Sie will keinen Spaß mehr haben

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Forum: Liebesleben

Ob Liebeslust oder Liebesfrust, ob erotische Freuden oder "technische" Probleme: Hier ist Platz für Fragen, Sorgen und Tipps. Für das Thema Verhütung gibt es ein eigenes Forum Verhütung.

Beitrag von leistungspapi 09.02.06 - 15:35 Uhr

Liebe Urbianer,

meine Frau und ich sind seit 14 Jahren zusammen, es ist für uns jeweils die erste „richtige“ Beziehung. Seit 10 Jahren sind wir verheiratet und haben nach langen Versuchen eine süße Tochter, die mittlerweile auch schon vier Jahre alt ist. Eigentlich sind wir rundum glücklich, der einzige Problempunkt ist das Thema Sex. Dieser ist seit vielen Jahren rückläufig, wir sind aber über das Alter, wo es um eine bestimmte Häufigkeit geht, hinaus.

Der Punkt, der mich völlig ratlos macht ist, daß meine Frau keinen Orgasmus mehr anstrebt. Dies war früher schon ein Problem, aber wenn wir eine Stellung wählten, in der ich sie mit der Hand stimulieren konnte oder aber mit der Zunge, hat es immer geklappt. Seit einigen Monaten lehnt sie diese Praktiken aber ab und zieht meine Hand weg, sobald ich auch nur in die Nähe ihrer Klitoris komme. Alles, was auch nur ansatzweise erregend für sie sein könnte, lehnt sie ab. Auch ein Vorspiel möchte Sie nicht machen, ich soll immer direkt mit ihr schlafen. Aktivität entfaltet sie nicht, so daß wir meistens in der Missionarsstellung miteinander Sex haben, ganz selten nur einmal von hinten. Stellungen, bei denen sie den aktiven Part übernimmt, machen wir nicht mehr, obwohl dies früher sehr häufig der Fall war.

Es wundert mich, daß sie überhaupt noch mit mir ins Bett geht, sie hat doch nichts davon. Emotional ist alles andere in Ordnung, wir lieben uns sehr und haben keine Ehekrise. Allerdings wird der Sex zunehmend zur Belastung, da wir auch nicht unbeschwert darüber reden können. Sie schweigt sich über ihre Gefühle aus und wenn ich das Thema anspreche, macht sie mir Vorwürfe und wir fangen ganz schnell an, uns heftig zu streiten.

Ich habe nun große Angst um unsere Beziehung. Kennt Ihr ähnliche Fälle? Ist das Problem lösbar und wie geht man es an? Für Ratschläge wäre ich Euch wirklich sehr, sehr dankbar!

Danke und Grüße

Euer LP

Beitrag von bluehorizon6 09.02.06 - 16:12 Uhr

Hi LP,

ich denke das du erst einmal klar machen solltest das ihr sehr wohl in einer Krise steckt. Und ich glaube sogar ziemlich tief.

Sags doch einfach mal gerade aus raus. Du willst schönen Sex, und sie steht bestenfalls zu deiner Verfügung der ehelichen Pflichten wegen. So stellt es sich mir dar. Und zu sagen ihr hättet keine Ehekrise? Hallo?

Das liebe Thema Sexualität in all seinen Facetten hat immer Spannungen zu bieten. Gerade wenns nicht harmonisiert ist, so wie bei euch. Und du hast recht, wenn in der Sexualität zu solch unterschiedlichen Positionen kommt ist eine Partnerschaft gefährdet, denn irgendwann kommt der Punkt an dem einer Sich abwendet.

Ob das Problem lösbar ist? Was ist denn das Problem, und wer hat es? Zunächst einmal hast du eins. Du willst Sex, bekommst ihn aber nicht, oder nicht so wie du dir deinen Sex vorstellst.

Sie will keinen Sex, und muss dich erdulden. Ob das für sie ein Problem ist weiß ich nicht. Eher wahrscheinlich nicht.

Was ganz aber ganz schlecht ist, ihr realisiert euch nicht. Sie nimmt dich nicht ernst, mit deinen Wünschen. Das zeigt ja das ihr über das Thema nicht reden könnt und immer wieder in Streit verfallt. So wie sich das anhört konntet ihr auch in der Vergangenheit nicht über Sexualität reden. Da frage ich mich, wie lange geht das denn wirklich schon so. Liegt der Verdacht nicht nahe, dass sie dir schon sehr lange etwas verschweigt?

