schön langsam am Verzweifeln - ich versteh das einfach nicht!

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Forum: Finanzen & Beruf

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Beitrag von kruemlschen 09.02.06 - 14:14 Uhr

Hallo Ihr Lieben,

ich muss mal meinen Frust los werden :-(

Mein Verlobter hat Psychologie studiert und wurde im Februar 05 mit dem Studium fertig. Er hat einen Notendurchschnitt von 1,26. Seine Vertiefungsfächer waren Arbeits&Organisations-, Markt- und Werbepsychologie. Seine Dyplomarbeit hat er über Mobbing am Arbeitsplatz geschrieben und darauf eine 1,4 bekommen.

Und er findet einfach KEINEN Job!
Er ist 26, hat das Studium in 9 Semestern durchgezogen!
Er bewirbt sich in ganz Deutschland, sogar in Österreich und der Schweiz.
Und er findet einfach nichts #schmoll

Ich kann das überhaupt nicht verstehen! Mit so einem guten Abschluss müsste man doch eigentlich mit Kusshand genommen werden?? #kratz

Seine Bewerbungen sind m. E. auch gut geschrieben und ich hab das a) im Rahmen meiner Ausbildung (Kauffrau für Bürokummunikation) gelernt und außerdem 1,5 Jahre im Sekretariat des Personalleiters einer sehr großen Firma gearbeitet.

Ich versteh es wirklich nicht! Es ist doch einfach zum :-%

#danke fürs zulesen

Vllt. hat ja auch jemand einen Tipp für uns??

LG Krüml #mampf

Beitrag von coppeliaa 09.02.06 - 14:56 Uhr

zunächst mal: problem ist, dass es (zum bei uns) vielzuviele gibt. die welt ist voll mit absolventen dieser studienrichtung!

eine bekannte von mir hat ein dreimonatiges unbezahltes praktikum in einem spital angehängt, anschließend konnte sie dort anfangen.

generell würde ich raten: versucht es auf der praktikumsschiene.

war deinem freund die problematik nicht klar? was machen seine studienkollegen so? vielleicht hat da jemand eine idee?

Beitrag von kruemlschen 09.02.06 - 16:35 Uhr

Hallo Coppeliaa,

das haben wir auch schon oft überlegt. Das Problem ist nur, ein unbezahltes Praktikum können wir uns nicht leisten!

Es ist einfach zum Mäusemelken! #heul

#danke für Deine Antwort

LG Krüml

Beitrag von coppeliaa 09.02.06 - 17:07 Uhr

naja, ganz unbezahlt muss es ja nicht gleich sein. besagte kollegin sah damals keinen anderen ausweg, hat montag bis freitag im praktikum gearbeitet, freitag und samstag abend ist sie dann kellnern gegangen um das finanzielle loch möglichst klein zu halten.

ich würde sagen: besser zunächst nur schlecht bezahlt, dafür anschließend job! ein jahr arbeitslos ist sicher schlechter als drei monate minderbezahlt und dann dafür job!

psychologieabsolventen können es sich nicht leisten aussagen a la "können wir uns nicht leisten!" zu treffen! leider!

eine ehemalische schulkollegin von mir hatte auch probleme, jetzt arbeitet sie in einem museum (in der verwaltung), eine andere schreibt für zeitungen usw.

was machen denn die kollegen von deinem freund?

Beitrag von kruemlschen 09.02.06 - 17:20 Uhr

ja, da hast Du recht.

Ich hab keine Ahnung, was die Kommilitonen machen. Er war nur im letzten Semester an der LMU, davor hat er in Salzburg studiert. Daher hatte er auch nicht soooooo den extremen privaten Kontakt zu den Leuten.

Ich werd ihm jetzt nochmal das mit dem Praktikum vorschlagen.

#danke nochmal für Deine Hilfe!

LG Krüml #mampf

Beitrag von wave 09.02.06 - 16:14 Uhr

Hallo Krüml,

die Schwester meines Verlobte hat das gleiche Problem. Ein Einser-Diplom, super Noten, Auslandserfahrung, Berufserfahrung (sie hat neben dem Studium gearbeitet) und und und. Sie ist seit Mitte des Jahres mit dem Studium fertig, bewirbt sich deutschlandweit und hat auch noch nichts gefunden :-(. Scheint in dem Berufszweig wirklich ganz besonders schlimm zu sein.

