wie Angst vor der Geburt nehmen?

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Forum: Geburt & Wochenbett

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Beitrag von mare88 10.02.06 - 08:09 Uhr

Hallo,

eine Bekannte von mir denkt über einen Kaiserschnitt nach, weil sie große Angst vor den Geburtsschmerzen hat. Ich finde es sehr schade, dass sie allein deshalb an einen KS denkt. Weiß jemand, wie man ihr ein wenig die Angst vor einer spontanen Geburt nehmen kann? Ich will sie jetzt nicht unbedingt zulabern mit irgendwelchen Fakten, weshalb der KS nun nicht so optimal ist. Ich würde ihr gern etwas beruhigendes und schönes zur spontanen sagen können. Oder was kann man noch machen?

Ciao

Beitrag von chrimic02 10.02.06 - 09:23 Uhr

Guten morgen,

vielleicht würde es schon reichen, ihr zu sagen, daß ein KS auch nicht ganz ohne ist. Das verdrängen die meisten aber, weil die Angst vor der unbekoannten so groß ist. Ich hatte beides, erst Wehen bis der Muttermund ganz offen war, dann einen KS weil meine Kleine stecken blieb. Ich kann nur sagen, daß der Wehenschmerz echt heftig ist, aber irgendwie krigt man von dem ganzen recht wenig mit, weil man viel zu sehr mit atmen beschäftigt ist;-) Ich weiß zwar nicht wie die Presswehen sind, aber dann ist das Kind ja meist recht schnell da und es gibt ja auch noch die PDA.

Nach dem KS war ich ganz schön fertig, den ersten Tag kannst Du gar nicht aufstehen und danach auch nur mit Hilfsmitteln;-) Und rund um die Narbe ist nach über drei Monaten immer noch alles taub, dauert auch ziemlich lange bis das weg ist. Also die spontane Geburt ist sicher das kürzere Übel! Und ohne Schmerzen geht es nunmal nicht!

LG Christine

Beitrag von maren04 10.02.06 - 13:35 Uhr

Ich habe zweimal "normal" entbunden.
Die erste Geburt war so heftig, dass ich nie wieder ein Kind wollte. Aber nach 6 Jahren war der Wunsch dann doch zu groß. Ich ging also auch mit einer mega Angst vor der Geburt durch die SS. Ab der 25.SSW hatte ich dann vorzeitge Wehen und mußte viel im KH liegen. Dort habe ich mit einer ganz lieben Hebamme darüber gesprochen, denn ich wolle einen Wunschkaiserschnitt. Sie hat mir ganz ruhig und sachlich erklärt, wie alles abläuft, mir die Vor- und Nachteile erklärt. Danach hab ich ein ein bißchen anders gedacht und wollte es mit einer normalen Geburt versuchen. Mit der Option, jederzeit einen WKS noch machen lassen zu können. Und siehe da....es wurde eine normal Geburt. Zwar mit Saugglocke, aber ich bin doch stolz und froh, keinen Kaiserschnitt gebraucht zu haben.
Mir hat das Gespräch mit einer Hebi sehr geholfen.