Es geht also zunächst einmal nicht um Sexualtät als vielmehr darum sich wirklich einmal auszusprechen. Sein innerstes nach aussen zu kehren und von einander etwas zu erfahren.

Euer Problem ist solange nicht lösbar, wie ihr nicht darüber sprecht. Wenn sie dein Anliegen nicht versteht, wird sich auch nichts bewegen. Also gibt es nur die möglichkeit mit Hilfe einer Eheberatung, Paartherapie oder ähnliches eine prof. Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Dadurch wird der Sex mit Sicherheit nicht so wie du ihn dir vorstellst, aber ihr lernt miteinander zu sprechen und freier mit komplizierten Problemthemen umzugehen.
Aus der Gespräch heraus wirst du hoffentlich erkennen was der echte Grund ihrer Enthaltsamkeit ist. Erschrick aber nicht, das kann dich möglicherweise ganz persönlich treffen.

Denn überlege noch einmal meine Eingangsfrage. Wer ist das Problem und wer hat das Problem? Es könnte sein, du beide Fragen mit: Ich beantworten musst nach dem Gespräch.

Versucht es gemeinsam. Wenn Liebe da ist, muss auch die Bereitschaft zum Gespräch sein.

BlueH6



Beitrag von dreamw29 09.02.06 - 16:15 Uhr

Hallo, LP,

das hört sich ja gar nicht gut an.
Sag mal, nimmt sie die Pille? Vielleicht hat sie ja deswegen gar keine Lust auf Sex, und da sie weiß, dass sie eh nicht kommen wird, weil sie nichts wirklich erregt, macht sie deine Hand weg? Sie scheint dich befriedigen und dann ihre Ruhe haben zu wollen.
Auf jeden Falll hat sich in eurer Beziehung etwas verändert. Du schreibst, dass sie früher aktiver war. Eine Idee, woran das liegen KÖNNTE, hätte ich noch: Vielleicht sieht sie dich mehr als einen Freund, eine Art Bruder, hat das sexuelle Interesse an dir verloren (das hat nichts damit zu tun, dass du an sich nicht aufregend wärst - im Laufe einer Beziehung passiert es einfach, dass der Partner "langweilig" für einen wird) und möchte nichts machen, was in Richtung Sex wird, da es nicht mehr zu eurer Bruder-Schwester-Beziehung passt?
Das wären Ansatzpunkte, die mir grade eingefallen sind.
Noch etwas: Könnte es sein, dass sie einen Anderen hat?
Was natürlich sehr schlecht ist, ist die Tatsache, dass sie darüber nicht reden will. Reden ist Voraussetzung, um einander verstehen und Probleme lösen zu können. Wie du sie zum Reden bringst, weiß ich allerdings nicht.
Ich wünsche dir, dass du hier brauchbare Tipps bekommst.

Ganz liebe Grüße

dream

Beitrag von leistungspapi 09.02.06 - 16:47 Uhr

Esrtz einmal ganz herzlichen Dank für die Zeit, die Ihr Euch nehmt. Kurz zur Info:

* Neine, keine Pille - eigentlich hätten wir gerne noch ein Kind (ist das vielleicht ein Grund - Sex nur noch der Fortpflanzung wegen???) Als Sie noch die Pille nahm, olala, das waren noch Zeiten #huepf

* Treue: Ich weiß, jetzt werde ich für verrückt erklärt, habe keine Ahnung etc. Ich lege aber meine Hand dafür ins Feuer, daß meine Frau keinen anderen hat. Erstens gibt es keinen Anhaltspunkt dafür und zweitens kann sie nicht lügen, ist eine hundsmiserable Schauspielerin.

Lieber BlueH: ich bin mir ja sogar ziemlich sicher, das Problem zu sein. Was ich nicht verstehe ist, warum das so ist?

Folgende Fragmente aus unseren Gesprächen über Sex kommen mir noch in den Sinn:

- Sie habe durchaus Lust, ich ließe ihr jedoch keinen Raum, um diese zu entfalten.
- Generelle Klage, daß síe zuviel um die Ohren habe
- Ich könne offenabr an nichts anderes mehr denken und solle mich lieber um die Familie, Haushalt etc. kümmern.

