Damals... (lang aber zum schmunzeln)

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Beitrag von die_schnute 10.02.06 - 23:13 Uhr

hallo...

letztens so beim stöbern bin ich über einen interessanten text gestossen.
fühlte mich durch den thread "gabs vor 27 keine blähungen " daran erinnert.

ich finds seeehr zum schmunzeln...aber man muss dazusagen, dass WIR ja auch dazu groß geworden sind, wer weiß was unsre kinder in 30 jahren dazu sagen werden....

Das große Babybuch

von Margot Ellak,
Erscheinungsjahr wahrscheinlich 1973/74.

AUSZÜGE

"Das Stillen: 24 Stunden nach der Geburt wird das Kind zum Stillen "angelegt", obwohl die Milchbildung noch nicht im vollen Gange ist....die Brust ist zuvor mit einem in verdünnten Alkohol oder in destilliertes Wasser getauchten Wattebausch abgetupft worden."

"Ein gut entwickeltes Kind wird fünfmal täglich in Abständen von vier Stunden angelegt, und zwar haben sich die Zeiten um 6,10,14,18,22 Uhr bestens eingeführt. Die achtstündige Nachtruhe sollte unbedingt eingehalten werden."

"Genügt die Milchmenge der Mutter in den ersten Tagen nicht, so wird gelegentlich etwas gesüßter Tee zugefüttert, um das Gewicht des Kindes nicht zu sehr absinken zu lassen."

"Da nicht ohne weiteres festgestellt werden kann, wie viel das Kind trinkt, muss es vor und nach dem Stillen gewogen werden." (dann folgen genaue Angaben, wie viel ein Kind trinken MUSS, um gut zu gedeihen)

"Ein schreiendes Baby sollte in der Regel die Mutter nicht beunruhigen, der Säugling stärkt und kräftigt dadurch seine Lungen."

"Der Haushalt soll sich nicht um das Kind drehen, sondern das Kind soll sich in den Haushalt einfügen."

Dann folgt ein genauer Stundenplan, was wann zu tun ist:
"6.00 Uhr: Trockenlegen, dann Stillen oder Flasche geben (die Mahlzeit dauert 15 bis 20 Minuten!), Bäuerchen machen lassen, das Bettchen richten, sauberes Speituch unterlegen. Das Kind auf der anderen Körperseite weiterschlafen lassen.

9.45 Uhr: Das Bad richten, Wäsche und Windeln zurechtlegen. Wassertemperatur mit Badethermometer feststellen (36 Grad), waschen, wenn der Nabel schon abgeheilt ist baden. Dann abfrottieren, Nase und Ohren mit Wattetropfen säubern, Körpercreme und Puder an den leicht wund werdenden Hautstellen verteilen.
Frisches Hemdchen und Jäckchen anziehen. Wickeln, Bettchen richten, stillen/Flasche geben. Baby hinlegen, Fenster öffnen (es darf nicht ziehen), das Kind allein lassen. Es wird bald einschlafen.

14.00 Uhr: Wickeln, stillen oder Fläschchen geben.

15.00 Uhr: Das Kind auf den zugfreien Balkon stellen oder bei schönem Wetter in den Garten stellen. Sonne nicht ins Bettchen oder in den Wagen scheinen lassen. Evtl. Spazierfahrt mit Aufenthalt im Grünen oder in möglichst staubfreier Luft.

17.00 Uhr: Spielstunde für Baby und Ausruhen für die Mutti.

18.00 Uhr: Trockenlegen, stillen oder Fläschchen geben.

22.00 Uhr: Trockenlegen, stillen/Flasche geben. Zimmer lüften, Temperatur prüfen, Fenster verdunkeln, alle Geräusche vermeiden und hoffen, dass Baby bis zum anderen Morgen durchschläft. Die achtstündige Nachtruhe ist für Mutter und Kind äußerst wichtig."

"Das tägliche Bad ist erste Voraussetzung für das Gedeihen des Säuglings."

"5mal täglich, um 6, 10, 14, 18, 22 Uhr, wird das Kind an die Brust gelegt. Die Trinkdauer sollte 15 bis 20 Minuten nicht überschreiten. Zwischenmahlzeiten - weder bei Tag noch bei Nacht - gibt es im keinem Falle, außer auf ärztliche Anweisung, denn der Magen braucht seine Zeit, um die Milch zu verdauen."

"Selbst wenn alle Mahlzeiten voll gestillt werden können, tritt doch etwa im 3. oder 4. Monat bei ausschließlicher Milchernährung ein Mangel an Eisen, Kalk und Vitaminen ein, der eine Zusatznahrung erfordert. Deshalb sollte ab diesem Zeitpunkt 2- bis 3mal täglich nach der Brustmahlzeit ein wenig rohes Gemüse oder Obstsaft mit einem Löffelchen nachgefüttert werden. Baby wird vermutlich Grimassen ziehen und gar nicht schlucken wollen. In diesem Fall füllt man den leicht gesüßten Saft in ein Babyfläschchen mit einem Gummisauger, dann geht es leichter."

