zu bewältigen ist. Ein Lehrer hat heute zwischen 200 und 300 Schüler je Woche. Das heißt: er hat ein 250-Personen-Kontakt-Problem. Und das 40 Wochen im Jahr.

Alle Eltern glauben, ihr Kind sei das einzig Besondere, Wichtige etc.

Ich bin heilfroh, dass ich nicht an einer öffentliche Schule und diesen Bedingungen arbeiten muss, sondern mich in meinem Institut um jeden einzelnen kümmern kann.

Eltern, die schon mit einer "jetzt-zeig-ich-dem-unfähigen-Pauker-mal-wo-es-langgeht-Haltung" betreten - und das werden leider immer mehr, erreichen damit am ehesten, dass der Lehrer/die Lehrerin sich resigniert zurückzieht.

Im übrigen sind die Kinder nur ein Spiegel dieser Eltern: ich will! ist alles was man da hört.

Es gibt bessere Bücher, wenn man für seine Kinder etwas tun will.

Gruß

Manavgat

Beitrag von frikkel26 10.02.06 - 09:57 Uhr

DAAAAAAAAAAANKE!!!!! Genauso sehe ich es nämlich auch. Diese Haltung von immer mehr Eltern, die von Lehrern verlangen, aus Ihren Kindern bessere Menschen zu machen, aber selbst nicht mal bereit sind für die Schularbeiten den Fernseher leise zu machen, kann ich einfach nicht verstehen. Die sind schon nach einer Stunde genervt von ihrem Kind (erst recht in der Pubertät) und verlangen aber vom Lehrer, dass er 30 Kindern locker bewältigt. Kinder und vor allem Jugendliche sind heute nicht mehr so, wie sie vor Jahrzehnten vielleicht mal waren, denen werden oftmals erst in der Schule zum ersten Mal Grenzen aufgezeigt. Was Eltern versäumen, können Lehrer nicht wett machen! da ist es kein Wunder, dass es immer weniger Lehramtsstudenten gibt. Wer hat heute noch Lust, sich für relativ wenig Geld auf den Nerven rumspringen zu lassen? Die meisten Menschen wollen ja nicht mal in einem Callcenter arbeiten!

Wirklich seltsam diese Haltung, die immer mehr um sich greift: Kümmer Dich um mich, ich hab keine Lust, es selbst zu machen! Ist ja auch einfacher so, denn das garantiert einem einen Dauersitzplatz in der Opferkurve, weil man ja selber nie Schuld ist. Schuld ist der Staat, die Schule, die Gesellschaft!
Traurig, dass es einem Verlag auf Teufel-komm-raus um Geldmacherei geht und schlimmer noch, dass dieses grauenvolle "Werk" nicht still und heimlich in der Versenkung verschwunden ist.
Frikkel#drache

Beitrag von anja676 09.02.06 - 09:05 Uhr

Hallo Shippi,

ich habe das Buch noch nicht gelesen, lediglich einige Passagen daraus, die veröffentlicht worden sind. Eines ist mir dabei vor allem in Erinnerung geblieben. Da ging es darum, dass man beim Lernen des "X" natürlich eine Hexenparty veranstalten muss usw. Da musste ich ein wenig Schmunzeln. Wir (also meine Tochter) haben jetzt das "D" gelernt und müssen natürlich ein Dosentelefon basteln.

Ich denke, ich werde das Buch lesen, allerdings möchte ich den Abstand haben, dass ich nicht davon ausgehe "alle Lehrer sind gleich". Ansonsten ist es bei mir leider so, dass sich die Schule meiner Tochter zum absoluten "Groschengrab" entwickelt hat. Es gibt regelmäßige Sammelaktionen für alles nur denkbar möglich. Das nervt mich schon, obwohl ich ansonsten mit der Klassenlehrerin meiner Tochter 100 %ig zufrieden bin.

