Bitte schnell Hilfe! Ich weiss nicht wie ich handeln soll

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von einfachzuviel 12.02.06 - 19:02 Uhr

Hallo, mein Mann hat meinen Eltern ca. 4000 Euro gestollen. Die zwar wissen das es weg ist aber nicht von wem. es gestohlen wurde. Er hat es fuer seine Spielsucht ausgegeben und es ist alles weg. Ich weiss nicht wie ich jetzt reagieren soll. Er hat mich belogen und alle anderen auch. Was soll ich machen. Bitte Hilfe!!! Ich brauch Rat, ich kann mit niemanden darueber reden. Bitte

Beitrag von babette35 12.02.06 - 19:06 Uhr

Es Deinen Eltern beichten und Dich um Gottes Willen TRENNEN!!!!
Du kannst nichts dafür und solltest Deinen Eltern gegenüber ehrlich sein.
Auch wenn es mit Deinem Mann noch nicht schlimm genug sein sollte, er wird Dich mit in den Ruin ziehen, mit Spielsucht ist nicht zu spaßen!!!!

Beitrag von baby_2007 12.02.06 - 19:30 Uhr

hi du..
ui das ist aber was ganz schlimmes finde ich...

Ich würde auch an deiner Stelle es meinen Eltern sagen..ich denke mal die könnten dir auch weiterhelfen...

Ich würde sogar IHN dazu zwingen es selber deinen eltern zu beichten...

Bist du dir ganz sicher, dass das Geld wirklich dein Mann geklaut hat??

Beitrag von Mylife 12.02.06 - 20:25 Uhr

Hallo,

auf jeden Fall würde ich es deinen Eltern sagen. Falls ihr noch anderswo geldreserven habt, nimm diese an dich. Auch falls es Sparbücher von Kindern gibt, und dann nichts wie weg von dem Kerl. Solange er sich nicht einer Therapie unterzogen hat und mindestens ein Jahr Spielfrei ist, glaub ihm kein Wort, wenn er von Aufhören spricht.

gruß
Mylife

Beitrag von hunaro 12.02.06 - 20:30 Uhr

Hi !

Sei offen gegenüber deinen Eltern. In deiner Situation wirst du sie evtl. noch mal dringend brauchen.

Es gibt KEINEN Grund für unangebrachte Loyalität gegenüber deinem Mann. Er ist es zu euch auch nicht.
Spielsucht ist eine Krankheit, vergleichbar mit dem Alkoholismus. Auch DU kannst co-abhängig werden indem du sein Tun deckst, entschuldigst, mitleidest.

Bin sonst die Letzte, die zur Trennung rät, aber ich würd es tun. Oft hilft nur ein Totalcrash, bevor der Betroffene Handlungsbedarf seinerseits erkennt. Findet er dann nicht zu dem Punkt, professionelle Hilfe zu suchen und zu finden, dann hast du DICH/EUCH zumindest vor Schlimmerem bewahrt.

Wir haben so einen Fall in unserer Familie. Die Spielsucht ging hin bis zum mehrfachen bewaffneten Raubüberfall, um das "Spielgeld" zu beschaffen. Endete mit einer 3jährigen Haftstrafe.#schock

Ich hoffe für dich das Beste!

Gruß,
Ute#liebdrueck

Beitrag von kerstinmitlea 12.02.06 - 20:56 Uhr

Hallo,

wie lange ist er denn schon spielsüchtig? Ich würde auf jeden Fall Deinen Eltern alles sagen, bringt doch nix jetzt noch anfangen zu lügen, sonst wirst Du da mit reingezogen.
Ich würde Deinem Mann die Pistole auf die Brust setzen: Entweder er macht eine Therapie oder du trennst Dich!

Viele haben gesagt Du sollst Dich sofort trennen, aber Dein Mann braucht Hilfe! Und Du könntest ihn unterstützen. Gut wenn er nicht will, dann kannst Du eh nix machen, er muss schon elber auch wollen. Aber zumindest ein Signal von Dir dss Du ihm beistehen wird wenn er sich helfen lassen will fände ich angebracht.

