Gläschen oder selber kochen???

Archiv des urbia-Forums Stillen & Ernährung.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Stillen & Ernährung

Muttermilch oder Flasche? Was schmeckt kleinen Kindern aufs Brot? Hier könnt ihr Fragen zur Säuglings- und Kleinkindernährung, aber auch zu eurer eigenen Ernährung während der Stillzeit stellen. Unsere Stillberaterin Christina Law-Mclean beantwortet eure Fragen täglich in unserem Expertenforum.

Beitrag von mamanina80 12.02.06 - 15:52 Uhr

Hallo Ihr Lieben,

eigentlich lese ich hier nur immer, aber nun habe ich auch mal eine Frage:
warum sind hier so viele gegen Gläschenkost??? #kratz
Ich bin der Meinung, dass man selber gar nicht so vitaminschonend kochen kann. Außerdem sind die Gläschen doch auch sehr streng schadstoffkontrolliert, vielleicht sogar besser als normales Bio-Gemüse, und Geschmacksverstärker enthalten sie auch nicht.

Ich bin nicht gegen selber kochen, denn ich koche jeden Tag frisch für meinen Mann und mich, und das wirklich sehr gern, aber ich möchte für meinen kleinen Liebling nur das Beste, und deswegen hab ich mich für Gläschen entschieden. Welche Vorteile hat Selberkochen für Babies???

Ach ja, den Getreidebrei mach ich aber zum Beispiel schon selber. So Fertigbreie mit viel Zucker verwende ich nicht. Mir gehts jetzt bei meiner Frage um Obst- und Gemüse-Fleisch-Breie.

Bin über viele Antworten dankbar. #danke

LG Nina + Jonas (30.08.2005) #liebe

Beitrag von debuggingsklavin 12.02.06 - 16:29 Uhr

Hallo!

Weil...

- Gläschen für Babys nichts anderes als Konserven sind. Du isst ja auch kein Dosenfutter. Und schon gar nicht täglich
- auch wenn BIO draufsteht nicht 100% BIO drin ist. So viel BIO-Gemüse, wie für Gläschen benötigt werden, gibt es nicht.
- Die Zutaten sind nicht so frisch, wie ein gerade gekaufter Bund Möhren
- Die Zutaten werden völlig verkocht
- Vitamine und Nährstoffe gehen verloren, wie sollen sie bei 120 Grad Sterilisation überleben? Da bleibt nicht viel übrig. Statt dessen werden dann künstliche Vitamine hinzugegeben.
- Oft sind die Deckel der Gläschen TROTZ Verbot noch mit Schadstoffen belastet (2-EHA und SEM). Schau mal die Ökotests an.
- Im Fleischbrei ist kaum Fleisch. Nährstoffe fehlen. Es ist nichtmal genügend Fleisch im Gläschen, dass es für die Eisenversorgung reicht.
- Oft zuwenig Fette in den Gläschen (wenn man das nicht weiss, gibt man auch nix zu). Also nimmt das Baby zu wenig Kalorien zu sich.

Hygienisch sind die Gläschen echt nicht zu toppen. Aber mir kann keiner erzählen, dass bei den Erhitzungen viel Gesundes übrig bleibt.

Und:
Selber kochen ist doch auch nicht schwierig. Man kann doch für ein paar Tage vorkochen. Und viel Variation braucht ein Baby nicht. So sind diese ganzen Guten-Abend-Breie total sinnlos.

Naja, ich brauch ja eh keine Breie kochen, denn Johanna isst nur Finger-Food. Das ist noch einfacher. Und ich muss ihr keine "normale" Kost angewöhnen.

LG,

Kai Anja - Breiverweigerin Johanna

Beitrag von anka1974 12.02.06 - 16:27 Uhr

Ich bin auch nicht gegen Selbstkochen, werde aber trotzdem die ersten Breie als Gläschen kaufen. So kleine Mengen zu kochen wäre (meiner Meinung nach) Energie verschwendung. Und wie Du schon geschrieben hast, sind die Breie ja sehr streng überprüft. Ich weiss nicht, ob die Lebensmittel für die selbstzubereitung auch so streng überprüft werden. Ständig liest man was über Pestizide und Fleischskandale.
Wenn Alena grösser ist, werde ich auch für sie mitkochen - aber am Anfang werden wir Gläser kaufen. wir werden darauf achten, das dort möglichst kein Zucker enthalten ist.

