Lehrerin ist froh, bald aufhören zu dürfen, da die rente naht

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Beitrag von sanftmaus 11.02.06 - 00:41 Uhr

hallölle,


ich habe weiter unten ein paar diskussonen über lehrer verfolgt, und möchte auch mal ne kleine geschichte zum besten geben.

in der vierten klasse, erstes halbjahr, bekam unser großer eine vier in werken, seine erste und einzige derartig schlechte zensur, über die ich gern mit der lehrerin sprechen wollte. der termin lag nach einer schulstunde, und ich habe vor der werkraum gewartet, bis die stunde um war.

die tür knallte auf, ein riesen getümmel, geschrei und gejohle, zwischen drin eine ältere hilflose lehrerin, die ein mädchen anwies, ihre arbeit noch fertig zu machen, was das mädchen jedoch mit nichtachtung strafte, die kleine marschierte einfach raus und lies ihr material auf der werkbank liegen.

die ganze klasse meines sohnes hatte fast ausnahmlos vieren und fünfen. ein paar dreien, kaum zweien. die lehrerin meinte, angesprochen von mir auf die chaotische situation im klassenzimmer, es hätte sich viel verändert bei den kindern, und sie sei froh, bald aufhören und in rente gehen zu können.

augenscheinlich sollten die noten eine disziplinierung oder bestrafung beinhalten, da die lehrerin die kinder nicht kontrollieren konnte.

nach unserem sehr verständnisvollen gespräch mit der lehrerin und nem eimer honig (sinnbildlich) kam unser großer mit ner zwei im zweiten halbjahr nach hause.

an dieser grundschule arbeiten nur frauen, die meisten über 55, kein einziger lehrer, viele lehrerinnen und viele abgearbeitet.

eine bemängelte in einem aufsatz die stilistisch ausgefeilten satzbauten unseres sohnes, er würde "ZU KOMPLZIERT" und über sein alter hinaus schreiben (?), er schrieb zu gut, und bekam dafür punkte abgezogen! nach der aussage der lehrerin, sie wolle natürlich keinesfalls meinen sohn für seine kaspereien bestrafen, die er ausführte, als sie mit der klasse kartoffelpuffer buken (das thema des aufsatzes), kam ich erst mal auf einen sinn in der zensur. besagte lehrerin befragte dann die direktorin zu ihrer meinung, und diese gab mir recht, unser sohn hätte stilistische mittel eingesetzt, welche über die 4.klasse hinaus gingen, aber die lehrerin dürfe deshalb die zensur nicht verschlechtern, denn er wäre ja besser als gefordert! eine idiotische diskussion mit einer durchgeknallten lehrerin (sorry, mir kams so vor)

eine andere wiederum beschwerte sich in der 1. und 2. klasse, unser sohn wäre so "erwachsen", man könne mit ihm reden wie mit einem kumpel, aber er lache nie, sei sehr ernst. er ist eher schüchtern, bzw, war es damals. wir haben erklärt, es liege sicher an seiner schüchternheit. ich war in dem alter auch so, konnte es sehr gut nachvollziehen, außerdem erklärten wir, unser großer sohn würde ja auch z.b. daheim auf seine 2 brüder aufpassen, mit ihnen spielen etc., und sei da nie traurig oder verschlossen, da meinte die lehrerin, auch sie sei die größte von drei kindern gewesen, und habe ja gar keine kindheit gehabt! (inhaltlich also: unser sohn hat keine kindheit wegen seiner zwei kleinen brüder, was totaler nonsens ist!)



nun dürfen alle bald bis 67 arbeiten!

wo sind die jungen lehrer?

mein vater war auch ein lehrer, er hatte schwer mit den nervlichen belastungen zu tun, hier müßten einfach die leute eher in den ruhestand geschickt werden!

mir wurde angeraten, einen pädagogischen beruf zu ergreifen, das war nach meinem schulabschluß vor 16 jahren, hilfe, nie im schuldienst!

ich habe mit lehrern gesprochen, die offen zugaben, wenn unruhe herrsche, knöpfen sie sich wahllos einen aus der klasse vor, und machen den vor allen runter, damit die anderen respekt bekommen, und angst davor, selbst "dran" zu sein. sie fanden keine andere lösung!