Lg
Tina

Beitrag von binchen80 10.02.06 - 10:06 Uhr

Hallo,
erstmal vorweg, ich musste meine Tochter auch per Kaiserschnitt zur Welt bringen. Das wurde allerdings am Tag vorher beschlossen, somit kann ich auch nichts zu einer sponaten Geburt sagen. #schmoll
Ich hatte aber niemals Angst davor und bin ganz entspannt an die Sache ran gegangen.
Der beste Tip ist wohl sich eine gute Hebamme zu suchen, die einen vor, während und nach der Geburt betreut.
Außerdem gibt es vorher schon so schöne Kurse zum entspannen, man muß das Angebot nur nutzen. Und vielleicht hat Sie ja auch einen lieben Mann, der sie zur Geburt begleitet und seelisch unterstützt (außerdem sind die auch gut zum massieren ;-)).
Viel geholfen hat mir auch, dass ich vorher schon öfters im Kreissaal war, da meine Hebamme dort die Geburtsvorbereitende Akkupunktur durchgeführt hat. Das nimmt einem den Schrecken vor dem Unbekannten.
Bei mir hatte es noch Probleme mit der Betäubung gegeben, so durfte ich mehrere Tage nicht aufstehen. #schmoll
Es ist halt wirklich eine OP, man ist nachher erst mal ein paar Tage ans Bett gefesselt. Ich brauchte im Krankenhaus, die ersten Tage sogar die Schwestern, damit ich mein Kind beim Stillen auf der anderen Seite anlegen konnte. Mein Mann oder die Schwestern haben das Wickeln übernommen. Mein Kind habe ich nach fünf Tagen erst das erste mal nackig gesehen, was für mich schon hart war! #heul
Auch zu Hause war ich noch lang auf die Unterstützung von meinem Mann angewiesen. Die Narbe allerdings stört mich nun weniger.
Ich denke jede Geburtsmethode hat ihre Vor- und Nachteile und man muß immer im Interesse des Kindes handeln. Aber deiner Bekannten würde ich wirklich raten, sich erst mal mit einer spontanen Geburt vertraut zu machen, also Hebamme kennen lernen (evtl. auch zur Vorsorge hin), Geburtsvorbereitungskurs besuchen (zahlt die KK) und den Kreissaal kennen lernen. Falls sie dann immer noch so Angst davor hat, kann sie sich ja trotzdem noch für einen Kaiserschnitt entscheiden!
Liebe Grüße
Binchen mit Emily #baby (11. Woche)

Beitrag von murmel2006 10.02.06 - 10:16 Uhr

ich muß sagen ich kanns irgendwie verstehen, da ich bei meiner Geburt geschnitten wurde und das Nähen danach das ALLERSCHLIMMSTE überhaupt war, würd ich doch den KS bevorzugen wenn es ein nächstes Mal gäbe weil da kann ich ne Vollnarkose haben! ;-)

Ansonsten ist natürlich das normale Geburtserlebnis zu bevorzugen...

Beitrag von monique_15 10.02.06 - 12:17 Uhr

Hallo,

deine Bekannte sollte mal mit einer oder mehreren Hebammen reden. Die kennen das Problem und können wirklich gut informieren und auch beruhigen.

Klar haben wir alle Angst vor dem Wehenschmerz - und das zu Recht#schwitz - aber es gibt doch PDA und sonstige Schmerzmittel.

Das Hauptargument gegen den KS ist einfach, dass es nicht so ein Nebenbei-Eingrifflein ist wie Fingernägelschneiden, sondern eine richtig große OP mit allen dazugehörigen Risiken. Das verdrängen die meisten ganze gerne. Man kann Thrombosen bekommen, man kann Probleme mit der Narbe bekommen (auch bei weiteren Schwangerschaften dann kann die Narbe an der Gebärmutter Probleme machen), es kann sein, dass man tagelang nicht aufstehen kann und gar nix von seinem Baby hat... Also Argumente gibt es genug.

Aber es geht ja nicht darum, deiner Freundin nun auch noch Angst vor dem Kaiserschnitt zu machen ;-).

Viele Frauen, die mal sachlich über beide Möglichkeiten aufgeklärt wurden, entscheiden sich aber letztlich doch für die "normale" Geburt.

Noch was am Rande: Nenn mich verrückt, aber ich will mich vor meiner zweiten Geburt in die Hände einer erfahrenen Hypnotiseurin begeben. Meine erste Geburt war nämlich ganz schön lang und heftig und ich habe auch Bammel vor dem nächsten Mal. Ich befürchte, da verkrampft an die Sache ranzugehen und es mir (und dem Baby) unnötig schwer zu machen.
Ich denke, die Psycho-Frau kann mir erstens zeigen, wie ich mich geistig entspannen und auf die Geburt einlassen kann, und zweitens kann sie vielleicht mit mir auch noch ein bisschen meine Ängste aufdröseln. Die Frau, zu der ich gehe, hat Erfahrungen auf dem Gebiet und empfiehlt mir drei Sitzungen. Bezahlen muss ich's natürlich selbst.
Dieses "Hypno-Birthing" ist in Deutschland noch ziemlich unbekannt, aber es ist im Kommen. Es bedeutet nicht, dass man die Geburt in Voll-Trance erlebt! Es fällt eher unter die Kategorie Geburts-Vorbereitung.
... wäre vielleicht auch was für andere Angsthasen unter uns....

Lieben Gruß, Monique

Beitrag von mare88 10.02.06 - 17:56 Uhr

Hast Du schon Erfahrungen damit gemacht (Hypno-Birthing)? Mit was für Kosten ist das verbunden und wie läuft das ab?