LG Anja

Beitrag von laadidaa 09.02.06 - 12:27 Uhr

Hallo,

nein, ich habe das buch nicht gelesen, aber ich muss auch ganz ehrlich sagen, dass mir so ein polarisierendes buch auch überhaupt nicht zusagt.

meiner meinung nach, machen sich das viele eltern heutzutage viel zu einfach. mein kind ist schlecht in der schule - dann ist natürlich der lehrer schuld, wer auch sonst. #augen

mein sohn geht in die zweite klasse, nachdem er von anfang an große probleme in der schule hatte, schlug die lehrerin vor, ihn zu einem intelligenztest zu schicken. raus kam, dass er sehr intelligent ist (was mir auch schon vorher klar war - typisch mama, oder?) er hat dennoch weiterhin probleme in der schule, da er leider in seinem kurzen leben schon sehr viel miterleben musste, worunter seine konzentration einfach fürchterlich leidet. deswegen kann ich mir doch nicht anmaßen zu sagen, dass die lehrerin schuld daran ist. wenn mein kind mit dem tempo in der schule nicht mitkommt, dann gibt es zwei möglichkeiten: entweder ich lasse mein kind wiederholen und hoffe, dass es besser wird ODER ich übe und übe und übe mit meinem kind zu hause und hoffe, damit er mit dem stoff hinterher kommt. leider denken viele eltern, dass es eine dritte möglichkeit gibt: alle anderen kinder müssen eben warten bis das letzte kind es kapiert hat.

wenn ich an meine grundschulzeit zurück denke, (ich muss dazu sagen, dass ich hochbegabt bin) dann erinnere ich mich nur daran, dass ich mich gelangweilt habe und diese kinder, die es immernoch nicht kapieren, nicht mochte, weil ich denen die schuld an meiner langeweile gegeben habe. zum glück wurde meine hochbegabung dann bald festgestellt und ich bekam die entsprechende förderung.

heutzutage machen es sich wirklich viele eltern viiiiel zu leicht. und die ganze "alle haben schuld - nur ich nicht" - einstellung hat sich leider in den letzten jahren in unsere gesellschaft eingenistet.

auch haben, denke ich, viele eltern ein falsches bild von ihren kindern. die meisten eltern denken, dass die kinder gerne in der schule sind und wie kleine engel an den tischen sitzen und unbedingt was lernen wollen. weit gefehlt würde ich da sagen. mag sein, dass das in der ersten oder zweiten klasse noch so ist, aber mit zunehmender jahrgangsstufe wird das doch immer schlimmer....

ich finde so ein buch total daneben, denn der berufsstand des lehrers ist eben anders als alle anderen berufsstände. du bist frisör, die leute kommen zu dir, weil SIE etwas WOLLEN. du bist arzt, die leute kommen zu dir, weil SIE etwas WOLLEN. du bist handwerker, die leute rufen dich an, weil SIE etwas WOLLEN. und so könnte man ewig weitermachen mit beinahe allen berufen. als lehrer stehst du vor 30 schülern, die alle gar nix von dir wollen und denen es am liebsten wäre, wenn die stunde ausfallen würde. hinzukommt, dass lehrer wirklich zunehmend erziehungsarbeit leisten müssen und nicht - wie es sein sollte - bildungsarbeit. und warum?? weil es manchen eltern zu doof ist, selbst verantwortung für ihr kind zu übernehmen und ihnen selbst werte zu vermitteln!

vielleicht sollte man es mal aus dieser sicht betrachten, bevor man immer nur auf die "blöden" und "unfähigen" lehrer losgeht.

und abschließend noch: ein FETTER RESPEKT an alle lehrer!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!


lg laadidaa

Beitrag von danni64 09.02.06 - 16:50 Uhr

Hallo alle zusammen,

ich kenne dieses Buch nicht und werde es auch nicht lesen.

Ich bin aber auch der Meinung,dass wir sehr viele unfähige Lehrer haben.
Ich habe schon genug Quatsch gehört,der meinen Kindern beigebracht wurde.Manchmal kann man da nur noch den Kopf schütteln.

Es gibt Lehrer,die sind es aus Liebe und Leidenschaft und das merkt man auch. Dann gibt es wohl Lehrer,weil man dann einen sicheren Job und viel Ferien hat.
Eltern und Lehrer haben gemeinsam die Aufgabe,zu lehren und erziehen.Es gibt aber Lehrer,mit denen man nicht reden kann,weil sie es nicht wollen. Wenn Eltern und Lehrer zusammen arbeiten würden,gebe es weniger Probleme.

Schuld tragen beide,wenn es in der Schule nicht klappt.
Ich rede da aus Erfahrung und wenn ich als Mutter das Gespräch suche ,aber abgewimmelt werde,muss ich mich als Lehrer nicht wundern,wenn ich dann unten durch bin.

Es gibt eine Menge,die in unserem Schulsystem geändert werden müsste und dann kommen solche Bücher auch nicht zustande und haben Erfolg.

Das ist meine Meinung dazu.

LG Danni !!!