Du hat leider wenig geschrieben wie lang das schon geht und ob Du mit ihm schon mal gesprochen hast etc.

LG Kerstin

Beitrag von hunaro 12.02.06 - 21:17 Uhr

Hi Kerstin !

O.k. , ich für meinen Teil habe mich wohl etwas mißverständlich oder nicht ausführlich genug ausgedrückt.

Eigentlich spreche ich nicht von einer entgültigen Trennung, sondern von einer Trennung auf Zeit, bis ein deutlicher Therapieerfolg über einen längeren Zeitraum erkennbar ist.
Mitunter erkennt ein Betroffener erst Handlungsbedarf, wenn alle sich von ihm losgesagt und den Kontakt abgebrochen haben. (Mitunter erkennt er seine Krankheit auch nie.)
Ist dann noch Liebe da, und möchte der Betroffene die Beziehung aufrecht halten, dann gibt die Trennung u.U. den nötigen Durchhaltewillen. Oft viel mehr, als wenn der Partner/die Partnerin ein Beistehen signalisiert. Verstehst du, wie ich meine?

Ganz klar: Spielsucht ist eine SUCHT! Es gibt verschiedene Ausprägungen, aber es kann tatsächlich Formen annehmen, wo du getrost den Vergleich mit Drogen- oder Alkoholsüchtigen ziehen kannst. Bis hin zu psychischen und physischen Entzugserscheinungen. Sowas kriegt man eigentlich kaum "nur" mit Liebe geheilt.

Die Dauer der Sucht ist im Übrigen nicht bezeichnend für die Schwere/Ausprägung selbiger. Auch ein Junkie, der noch nicht lange spritzt, ein Alkoholiker, der noch nicht lange trinkt, kann bereits schwerst abhängig sein. Dafür spielen andere Faktoren eine Rolle, als die Dauer des Abusus.

In den meisten Fällen bringt ein Ultimatum, a la: "Entweder Therapie oder Trennung !" nichts, aber auch gar nichts, weil es nur eine MÖGLICHKEIT beschreibt.
Ein Auszug/eine Trennung ist aber konkret, wird erlebt, eher wahrgenommen.

Ich hoffe, meine Gedanken sind nun transparenter. Ich glaube, viele, die zur Trennung rieten, meinten das Gleiche.

Gruß, Ute

Beitrag von kerstinmitlea 12.02.06 - 21:21 Uhr

Hi,

ja ok dann habe ich es vielleicht nich richtig verstanden! Klar ich hab ja auch gemeint, dass eine Therapie hier in jedem Fall angebracht ist, und wenn er nicht mitzieht dann würde ich auch sagen: Trennung! Damit ers vielleicht dann einsieht... sie hatte im erste Posting auch nicht soviel geschrieben, aber weiter unten steht was, habe auch schon drauf geantwortet!

LG Kerstin

Beitrag von einfachzuviel 12.02.06 - 21:03 Uhr

Hallo,
also er hat es gerade meinen Eltern gesagt und die haben ihn verziehen und sagen auch das er das Geld nicht zurueck geben brauch aber ich will das er es trotzdem macht um daraus zu lernen. Er hat ca. 3 Moante gespielt und alles verloren. Er wird die Therapie machen und ich werde mich gleich morgen darum kuemmern. Mir ist es nur so peinlich vor den anderen. Lg

Beitrag von kerstinmitlea 12.02.06 - 21:18 Uhr

Hi,

es muss DIR nicht peinlich sein,DU hast nichts falsch gemacht! Gut das er die Therapie machen will! Ich denk da kann er Deine Unterstützung gebrauchen! Vielleicht kommt er ja auch von selber drauf das er Deinen Eltern das Geld, allein aus Anstand, wieder zurück geben solte!

Wünsch euch da jedenfalls alles Gute und das Dein Mann die Therapie schafft!

LG Kerstin

Beitrag von kerstinmitlea 12.02.06 - 21:23 Uhr

Ach nochwas: Dein Mann sollte sich doch schon selber um die Therapie kümmern, ER hat ein Problem, nicht Du! Vielleicht geht er zum Hausarzt etc. der kann ihm bestimmt da geeignete Stellen nenne oder auch gleich einen Termin machen oder so, die kennen sich ja damit aus! Aber ER sollte das in Angriff nehmen!

