Stress mit Stiefkind

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Forum: Familienleben

Die Oma füttert die Kinder übermäßig mit Süßigkeiten, Probleme mit der Schwiegermutter, Tipps zum Feiern der Taufe: Hier ist Platz für alle Themen rund um die Familie.

Beitrag von stiefmutter69 10.02.06 - 20:15 Uhr

Hallo,
ich bin durch Zufall hier her gelangt, und denke daß ich hier vielleicht mal Luft ab lassen kann.
Ist allerdings eine längere Geschichte....#hicks
Vor 4,5 Jahren habe ich meinen jetzigen Mann kennengelernt.
Er erzählte mir von seiner hysterischen Exfreundin, und daß sie mit der Trennung nicht klar käme.
Als wir 4 Wochen zusammen waren, hat sie ihm mitgeteilt sie sei schwanger. Was danach los war kann sich keiner vorstellen.
Ständig rief sie an, wollte ihn wieder haben, hat ungefähr 15 Liter Fruchtwasser verloren, er musste ständig zu ihr fahren und sie trösten. Die von ihr geplante Abtreibung war nicht mehr möglich, da sie schon im 4. Monat war, als sie es ihm mitteilte.
Das Kind kam dann zur Welt, und danach wurde es richtig lustig: 3 mal die Woche hat sie damit gedroht den Kleinen zur Adoption frei zu geben, ständig hat sie angerufen, sie würde das Alles nicht mehr schaffen.
Als der Kleine ein halbes Jahr alt war, hat sie ihn zu ihm gebracht, weil ihr alles zu viel war.Mittlerweile war auch klar warum sie dieses Kind zur Welt gebracht hat.
Es war ein super Druckmittel!
So kam der Kleine dann mit seinen 6 Monaten zu mir und meinen 2 Jungs, weil der Vater sich ja um seine Firma kümmern musste. Nach 3 Wochen hatten ich und meine Jungs den Kleinen wirklich ins Herz geschlossen und wollten ihn auch nicht mehr hergeben. Er war so ein süßes liebes Baby!
Leider hat die Kindmutter dann beschlossen daß sie ihn wiederhaben möchte. Sie hat wohl gemerkt daß der Vater trotz allem nicht zu ihr zurück kommt.
Meine Jungs 8damals 6 und 9 Jahre) und ich haben damals sehr geweint.
Vor 1,5 Jahren bin ich dann mit meinen Kindern zu meinem jetzigen Mann gezogen. Als die Mutter des Kleinen dies erfahren hat, kam sie zu meinem Mann und hat ihm gesagt er könne sich jetzt um sein Kind kümmern, sie habe keine Lust mehr und möchte sich um ihre Karriere kümmern.
Seit dem lebt der Kleine bei uns.
Aus dem süßen Baby ist ein Alptraum Kind geworden.
Er ist hysterisch, er heult ständig wegen Kleinigkeiten und er klaut meinen Kindern ständig alles Mögliche aus deren Zimmer. Er spielt mich und meinen Mann gegeneinander aus und mein Mann hat für alles Verrständnis.
Ich kann nicht mehr. Meine Kinder leiden fürchterlich unter dieser Situation. Ich komme mit diesem Kind nicht mehr klar. Wir sind nun seit einem halben Jahr verheiratet und ich möchte am liebsten alles hinschmeißen.
Was soll ich machen? Ich kann ja schlecht sagen "er oder ich". Ich bin aber mittlerweile die Alleinverantwortliche für dieses Kind, habe meinen Job und mein Privatleben aufgegeben.
Ich weiß echt nicht mehr weiter.
Kennt jemand hier solche Situationen?
Bin für jeden Ratschlag dankbar.

