Mit den Nerven am Ende!!!

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Forum: Kids & Schule

Kleine Kinder, kleine Sorgen - große Kinder, große Sorgen? Schulschwierigkeiten oder anstrengender Streit ums Aufräumen: Lest und diskutiert mit. Und da die Vorbereitung der Einschulung ansteht: Hier begleitet urbia-TV Vater und Tochter beim Schulranzenkauf.

Beitrag von twins300 13.02.06 - 13:35 Uhr

Hallo an alle,
ich habe ein großes Problem und möchte gerne eure Meinung wissen!
Meine Töchter(Zwillinge) gehen ins 3.Schuljahr(einmal zurück gestuft), beide haben große Probleme in der Schule mitzukommen.Sie bringen immer schlechtere Noten mit nach Hause, dass Zeugnis ist in den Hauptfächern sehr schlecht ausgefallen und in anderen Fächern stehen sie bei "gut",das sind aber auch die Fächer, wo sie von einer anderen Lehrerin unterrichtet werden.In Religion haben sie gar keine Benotung bekommen mit der Begründung da sie ja nicht getauft sind.#kratz
Ich muss jeden Tag bei den Hausaufgaben helfen,sonst würden sie abends noch dran sitzen. Ich habe auch schon Übungshefte gekauft und es funktioniert trotzdem nicht.
Was soll ich noch machen??? Ich bin echt mit meinem Latein am Ende.
Über gut gemeinte Ratschläge und Hilfestellungen würde ich mich sehr freuen.#freu

Ich möchte mich schon einmal im vorraus bedanken.


Liebe Grüsse
Heike (twins300)

Beitrag von manavgat 13.02.06 - 14:27 Uhr

Sprich mit der zuständigen Schulpsychologin und bitte um einen Beratungstermin.

Alles andere ist nicht zielführend.

Gruß

Manavgat

Beitrag von pumpelchen 13.02.06 - 21:13 Uhr

Vielleicht gibt es bei dir in der Nähe die Möglichkeit, einen Lerntherapeuten aufzusuchen?! Bekannten von mir hat so eine Lerntherapie bei ihren Kindern sehr geholfen! Die analysieren dann wo genau die Schwierigkeiten liegen und versuchen dann Strategien zu entwickeln, wie die Kinder dagegen an lernen können. Liebe Grüße, Pumpelchen

Beitrag von manavgat 14.02.06 - 10:00 Uhr

Ich kann von diesen "Lerntherapeuten" nur abraten. Es ist immer schlecht, wenn Diagnose und "Theapie" in derselben Hand liegen.

Sprich mit der Schulpsychologin. Das ist kostenlos, fachkompetent und ergebnisoffen. Sollte Dein Kind eine Therapie benötigen, dann wird sie Dir schon raten, wer da infrage kommt.

Im übrigen ist das Lernen lernen nur am "lebenden Objekt", also am (Schul-)stoff zu üben. Alles andere ist: Nonsens! und verdammt teuer.

Gruß

Manavgat

Beitrag von f.j.neffe 13.02.06 - 21:12 Uhr

Ihnen ist im Grunde leicht zu helfen. Sie müssen nur endlich genau hinschauen, was das tatsächliche Problem ist, und dann dieses Problem lösen und nicht jeden Tag bis zum Umfallen Fleißaufgaben machen, damit Sie nicht sehen brauchen, daß das Problem nicht in mangelndem Fleiß oder Begabung Ihrer Töchter liegt sondern in einer verkehrten Pädagogik, die Sie nicht zu kritisieren wagen.
Die Schulpsychologin oder der Beratungs- oder Vertrauenslehrer KANN eine Hilfe sein, aber lernen müssen SIE es. Sie machen es verkehrt.
Die Schulordnung sieht für die Grundschule eine Hausaufgabenzeit von 1 Stunde vor, mehr nicht. Wenn Sie täglich stundenlang mit den Kindern "arbeiten" verstoßen SIE gegen die Schulordnung. Bei Hausaufgaben geht es nicht um eine Gefälligkeit oder einen Unterwerfungsakt für die Schule sondern im die Entwicklung Ihres Kindes. Ihre Aufgabe ist es, darauf zu achten, daß Ihr Kind 1 Stunde arbeitet, und ggf. der Lehrerin gut zu berichten, damit sie ihre Pädagogik so gestalten kann, daß Ihr Kind es gut selber schafft.
Wenn das die Lehrerin nicht können sollte, müßte sie mehr lernen, nicht Ihre Töchter; dazu ist sie verpflichtet.
Wenn Sie die Fehler der Lehrkraft verdrängen und mit Ihren Kindern dafür fünfmal soviel schuften, dann lernen die Kinder dadurch einen verheerenden Lebensstil. Sie lernen wegzuschauen, wenn es um Unterdrückung oder Entfaltung ihres eigenen Lebens geht.
Das haben Sie als Kind auch so erlebt, drum fühlen Sie sich hilflos. Sie bräuchten viel weniger fachliche Hilfe als endlich einmal menschliche.
Ich würde Ihnen vorschlagen, ab jetzt immer sorgfältig hinzuschauen und wenigstens für sich selbst zu sagen, was Sie empfinden; Ihre Gefühle haben einfach verdient, nicht das ganze Leben lang weggedrückt zu werden, sie sind ganz o.k.
Hinter all diesem Frust, der Wut und Verzweiflung stecken nämlich Ihre guten Fähigkeiten, Ihre Talente, Potentiale, Kräfte. Und das ist bei Ihren Töchtern ganz genau so. Die sind alles andere als dumm; dumm sind nur die Bedingungen, die man ihnen bietet (letzten Endes weil man auch nicht besser kann und das verdrängt).
Wie fühlen Sie sich, wenn ich Ihre Kräfte anspreche und anerkenne? Spüren Sie, wie es da lebendig wird, bloß weil ich ein paar Worte des Respekts und der Achtung für Sie übrig habe? Der Achtung genau für das, das alle sonst gar nicht oder geringachten? Ich achte es hoch. Und davon wird es lebendig und wächst. Und wenn Sie es selbst mit sich so machen, dann wachsen Sie durch sich selbst. Und wenn Sie es mit Ihren Töchtern so machen, dann wachsen die auch und dann geht es. Ich setze mein Vertrauen in Ihre Töchter. Aus dem Wenigen, was Sie geschildert haben, kann ich ablesen, daß sie gut sind und daß sie in Kürze so stark werden können, daß ihre Güte auch unter so mickrigen Bedingungen zum Zug kommt. Wir müssen nur diesen Talenten und der Seele Ihrer Kinder endlich etwas zu essen geben! Die Seelennahrung heißt: "Ich weiß es, Du bist gut. Du kannst wachsen in allem. Du wirst es schaffen. Ich glaube an Dich." Ich habe das mit Schülern (und nicht nur mit ihnen) seit über 30 jahren probiert und es geht immer. Ich wünsche Ihnen die Freude an Ihren guten Erfolgen und grüßen Sie Ihre Töchter herzlich von mir, ich glaube, daß sie alles können und daß ihr Können jeden Tag nioch wächst.
Franz Josef Neffe