Das ist stark verkürzt, aber die Essenz.

Beitrag von amboss 09.02.06 - 23:13 Uhr

Hi,

deine Frau fühlt sich als Mutter, erwachsen und scheint deinen infantilen Bedürfnissen wenig Verständnis entgegen zu bringen:"Ich könne offenbar an nichts anderes mehr denken und solle mich lieber um die Familie, Haushalt etc. kümmern"(warum eigentlich?)

Was man in dem ganzen Alltagsstress leider aus den Augen verliert und natürlich weder anderen noch sich selbst wirklich zugibt: eure sexuelle Beziehung ist die eigentliche Grundlage eurer Partnerschaft, eurer Beziehung. Fällt diese weg oder wird zum Problem lebt ihr nur noch aus Gewohnheit und vermeintlicher Verpflichtung zusammen und bei der nächsten Gelegenheit werden sich Alternativen ergeben.

Da in einer zu diesem Thema feministisch dominierten öffentlichen Meinung die Bedeutung der Sexualität für die Partnerschaft kleingeredet wird dürfte es sich mittlerweile um den wirklichen Hauptgrung für Trennungen und Partnerschaftskonflikte handeln (vgl. www.Theratalk.de)

Also bitte das Problem nicht unterschätzen, letzten Endes sind wir alle zumindestens partiell triebgesteuert, und wenn das Kind erstmal in den brunnen gefallen ist wird es schwer noch etwas zu retten.

LG

Beitrag von dodo0405 10.02.06 - 08:53 Uhr

#pro

Hallo "amboss", ich kann dir da nur 1000-prozentig zustimmen.
Ich versteh nicht, wieso Paare immer noch sagen können, "unsere Beziehung ist super, aber der Sex miserabel".... Sex gehört zu einer Beziehung dazu wie Vertrauen, Liebe etc.... leider kenne ich auch viele Menschen in meinem Bekanntenkreis die meinen: "Wir sind glücklich, Sex ist nicht so wichtig"....
#kratz
Ich stimme auch deine These zu, wonach man als "Mutter" keine Geliebte mehr sein will. Ich sehe das bei meiner Freundin. Die meinte kürzlich (5. Monat schwanger) zu mir: "Gott sei dank, jetzt kommt das 2. Baby dann brauch ich nicht mehr poppen...."

:-( Traurig.

Beitrag von bluehorizon6 10.02.06 - 10:27 Uhr

Sie habe durchaus Lust, ich ließe ihr jedoch keinen Raum, um diese zu entfalten.
- Generelle Klage, daß síe zuviel um die Ohren habe
- Ich könne offenabr an nichts anderes mehr denken und solle mich lieber um die Familie, Haushalt etc. kümmern.

Vielleicht sind in ihren Sätzen ja die Signale zu erkennen. Ich würde zunächst einmal die Fragen an dich richten.

Wie oft näherst du dich ihr denn?
Versuchst du dann dich zu befriedigen, oder gibst du ihr denn ein Chance ihre Lust zu entfalten? Die Rauf/Runter-Nummer läst keine Luft zu fühlen.
An was denkst du denn, bist jemande der seine freien Minuten über SEX nachdenkt? Eine Äusserung wie sie sie ausspricht kommt nicht von Ungefähr.

Und an den beiden Punkten, die sie bereits angesprochen hat, kann doch ein super Gespräch beginnen. (Natürlich nur dann wenn ihr bereits seid euch zuzuhören, und nicht eure Befindlichkeiten wieder so wichtig nehmt dass unweigerlich wieder zum Streit kommt.) Sie sagt sie könne sich nicht entfalten. Die Frage heißt doch sofort: Wie kann ich mich verhalten damit du deinen Spass und deine Lust hast. Was soll ich an mir ändern? Und dann lass sie erzählen. Und alles was sie sagt wird ist GUT.

Beachtet, das ihr auch schon eine ganze Zeit zusammen seid, da unterliegt jede Partnerschaft Schwankungen. Auch ist nicht auszuschließen das das sie im Kopf abdriftet, wenn nicht körperlich so doch alleine sich mit dem Gedanken auseinander setzt, wie es mit einem anderen Mann wäre. Alles vollkommen normale Dinge.

Auch du denkst ja schon so. Der Satz in deinem ersten Posting, du habest Angst, dass eure Beziehung zerbricht, deutet darauf hin, das du dir im Kopf deine Idealbeziehung und -partner auch schon träumst.