es gibt heut weniger respekt der schülern , und die provokationen nehmen zu. kein lehrer kann einen unterricht machen, der alle kinder fesselt und in ruhe bannt, das ist unmöglich, und wenn einer anfängt zu stören, breitet es sich wie ein lauffeuer aus.

lehrer sollten eher in den ruhestand geschickt und besser bezahlt werden.


und es sollten mehr männer in den schuldienst treten, denn die andersartigkeit der jungen gegenüber den mädchen wird zu wenig respektiert. mädchen sind sicher leichter zu führen, weniger wild, ........ hier fehlen den Jungs mänliche Rollenvorbilder.





Beitrag von naddl310 11.02.06 - 01:58 Uhr

Hallo!
Mal ganz ehrlich, nicht nur Lehrer sind irgendwann mal nervlich am Ende.
Andere Arbeiter auch!!!
Mein Mann ist Tiefbauer und bei Wind und Wetter draußen.
Im Sommer klagt er über Sonnenbrand und im Winter kommt er durchgefrohren nach Hause!
Ein Lehrer sitzt immer im Warmen.
Ein Lehrer mögen vielleicht mal die Nerven irgendwann blank liegen, aber ein Tiefbauer?
Ich stelle mir mein Mann mit 67 vor, wenn er dann mal in Rente gehen darf!
Der Rücken kaputt, etliche OP`s.
(Die nächste ist am 14.02. am Daumen, weil der hin ist!)
Ich glaube nicht, dass ein Mensch harte körperliche Arbeit bis zum 67 Lebensjahr verrichten kann.
Was für ein Blödsinn von der Regierung!!!!
Wo soll das noch hinführen???

Beitrag von sanftmaus 11.02.06 - 10:42 Uhr

du hast recht,


und der ganze hintergrund ist mehr als deutlich!

mit 67 wird kaum noch jemand seiner arbeit nachgehen können, zumal die zahl der arbeitslosen auch immer mehr steigt.

vor jahren wurde zum sparen aufgefordert, und nun müssen die älteren arbeitslosen ihr angespartes vermögen wieder aufbrauchen, oder leben von popeligen hartz 4 einkünften, welche ja deutlich unter rentenniveau liegen. kaum einer wird bis 67 arbeiten können, es geht um niedrigere oder spätere auszahlungen, weil die rentenkassen leer sind. das ist organisierte armut, und ein riesen beschiss, erinnert euch mal an vor jahren erfolgten die sparaufrufe der regierung, das war eine vorsorge für hartz 4.

wenn ein tiefbauarbeiter den straßenbelag versaut, da er keine körperlichen kräfte mehr besitzt, wird es teuer für autofahrer oder kommune, wenn ein lehrer die kinder drangsaliert, leidet unser nachwuchs.

irgendwie macht es keinen spaß mehr in deutschland.



Beitrag von danni64 11.02.06 - 20:47 Uhr

Hallo Naddl,

ist doch klar,wo das hinführen soll. Man spart Rente indem der hart Arbeitende das 67.Lebensjahr gar nicht erreicht.

Du als Frau bekommst nur 65 % der Rente,das spart der Rentenkasse doch eine Menge Geld.

Wenn es so weiter geht,sind wir sowieso bald pleite,denn wenn keiner arbeitet,kommt auch kein Geld ins Säckel oder in die Rentenkasse.

Die satteln das Pferd am falschen Ende auf,aber das wollen und werden die da oben nicht einsehen.
Am besten wandern wir alle aus.

LG Danni !!!!

Beitrag von klaus_ 11.02.06 - 14:25 Uhr

nicht noch mehr Gehalt für unfähige Lehrerinnen !

Die verdienen schon für den bequemen Beamten-Arbeitsplatz UND im europäischen Vergleich viel zu gut .


Bei unserer Grundschule wurde eine Lehrerin in die mobile Reserve strafversetzt, weil sie ein Mädel gemobbt hatte, sodaß diese für den Übertritt in die Realschule nicht zugelassen wurde -
Frechheit siegt: sie hat sich schon wieder an unserer Schule beworben !