"Wann fängt die Erziehung an?
Die Erziehung beginnt am ersten Tag, auch wenn das Kind nichts anderes tut als schlafen, trinken und schreien. Als gesundes, normales Kind bekommt es alle vier Stunden seine Mahlzeit. Während der Nacht aber soll es seine 8stündige Ruhepause haben. Und das ist meistens die Klippe, an der die jungen Mütter scheitern. Beginnt das Kind nachts um 3 Uhr zu schreien, wird die unerfahrene, besorgte Mama denken, dass Baby hungrig ist. Da sie sich für die Nachtruhe verantwortlich glaubt und Rücksicht auf den frischgebackenen Papa und die Nachbarschaft nehmen will, steht sie auf, macht dem Kind ein Fläschchen oder gibt ihm die Brust. Hat sie es einmal getan, wird der kleine Schreihals sich von nun an jede Nacht melden, denn er weiß, was er will.

Natürlich sieht man nach, was der Grund für das nächtliche Schreien sein kann........wickeln........Bauchschmerzen.......... Im anderen Falle aber lässt man das Kind schreien und schiebt das Körbchen oder das Bettchen in einen Raum, wo der Lärm möglichst niemanden stört. Konsequenz ist hier das wichtigste. Das Kind wird schnell merken, dass es sich nicht lohnt um diese Zeit zu schreien, und wird sich in wenigen Tagen daran gewöhnt haben, nachts durchzuschlafen."


Und hier noch etwas zum Trocken werden am Ende des Kapitels über das erste Lebensjahr:

"Weniger erfreulich ist es, wenn man nun täglich 5- bis 8mal aufs das Töpfchen gesetzt wird. Es ist sooo langweilig. Und Mutti bindet einen sogar noch am Tischbein oder an der Badewanne fest, damit man ja nicht aufstehen kann....eine gute akustische Unterstützung ist das Geräusch laufenden Wassers... nachdem die Mutti einige Tage bei dieser Tätigkeit zugegen war, bindet sie das Kind mit einem breiten Gurt (Handtuch), der (das) um den Oberkörper geschlungen wird, so am Tischbein fest, dass es nicht aufstehen kann, und zwar so lange, bis es gelernt hat, sitzen zu bleiben. Dann lässt sie es allein. Das Kind soll nicht länger als 5-8 Minuten sitzen, aber es muss nun täglich um die gleiche Zeit auf den Thron, damit es lernt und weiß, was von ihm erwartet wird."


LG schnuti mit tabita amelie, die vieles von dem was oben steht gar nicht kennenlernen wird (gottseidank)

Beitrag von juli1976 10.02.06 - 23:26 Uhr

#schock Du meine Güte! #schock

Bin ich froh, dass meine Mom es vor 29 Jahren nicht auch so gemacht hat!Dann wäre mein Dachschaden jetzt noch viel schlimmer;-).

Viele Grüße

#sonneSimone

Beitrag von debuggingsklavin 10.02.06 - 23:38 Uhr

Schrecklich.

Aber einiges erkennt man heute noch wieder.
Die Auffassung, dass Babys nachts durchschlafen müssten, dieses ganze Saft und Möhre in die Flasche-Füllerei.

Ach, ich glaub da hat sich echt einiges in die Hirne gebrannt und wird weiterhin so gemacht.

LG,

Kai Anja

Beitrag von daniellebecker 10.02.06 - 23:44 Uhr

ahaahaahaa :D


HEFTIG!!

muss den text unbedingt meiner familie schicken *gg*

thanx dafuer :)

Beitrag von gigglepea 11.02.06 - 07:31 Uhr

Hallo,
steht da auch womit man das Kind festbindet ?.. Gürtel oder lieber Schnur....#kratz

Das ist ja echt krass !#schock Gott sei Dank ändern sich die Zeiten.#freu

LG gigglepea und die "verwöhnte" Amelie 10.10.05

Beitrag von jana10.2005 11.02.06 - 08:13 Uhr

Oh Gott, oh Gott, oh Gott#schock#schock

Aber jetzt mal ehrlich: Das erklärt so manche Aussage der "älteren Generation" ;-)

LG Sabrina

Beitrag von zauberfee1975 11.02.06 - 10:12 Uhr

huhu

na jetzt ist mir ja einiges klar,warum meine mom so drau ist u mir gerade ständig die ratschläge gibt, das kind muss nach jeder flasche wieder schlafen,mind 23 stunden...nun das macht magnus nicht und schon ist er verwöhnt #augen
karottensaft wollte sie auch ins fläschen mischen #schock

ich muss sie mal fragen ob ich auch auf dem töpfchen festgebunden wurde #schock das würde erklären das ich heute nicht gerne auf die toilette gehe;-)

lg zauberfee mit magnus im arm der tatsächlich nach der flasche eben eingeschlafen ist ;-)

Beitrag von hermine1004 11.02.06 - 11:37 Uhr

Wie furchtbar!!!

Gut dass ich da noch nicht Mama war, das hätte ich ja alles ganz schlimm gefunden.

Aber jetzt geht mir auch auf, warum es von meinem Mann Fotos gibt, wie er auf dem Töpfchen schläft, und warum er laut U- Heft bereits mit einem Jahr trocken war, und... warum er nun immer Stunden auf der Toilette verbringt#gruebel.

lg Frederike