LG

Beitrag von hunaro 12.02.06 - 21:48 Uhr

Nur noch mal zur Info:

Co-Abhängige als "Angehörige von Suchtkranken"
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In diesem Fall wird unter Co-Abhängigkeit verstanden, dass neben der abhängigen Person noch weitere Personen in die Abhängigkeit verwickelt sind. Im Umfeld der Alkoholkrankheit kennt man die Aussage, dass zu jedem der trinkt auch mindestens einer gehört, der es zulässt. In manchen Kreisen wird auch der Begriff Co-Alkoholiker in diesen Zusammenhang benutzt.

Es stellt sich also die Frage, warum jemand die Beziehung zu einem Abhängigen nicht beendet, sondern sogar unterstützt, indem er ihm immer wieder sein Suchtmittel mitbringt oder mit Geld dafür aushilft.

Die Gründe sind darin zu suchen, dass der Co-Abhängige damit seine partiellen Minderwertigkeitsgefühle kompensieren oder soziale Anerkennung erhalten will (siehe auch Helfersyndrom).Diese Aussage trifft allerdings nicht immer zu und die Motivation einer Mutter, die z. B. ihr Kind vor dem Untergang durch Drogen retten will, ist sicherlich eine andere. Diese (hier eher fatale) Hilfsbereitschaft genießt allgemein eine hohe Anerkennung, weshalb der Co-Abhängige häufig seine Rolle bei der Unterhaltung der Abhängigkeit nicht erkennt.

Deshalb ist es bei der Behandlung von Abhängigen eigentlich immer notwendig, auch dessen Bezugspersonen (Partner, Familienangehörige, ...) mit in die Therapie einzubeziehen, damit sie erkennen können, wodurch sie die Abhängigkeit (latent) unterstützt haben. Viele der Selbsthilfegruppen verschiedener Abhängigkeiten bieten auch Hilfen (in Selbsthilfegruppen) für Angehörige oder Partner an. (Eine Liste befindet sich am Ende des Artikels zur Alkoholkrankheit.)

Neben dem Partner leiden auch Kinder einer Beziehung mit einem Abhängigen nicht unerheblich. So finden typischerweise immer wieder erhebliche Ausgrenzungen statt, besonders wenn es lautstarke und/oder rabiate Auseinandersetzungen gibt (nicht selten über Kleinigkeiten). Diesen stehen die Kinder meist sehr hilflos gegenüber.

Dies verhindert oft das Erlernen entsprechender Kompetenzen - z. B. die Beurteilung, wann und wie auf einen Anlass adäquat zu reagieren ist. Diese soziale Unsicherheit ist oftmals wiederum Ursache für die Abhängigkeitserkrankung der Kinder - nicht eine (noch immer nicht zweifelsfrei nachgewiesene) genetische Disposition.


(Quelle: www.wikipedia.org)

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"also er hat es gerade meinen Eltern gesagt und die haben ihn verziehen und sagen auch das er das Geld nicht zurueck geben brauch"

Du, ich will dir ja nun keine Angst machen, aber meinst du nicht auch, das das eine Art Unterstützung ist, die seiner Sucht noch förderlich ist? Ich denke schon!

Er IST im meinen Augen schon süchtig, absolut. Dein Freund/Mann hat bereits eine große Hemmschwelle überschritten, um seiner Sucht nachgehen zu können.
Jemandem eine so große Summe zu stehlen, egal ob Familie oder Fremde, ist schon kein Kavaliersdelikt mehr, sondern genau genommen kriminell.

Er ist bereit für kriminelle Handlungen, bzw. dazu gezwungen, um weiter spielen zu können? Das sollte dir gewaltig zu denken geben.

Ihr seit bereit, momentan sein Handeln zu entschuldigen/zu verzeihen. Auch das sollte dir zu denken geben!

Deshalb auch mein Auszug aus Wikipedia für dich.

Wenn du für ihn/euch kämpfen möchtest, dann besorge für DICH einen Termin bei einer Beratung. Damit du von einem Profi hörst, wie DU dich deinem Freund gegenüber am sinnvollsten verhalten kannst.