Beitrag von kabama44 14.02.06 - 09:15 Uhr

Hallo Herr Neffe ,

habe selten so eine positive Antwort gelesen wie Ihre .
Hut ab , solche Leute braucht dieses Forum .

liebe Grüße
Kabama44 , die jetzt gewiß Ihr Fan ist

Beitrag von schnecki2 19.02.06 - 09:50 Uhr

Hallo ,
die Welt, unser Schulsystem braucht mehr Menschen wie Sie. Eine tolle positive Antwort die eigentlich auf vieles übertragbar ist. Danke
Karin

Beitrag von f.j.neffe 19.02.06 - 13:43 Uhr

Ich koch auch bloß mit Wasser und bin auch bloß ein Mensch wie alle. Es gibt also genug Menschen wie mich in der Welt und im Schulsystem, sie brauchen als LEBEwesen alle nur ihr Leben zu LEBEN; mehr wird gar nicht verlangt.
Mit herzlichem Gruß
Franz Josef Neffe

Beitrag von trudchen 14.02.06 - 18:32 Uhr

Hallo Heike,

mal wieder ein sehr eloquenter Beitrag von Herrn Neffe...

Der die Seele streichelt...

Leider kann ich dem mitnichten derart zustimmen. Ist zwar nett gemeint, aber mehr kommt da nicht 'rüber... Als Hilfestellung empfinde ich das nicht.

Fakt ist, dass die beiden Kinder die 3. Klasse wiederholen, immer noch in den Hauptfächern nicht mitkommen, dafür aber in den Nebenfächern gute Leistungen bringen.

Ist es so, dass sie sich gut mündlich beteiligen und deswegen die guten Noten in den Nebenfächern bekommen? Oder sind sie an allen sachlichen Themen interessiert (vielleicht von zu Hause unterstützt) und können sich so gut einbringen...?

Was steht denn im Zeugnis? Welche Probleme im einzelnen liegen denn in Deutsch und Mathe vor? Wie sieht es mit dem sinnentnehmenden Lesen aus? Wie mit der Rechtschreibung? Können sie z.B. das 1x1 auswendig?

Wie kommst Du darauf, dass es an der Klassenlehrerin liegen könnte? Fühlen sich deine Kinder von ihr missachtet oder ausgesondert? Wann hast Du zuletzt ein Gespräch mit ihr gehabt?

Bitte vielleicht um eine Klassenkonferenz, das darfst Du als Mutter auch. Dann müssen sich alle Lehrer inkl. Schulleitung an einen Tisch setzen. Da kann man dann besprechen, worin die Unterschiede zwischen den Haupt- und NEbenfächern liegen und wie diese zustande kommen.

Erst wenn dieses Gespräch Euch nicht weiterhilft, müsst ihr neu überlegen!

Schulversagen hat immer viele Gründe, sie liegen vor allem nie ausschließlich in dem einen oder anderen Punkt begründet. Gab es in der Entwicklung der Zwillinge in den ersten Jahren eine etwas langsamere Entwicklung? War das Sprechen altersgemäß entwickelt? Verlief die Geburt normal? Liegt Dyskalkulie/Rechenschwäche oder LRS vor?

Fragen über Fragen...

Ich würde Euch wirklich unbedingt empfehlen, die Schule mit ins Boot zu nehmen. Die schulden Euch Hilfe... oder Erklärungen. Man kann auch versuchen, einen Sonderpädagogen hinzuziehen - nur zur Beratung. Die kennen sich mit Schulproblemen noch eher aus.

LG

Andrea