Manjas Sohn. Soll ich Schmerzensgeld vom Arzt fordern? Brauche Euren Rat?

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Forum: Kleinkind

Das Leben mit kleinen Kindern ist wunderschön, nie langweilig aber auch ziemlich anstrengend. Da können Tipps von anderen Müttern oder Vätern viel Erleichterung und Hilfe in den Alltag bringen. Viele Infos rund um euer Kleinkind  (z.B. Kinderkrankheiten) findet ihr auch in unserem Magazin.

Beitrag von manja. 12.02.06 - 23:05 Uhr

Hallo,
ich brauche mal Euren Rat!
Einige erinnern sich vielleicht noch an den Arztbesuch meines Kleinen Sohnes. Er war villeicht 9 Monate und wir sollte beim Kinderurologen klären lassen, ob seine ja völlig normale Phimose daran schuld ist, dass er einige Bakterien im Urin hatte. Meine KiÄ wollte keine Entzündung übersehen.
Der Arzt hatte zu der Frage nichts gesagt, hat einfach bei der Untersuchung die Vorhaut zurückgezogen. Als mein Kleiner brüllte und schrie, beruhigte ich ihn und der Arzt hat einfach weitergezogen. Danach hing die Vorhaut total weit und locker herum und blutete scheußlich. Er hatte 5 wunden ca. 5 mm Durchmesser und inzwischen Narben.
Es ging uns furchtbar. Ich hatte einen Nervenzusammenbruch wegen der Sache und machte mir Vorwürfe, nicht dazwischengegangen zu sein. Dann blieb sofort die Milch weg .
Der Kleine nahm keine Beikost mehr, stillte voll! Und das bei meinem Milchschock. Er schlief nicht mehr durch, wachte jede STunde auf. Baden und Wickeln ein Horror! Und das über 2-3 Monate.
Der Arzt war ziemlich frech, er hätte nicht gedacht, dass die Haut reißen würde und nun würde er wohl die OP brauchen, aber es war keine Schuld von ihm. Er musste das machen, um die Diagnose Phimose zu stellen. HÄ?? Das war doch für jeden auf 10 Meter Entfernung zu sehen und ganz normal?! Um die weitere Versorgung hat er sich nicht gekümmert.
Die Ärzte in der Kinderchirurgie, die die Verletzungen versorgten, waren total entsetzt, weil das ohne Betäubung gemacht wurde und weil sich ein Arzt wider alle Regeln daran vergriffen hatte. Steht so ähnlich im Erste Hilfe-Protokoll.
Nun überlege ich seit langem, ob ich ein Schmerzensgeld einfordern soll. Der dreiseitige Brief liegt fertig da. Ich hadere mit mir. Ich finde es total schlimm, wie schlecht es uns beiden ging. Ich kann auch nicht akzeptieren, dass ein Kinderurologe so etwas tut. Jede Mutter weiß, dass man nicht an die Vorhaut rangeht und wegen ihm muß mein Sohn jetzt vorr. operiert werden.
Aber andererseits verbocken die Ärzte viel Schlimmeres. Deswegen sterben Patienten oder sind behindert. Im Vergleich ist es eine Kleinigkeit, auch wenn wir es ganz schlimm fanden und es so sinnlos und dumm war.
Was meint ihr, soll ich den Brief abschicken oder nicht?
Was würdet ihr tun?
Viele Grüße
Manja

Beitrag von arienne41 12.02.06 - 23:14 Uhr

Hallo!

Geh zum Anwalt und laß dich beraten.

Gruß Arienne

Beitrag von schnecki82 12.02.06 - 23:57 Uhr

Ach ja eine Entschuldigung habe ich natürlich auch niemals nie nicht gehört!!!

Beitrag von vonnimama 12.02.06 - 23:20 Uhr

Hallo Manja,

tut mir echt leid, was euch da passiert ist. Ich selbst habe eine Tocher und bin von dem Thema verschont geblieben, kann deshalb auch nicht wirklich viel dazu sagen.