Du weißt was ich damit sagen will, der Schritt zum Ende ist nicht weiter weg als der zu einer gefestigten Partnerschaft. Die Frage ist wohin der nächste Schritt dich trägt. Zu Ihr? Dann aber bitte mit allem Respekt ihren Wünschen gegenüber. Dann musst du sie zulassen, dabei aber nicht vergessen, das du trotzallem auch deinen Wünschen gerecht werden sollst.

In meinen Augen ist die bewusste, ehrliche Positionsbestimmung über den Stand eurer Ehe das wichtigste das ihr machen müßt. Karten auf den Tisch und ohne Streit mal einen Summenstrich ziehen. Vergleicht eure Ansprüche, eure Wünsche, teilt euch mit, und sucht nach den guten Dingen eurer Partnerschaft. Es ist oft garnicht viel das man besser machen muß, um wieder in Fahrwasser zu kommen.

Vieles erklärt sich über Missverständnisse, über den mangelnden Mut rechtzeitig auf Unangenehmes zu reagieren, und am Ende weiß keiner mehr warum der Wurm drin steckt.

Also packt es an, auch die Tatsache über Sex nicht reden zu können, ist gelinde gesagt Quatsch wenn man an der Beziehung arbeiten WILL.

Alles Gute
BlueH6


Beitrag von snoopy1969 09.02.06 - 17:12 Uhr

blueh hat - wieder einmal - völlig recht. ab zur beratung, und zwar schnell!

uns hat es sehr geholfen, wobei eure situation schon sehr festgefahren erscheint - 14 jahre zusammen, respekt. ihr kennt euch und ihr solltet wissen, unter welchen voraussetzungen eine gute gesprächssituation geschaffen werden kann.

zwei punkte möchte ich anmerken:

1. das druck-argument, das du erwähnst, klingt vertraut. motto: laß mich in ruhe, ich komme schon von selbst an.
mein rat: bloß nicht! das führt nur zu einem rückzug auf raten. ich habe den eindruck, daß du kämpfen willst und das ist der richtige weg. die kunst besteht darin, dabei nicht noch mehr krampf oder druck aufzubauen und das ist sauschwer.

2. bitte nicht falsch verstehen, aber kann es sein, daß die art, wie du mit deiner frau bumst einfach nicht befriedigend für sie ist? in so einer langen beziehung, die gleichzeitig offenbar an einem mangel von kommunikation krankt, können sich auch völlig falsche verhaltensweisen einschleifen. nimm z.b. das vorspiel - hast du in erwägung gezogen, daß es sie vielleicht einfach geiler findet, wenn du sie direkt nimmst?

ich kann dir nur den rat geben, eine partnerberatung aufzusuchen, die eine qualifizierte sexualtherapie mit abdecken kann. bei profamilia gibt es listen mit kompetenten ansprechpartnern in deiner region. wir haben bei uns jedenfalls im rahmen der beratung facetten enteckt, die uns vorher völlig unbekannt waren.

Beitrag von heute mal ohne 09.02.06 - 17:34 Uhr

Hallo,

wir waren mal genau in der gleichen Situation.
Es ging von mir aus, ich verlor immer mehr die Lust, wollte nur noch, dass er fertig ist damit ich wieder 2 Wochen Ruhe davor habe
Unser Problem war, das mein Mann oft Sex wollte, aber nie wenn ich Lust hatte. Immer nur, wenn er wollte und immer auf Ansage. So habe ich mehr und mehr die Lust verloren.
Ich hab ihm auch gesagt, was mich stört und er hat mir gesagt was ihn stört. Aber es änderte sich trotzdem nichts, bis mein Mann dachte, er müsste sich eine andere Frau suchen.
Da bin ich aufgewacht und er auch. Ich bin über meinen Schatten gesprungen und habe ihn immer wieder verführt bis wir ein Sexleben hatten wie noch nie.
Es hat unsere Beziehung gerettet.
Ich denke, nur einfaches Reden hilft nicht. Handeln ist angesagt. Verführen auf die sanfte Art und ein wenig eifersüchtig machen. Nicht zu viel, wir sind daran fast kaputtgegangen.
Unbedingt rausfinden, auf was Frauen abfahren. Dann findest Du auch Deinen Spass wieder.