Gruß
Klaus

Beitrag von anwaltsfrau 12.02.06 - 14:14 Uhr

nicht alle lehrer sind beamte. und bequem ist der arbeitsplatz nicht. woher hast du die info? du kannst gerne mal bei meiner freundin einen tag mitgehen: 27 stunden unterricht, dazu 2 stunden vertretung; dazu kommen konferenzen, gutachten, prüfungsvorschläge, korrekturen, etc., neuerdings nachmittags. das ganze für 1800 € netto. ist das zuviel? es gibt bestimmt lehrer, die faul sind, unfähig und sich ein gemütliches leben machen, aber es gibt genug andere. wie gesagt, geh mal mit. das ist nämlich ganz schön anstrengend, wenn du sechs bis acht stunden vor 30 schülern unterrichtest, die dich aussaugen und dauerns seine aufmerksamkeit fordern. ach ja, meine andere freundin verdient 1700 €, als reno. ich finds nicht zu viel.

Beitrag von pheromon 12.02.06 - 17:30 Uhr

Hallo,

27 Stunden à 45 Minuten. Faktisch ein voll bezahlter Halbtagsjob. Vergütung BAT II, das gleiche bekommt ein Assistenzarzt von dem erwartet wird, dass er Unmassen an unbezahlten Überstunden macht.

Hinzu kommt, dass in Politik, Volkshochschulen und Sportvereinen es nur so von nicht ausgelasteten Lehrer nur so wimmelt. Habe in meiner Familie einige Exemplare, mein Schwager OStr. Physik und Mathe, nebenbei Stadtverordneter, der Vater meiner Frau Physik, Latein hatte nebenbei noch eine Firma und eine Freundin meiner Frau mit Sport und Kunst hat auch noch nie mehr als 30 Std in der Woche gearbeitet.

Und das Ergebniss unserer überbezahlten Lehrer: Der Bildungserfolg hängt in Deutschlan überwiegend von der sozialen herkunft ab! Warum wohl? Weil wir Eltern die Arbeit unseres unfähigen Bildungssystems machen.

Ich möchte den Autoverkäufer sehen, der sich damit bei seinem chef herrausreden kann, die Kunden seien heutzutage viel schwieriger...
... das kann man auf jeden Job übertragen...

LG

Beitrag von anwaltsfrau 12.02.06 - 21:12 Uhr

du hast es nicht ganz verstanden: es sind nicht nur 27 stunden à 45 min., es ist durchaus mehr. und auch, wenn es nur 27 stunden wären, ist das kein halbtagsjob.
die schüler sind auch nicht mehr so so diszipliniert wie früher (um an den vergleich mit dem autoverkäufer anzuschließen), viele sind von zuhause so versaut, dass man einfach nicht zum unterrichten kommt und wenn, dann ist das super anstrengend.
und den vergleich mit dem assistenzarzt kann ich nicht nachvollziehen, denn lehrer gehen auch ins referndariat und arbeiten zwei jahre eigenständig größtenteils: 15 h plus seminare für 800 €/monat. als "fertiger" arzt verdient man m.e. auch wesentlich mehr.
ist aber auch mühsam, darüber zu diskutieren. ich bin aber dennoch der meinung, dass lehrer sein kein halbtagsjob ist.

Beitrag von pheromon 13.02.06 - 01:52 Uhr

Hallo,

Der Vergleich mit dem Assistenzarzt, (nicht AiP) ist recht stichhaltig, denn es ist im BAT die gleiche Besoldungs-gruppe. Das Ärzte etwas mehr bekommen liegt allein an den zusätzlichen Nachtdiensten.

D. h. den 27 x 0,75 Std = 20,25 stehen Minimum 38,5 - 42 Std ( + unbezahlte Überstd. gegenüber) Bemüht sich der Assistenzarzt seine Patienten gut zu behandeln bedarf es zudem entsprechender, natürlich unbezahlter Vorbereitung. Diesen enagierten jungen Ärzten stehen nun i.d.R. unmotivierte Lehrer gegenüber, die ihre vermeintliche Vorbereitungszeit zwar bezahlt bekommen, diese aber oftmals nicht erbringen. Ich sage ja nicht, dass Lehrer die schlechteren Menschen sind, aber sie sind oftmals für ihren Job 0-motiviert und verlegen ihre Motivation daher (weil ja ohnehin die Schultättigkeit für sinnlos und hoffnungslos gehalten wird) wie oben zitiert auf andere Gebiete (Politik, Ehrenamt, Sport).