Ist es in meinem Berufszweig (Mediengestalterin) aber auch und ich habe trotzdem (zunächst über ein Praktikum) eine ganz tolle Stelle gefunden. Ich kann wirklich nur raten, sich auch auf Praktika zu bewerben. Auch wenn es bestimmt total frustrierend ist, erst so lange studiert zu haben und dann für praktisch nichts arbeiten zu gehen.

Bewirbt sich dein Freund denn auch auf Stellen, in denen nicht explizit ein Psychologe sondern z.B. jemand fürs Marketing gesucht wird? Für sowas wäre er mit seinen Vertiefungsfächern ja sicher auch geeignet. Aber ich schätze mal, da seid ihr auch schon drauf gekommen...

Ich kann euch nur sagen - gebt die Hoffnung nicht auf. Ich hab schon oft gehört, dass Leute monatelang nach einem Job suchen und dann zum Schluss sogar mehrere zur Auswahl haben.

Alles Gute!

Wave

Beitrag von kruemlschen 09.02.06 - 16:40 Uhr

Hallo Wave,

vielen lieben Dank für Deine Antwort!

Ja, er bewirbt sich auf so ziemlich alles was in irgend einer Art mit dem was er studiert hat, bzw. mit dem was er auch an Berufserfahrung hat, zu tun hat.

Das mit dem Praktikum ist halt so ne Sache.

Finanziell wäre das eine totale Katastrophe!

Wobei es inzwischen wohl keinen Unterschied mehr macht.
Denn seit 2 Wochen ist er nun Arbeitslos (hatte vorher im Promotionbereich gearbeitet) und nun wird er Geld über die ARGE beantragen. #heul

Ich find es einfach nur unglaublich!

Da reisst er sich 4,5 Jahre den A... (tschuldigung #hicks ) auf und hat so einen tollen Abschluss und dann sowas.

Zum :-% ist das!

Und ich mit meinem popeligen Hauptschulabschluss und einer Ausbildung zur KFB hatte immer Arbeit und verdien auch gar nicht so schlecht.

Die Welt ist einfach ungerecht! *motz*

#danke für Deine Antwort!

LG Krüml #mampf

Beitrag von knaecke06 10.02.06 - 14:08 Uhr

Hallo Krüml,

ich versteh Euch gut. Mein Freund und ich haben auch beide studiert. Wir haben kurze Studienzeiten, Diplomnote sehr gut und "praxistauglich" sind wir auch. Trotzdem hat es sehr lange gedauert: ich habe nach meinem Studium 2 Jahre unter meiner Qualifikation gearbeitet, aber es war mir egal. Nach sooo vielen Monaten ohne Job war ich froh, daß ich überhaupt was auf meinem Gebiet bekommen habe. Mein Freund hat nach seinem Studium unzählige (>100) Bewerbungen geschrieben. NUR ABSAGEN!!! Wir dachten auch: Das kann einfach nicht möglich sein. Irgendwo muss es doch eine Stelle geben.

Dann hat er sich 1x in Österreich beworben - und hat die Zusage bekommen. Dann haben wir uns überlegt, was wir machen. Eine Fernbeziehung (fast 700km) wollten wir auf keinen Fall. Also hat er zugesagt und ich habe gekündigt - ohne daß ich eine neue Stelle in Ösiland hatte. Aber noch bevor meine Kündigungsfrist bei der alten Firma abgelaufen war, hatte ich in Österreich schon eine neue Stelle gefunden und diesmal ist die Stelle nicht unter meiner Qualifikation.

Jetzt sind wir also in Österreich und uns gefällt es sehr gut. Wir sind froh, daß wir uns so entschieden haben. Aber es ist schon hart. Da hast Du jahrelang nichts anderes im Kopf, außer deinem Studium und dann findest du keinen Job. Ist total frustrierend.

Also das ist meine Geschichte. Einen Rat habe ich jetzt eigendlich nicht für Dich, außer daß ihr es weiter versuchen müßt. Und nicht den Mut verlieren. Irgendwann klappt es bestimmt auch bei Euch!!

Viel Glück

knaecke06 #liebdrueck#klee