Viel Glück

Beitrag von pappnase 10.02.06 - 10:50 Uhr

Hallo LP,

ich denke, ich kann eure Situation aus Sicht deiner Frau ganz gut einschätzen - so wie du das schilderst, scheint es ihr ähnlich wie mir zu gehen.

Ich bin 35, mein Mann ist 46, wir sind seit 16 Jahren zusammen, seit 7 Jahren verheiratet, und was den Sex angeht, läuft das bei uns ähnlich ab wie bei euch. Max. 1x pro Woche, eher nur alle 2 Wochen, und dann ist's mir auch am liebsten, wenn's schnell geht. Ich komme eh nie zum Orgasmus (nur bei SB), aber ich möchte, dass wenigstens mein Mann was davon hat. Es gibt so uneigennützige Weiber!! Ist vielleicht für viele schwer nachvollziehbar, aber es ist tatsächlich so: Mir ist der Sex bzw. die Befriedigung nicht so wichtig. Und es deprimiert mich auch nicht, dass das so ist. Ich freue mich, wenn's für meinen Mann schön ist - auch wenn ich realistisch genug bin zu wissen, dass es ihm sicher besser gefallen würde, wenn ich auch auf meine Kosten käme - so ist das für ihn ja immer irgendwie mit einem schlechten Gewissen behaftet, dass nur er seinen Spaß hat. Aber wie gesagt, mir ist das "egal", und das habe ich ihm auch gesagt.

Wenn BlueH6 jetzt sagt, dass so eine Beziehung nicht "gesund" sein kann, weiß ich nicht, wie ich das einordnen soll - ich habe nicht das Gefühl, dass unsere Beziehung schlecht ist. Natürlich haben auch wir Probleme (auch abgesehen vom Sex), wie in jeder anderen Partnerschaft auch, aber ich glaube nicht, dass dieses Thema Sexualität unsere Beziehung so sehr belastet. Früher vielleicht, weil mein Mann einfach nicht wusste, woran er war - bis ich mich mal getraut habe ihm zu sagen, wie es ist: dass ich nicht zum Orgasmus komme, wenn wir Sex haben, dass ich es zwar nicht als unangenehm empfinde oder Schmerzen habe oder sonst was, aber dass es mir halt einfach nicht die gleiche Erfüllung bringt wie ihm. Er fand und findet das nach wie vor schade, hat aber verstanden und (hoffentlich) auch akzeptiert, dass das wirklich nichts mit ihm zu tun hat. Er gibt sich alle Mühe, unser Liebesleben trotzdem auch für mich schön zu gestalten, und das erkenne ich an. Dennoch ist es mir einfach nicht sooooo wichtig.

Ich weiß, dass das viele nicht nachvollziehen können - ich lese hier so oft, wie wichtig Sex in einer guten Beziehung ist... ich vertrete dennoch den Standpunkt, dass ich eine gute Beziehung führe, und ich bin glücklich mit meinem Leben.

Ähm, ich weiß nicht, ob dich das jetzt irgendwie weitergebracht hat - sorry für meinen langen Beitrag.

Ich wünsch euch, dass ihr eine Möglichkeit findet, über das alles zu reden. Auch wenn das Ergebnis vielleicht dann so ist wie bei uns und du dich möglicherweise letztlich damit abfinden musst - immerhin hättet ihr dann darüber gesprochen und müsstet keine Angst haben, dass es etwas unausgesprochen zwischen euch steht und an euch nagt.

Alles Liebe,
Gerda

Ach ja, und ich nehme auch nicht die Pille!

Beitrag von leistungspapi 12.02.06 - 15:28 Uhr

Danke für Deinen Beitrag, gerade, weil er so ausführlich war. Das Problem ist in der Tat, daß der Sex für mich mittlerweile nicht mehr schön ist, weil er - außer manchmal in den ersten Minuten - eben meiner Frau auch keine Freude bereitet.

Mittlerweile verschärft sich die ganze Sache dergestalt, daß ich ebenfalls nicht mehr kommen kann. Wenn ich merke, daß es ihr keinen Spaß macht, dann ist auch bei mir ganz schnell Schluß. So langsam nagt das wirklich an der Seele...

Ich bin dankbar für jeden Hinweis und auch Eure Analysen helfen mir wirklich weiter!
#danke
Euer LP