Klingt ja grausam, was du da schilderst. Ich würde den Brief auf alle Fälle abschicken! Der arme Kleine!!! Ich weiß, wie man mit seinem Kind leidet ... manchmal sogar mehr als das Kind selbst. Man muss sich aber von den Ärzten ja nicht alles gefallen lassen und feinfühlig war dieser Arzt mit Sicherheit dann nicht (was er - wenn er Kinder behandelt - jedoch sein sollte). War das ein Krankenhaus-Arzt? Dann könntest du dich z. B. beim Chefarzt der Station beschweren.

Hoffe, es geht bei euch alles besser weiter und Kopf hoch!!!

Lieb Grüßle,
Yvonne mit Antonio (22 Monate)

Beitrag von schnecki82 12.02.06 - 23:55 Uhr

Liebe Manja,

klar kannst Du den Brief abschicken aber ich sage Dir gleich, es wird Dir nichts bringen - gar nichts!

Es dient höchstens zu einer etwaigen Befriedigung aber Du schadest dem Arzt nicht im geringsten (außer eventuelles Ansehen) und Geld kassierst Du auch nicht.

Habe auch einen "Ärztepfusch hinter mir!

Meine Tochter (nun schon 21 Monate alt) erlitt einen Schlaganfall als sie 2 Wochen alt war. Wir sofort ins Krankenhaus. Ich habe gleich bei der Anmeldung meine Situation geschildert, dass meine Tochter erst nur am rechten Arm gezuckt hat und da schon mittlerweile Bein und Gesicht betroffen war! Naja und trotzdem musste ich fast ne Stunde warten obwohl die Kindernotaufnahme leer war, aber die gute Tante war halt noch nicht vom Mittag zurück und man hielt es natürlich nicht für notwendig die Gute mal in Trab zu bringen. Als sie endlich da war sollte ich meine Kleine ausziehen. Die Ärztin schrieb irgendwas auf ihren Aufnahmebogen, guckte sich meine Tochter mal kurz an (Ohren, Augen, Mund) überprüfte mal kurz die Reflexe und sagte sie könne nichts auffälliges sehen (meine Tochter zuckte leider in diesen 5 Minuten nicht)! Dann schrieb sie weiter in ihrem Bogen (oB = ohne Befund) und schickte mich mit meiner Kleinen weg! Es ist noch wichtig zu sagen, dass ich der Ärztin die Bewegungen an mir vormachte, ihr Kommentar, bei Säuglingen könnte sowas vorkommen, Reflexe (ES GIBT ABER KEINE EINSEITIGEN REFLEXE!)!

Naja und gleich danach sind wir zum Kinderarzt die uns dann sofort in die Klinik verwies.

Nachdem wieder alles halbwegs in Ordnung war wollte ich die Frau sofort anzeigen, weil ich stinksauer war das meine Kleine so lange leiden musste bis ihr endlich geholfen wurde. Ich war bei einem Anwalt der mir gleich keine großen Hoffnungen machte (mein Chef war der Anwalt der wirklich sehr gut in diesem Gebiet ist)!

Geld gibt es nur, wenn darus eine Beeinträchtigung/Behinderung gibt die später ein "normales" Leben beeinträchtigen würden. Das war bei uns glücklicherweise dann nicht der Fall.

Das einzigste, was wir mit der Anwaltsgeschichte bewirkt haben war, dass in diesem Krankenhaus alle Kinder die eine Auffälligkeit haben, die im Moment der Behandlung nicht erkennbar sind mindestens für eine Nacht im Krankenhaus bleiben müssen.

Klar das ist schön für die Kinder aber meiner Tochter hat es leider nicht geholfen. Und bei Deinem Arzt wird es nicht anders sein.

Schlimm das sowas passiert...
In diesem Sinne alles Gute für Deinen Sohn, Sabine mit Emily-Joelle!

Beitrag von biesi1972wavemaster 13.02.06 - 06:42 Uhr

klar kannst Du den Brief abschicken aber ich sage Dir gleich, es wird Dir nichts bringen - gar nichts!

Es dient höchstens zu einer etwaigen Befriedigung aber Du schadest dem Arzt nicht im geringsten (außer eventuelles Ansehen) und Geld kassierst Du auch nicht.