Beitrag von kabama44 10.02.06 - 22:49 Uhr


Hallo,

nun das ist schon eine recht verzwickte Situation . Ich bin zwar auch Stiefmutter , aber solchen Streß hatten wir nicht.
Überlege dir mal , wie beschissen es das Kind hat , er wurde ja hin und hergeschoben , nirgends richtig zu Hause , geschweige denn geliebt .
Wie würdest du dich denn fühlen , in der Position ?
Was kann eigentlich das Kind dafür ?
Also ich kann dir nur sagen , was ich machen würde .
Ich würde den Jungen genauso lieb haben , wie am Anfang . Es ihn aber auch spüren lassen , ihn in die Familie besser integrieren , ihm den Platz geben , der ihm zusteht , ----das Nesthäkchen----- .
Wenn du das nicht hinbekommst , dann gebt den Jungen wieder zur Mutter , oder zur Adoption frei , denn dann hat er die Chance auf ein wirklich gutes Leben.
Deine Ehe kannst du dann sicherlich abschreiben , denn wer hat schon Vertrauen zu einer Frau , die will, daß ihre eigenen Söhne vom Stiefvater voll anerkannt werden , das Kind vom Mann aber ablehnt.
Du hast von Anfang an gewußt , was Sache ist , du hättest nicht heiraten dürfen , wenn dir das jetzt zu viel wird.
Stiefmutter sein ist wirklich kein Zuckerschlecken, eigentlich eine Gragwanderung . Und niemand kann dir hier eine Entscheidung abnehmen .
Versuche einfach das Beste daraus zu machen.
Vielleicht kannst du ja in eine Selbsthilfegruppe gehen , siehe mal nach , wo es eine gibt in deiner Nähe .
Und nun wünsche ich dir alles Gute
Kabama44

Beitrag von accent 11.02.06 - 12:12 Uhr

Hallo,
wenn ich jetzt nicht ganz danebenliege, ist der Kleine noch nicht mal vier Jahre alt. Er war kein Wunschkind, sondern wie Du schreibst, ein Mittel zum Zweck. Super! Dann wurde er rumgeschoben wie ein alter Regenschirm. Da ist es nicht verwunderlich, daß das Kind verhaltensgestört ist. Das Kind muß jetzt die Unfähigkeit der Mutter büßen; er tut mir wirklich in der Seele leid. Ich kann Dir nur den Rat geben: Mache schnellstmöglich einen Termin bei einem Familientherapeuten aus und hole Hilfe.
Ich wünsch Dir Kraft, aber vor allem viel Verständnis für den Buben.
Linda

Beitrag von lastpegasus 11.02.06 - 15:22 Uhr

Ganz ehrlich ... es ist doch kein Wunder, dass der Kleine so ist wie er jetzt ist.
Er merkt, dass die eigene Mutter ihn eigentlich nicht wollte und ihn hin und her schiebt. Er merkt, dass der Vater nicht wirklich so viel für ihn hat wie er den Vater eigentlich braucht. Und er merkt, dass du und deine Kinder ihn nicht mehr so liebhaben wie am Anfang weil er so ist wie er ist. Was soll er denn machen?

Er hat nur zwei Möglichkeiten: Er könnte aufgeben und genau das liebe Kind werden das ihr haben wollt. Damit würde er sich aber aufgeben.
Oder er kämpft. Und genau das tut er! Er kämpft, weil er sich nämlich nicht aufgeben möchte und weil er möchte dass ihr ihn liebt und so in eure Familie aufnehmt wie ihr alle in der Familie integriert seid!

Er kämpft um eure Liebe und wie soll er denn anders kämpfen als so? Mit Worten kann er noch nicht so umgehen wie ein Erwachsener, er kann seine Bedürfnisse und Wünsche noch nicht so in Worte fassen wie wir. Also findet er andere Wege!

Es liegt an dir, herauszufinden, was genau er euch mitteilen möchte!
Und es liegt an dir, auf ihn zuzugehen und zwar nicht nur einmal sondern immer und immer wieder. So lange, bis er dir vollkommen vertraut und auch deinen Kindern. Und es liegt an dem Vater, ihm die Zeit zu schenken, die er von dem Vater benötigt! Dazu hat er auch abends nach seiner Arbeit Zeit! Die MUSS er sich einfach dafür nehmen!

Der kleine Kerl tut mir leid, ehrlich! Er muss sich ja ungeliebt und herumgeschubst vorkommen bei so einer Mutter und bei dem, was er schon durchgemacht hat, mal hierhin mal dorthin.

Gebt ihm das Zuhause was er möchte und was ihm zusteht! Gebt ihm die gleiche Liebe die ihr auch deinen Kindern gebt! Und habt Geduld mit ihm!
Denn es wird Zeit brauchen, bis seine Wunden verheilt sind, das geht nicht von heute auf morgen!

Ich wünsche euch sehr viel Kraft und Geduld und Liebe!

VG,

Alraune

PS: Lies dir mal das Buch von Jesper Juul durch "Das kompetente Kind". Dort ist einiges sehr schön und verständlich erklärt. Ich selber handle mittlerweile auch in sehr vielen Situationen anders und durch das Buch habe ich gelernt, mein Kind besser zu verstehen. Denn Kinder kooperieren immer, man muss nur verstehen wie!

