2jähriger hält über Tage Stuhlgang ein - Warum ?

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Forum: Kleinkind

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Beitrag von lajani 11.02.06 - 00:09 Uhr

Hallo,
mein gerade 2jähriger Sohn hält seit ein paar Monaten immer wieder seinen Stuhlgang ein - selbst mit Gabe von LactuloseSaft (1x täglich) bis zu 7 Tagen. Das Problem hatten wir früher nicht !
Er ist in seiner Entwicklung sowohl motorisch wie auch sprachlich (zBsp. spricht er in ganzen Sätzen und kann kleine Lieder singen) sehr weit. Daher meinte die Kinderärztin es wären möglicherweise Trennungsängste und ich solle ihn regelmäßig auf die Toilette setzen. Er geht zwar gerne aufs Klo, aber immer wenn er drücken muss, springt er auf und sagt, dass er fertig ist. Selbst mit gut Zureden und Dazusetzen kann er nicht zum "Drücken" bewegt werden. Irgendwann wird der Druck dann offensichtlich so groß, dass er ihm nachgeben muss. Dies geschieht aber immer unter vielen Tränen und Geschrei. Langsam wird die "Sache" zur Tortur und es soll nächste Woche in der Klinik abgeklärt werden, ob es organische Ursachen dafür gibt, oder wirklich nur der Kopf "blockiert".
Kennt noch jemand so einen Fall ? Bin für jeden Tip/Hinweis dankbar.

Beitrag von zb1808 11.02.06 - 07:14 Uhr

Guten Morgen,

hatte das "Problem" mit meiner Kleinen - jetzt 2 1/2 - auch. Muss dazu sagen, sie trägt noch immer Windel.

Ich hatte versucht sie "trocken" zu kriegen und ihr erklärt, dass grosse Mädchen auf die "Lette" gehen und nur Babys noch in die Windel machen (bin wieder schwanger und entbinde ich ca. 5 Wochen). Hat sie soweit auch kapiert. Nickte ganz heftig und lächelte dabei: "Nich wahr, Mama, Lara grosses Mädchen. Lara auf Lette wenn Pipi oder Kakkak." Ich glaub, sie war richtig stolz.
Aber was war??? Die Windel war generell voll gepullert und sie hatte sich fast zwei Wochen den Stuhlgang verdrückt. Irgendwann sprach mich die Krippe an, ob sie denn zu Hause machen würde, weil sie dort nicht machen würde.
Dann hab ich mich nochmal mit Lara unterhalten und dabei kam raus, dass sie "Angst" vor der "Lette" hat. Ich sagte ihr dann, dass es nicht weiter schlimm ist, wenn was in die Windel geht und prompt, kam sie zwei Stunden später an und erzählte mir: "Mama ... Lara kaka gemacht. Windel wechseln."

Demnach kann ich eigentlich nur davon ausgehen, dass ich sie zu sehr unter Druck bzw. sie sich selbst gesetzt habe.
Vielleicht ist ja auch irgendwas bei Deinem Kleinen los. Ich glaub eher, dass es was seelisches ist, wenns vorher wunderbar geklappt hat.
Hast Du ihn schon mal gefragt?

Lg,
Andrea mit Lara (30) Monate und #ei (36. SSW)

Beitrag von lajani 11.02.06 - 10:03 Uhr

Hallo, Andrea.
Vielen Dank für Dein Schreiben.
Bei uns brachte die Kiärztin erst das Thema Toilette, weil sie glaubte es würde ihm helfen. Ich bin eigentlich niemand, der seine Kinder zwangsweise aufs Klo setzt (meine anderen beiden Jungen waren deshalb wohl auch erst mit 3 sauber - dann allerdings auch nachts). Mein Kleiner sagt immer, er will nicht, weil es weh tut. Er hatte auch mal ganz am Anfang (vor ca. 4 Monaten) sehr harten Stuhlgang, aber kann dieses Erlebnis wirklich so nachhaltig einen nicht mal 2jährigen prägen zumal es zwischendurch für 1 Woche reibungslos/täglich in die Windel ging ?! Er trägt übrigens auch noch Windeln und mir wäre es wirklich egal, ob er aufs Klo oder in die Windel macht - hauptsache er tuts.

Bei uns kommt übrigens auch im März unser 4. - wieder ein Junge.

Alles Gute,
Petra und co.

Beitrag von muttiistdiebeste2 11.02.06 - 10:25 Uhr

Hallo,

das Zurückhalten von Stuhl kann auch psychische Ursachen haben. Ich würde mal in eine kostenlose Familienberatungsstelle gehen und das Problem vortragen, denn so pauschal kann man das nicht beantworten.
Gibt es bei euch Konflikte in der Familie? Größere Veränderungen wie Umzüge, Todesfälle, Arbeitsplatzwechsen? All das könnte eine Ursache sein, die nur ein professioneller Berater mit den Eltern zusammen herausfinden und eine Lösung suchen könnte.

lg Ellen

Beitrag von lajani 11.02.06 - 14:26 Uhr

Hallo, Ellen.

Vielen Dank für die Antwort.
Bei uns gab es Veränderungen,sprich sein fast 2 Jahre älterer Bruder geht nun in den Kiga und ich bin mit unserem 4. Kind schwanger.
Eigentlich wird ihm nun am Vormittag zumindest mehr Aufmerksamkeit zuteil als früher, da seine älteren brüder nicht anwesend sind. Aber ich werde Deinen Rat aufgreifen,wenn nächste Woche keine organischen Gründe festgestellt werden.
lg Petra

Beitrag von olli76 13.02.06 - 20:42 Uhr

Hallo,

also meine kleine hatte auch dieses "Problem". Ich habe mir auch Gedanken gamacht, war beim Arzt usw.
Es war alles i.o., sie war gesund, es war auch der reinste Horror! Ich kann Dich gut verstehen. Aber was soll ich sagen....es war wie so viele Dinge, nur eine Phase, von heute auf morgen funktionierte es wie geschmiert!
Die kleinen sind ja auch nicht doof, manchmal merken sie einfach wieviel Aufmerksamkeit sie in diesen Momenten bekommen.
Wenn abgeklärt ist, das es wirklich keine organischen Ursachen hat, würde ich mal versuchen, ganz gelassen ran zu gehen, "Mußt Du mal "kackern"? ..."Nein, ok dann nicht..."
Irgendwann löst sich das Problem sicher wieder!
Meine kleine hat es sich auch immer Tagelang verdrückt und dann gab es auch Geschrei weil es dann weh tat!
Ich wünsch Dir alles Gute und das es bald wieder vorbei ist (bei uns ging es gute 3-4 Monate...)

Liebe Grüße Claudia und Michelle Sophie (*8.7.2003)