Das die Schüler nicht so diszipliniert seien wie früher ist kein Argument. Ich glaube es gibt keinen Bereich, wo die Arbeit so leicht geblieben ist wie früher. Um bei dem Beispiel mit den Ärzten zu bleiben. Ein Assistenzarzt heute behandelt in der gleichen Zeit doppelt so viel Patienten wie vor 12 Jahren. Aber da stimmt, zumindestens für die, die es noch machen auch noch die Motivation.

LG

Beitrag von fraz 14.02.06 - 13:05 Uhr

Hallo!

Ich mach dir einen Vorschlag:
Schau doch mal in so eine Schulstube rein, bevor du hier über Dinge redest, von denen du keine Ahnung hast. Schwarze Schafe gibt es überall, aber die Mehrheit der Lehrerinnen und Lehrer ist immer noch motiviert und versucht ihr Bestes. 27 Lektionen unterrichten heisst: Vorbereiten, unterrichten, nachbereiten, Elterngespräche, Schülergespräche, Sitzungen, Konferenzen, Arbeiten für die Schule, Lager ( in denen 24 Stunden am Tag gearbeitet wird) etc. Was unsere Arbeit schwierig gemacht hat, ist die Tatsache, dass Leute wie du unserer Arbeit wenig Respekt entgegenbringen. ( Ach ja, die Ferientechniker mit dem tollen Lohn!). Die Erwartungen sind sehr hoch, da soll erzogen werden, gleichzeitig aber auch einzeln gefördert, unterstützt, beraten und das bei zunehmend renitenten SchülerInnen, die LERNEN als eine Plage ansehen.
Letzhin hat mich ein älterer Mann im Zug angesprochen, als ich mit meiner Klasse ( Jugendliche zw. 15 und 18) unterweg war und sagte zu mir, dass die Lehrer die wahren Helden der heutigen Gesellschaft wären. Das hat echt gut getan. und dann fragt man sich noch, wo denn die jungen Lehrer ( vor allem männlich!) wären: Wer macht denn heute noch so einen Verschleissjob bei dermassen niedrigem Ansehen in unserer Gesellschaft????

So, musste mir etwas Luft verschaffen! Nur weil ALLE mal in der Schule waren, heisst das noch lange nicht, dass es alle besser wissen sollten.

Franziska, seit 19 Jahren Lehrerin#schock;-)

Beitrag von manavgat 14.02.06 - 14:55 Uhr

Hallo Franziska,

es hat keinen Sinn. Kaum einer versteht auch nur annähernd, welchem Stress und Druck die Lehrer ausgesetzt sind und was alles "nebenbei" erledigt werden soll.

Ich bin "nur" Inhaberin einer Nachhilfeschule. In meinen Gruppen sind 4-5 Schüler und nicht 30. Ich kenne jeden Schüler (insgesamt an die 100) persönlich und kann mich um jeden kümmern. Aber ich unterrichte auch nur 5 x 1,5 Std. die Woche und kann Leute, die unangenehm sind, meiden.

Die Lehrer in der öffentlichen Schule haben schon allein durch die vielen verschiedenen Klassen ein 250 Personen-Kontaktproblem je Woche. Hinzu kommen die Eltern, die immer nur fordern. Ich bin heilfroh, nicht im Schuldienst zu sein und bin für jeden "Kollegen" der öffentlichen Schule dankbar, der sich im Interesse der Schüler noch in der Lage sieht (wenn andere längst Feierabend haben) sich mit mir über seinen Schüler auszutauschen.

Gruß über die Grenze

Manavgat

Beitrag von klaus_ 12.02.06 - 20:57 Uhr


es geht NICHT um die 1% engagierten Junglehrer, die mit Jahresverträgen (davon August unbezahlt) abgespeist werden, sondern
um die Mittfünfziger, die immer öfters in Kur, Krankheit, Fortbildung für PC-Grundkenntnisse "was ist eine COmputermaus" oder sonstwo sind, es ablehnen, einen von Bund Naturschutz angelegten Lehrgarten weiterzupflegen, oder eine Weihnachtsfeier oder einen Schullandheimaufenthalt durchzuführen .

