Für alle Frauen, die ungeplant schwanger sind!

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Forum: Ungeplant schwanger

Was ist, wenn eine Schwangerschaft überraschend und ungeplant kommt? Hier kannst du fragen, wie andere diese Situation bewältigt haben. Grundsatz-Diskussionen um das Thema Schwangerschafts-Abbruch sind allerdings besser im Forum "Allgemeines" aufgehoben.

Beitrag von naddl310 09.02.06 - 22:39 Uhr

Ich lese hier oft, dass Frauen schwanger sind und das Kind abtreiben wollen.
Hier ein kleiner Auszug aus meinem Leben. Ist circa 2 1/ Jahre her.

„Frau ..., kommen Sie bitte in mein Behandlungszimmer.“ Bat mich mein Frauenarzt. Ich stand auf und folgte ihm.
„Tja“, fing er an, während ich mich setzte, „das Ultraschall hat nichts ergeben, aber der Test zeigt schwach positiv an.“
„WIE BITTE!“ sagte ich entsetzt.
„Wann haben Sie etwas gegessen?“ fragte er mich.
„Ich weiß nicht? Aber Sie haben doch gesagt, dass Sie nichts sehen können.“
„Ich nehme an, da es schon 11:00 Uhr ist, haben Sie schon gefrühstückt und Kaffee getrunken?“
“Ja, ist doch klar.“
„Deswegen zeigt der Schwangerschaftstest auch „schwach positiv“ an.“
„Und warum haben Sie nichts auf dem Ultraschall gesehen?“
“Sie sind meiner Rechnung erst in der 6-7 Woche, da kann man noch nicht viel sehen.“
„Ich bin schwanger?“ fragte ich ihn noch mal entsetzt.
„So wie es aussieht,…, ja!“
Eine Weile saß ich wohl da und sagte nichts. Ich glaube, mein Gesicht ist auseinander gebröckelt, wie in einem Zeichentrickfilm. Wie bei Tiny Toons, wenn mal wieder Pluckys Gesicht auseinander fällt. Ich glaube, so ging es mir. Nur war das die Wirklichkeit und kein Cartoon.
Mein Arzt erzählte und erzählte. Ich hörte ihm gar nicht richtig zu. Ich bekam nur Wörter wie „Pholsäuretabletten“ und „Merkblätter“ mit.
Mein Kopf dröhnte, ich war wie in einer anderen Welt. Ganz weit weg.
„Frau ...?“ fragte mein Arzt nach mir.
Ich schaute zu ihm hoch und geriet so langsam wieder in „unsere“ Welt.
„Und was ist, wenn ich das Kind gar nicht haben will?“ fragte ich ihn.
Mein Arzt sah mich erschrocken an.
„Ich meine, ich möchte keine allein erziehende Mutter sein. Lieber treibe ich es ab.“
Haben Sie keinen Partner?“ fragte er mich.
„Doch, aber es läuft im Moment nicht gut.“
„Wenn Sie sich zu diesem entscheiden, sollten Sie es sich gut überlegen. Vor allem ist es eine seelische Frage. Sie sind jetzt circa in der 7. Woche und haben noch ein wenig Zeit. Melden Sie sich, wenn Sie sich entschieden haben.“
„Mach` ich.“
Ohne noch etwas darauf zu sagen, stand ich auf und verschwand aus der Praxis.

Genau das ist mir passiert. Das war ein kleines Stück aus meiner selbstgeschriebenen Geschichte.
Als ich mir das Stück grad nochmal durchgelesen habe, konnte ich noch genau nachfühlen, wie es mir damals ging... - furchtbar ging es mir!
Trotzdem hab ich mich für das Kind entschieden.
Und seht euch meinen Kleinen an!
An alle Frauen, die ungeplant schwanger sind und nicht wissen, was sie tun sollen.
Überlegt es euch gut.
Ich weiß nicht, wie es mir heute gehen würde, wenn ich das Kind abgetrieben hätte!
Ich möchte meinen Kleinen nicht mehr missen, auch wenn es nicht immer einfach ist.
Alles Gute
Naddl310#huepf#huepf#huepf

Beitrag von Gegenpol 10.02.06 - 01:15 Uhr

Hier ein Auszug aus meinem Leben. Ist nun fast 4 Jahre her.