Beitrag von benpaul6801 11.02.06 - 18:46 Uhr

hallo,
bei dem hin und her und dem stress untereinander,ist es kein wunder das der kleine dadurch so geworden ist...da hilft nur geduld und viel liebe...er war nur ein druckmittel,sicher merkt er das,obwohl er noch so klein ist.ist es denn sichergestllt,das er bei euch nicht wieder rausgerissen wird?dann ist sein knacks perfekt !!!
ich würde deinen mann nicht vor die entscheidung stellen.denn sein kind gehört ja genauso zu dir,wie deine kinder zu ihm...
eine familienberatungsstelle kann euch sicher helfen,und der kleine sollte mal dem kinderpsychologen vorgestellt werden....aber schieb ihn bitte nicht ab...es würde ihm,trotz seiner art,ganz sicherlich sein herzchen brechen!
liebe grüsse,und sucht euch hilfe.
yvonne

Beitrag von manavgat 12.02.06 - 11:38 Uhr

Warum soll eine "Stiefmutter" das Ergebnis einer anderen reparieren.

Wenn es nicht geht, dann muss eben eine andere Lösung gefunden werden, ehe die ganze Familie daran zerbricht.

"Schieb ihn nicht ab"

was soll das?

Wer hat hier die Verantwortung?????

Gruß

Manavgat

Beitrag von heike74 12.02.06 - 13:37 Uhr

Hallo Manavgat,

"Warum soll eine "Stiefmutter" das Ergebnis einer anderen reparieren."

Weil es hier um einen kleinen Jungen geht, nicht um ein Möbelstück.

"Wenn es nicht geht, dann muss eben eine andere Lösung gefunden werden, ehe die ganze Familie daran zerbricht.
"Schieb ihn nicht ab"
was soll das?
Wer hat hier die Verantwortung?????"

Die Fragerin und der Vater des Jungen. Sie haben sich bereiterklärt, für das Kind zu sorgen. Sie sollten gemeinsam eine Erziehungsrichtlinie festlegen und danach handeln.
Zerbricht die Familie nicht, wenn der Junge abgeschoben wird?
Der Vater darf dem Kind nicht alles durchgehen lassen, die Fragerin nicht alles negativ sehen. Gemeinsame Regeln festlegen und dann durchsetzen, was sonst sollte man bei einem knapp Vierjährigen tun? Ein Kind, dessen Eltern sich gegeneinander ausspielen lassen, wird das auch tun.

VG, Heike

Beitrag von manavgat 12.02.06 - 14:25 Uhr

Aha,

wenn also eine Mutter ihren Verpflichtungen nicht nachkommt, dann ist per se die Stiefmutter schuld.

Wird das mit Stiefvätern auch so gehandhabt????

Die soziale Kontrolle von Frauen durch Frauen funktioniert doch wirklich perfekt!

Gruß

Manavgat

Beitrag von heike74 12.02.06 - 15:16 Uhr

Wenn eine Frau einen Mann mit Kindern heiratet, dann übernimmt sie einen Teil der Verantwortung für die Kinder des Mannes mit. Umgekehrt wird das doch auch immer von den Männern verlangt. Welche Art von Verantwortung soll die leibliche Mutter denn konkret jetzt übernehmen? Soll sie das Kind zum wiederholten Male aus seinem Umfeld herausreißen, nur damit sie ihre biologischen Pflichten erfüllt?
Soziale Kontrolle ist nicht nur negativ.
Ist schon klar, wenn was nicht passt: Trennen! Rätst du hier jeder 2. Frau. Trenn du dich doch mal: Von deinen sehr störrisch anmutenden Ansichten. Gleichberechtigung heißt nicht, dass jetzt die Männer von Natur aus die A...karte haben müssen. Außerdem schrieb ich auch, dass der Vater seinen Teil beitragen soll. Selektive Sehschwäche?