Liebe Grüße
Sandra

Beitrag von grissemann74 12.02.06 - 18:04 Uhr

Hi Nina!

Ich habe meinem Sohn bis er sich fürs Familienessen interessiert hat (ab ca. 11 Monaten) auch ausschließlich Gläschchen gegeben und kann mich meiner Vorschreiberin absolut gar nicht anschließen.

Weil:

Gläschen unterliegen streneren gesetzlichen Vorschriften als herkömmliche Lebensmittel, denn Babykost wird zu den diätetischen Produkten gerechnet. Sie weisen eine hohe, gleichbleibende Qualität der Zutaten auf und garantieren geringen Schadstoffgehalt. Wenn 100 % Bio draufsteht, ist mit Sicherheit 100 % Bio drin.
Was das Selbermachen angeht, gibts auch dort oftmals Probleme:
Das Hygienische Risiko ist ungleich höher. Bakterien können sich in die Nahrung einschleichen, sie sind mit freiem Auge nicht sichtbar. Man muß extrem penibel bei der Verarbeitung der Lebensmittel sein, alles muß gut durchgegart sein. Außerdem sollen tiefgefrorene Breie nicht langsma bei Zimmerthemp., sondern in Wasserbad oder Mikrowelle aufgetaut werden. Werden Breie auf Vorrat gekocht und nicht eingefroren, verlieren sie im Kühlschrank bereits über Nacht die allermeisten Vitamine.
Außerdem ist der Gehalt an Schadstoffen in den verwendetetn Lebensmitteln nicht untersucht. Gemüße aus dem Supermarkt kann bis zu 100 x mehr Nitrat enthalten als in Gläschchenkost erlaubt ist, selbst Biogemüse können manchmal zu viel Nitrat für Säuglinge enthalten (vor allem Glashausware).

Du siehst, Gläschchenkost ist absolut empfehlenswert. Trotzdem soll jede Mutter für sich entscheiden was für sie persönlich das Beste ist.

LG Sabine

Beitrag von debuggingsklavin 12.02.06 - 19:01 Uhr

Du, ich hab mir die Sachen nicht ausgedacht.
Dass nicht 100% Bio drin ist, sage auch nicht ich, sondern zum Beispiel Alete selbst.

Und im Grunde sind die Fakten, die ich beschrieben habe auch nachzuvollziehen.

Ich empfehle folgende Literatur:
http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3426777770/303-3116178-6582631

Mitgearbeitet an dem Buch haben Lebensmittelchemiker, Mitarbeiter des Forschungsinstitutes Dortmund und Mitarbeiter des Institut für Lebensmittelwissenschaften der Uni Hannover.
Also in der Tat haben die Aussagen wissenschaftliche Hintergründe.

Dass lebenswichtige Nährstoffe fehlen habe ich mir nicht ausgedacht. Du kannst sogar auf der Seite des FKE-Dortmund nachlesen, dass die empfehlen, ganz dringend auf die Zusammensetzungen der Gläschennahrung zu achten, weil oft zuwenig Nährstoffe, Vitamine oder Fette enthalten sind.


LG,

Kai Anja

Beitrag von kuschi87 12.02.06 - 18:23 Uhr

Hallo Nina,

Gläschenkost: Ja/Nein!!?? Muss so ziemlich jeder selbst entscheiden. #augen

Wie Du schon in den bereits gegebenen Antworten siehst gibt es verschiedene Pro und Contra's für bzw. gegen Gläschen.

Ich handhabe da so ein Mittelding ;-) Ich bekomme jede Woche absolut frisches Gemüse von einem Bio-Hof (mit Demeter Anerkennung) geliefert. Qualitativ wirklich hochwertig und absolut lecker und unbelastet. Dieses Gemüse benutze ich um für Fabian (8 Monate) das Essen zu kochen. Fleisch nehme ich direkt aus dem Gläschen (reine Fleischgläschen gibt es ja). Das koche ich nicht auch noch, da hier schon den Gläschen-Herstellern vertraue, dass dort das "Beste" drin ist.

