Steuerklassen - Ungerechtigkeit

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Forum: Finanzen & Beruf

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Beitrag von sambina 12.02.06 - 16:28 Uhr

Hallo,

wir leben unverheiratet zusammen und ich habe Kinder mit in die Beziehung gebracht.

Nun hat ja mein Freund als "Single" Steuerklasse 1 - so weit - so gut.

Ich arbeite nun auch wieder halbtags und freute mich über eine günstige Steuerklasse 2 und siehe da:

Für mich gilt auch Steuerklasse 1, da ich ja mit jemandem zusammenlebe, der mich finanziell unterstützen kann #schock #schock #schock

Ob er dazu finanziell überhaupt in der Lage ist, wird hier überhaupt nicht geklärt - aber es wird vorausgesetzt (so die Dame am Auskunftstelefon des Finanzamtes) - deshalb bekomme ich nun dank meiner tollen Steuerklasse weniger Geld.

Ich würde es einsehen, wenn mein Freund deshalb in Steuerklasse 3 eingegliedert würde - denn er soll ja wie ein Familienvater für die "Familie" aufkommen.

Aber so haben wir beide nur finanzielle Nachteile - will der Staat einen so zum heiraten zwingen?

Bin mal auf eure Meinungen dazu gespannt.

LG
Sambina #blume

Beitrag von kathrincat 12.02.06 - 17:41 Uhr

ja das ist ungerecht, sei froh das du arbeit hast, würdest du nähmlich harz bekommen, würdest du kein geld sehen und müßtest dich dazu noch selber krankenversichern und dein kind müßte über sein vater versichert werden (ist echt günstig, da man ja immer kontakt hat). da es in deutschland die regel gibt sobald man 2 jahre zusammen wohnt zählt mal als eheähnliche gemeinschaft und wird auch so behandelt.

Beitrag von rosaundblau 12.02.06 - 17:58 Uhr

<<<Ich würde es einsehen, wenn mein Freund deshalb in Steuerklasse 3 eingegliedert würde - denn er soll ja wie ein Familienvater für die "Familie" aufkommen.>>>

Nein, würdest du nicht, dann hättest Du Steuerklasse 5 und würdest noch weniger ausgezahlt bekommen!

<<<Aber so haben wir beide nur finanzielle Nachteile - will der Staat einen so zum heiraten zwingen? >>>

Nein will er nicht. Wieso habt ihr BEIDE finanzielle Nachteile, für Deinen Partner hat sich doch nichts geändert! #kratz

viele Grüße
rosaundblau

Beitrag von sambina 12.02.06 - 18:43 Uhr

Hallo rosaundblau,

selbstverständlich haben wir beide finanzielle Nachteile. Wir sind NICHT verheiratet und mein Freund muss mich finanziell mit unterstützen (sein Nachteil) weil ich mehr steuerliche Abzüge habe (mein Nachteil).

Hätten wir Steuerklassen wie verheiratete Paare, dann hätte ich zwar ca. 50,- Euro weniger, mein Freund aber mind. 300,- Euro mehr in der Tasche ....

... und genau DAS meine ich!

LG
Sambina #blume

Beitrag von rosaundblau 12.02.06 - 19:14 Uhr

Hallo Sambina,

ich kann Deine Rechnung nicht nachvollziehen!

Bei einem Wechsel von Klasse 1 in 5 hast Du nur 50,- EUR mehr Abgaben??? Wie geht das???

Wenn ich von einem Brutto zwischen 1000 und 1500 EUR ausgehe, kommen ich auf eine Differenz von 200 bis 300 EUR pro Monat.

Beispielrechnung

Brutto 1300, Kirchensteuerpflichtig, KV 13,8 %, 2 Kinder
Netto in Steuerklasse 1 ca. 947,- EUR
Netto in Steuerklasse 5 ca. 675,- EUR


Dein Freund muss Dich nicht finanziell Unterstützen, sondern sich angemessen an den Kosten beteiligen. Ihr wohnt zusammen und habt somit, ob verheiratet oder nicht, gemeinsame Kosten!

vg
rosaundblau

Beitrag von sambina 12.02.06 - 19:45 Uhr

Ohje, das wäre schön, wenn ich soviel verdienen würde... dann würde ich sicher keine finanziellen Schwierigkeiten haben.

Ich verdiene gerade mal 700,- Euro (ja, Brutto, leider nicht Netto) und die aufgrund von einigen Zulagen auch nicht jeden Monat.

Auch mein Freund liegt - trotz 3-Schicht-Betrieb - an der untersten Verdienstgrenze.

Aber wir arbeiten beide um zu überleben, wir möchten dem Staat nicht auf der Tasche liegen, aber ich möchte mich auch nicht von ihm abzocken lassen, nur weil ich nicht verheiratet bin.

P.S.: Die Kinder sind auf der Steuerkarte meines Ex-Mannes, denn dieser muss ja auch irgendwie "über"-leben.

P.S.: Die nette Dame des Finanzamtes hat ganz klar mitgeteilt, das mein Freund zu meiner finanziellen Unterstützung beizutragen hat. Selbstverständlich teilen wir Miete, Strom, Gas, Wasser, Tel. etc.....
aber warum muss er für mich aufkommen (auch im Fall von Arbeitslosigkeit z.B.) nur weil wir zusammen wohnen?

LG
Sambina #blume

Beitrag von rosaundblau 12.02.06 - 20:04 Uhr

Ich habs jetzt mal mit 700 Brutto gerechnet!

In Steuerklasse 1 komme ich auf ca. 548 EUR
In Steuerklasse 2 komme ich auch auf 548 EUR
In Steuerklasse 5 komme ich auf 444 EUR

Bei einem Wechsel von 1 auf 5 macht das immer noch 104 EUR!!!

Demnach bleiben die Abzüge in Klasse 1 und 2 gleich!!! #aha #aha #aha
http://www1.spiegel.de/active/bruttonettorechner/fcgi/bnrget.fcgi

Wo hast Du bisher berrechnet?
Ich habe gerade mal meine Jan-Abrechnung, und die von meinem Mann, durch das Programm geschickt und die Berrechnung stimmte auf den Cent genau! Das Programm vom Spiegel scheint korrekt auszurechnen.

vg
rosaundblau

Beitrag von charleen820 12.02.06 - 22:29 Uhr

Hallo,

tja so sind nun mal die Gesetze und wenn man einen Mann hat, wo man weiss er hat schon Kinder aus einer vorangegangenden Ehe , dann ist ja klar das er auch zahlen muss und weniger übrig bleibt.....;-)


Ist ja klar.....

Und Steuerklasse I ist sind zwar die Abzüge höher, aber das könnt Ihr doch absetzen und bekommt einiges wieder..........Bei Steuerklasse V würdest Du noch weniger bekommen........

Und Steuerklasse II ist nur für "alleinerziehende" und Ihr lebt "eheähnlich"....

Also entweder heiraten oder so belassen und nicht aufregen......Es geht hier in Deutschland jedem so!;-)


Gruss,




Charleen820#stern#sonne