SEINEN Therapeuten sollte er sich am besten selbst suchen. 1. Weil er dann Aktion zeigt, und nicht Reaktion, und 2. weil ein gutes Patienten-Therapeuten-Verhältnis für den Behandlungserfolg unabdingbar ist. Deshalb muß das Verhältnis zwischen ihm und dem Thera stimmen. Du könntest u.U. den Falschen aussuchen. (So man bei euch aussuchen kann.)

Denk mal drüber nach!!!

#liebdrueck, Ute

Beitrag von hmm 13.02.06 - 01:31 Uhr

Das Thema mit der Sucht deines Mannes und was dagegen zu unternehmen ist, wurde ja gründlich besprochen.

Ich habe da mal ne andere Frage: Haben deine Eltern einfach so 4000 Euro zu Hause rumliegen und jeder weiß das? Oder wie kam es, dass dein Mann soviel Geld stehlen konnte?
Als das Geld weg war, mussten deine Eltern doch von selber wissen, wer überhaupt wußte, dass das Geld da war. Und auch, wer es genommen haben könnte, wenn nicht eingebrochen wurde.
Ich muß gestehen, als ich deinen Bericht zum ersten mal las, habe ich ihn für ein fake gehalten.
Und so ganz bin ich davon auch noch nicht ab.

Beitrag von einfachzuviel 13.02.06 - 05:25 Uhr

Hallo, um Gottes Willen, das war sicherlich kein Fake. Leider pure Wahrheit. Ich bin bloss leider so im Schock weil ich nicht dachte das er soetwas machen wuerde. Die Sache ist das wir zur Zeit bei meinen Eltern wohnen und die geschaeftlich zufaellig das Geld zu Hause hatten, es aber ein langen Zeitraum nicht angefasst haben, weil es eine Notreserve war. WIe auch immer...sie wollten es zu Hause haben und es wusste wirklich niemand das meine Eltern es ueberhaubt hatten. Sie haben es niemanden erzaehlt. Mein Mann hat es aber guterweise heute jedem erzaehlt und sich entschuldigt. Ich habe gesehen das es fuer ihn nicht leicht war . Trotzdem heisst es nicht das ich ihm verzeihe. Es sind jetzt schliesslich 4000 die wir zurueck zahlen muessen. : ( aber ich werde ihn jetzt in den Ars... tretten...Ich werde ihm auch heute Abend sagen, das er selbst den Therapeuten suchen muss. Danke fuer eure Hilfe. Ihr habt mir sehr geholfen und hoffe das ich das wieder hin bekomme. Ich werde euch berichten, wenn es etwas neues gibt. Danke

Beitrag von manavgat 13.02.06 - 10:06 Uhr

Ich würde ihn anzeigen. Dann bekommt er nämlich eine
Therapieauflage vom Gericht.

Solange Du ihn deckst, hat er kein Motiv etwas zu ändern.

Im übrigen haben Deine Eltern das nicht verdient.

Behalten würde ich ihn auch nicht.

Gruß

Manavgat

Beitrag von kerstinmitlea 13.02.06 - 12:10 Uhr

Hallo Manavgat,

ich lese immer viele Deiner Beiträge, aber manchmal hab ich mir schon gedacht, dass Du ziemlich hart reagierst... vielleicht aufgrund Deiner persönlichen Erfahrungen.

Aber eine Anzeige? Ich denke eine Therapie zu der er dann mehr oder weniger gezwungen wird bringts nichts... er muss doch selbst erkennen, dass er ein Problem hat, dann wird die Therapie auch effektiv sein.

Und meinst Du nicht dass das ihre Beziehung sehr schädigen würde? Sie hat zwar nicht so viel darüber geschrieben, aber offenbar scheinen sie sich ja zu lieben und sonst alles ok zu sein, hört sich für mich jedenfalls so an!

Ich denke eben viel mehr, wenn ER sich helfen lassen will haben die beiden gute Chancen, und ihre Hilfe wird er dabei doch brauchen können!

Ist nur meine Meinung, bitte nicht falsch verstehen!

LG Kerstin