Richtig,wie schon gesagt wurde,da hast du nicht viele Chancen.Ich bin Krankenschwester,habe lange im Krankenhaus gearbeitet und auch bei anderen Stellen viel mitgekommen.Was da abgeht ist unglaublich.Aber ich unterliege da der schweigepflicht!Ich selbst habe erlebt,wie falsche Diagnosen gestellt worden bei meinem Kind.Dagegen wollten wir angehen damals,aber ich weiß das es nichts bringt.Zumal alles gut ausging.

Versuchen kannst du es aber.Doch rechne nicht mit Erfolg.Wenn es doch klappt,dann hast du es nicht umsonst gemacht.

Unmöglich wie manche Ärzte sich aufführen.


alles Gute für den Kleinen!

Viele Grüße Biesi

Beitrag von barbarella1971 13.02.06 - 09:45 Uhr

Jedes Kind, das durch Eure Intervention vor weiterem Schaden bewahrt werden kann, war es wert, dass Ihr so gehandelt habt! Du wärst doch auch froh gewesen, wenn das einer vor Euch gemacht hätte und Deine Tochter in der Nacht intensiv überwacht worden wäre, oder?
Also sei stolz auf das, was Du bei dem KH bewirkt hast! Chapeau!

Barbara

Beitrag von alias 12.02.06 - 23:53 Uhr

im endeffekt musst du natürlich selbst entscheiden, aber ich finde eure geschichte furchtbar. es tut mir so leid für deinen kleinen. ich denke dass man bei sowas nicht schweigen darf, vor allem weil der arzt seinen fehler ja nicht einmal einsieht und sich zumindest entschuldigt. wenn man als mutter mit seinem kind zu einem spezialisten geht muss man sich doch darauf verlassen können dass deiser weiß was er tut!
vergleich deinen fall nicht mit anderen, es klagen leute wegen nichtigerer sachen. aber du solltest vorher vielleicht wirklich mit einem anwalt sprechen wie er eure chancen einschätzt, so dass ihr euch zumindest weitere enttäuschungen erspart.

Beitrag von lastpegasus 13.02.06 - 06:06 Uhr

Ohje, lass dich erstmal #liebdrueck. Das ist ja furchtbar!!

Ich würde diesen Arzt auf jeden Fall anzeigen und auf Schmerzensgeld verklagen!! Stell dir mal vor, der macht das noch bei mehreren Kindern oder sogar noch Schlimmeres und euren Fall finde ich schon sehr schlimm!
Und sowas will Kinderurologe sein?? #wolke

Ich habe selber einen Sohn und hoffe, dass er nicht auch mal eine Phimose bekommt und wenn doch, dass der entsprechende Arzt dann auf jeden Fall kompetenter ist.

Ich weiß zwar nicht, ob es wirklich was bringt, aber einen Versuch ist es auf jeden Fall würde ich sagen!

LG und ganz gute Besserung an deinen kleinen Schatz, hoffentlich vergisst er das Ganze recht schnell.

Alraune

Beitrag von cocoskatze 13.02.06 - 08:32 Uhr

Wer Ärzten "den Prozess" machen will, der braucht unmengen Geld und viele Jahre Zeit!

Traurig, aber wahr.............

LG
Simone

Beitrag von tauchmausi 13.02.06 - 10:01 Uhr

Hallo Manja,

schick den Brief ab !!!!!
Auch wenn vielleicht die Chancen auf einen Erfolg gering sind, aber trotzdem würde ich es versuchen.
Wenn du eine Rechtschutzversicherung hast, schalte die ein.
Auf jeden Fall würde ich die Ärztekammer darüber informieren.
Viel Glück und alles Gute !!!!
LG Steffi

Beitrag von hannifant 13.02.06 - 10:12 Uhr

Hallo Manja,

das ist ja wirklich schrecklich. Ich glaube ich würde mit dem Arzt das gleiche machen, was er mit Deinem Sohn gemacht hat. Auch mir ist damals nach der Geburt schreckliches passiert. Das habe ich bis heute nicht verkraftet.

Mein Tipp, geh mal auf folgende Seite:

http://www.recht.de/phpbb/

dort gibt es ein Forum für Arzt- bzw. Medizinrecht

Vielleicht kann man Dir dort raten, wie Du vorgehen mußt. Ich bin der Meinung, dass der Brief nicht viel bringt. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass man dann versuchen wird, alles zu vertuschen bzw. schönzureden.