Es geht um Rektoren , die behaupten, Internet sei "Teufelszeug"; sich weigern, einen Anrufbeantworter hinzustellen, und lieber die Klasse im Unterricht alleine lassen um zwischendrin Telefonate anzunehmen.

Es geht um Lehrer mittleren Alters, die in der 1. Infoveranstaltung am Schuljahresanfang der staunenden Elternschaft mitteilen, dass sie 1. 2. 3. aus dem verbindlichen Lehrplanteil streichen werden , und im übrigen die vereinfachte Ausgangsschrift in den Buchstaben .... nicht könnten und auch nicht zu lernen bereit wären


(belegbare Beispiele !)



Es geht um das Gros der Lehrer !


Gruß
Klaus

Beitrag von acaena 14.02.06 - 08:38 Uhr

Hallo,

irgendwie muss ich jetzt auch mal meinen "Senf" dazugeben.
Vielleicht wäre es angebracht, den Lehrern endlich mal in jeder Schule einen eigenen Raum zur Verfügung zu stellen, also quasi ein Büro.
Das meiste, was die Leute doch aufregt ist, dass sie den Lehrer mittags nach Hause kommen sehen. Boah hat der es gut! Keiner sieht, was dann noch zu tun ist. Sicher ist ein Unterschied, ob Grunschule oder Höhere Schule. Die Vorbereitungszeit in der Grundschule nimmt sicher weniger Zeit in Anspruch als in der Berufsschule. Doch es müssen immer Arbeiten kontrolliert werden oder Hefter durchgesehen und dann immer gleich 30 oder noch mehr.
Wer in z.B. 10 Klassen unterrichtet, hat eben pro Monat ca. 10 Klassenarbeiten oder Tests. Das sind etwa 2 Arbeiten pro Woche. Wenn man jetzt 30 Schüler pro Klasse nimmt und mindestens 10 min pro Arbeit kann sich jeder ausrechnen wie lange ein Lehrer sitzt und kontrolliert.
Hat eigentlich mal einer daran gedacht?
Ich kann ein Lied davon singen. Manches Wochenende fiel für uns schon ins Wasser, weil mein Mann daheim sitzt und Arbeit für Arbeit duchsieht. Letzten Sonntag auch wieder. Den ganzen Tag. Morgens angefangen und abends gegen 17.00 Uhr fertig. Danach noch eine Stunde Unterrichtsvorbereitung - der Tag war gelaufen.
Unsere eigenen Kinder müssen in der Zeit leise sein, sonst kann er sich nicht konzentrieren... :-(
Wenn Notenkonferenzen oder andere Tagungen sind ist er nie vor 17.00 Uhr zu Hause, muss sich aber dann immer noch an den Schreibtisch setzen und wenigstens den nächsten Tag vorbereiten.
Dann kommt noch dazu, dass viele Arbeiten kaum noch lesbar sind. Fehler über Fehler, mühevolles Buchstabieren etc. Falsche Rechenaufgaben müssen nachgerechnet werden usw. Es hängt also nicht nur an der Organisation.
Hätte er ein Büro, würde er seine Zeit in der Schule abarbeiten und hätte einen ganz normalen Feierabend wie alle anderen auch.
Das wäre doch mal 'ne Maßnahme....
Ach ja und Weihnachtsgeld und Urlaubsgeld gibt es bei uns schon lange nicht mehr.... und noch schlimmer ... ob seine heutigen Rentenansprüche, die ja permanent Jahr für Jahr gekürzt werden, wenn er Rentner ist überhaupt noch gelten ist fraglich. Vielleicht steht er dann ohne alles da.
Und nicht nur seine Rentenanteile werden immer kleiner - auch sein Gehalt. Seit Januar haben wir wieder 100,- EUR weniger im Monat. Dafgür darf er aber eine Stunde mehr arbeiten....
Ist doch motivierend, oder????