Wenn wir mal unterwegs sind, bekommt Fabian auch mal ein Gläschen, ansonsten isst er mein Selbstgekochtes. Mal ehrlich, mag ja wirklich sein, dass die Gläschen unter strengsten hygienischen Bedingungen hergestellt werden. Aber ich vertrete die Ansicht dass Fabian auch schon mal mit dem einen oder anderen "Bakterium" in Berührung kommen kann, ohne dass er gleich "den Löffel abgibt" (schönes Wortspiel) :-D. Ich achte beim kochen sehr darauf, dass alles sauber und gewaschen ist und ich denke das genügt. Ich brauche nicht den Hygienevorschriften einer Firma Hipp oder Alete oder so zu entsprechen. Andererseits bin ich schon der Meinung, dass die Gläschen-Hersteller gut kontrolliert werden und die Baby's damit genauso gut groß werden wie mit selbstgekochtem. Allerdings musste ich bei einigen Herstellern feststellen dass die 8-Monats-Gläschen teilweise Zutaten enthalten, die ich (persönlich) meinem Kleinen noch nicht geben will und da gehört so gut wie jede Firma zu! (Hipp, Alete & Co.) Da war z. B. Rahm, Schinken, Pfeffer, Kümmel und was weiß ich noch alles drin. Wenn ich selbst koche, entscheide ich ganz allein, was reinkommt. Ist für mich ne gute Lösung.

Ich habe mich für das Mittelmaß entschieden. Gemüse selbst kochen, Fleisch aus dem Gläschen und wenn wir unterwegs sind gibt es auch mal ein Menü aus dem Glas.

Man sollte weder Mütter verurteilen die selbst kochen, noch welche die NUR Gläschenkost geben. Die Mami's wollen alle das Beste für ihre Kinder und was das Beste ist, muss schon jeder für sich selbst entscheiden. ;-)

LG
Anja

Beitrag von meraluna1975 12.02.06 - 18:41 Uhr

Nun, du hast es ja schon gelesen, dies ist ein Thema,bei dem es immer unterschiedliche Meinungen geben wird.

An sich sind Gläschen wohl nicht das Schlechteste, allerdings ist Gläschen nicht gleich Gläschen.

Im Sonderheft Kleinkinder 2006 von Ökotest sind erneut Gemüsegläschen getestet worden und wie eine der Vorrednerinnen schon sagte, sind oft Schadstoffe in der Deckeldichtung enthalten.

Persönlich würde ich diese Gläschen meiden, denn schliesslich soll mein Zwerg keine Schadstoffe zu sich nehmen.

Ich hab anfangs selber gekocht, dann aus Faulheit Gläschen probiert. Da Vincent aber momentan noch keine Möhren verträgt, habe ich wieder angefangen alles selber zu kochen.
Da man vorkochen und einfrieren kann, ist es wesentlich günstiger als die Gläschenkost und ich weiß auch wirklich was drin ist..

Mera mit Vincent *29.07.05

Falls du das Ökotest-Heft im Laden nicht mehr bekommst, kann ich dir die Ergebnisse mailen wenn du magst, einfach über die Visitenkarte kontaktieren!

Beitrag von muttiistdiebeste2 12.02.06 - 20:47 Uhr

Hallo Nina,

warum wir selber kochen? Hast du schon mal ein Gläschen probiert? Das schmeckt nacht Pappe oder Tapetenkleister, aber nicht wie was essbares. Mein Süßer nimmt nur das gute selbstgekochte Bioessen von Mama. Ich habe ihm in der Not unterwegs mal versucht ein Gläschen anzudrehen - nichts zu machen, lieber verhungert er ;-) *lol*

kann mich in allen Punkten nur der debugginsklavin anschließen

lg Ellen

Beitrag von probabys 16.02.06 - 08:54 Uhr

Ich habe mal Probegläschen verfüttert. Riecht eckelhaft. Wollte meine Tochter auch nicht.
Schadstoffe wurden trotz Verbot bestimmter Chemikalien immer noch in der Deckeldichtung gefunden. Vitaminschonend kann man mit Dampfgaren selber kochen. Pestizide kommen aus der Luft und durch den ,,sauren,, Regen auch auf Biogemüse wenn es im Freiland kultiviert wird. Hipp will seine Produktionsstätte ins Ausland verlagern weil bei uns kein Ökoanbau mehr gewährleistet wird. Hä?
Unsere Biobauern sind froh um jeden Auftrag. Im Ausland werden noch mehr Pestizide verwendet als bei uns. Eine blödere Ausrede um noch billiger zu produzieren habe ich schon lange nicht mehr gehört.
Dieser Ökoterror der Nahrungsmittelindustrie geht mir mittlerweile gehörig auf die Nerven. Selber kochen ist günstig und mein Kind wird nicht vergiftet wenn ich selber koche.