Beitrag von monique_15 10.02.06 - 20:46 Uhr

Nee, am Dienstag ist mein erster Termin. Aber ich weiß ein bisschen was über klinische Hypnose und denke daher, ich kann so ungefähr abschätzen, was mich erwartet.
Ein gründliches Vorgespräch, dann Entspannung - und was mir die Frau so unter der Hypnose erzählen wird, weiß ich noch nicht. Ich schätze mal, dass ich mich öffnen kann, angstfrei bin und mich fallen lassen kann, dass mein Baby seinen Weg leicht findet usw.
Sie hat mir auf jeden Fall am Telefon erzählt, dass "ihre" Frauen deutlich weniger oder gar kein Schmerzmittel brauchen.

Die Kosten... #hicks ... ich hab vergessen zu fragen. Aber ich weiß, dass Therapeuten für ihre üblichen 50 Minuten-Sitzungen irgendwas zwischen 60 und 100 Euro nehmen. Ist wahrlich kein billiger Spaß - aber wenn's hilft?! (Bei der letzten Geburt hatte ich 250 Euro für die Hebamme zu zahlen, das fällt diesmal weg, weil es hier bei uns kein Geburtshaus und keine Beleghebammen gibt. Na, und irgendwo muss ich doch hin mit meinem Geld ;-) )

Es gibt irgendwo im nördlicheren Teil Deutschlands - von mir aus gesehen - auch eine Hebamme, die Hypnobirthing anbietet, vielleicht macht die das günstiger? (Ich hab vergessen, wo die war, ich fand sie über Google und Stichwort "Hypnobirthing")

Wenn du noch mehr Fragen hast oder am Dienstag wissen willst, wie's war, dann schreib mich über meine VK an :-)

Lieben Gruß, Monique

Beitrag von ninabarnes 14.02.06 - 15:57 Uhr

Hi,
ich habe letzte woche herausgefunden das ich schwanger bin wir haben es ja auch geplant aber es war trotsdem ein kleiner schock.
Davor habe ich mich schon über hypnobirthing informier da meine erste geburt ( vor 8 J. ) war ein medeziniches desaster war habe ich eine warnsins angst . Wie du ach sagst ist hypnobirthing in deutschland noch nicht sehr bekannt . Da mein mann engländer ist habe ich das netz schon durchgesucht und in england und der Schweits ist es schon weit verbreitet ist . Aber ich habe hier ( Osnabrück ) noch nichts gefunden. Wenn du was weist wo oder wie es hier in Deutschland möglich ist wäre es echt nett wenn dum mir weiterhelfen könntest.

Danke Nina

Beitrag von monique_15 14.02.06 - 19:45 Uhr

Hi Nina,

es gibt ein Buch von Liz Lorenz-Wallacher, "Schwangerschaft, Geburt und Hypnose". Die Frau ist Psychotherapeutin und hat seit etlichen Jahren Erfahrungen mit Hypno-Birthing. Mittlerweile hat sie auch für andere (also für Hebammen z.B.) Fortbildungen zu dem Thema durchgeführt. Das Buch reicht leider nicht aus, um sich selbst damit auf die Geburt vorzubereiten - es sei denn, man kennt sich gut mit Selbsthypnose aus. Es erklärt mehr die Hintergründe und schildert Fallbeispiele.

Ich bin direkt zu Frau Lorenz-Wallacher gefahren - Saarbrücken ist von mir aus halt gerade noch so in einer erträglichen Entfernung. Für dich ist das natürlich viel zu weit...
Ich würde dir trotzdem raten, dich auch an sie zu wenden und sie zu fragen, wen sie dir empfehlen kann. Sie kennt ja die entsprechenden Leute (auch von Kongressen her usw.). Sie hat mir z.B. von einer Gynäkologin erzählt, die die Methode in ihrer Klinik eingeführt hat und damit tolle Erfolge erzielt. Ich hab aber nicht gefragt, wo diese Klinik ist.

Die Kontakt-Adresse findest du hier:
http://www.meg-saarbruecken.de/content/kontakt/index.htm

Ich hatte heute meine erste Sitzung, und ich muss sagen: Ich bin superfroh, dass ich auf das Thema Hypnobirthing gekommen bin. Eine tolle Sache! Dank ans Forum, denn hier bin ich zum ersten Mal auf den Begriff gestoßen #danke.
Ich habe heute in der einzigen Sitzung schon einen Teil meiner Angst verloren und bin viel zuversichtlicher. Die Entspannung bei dieser Frau hat mir auch total gut getan und mir Kraft gegeben. Ich freu mich schon auf meinen nächsten Termin #huepf.

