warum muß eine frau ihre toten babys normal gebären?

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Forum: Trauer & Trost

Fehlgeburt, Tod eines geliebten Menschen, Angst, nicht enden wollende Trauer um ein Sternenkind: Leider stehen wir nicht immer auf der sonnigen Seite des Lebens, diese Erfahrung muß jeder von uns machen. Oft hilft es, mit anderen darüber zu sprechen...

Beitrag von karla_kulutschi 13.02.06 - 12:34 Uhr

hallo.ich hab mal eine frage?wie schon oben steht..warum ist das so? warum geht das nicht per ks?mir tut es immer totall leid wenn eine frau ihr totes baby normal gebären muß#heul und es dann weggeben muß.es muß so schlimm sein!ich drück euch alle ganz lieb denen es schon so gegangen ist#liebdrueck.bitte nicht böse sein über meine frage.lg karla#kerze

Beitrag von maeuschen06 13.02.06 - 12:43 Uhr

Hallo Karla,

so furchtbar es klingt, es ist am besten so. Zum einen für die Gesundheit, denn ein KS ist eine Bauch-OP mit allen Risiken und danach darf man mind. 1 Jahr nicht wieder schwanger werden. Zum anderen ist es seelisch wichtig, denn mit der Geburt startet die Verarbeitung, es passiert nicht einfach. Ein KS wäre einfach unwirklich und führt später zu Problemen. Außerdem ist das Verabschieden vom Kind sehr wichtig.

LG

Beitrag von antje... 13.02.06 - 12:50 Uhr

Hallo,

ich glaube, das tote Baby kann auch schlimme Infektionen auslösen, wenn es per Kaiserschnitt auf die Welt kommt. Schlechtes Fruchtwassser+ Wunde am Bauch und so.

Bin nicht 100%ig sicher. Jedenfalls nicht nur wegen der Verarbeitung und so.

Gruß Antje

Beitrag von eineve 13.02.06 - 19:52 Uhr

nein ist es nicht.

es gibt keine entzündungen. das fruchtwasser wird auch nicht schlecht, es gibt keine totenfäule oder verwesungsbakterien - das sind alles durch diverse splatterfilme und horrorstories heraufbeschörte horrorbilder.

ab ca. der 2. woche wenn das kind im bauch verstorben ist - fängt der körper von haus aus an es auszutreiben. normale reaktion des körpers.

ansonsten hätte ich ab einleitungszäpfchen legen keine 9 std. insgesamt gebraucht um meinen sohn zu entbinden.

Beitrag von stehvieh 13.02.06 - 14:10 Uhr

Hallo Karla!

Es scheint für die Seele ganz wichtig zu sein, dass die Mutter die Geburt erlebt und selbst leistet. Lies dir bitte bei Gelegenheit mal Berichte über Geburten von toten Kindern durch - am Ende steht so gut wie immer, dass es bei allem Schmerz ein wichtiges, oft heißt es sogar schönes, Erlebnis war.

Sicher gibt's auch da Frauen, die gleich einen Kaiserschnitt verlangen, wenn sie vom Tod ihres Kindes im Bauch erfahren - ob denen ein Arzt das dann verweigern würde, weiß ich nicht, ich würde als Arzt sicher nicht versuchen, sie zu überreden. Aber im Endeffekt sind die betroffenen Frauen wohl immer ganz froh über eine natürliche Geburt.

LG
Steffi, die das zum Glück noch nie erleben musste

Beitrag von eineve 13.02.06 - 20:01 Uhr

keine ursache - ich bin nicht böse darüber sondern froh.

dann kann ich wieder posten:


es ist leider gottes der einzige moment wo wir frauen, beim stillen gebären ungehemmt schreien dürfen und unseren seelenschmerz in diesen schrei voll legen dürfen.

danach werden wir schell angesehen wenn wir unserem impuls den seelenschmerz rauszuschreien (ja auch bei sogenannten "zuständigen" personen die beistehen und helfen sollten) nachgeben möchten. wir werden dazu angehalten gefälligst niemanden damit zu belästigen.

nach monaten unmittelbar und einfach so in trännen ausbrechen ist schon in richtung straftat gehend zubetrachten und wird mit der sehr dringlichsten nahelegung der stationären einweisung in entsprechenden "klapsen" geahndet.

hätte irgendwer mir damals ein messer angesetzt für nen ks - ich wäre im auch noch mitten in der austreibungsphase mit dem ar... ins gesicht gesprungen (die pda einwilligung hab ich mit einem querstrich übers blatt "unterschrieben"). UND vorallem hat mein körper sodurch den schwangerschaftsabschluss vollziehen können. das er traurig war nicht stillen zudürfen (ja es war ein körperliches gefühl) hat dann noch sehr lange gedauert.

und das weggeben - ich sage immer: mein sohn ist beim besten kindergartenbetreuer den es geben kann! und anschauen vorm "weggeben" (sind ja eigentlich schon lang gegangen die kleinen) ist (war aufjedenfall für mich) eine wohltat. wer weiss ob ich persönlich nochmals etwas mit hand und fuss und eigenem kopf zustande bringe in teamarbeit...

ich bestärke sogar jede frau in dieser situation auf jegliche schmerzmildernden mittel zu verzichten - eben DAMIT sie die berechtigung zum laut schreien hat und wehklagen darf.

Beitrag von paula7 16.02.06 - 08:51 Uhr

liebe eineve,

dein posting hat mich berührt.

ich möchte dir sagen, dass es das normalste der welt ist, zu trauern, zu schreien und zu weinen und was man sonst noch alles braucht, um mit seinem schmerz leben zu können.

es tut mir so leid, dass du wohl sehr viel ablehnung damit erfahren hast.

da sind es die anderen, die nicht gesund sind.
wer auf unerträgliche schmerzen mit weinen und schreien reagiert, ist der gesündeste mensch.

lass dich niemals irre machen.

herzliche grüße,

paula7

Beitrag von helena. 14.02.06 - 22:22 Uhr

Liebe Karla,
keine Frau MUSS Ihr Sternchen auf normalem Weg zur Welt bringen, es íst letztendlich die Entscheidung der Frau. Natürlich empfehlen die Ärzte eine Geburt auf normalem Weg, um die Risiken eines Kaiserschnitts zu vermeiden (dieser findet in dieser Situation meist unter Vollnarkose statt). Unser Sternchen ist in der 36. Woche gestorben und ich habe mich geweigert, es auf normalem Weg auf die Welt zu bringen. Das lange Warten auf das Einsetzen der Wehen (bis zu drei Tage), die Geburt selbst, mir war das alles zu viel und ich bin heute immer noch der Meinug, dass es der richtige Weg war. Zudem haben uns die Ärzte nachträglich mitgeteilt, dass unser Sternchen wohl schon einige Tage tot war bis es festgestellt wurde. Es hätte die normal Geburt somit wahrscheinlich auf nicht 'unbeschadet' überstanden (denn es kann ja nicht mehr 'mithelfen'). Aber so sah es aus, als ob er einfach friedlich eingeschlafen wäre. Mein Mann und ich hatten im Krankenhaus noch 2 Tage Zeit, um Abschied zu nehmen. Die Babys werden also auch nicht sofort weggebracht (aber müssen natürlich immer wieder gekühlt werden). Letztendlich muss jede Frau selbst entscheiden, welchen Weg sie gehen möchte - auch wenn es in dieser Situation alles andere als einfach ist und die Ärzte meist überfordert sind. Aber ein 'müssen' gibt es nicht.