Gruß, Heike

Beitrag von benpaul6801 12.02.06 - 14:49 Uhr

hallo manavgat,
klar hat die stiefmutter nicht die hauptverantwortung.aber der vater genauso wie die leibliche mutter...
ich schreib ja auch,das eine beratungsstelle vielleicht licht ins dunkeln bringen kann!
liebe grüsse,yvonne

Beitrag von mareliru 12.02.06 - 16:02 Uhr

Hallo Stiefmama,
mein Stiefkind ist auch vier und zur Zeit super anstrengend. Ständig will sie alles ausdiskutieren, zickt rum und schmeisst uns alles vor die Füße. Ich sage mir immer: es ist nur eine Phase ... ich sammel Karma Punkte.
Bei Deinem Kleinen ist jedoch sicherlich mehr vorgekommen als bei uns und daher würde ich eine Familienberatung machen. Dann sieht Dein Mann vielleicht ein, dass er nicht alles durchgehen lassen darf und Dich mehr unterstützen muss.
Alles Gute,
Mare

Beitrag von stiefmutter69 13.02.06 - 11:51 Uhr

Hallo,
danke für die vielen Antworten.
aus den meisten entnehme ich, daß es meine heilige Pflicht ist, mich der Situation zu fügen und alles für den Kleinen zu geben.
Wer das kann...Hut ab. Mir stehen aber immer noch meine eigenen Kinder am nächsten. Mein Mann hat noch 2 Kinder aus erster Ehe. Auch hier wird erwartet daß ich mich mit einbringe (was ja generell kein Problem ist).
Aber auch diese kinder haben Probleme, da auch deren Mutter nicht wirklich Interesse an ihren Kindern hat.
Ich bin ja bemüht, sehe mich allerdings nicht als Übermutter für alle. Ich habe damals zugestimmt den Kleinen bei uns aufzunehmen, unter der Vorraussetzung daß alle Beteiligten sich miteinbringen, also Mutter, beide Großelternseiten usw..
Leider ist daraus nichts geworden. Auch wussten weder mein Mann noch ich, wie schwierig der Kleine wirklich ist, da er bis dahin nur hin und wieder an Wochenenden hier war. Seine Mutter holt ihn alle zwei Wochen am Wochenende und macht dann auf Übermutter. Natürlich freut der Kleine sich dann, endlich eine Mutter zu haben.
Ich darf mir dann zwei Wochen lang anhören "will zu meiner Mama, Mama ist so lieb, usw..."
Er vermisst sie dann halt wirklich.
Bin ich deshalb ein schlechter Mensch, wenn ich sage ich kann nicht mehr? Meine Nerven liegen blank? Soll seine Mutter das fortführen was sie angefangen hat?
Sorry, aber ich habe auch ein Recht auf ein eigenes Leben oder?

Beitrag von ueei 13.02.06 - 12:35 Uhr

Hallo Stiefmama,
ich kann wirklich nachfühlen, wie es Dir gehen muss, ich habe auch eine Stieftochter. Sie ist 7 und kam mit 3 Jahren zu uns, und es war und ist für mich sehr schwierig, mit dieser Situation klar zu kommen. Aber Du musst in diesem Kind auch das Gute sehen, denn er ist nicht nur das Kind seiner Mutter, sondern auch das seines Vaters, deines Mannes! Und wenn er sich bei euch zuhause fühlt, wenn Du das zulässt, das er sich zuhause fühlen DARF wirst Du sehen, das sich die Situation entkrampft, glaube mir! Nur DU und dein Mann können ihm das Gefühl wiedergeben, geliebt und geachtet zu werden! Es ist das Schlimmste für ein Kind, von der Mutter verstoßen zu werden!!!Diese Wunden müssen langsam verheilen, das ist für alle sehr anstrengend und geht nicht von heute auf morgen!
Natürlich tut es dann weh, wenn das Kind nach seiner Mama fragt, das weiss ich zu gut! Aber es ist eben noch ein Kind und kein Erwachsener, das darfst Du nicht vergessen! Irgendwann wenn er größer ist kannst Du ihm alles erklären und dann wird er auch alles besser verstehen und Dir und Deinem Mann dankbar dafür sein, was ihr für ihn getan habt! Der Tag wird kommen, und darauf freue ich mich auch schon wenn meine STieftochter alles begreift!:-D
Ich wünsche euch allen viel viel Kraft und Durchhaltevermögen besonders Dir, denn an Dir hängt es noch mehr als an Deinem Mann!
Viele Grüße,
Ü-#ei

Beitrag von manavgat 13.02.06 - 14:33 Uhr

wenn Du möchtest, kannst Du mich über meine VK anmailen.

Ich glaube nicht, dass die Diskussion Dich hier wirklich weiter bringt.

Gruß

Manavgat