Lieben Gruß, Monique

Beitrag von mara299 10.02.06 - 12:32 Uhr

Hallo !

Habe gesehen das du auch einen KS hattest ... schreckt sie das denn nicht ab ? ... mein KS war geplant, weil ... ach, siehe VK ;-) ... hatte vor der OP Wehen bekommen und durfte trotzdem nicht obwohl ich wollte.
Für mich war es von Anfang an die natürlichste Sache der Welt, so eine spontan Geburt, man weiß wenigstens und hat wenigstens wirklich etwas dafür getan den Zwerg zu bekommen.
Wenn sie es nun einfach so wollte, ok, aber aus Angst vor den Schmerzen ... zu viele Frauen unterschätzen einfach die Schmerzen die so ein KS mitsich bringt und zu viele Ärzte sind bereit es zu tun weil es mehr Geld bringt.
Sie mit Fakten dazu zu zutexten wird nicht viel bringen ... ist sie auch hier im Forum ? Dann sollte sie mal hier schauen ... ansonsten sollte sie sich mal mit ihrer Hebamme unterhalten. Hebammen können einem die Angst denke ich am besten nehmen.
Ich hoffe das ich beim nächsten Mini nicht so viele (besser gar keine) Komplikationen in der Schwangerschaft habe und eine spontan Geburt haben darf, egal wie lang und schmerzhaft ... stelle mir das immer noch schöner vor als den "Wunsch" - KS mit dem ich nicht im reinen war ...

LG, Mara

Beitrag von grizabella32 10.02.06 - 17:25 Uhr

Ich hatte auch wahnsinnige Angst vor der Geburt und wollte eben nur wegen der Risiken eines Kaiserschnitts spontan entbinden. Ich habe mir eine Beleghebamme besorgt zu der ich im Laufe der Schwangerschaft eine gute Vertrauensbeziehung aufbauen konnte. Deshalb habe ich mich während der Geburt auch völlig fallen lassen können und mich nur auf mich konzentriert. Das Ende vom Lied: 3 1/2 Stunden Wehen und dann war Finja ohne jedes Schmerzmittel auf der Welt. Ich würde es beim nächsten Mal wieder genauso machen. Und es gibt nichts schöneres als sein Baby aus eigener Kraft zur Welt zu bringen.

Vielleicht sagst Du das Deiner Freundin.

Liebe Grüße
Diana

Beitrag von mare88 10.02.06 - 17:47 Uhr

Hallo Diana,

wie findet man eine solche Beleghebamme? Sind das immer auch Nachsorgehebammen? Wie hast Du Dich auf die Suche gemacht? Ich kann mir vorstellen, dass so eine "Person des Vertrauens", wenn sie dann auch noch Hebamme ist, ziemlich viel Angst nehmen kann.

tina

Beitrag von grizabella32 10.02.06 - 20:59 Uhr

Hallo Tina,

in Köln ging das sehr einfach, da gibt es ein Hebammennetzwerk, dass ich übers Internet gefunden habe und die vermitteln einem dann Beleghebammen.

Grundsätzlich würde ich den Weg übers Internet versuchen und nach Hebammen in der Umgebung suchen. Viele haben heute schon ihre eigenen Seiten und da kann man nachlesen, was sie anbieten.

Meine Hebamme hat sich solange es ging bei den Vorsorgeuntersuchungen mit meinem FA abgewechselt (ging zum Schluss nicht mehr, weil ich zuviele Risken hatte) und hat mir immer mit Rat und Tat zur Seite gestanden. Nach der Entbindung hat sie dann auch ganz normal die Nachsorge gemacht, die man von den Nachsorgehebammen kennt. Ohne die Hebi hätte Finjas Geburt nicht so locker funktioniert, denn sie hat sich in einigen Punkten klar gegen die Ärzte und für mich eingesetzt und ich bin ihr heute noch dankbar dafür.

Ich wünsche Deiner Freundin alles Gute und sie soll sich das Erlebnis der spontanen Geburt nicht nehmen lassen, wenn es nicht zum Schutz für Mutter und Kind sein muss.

Liebe Grüße
Diana