"Tja", sagte meine Frauenärztin, "Sie sind schwanger. Herzlichen Glückwunsch!"
"Nein", sagte ich entsetzt.
Meine Frauenärztin erzählte was über Fruchtsack, daß ich Anfang der 6. Woche sei, ich bekam aber wenig davon mit. Plötzlich unterbrach ich sie.
"Das geht nicht, ich kann jetzt kein Kind bekommen."
Sie fragte ebenfalls, ob ich denn keinen Partner habe.
Ich hatte zu der Zeit nur eine halbe Beziehung, war mitten im Studium.
Daraufhin klärte sie mich über eine mögliche Abtreibung auf und schickte mich zu Pro Familia.
Dort wurde ich auch zum Risiko möglicher(!) psychischer Probleme aufgeklärt.
Trotzdem habe ich mich gegen die Schwangerschaft entschieden und eine Abtreibung vornehmen lassen.

Und für mich war es das einzig Richtige. Ich wäre mit einem Kind alleine nicht fertiggeworden, hätte zu 100% mein Studium geschmissen und würde jetzt vom Staat leben.
Das Studium und auch das Leben drumherum (Beziehungen, Geldprobleme etc.) hat mich in den darauffolgenden Jahren derart gefordert, da wäre für ein Kind einfach kein Platz gewesen. Ich wäre mit der "Zusatzbelastung" Kind auch einfach nicht fertiggeworden. Es mag Frauen geben, die das alles unter einen Hut bringen- aber ich war/bin nicht so stark.

Mit (kleinem) Kind wäre ich heute auch nicht da, wo ich bin: In einem hochbezahlten, abwechslungsreichen Job, der allerdings höchste Flexibilität und auch viel Einsatzbereitschaft fordert. Mit Kind hätte ich diesem Job nicht annehmen können. In mein Leben hätte absolut kein Kind gepasst, und passt es auch heute nicht. Hinzu kommt, daß ich Kinder nicht mag.

ICH weiß nicht und will auch nicht wissen, wie es mir heute gehen, was aus mir geworden wäre, hätte ich dieses Kind damals bekommen...Vermutung: Sozialfall. Oder zumindest in einem wesentlich schlechter bezahlten Posten/Beruf. Ich bereue die Entscheidung überhaupt nicht.
Fazit: Ein Patentrezept gibt es nicht, weil jede Frau unterschiedlich belastbar ist, unterschiedliche Lebensziele hat.

Beitrag von rose1980 11.02.06 - 14:44 Uhr

Das stimmt schon was du sagst!

Aber ehrlich mich macht es traurig:-(

Alles gute
Tanja

Beitrag von eineve 10.02.06 - 03:42 Uhr

DAS muss natürlich dazu:


mein erlebtes ungeplantes please click the following url:

http://www.urbia.de/forum/index.html?area=thread&id=319785&pid=2101723&bid=30

was für ein glücklicher ausgang... NICHT abgetrieben - aber von der natur.

Beitrag von eineve 10.02.06 - 03:43 Uhr

ach meno - vergessen...

DAS dazu denken bitte:

#liebe


danke :-)

Beitrag von kabama44 10.02.06 - 09:43 Uhr

Hallo Naddl 310,

du warst sehr stark , das sind sicher nicht alle Frauen .

Man muß jeden respektieren , auch jene , die sich nicht zu einem Kind bekennen . Es gibt halt auch Frauen , die keine Mutter sein wollen und die sollten es auch nicht, denn wenn man nicht 100 % dahinter steht , kann einem jedes ungewolte Kind nur leid tun .

Du bist eine gute Mutter geworden und hast einen süßen Sohn und darum sei dankbar. Erziehe ihn gut und gebe ihm all deine Liebe , auch wenn es einmal schwierig wird .