Ein Anwalt könnte Dir helfen oder eben die Krankenkasse. Dort gibt es wohl auch Ansprechpartner, die bei Ärztepfusch alles weitere veranlassen. Wie Du schreibst, hattest Du ja auch einen Nervenzusammenbruch, ist das von Deinem Hausarzt dokumentiert worden?

Viel Glück Hanni



Beitrag von deinemudder 13.02.06 - 10:18 Uhr

Hallo,

also ich würde dir empfehlen, nicht einen selbst geschriebenen brief zu schicken, denn du kennst dich wahrscheinlich weder mit den notwendigen formalitäten noch mit deinem *recht* wirklich gut aus.

Ich würde auf jeden fall einen anwalt zur rate ziehen (hoffentlich bist du rechtschutzversichert) und diesen gegebenenfalls einen brief schreiben lassen - alles andere ist wahrscheinlich eher sinnlos...
Falls du nicht rechtschutzversichert sein solltest, dann würde ich dir empfehlen, dich mal bei der für dich zuständigen ÖRA (öffentliche rechtsauskunft) zu erkundigen, die können dir vielleicht erstmal sagen, was genau zu tun ist.

Viel glück und grüße
Alex

Beitrag von pupsy 13.02.06 - 10:51 Uhr

Hallo,

das tut mir sehr leid für den kleinen. Ist echt der Hammer.

Ich würde einfach nicht mehr zu dem hingehen.

Brief wegschicken - es lohnt sich nicht!

Mir haben die Ärzte mal bei ner OP ne Nadel abgebrochen- Über 1 Jahr bin ich zum Arzt hab denen die schmerzende stelle gezeigt. Hab starke medikamente bekommen, lag im Kh. Hinterher war ich eine Simulantin. Bis ein Chirurg bei uns der nicht wirklich einen guten Ruf hatt, festgestellt hat, warum ich schmerzen hatte. Natürlich wollte auch keiner in der Nähe operieren, weil mist gebaut wurde.


In meiner letzten ss, war ich beim Urologen, der mit nem Kathede urin abzog, steckte mir einen tuper rein und vergaß ihn. 3 Tage später kam er beim pipi machen wieder raus. Hätte ich mir selber reingesteckt. Hatte höllische schmerzen. Meine damalige FÄ sagt beim Ultraschall, ich seh nur ein Klumpen mit Herz, merkte meine Gestose nicht. Schickte mich zu meinem Hausarzt, weil sie von manchen sachen keine Ahnung hat. Der HA sollte mich behandeln. Wohlgemerkt in der schwangerschaft. Meine neue FÄ und meine Hebamme und mein Hausarzt haben bestätigt, das ich falsch behandelt wurde. Hätte ich den Arzt nicht gewechselt wären unser Baby und ich warscheinlich jetzt nicht hier.

Bin zur Ärztekammer und Kassenärztl. Vereinigung. Die haben mich als unverschämt und dreist betitelt, weil ich den Vorfall gemeldet habe.

Also, erspar dir den Ärger. Sei beim nächsten mal aufmerksamer, alles was dir spanisch vor kommt, geh dazwischen.

Viel Glück

LG
Nicole

Beitrag von maritacat 13.02.06 - 12:58 Uhr

Hallo,

seid ihr denn im Rechtsschutz? Wenn ja, würde ich die Sache und auch den Brief eurem Anwalt übergeben.
Es kann durchaus sein, dass dein Brief viel zu emotionsgeladen ist, er sollte sehr sachlich verfasst sein. Lass dich doch auf jeden Fall vor dem Abschicken des Briefes beraten!

Kann mich noch an dein damaliges Posting erinnern - war total geschockt damals, finde es so was von unverantwortlich, was der Arzt gemacht hat und ich würde auf jeden Fall rechtliche Schritte gehen!

Gruß
Marita#katze

Beitrag von silke_35 13.02.06 - 21:27 Uhr

Hallo Manja,

ich würde den Brief abschicken.
Wer weiß ob er nicht später mal Probleme mit den Narben bekommt. Das ist doch eine ziemlich empfindliche Stelle.

Lieben Gruß
Silke