liebe Grüße und seit gut beschützt
Kabama44

Beitrag von milchtheke 11.02.06 - 14:09 Uhr

Obwohl ich erst 26 bin, kann ich zum Thema ungeplant schwanger sein schon recht viel erzählen, denke ich. da ich selber aus einer kinderreichen Familie komme, hab ich mir schon recht früh Gedanken über ungeplante Schwangerschaften gemacht und eigentlich stand für mich immer fest, dass eine Abtreibung für mich nicht in Frage kommt. Tja und dann geschah es: ich war mit meinem damaligen Freund erst 5 Monate zusammen, wir wollten jedoch schon zusammen ziehen, weilo es zwischen uns einfach stimmt und mitten im Umzug erfuhr ich, dass ich schwanger bin mit 20 Jahren. ich war kurz nach dem Abi hatte noch keine Ausbildung und mein damaliger Freund war nicht unbedingt der, den man sich als vater für seine Kinder vorstellt:-[(es gab da so ein paar Drogenprobleme, die er aber bis dahin mir zur Liebe schon ganz gut im Griff hatte). Wir haben uns dann gemeinsam für dieses Kind entschieden und nachdem wir zusammen gezogen waren auch noch geheiratet. Das war im Jahr 2000. Ich habe im September 2000 einen gesunden und wunderschönen Jungen geboren und aus dem ungeplanten Kind wurde ein Traumkind. Ich habe trotz dieses Kindes meine Ausbildung gemacht. Das war manchmal verdammt hart, ich habe viel geweint und viel Schweiß und Blut verloren#schwitz , außerdem war es finanziell verdammt schwierig, weil mein Mann auch noch seine Arbeitsstelle verloren hat. Als ich dann meine Ausbildung beendet hatte, war mein Sohn 3 1/2 Jahre alt und wir hätten gerne ein zweites Kind gewollt, aber finanziell, da mein Mann immer noch arbeitslos war, haben wir davon abgesehen. Aber auch dieses mal hatten wir da nicht besonders viel mit zu entscheiden. Denn ich habe wiederum erfahren ungeplant schwanger zu sein(das war im Februar 2004) #gruebel. Bitte beachtet dabei, dass ich beim ersten trotz regelmäßiger Einnahme der Pille und beim zweiten trotz 3-Monatsspritze schwanger wurde. Wir hatten großes Glück, denn 2 tage nachdem ich erfahren hab schanger zu sein, hat mein Mann endlich einen Arbeitsvertrag unterschrieben. Mein zweiter Sohn ist im August 2004 geboren. Mein Mann ( der achso schlimme Freund von damals) ist unseren Söhnen ein wundervoller Vater und ein für mich einzigartiger Ehemann. Meine Kinder sind 5 und 15 Monate alt und ich möchte mir gar nicht vorstellen, wie das Leben ohne sie wäre. Ich habe letztes Jahr im September wieder angefangen zu arbeiten (ich bin Altenpflegerin und liebe meinen Job) außerdem brauchten wir das Geld um unsere ganzen Schulden zu begleichen, die sich über Jahre angehäuft hatten. Zu beginn dieses Jahres hab ich meine Arbeitsstelle gekündigt, weil ich ein besseres Angebot bekommen habe. Ja und wie das Leben so spielt, habe ich bevor ich den neuen Vertrag unterschrieben habe, erfahren dass ich schwanger bin. Diesmal brach für mich eine Welt zusammen. Wir haben zum dritten mal versucht uns etwas aufzubauen, die Wohnung ist für ein drittes Kind einfach zu klein. Mein mann verdient für uns 4 schon nicht wirklich genug und ich stehe vor der Unterzeichnung des Vertrages. Das erste mal in meinem Leben kam mir der Gedanke einer Abtreibung, aber mein Mann ( der eigentlich nie Kinder haben wollte) meinte:wenn wir 2 haben, dann bekommen wir auch noch das dritte. Und als ich das kleine Wesen auf dem Ultraschall gesehen habe, war auch mir klar: DIESMAL SCHAFFEN WIR ES AUCH ! ! Inzwischen haben wir schon eine groessere Wohnung gefunden und haben uns an das wenigere Geld gewoehnt und die Freude auf unser drittes Kind waechst von Tag zu Tag. Inzwischen bin ich in der 13. SSW und kann mir gar nicht vorstellen, wieso ich an eine Abtreibung gedacht hab. Sicherlich werden noch einige andere Schwierigkeiten auf uns zukommen, aber fuer unsere Kinder bringen wir die Kraft dafuer auf.
Das wird schon
Jessie Guido Mario Timo und ......

WENN DIR DAS LEBEN EINE ZITRONE GIBT, MACH LIMONADE DRAUS!