Ich verstehe mich selbst nicht! HILFE!

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von Tanja 13.02.06 - 15:17 Uhr

Hallo Ihr,

ja nun ich weiß eigentlich nicht wie man mir helfen kann, aber ich bin wirklich verzweifelt.
Also ich bin schon sehr lange mit meinem Mann zusammen. Es gab gute und schlechte Zeiten. Er war meine große Liebe. Und ich konnte mir nie vorstellen ohne ihn zu sein. Leider hat er sich in den letzten Jahren sehr schlimm verhalten: hat getrunken, mich im Stich gelassen, war agressiv, hat mir auch 2 mal recht hart angefasst, im Suff bedroht, hat sich kaum um unsere Tochter und mich gekümmert... Ich stand immer alleine mit allem da. Oft habe ich gebettelt, gedroht usw. das er wenn er nicht endlich was ändert, das er gehen kann. Er hat es nie ernst genommen und ich habe nie Konsequenzen gezogen. Als er vor 8 Monaten beruflich weg musste und wir eine Wochenendehe führte, begann ich wieder zu leben! Fühlte mich glücklich und frei, bis auf die Wochenenden. Als er wieder daheim war, habe ich eigendlich schon gedacht, das hat keinen Sinn mehr mit ihm, dennoch schmeißt man all die Jahre nicht weg und ich habe offen mit ihm gesprochen, das ich ihn nicht mehr liebe. Erst ist er durchgedreht, dann nach ein paar Tagen sagte er Du hast mir erst jetzt die Augen geöffnet, ich er muß sich ändern! Das tat er auch:Geschenke, Aufmerksamkeit, Zeit fürs Kind usw. nur der Alkohol blieb! Ich fühlte mich richtig abgestossen von ihm, egal was er tat. Bald konnte ich nicht mal mehr eine Umarmung ertragen... Inzwischen trinkt er auch schon seit einigen Wochen nichts mehr. Aber ich merkte keine Besserung. Eine Trennung schien unausweichlich. Und jetzt wo ich mich dazu durchgerungen habe, zu gehen, da zweifle ich plötzllich ob da nicht doch Gefühle sind... Ich mein woran verdammt nochmal soll ich denn merken, ob ich ihn noch liebe? Nach all den Jahren kann es ja nicht mehr kribbeln! Wenn er mich jetzt umarmt, dann finde ich es weder angnehm noch unangenehm. Aber das ist doch kein Zustand! Wir leben nebeneinander. Er betet mich an, es rührt mich, er tut mir leid. Aber wenn ich das Haus verlasse, dann denke ich nicht weiter darüber nach!
Ich bin doch nur noch ein abscheuliches Monster....

Beitrag von anyca 13.02.06 - 15:26 Uhr

Nein, Du bist kein Monster.

Leider ist es so, daß viele Männer erst kapieren, was sie zerstört haben, wenn der Zug endgültig abgefahren ist! Du schreibst, er hat Dich nie ernst genommen und Du hast nie Konsequenzen gezogen. Da lag wohl der Fehler - ohne Konsequenzen Deinerseits war es für ihn nicht notwendig, sein Verhalten zu ändern.

Das heißt aber nicht, daß Du jetzt verpflichtet bist, ihm noch eine Chance zu geben!

Beitrag von Tanja 13.02.06 - 15:48 Uhr

Ja, das war wohl mein größter Fehler. Diese leeren Drohungen...! Ja und jetzt, weiß ich nicht was ich will. Die Chance ist da auf eine Beziehung wie ich sie immer gewollt habe, nur weiß ich nicht ob ich das mit IHM noch will.
Mensch ich bin erwachsen, ich sollte doch wissen was ich will. Oder?

LG Tanja

Beitrag von anyca 13.02.06 - 15:51 Uhr

Ist doch in so einer Situation normal, daß Du Dich nicht gleich wieder mit voller Begeisterung in die Beziehung stürzt, unter der Du so lange gelitten hast!

"Mensch ich bin erwachsen, ich sollte doch wissen was ich will. Oder? "

Jein - wer weiß schon immer, was er will. Manchmal ist das Leben halt kompliziert. Wünschenswert wäre, daß Du zu einer Entscheidung kommst, zu der Du auch stehst, so daß kein ewiges Hin und Her entsteht. Aber das heißt ja nicht, daß Du diese Entscheidung heute oder morgen treffen mußt.

Beitrag von Tanja 13.02.06 - 16:47 Uhr

Es macht mich nur verrückt dieses Leben im Ausnahmezustand! Vorallem unsere Tochter leidet. Sie tut mir so leid! Ich würde gerne Morgen wach werden und wissen was zu tun ist. Seit über einem halben Jahr geht das jetzt!
Ich werde bald 30 und was ist mein Leben heute? Ich denke egal was ich tun werde, irgendwie wird immer ein: wäre es nicht besser gewesen wenn... bleiben.
Ich sag ja mir kann man nicht helfen. Ich wünschte manchmal ich wäre wieder 15 und könnte heute so morgen so leben. Meine Entscheidungen hätten nur Konsequenzen für mich... Ich bin eine liebende Mama und gerade das macht es so schwer. Was wenn ich falsch entscheide? Was wenn ich 3 Leben zerstöre? Habe ich am Ende nur Angst vor Neuem? Habe ich Angst allein zu sein?

Beitrag von Tom 13.02.06 - 15:31 Uhr

nein du bist kein Monster.
nachdem was du durchgemacht hast ist das doch verständlich.

vielleicht braucht ihr einfach mehr zeit damit ihr euch
wieder annähern könnt.
sowas kann nicht von heute auf morgen gehen.

aber vielleicht klappts auch garnicht mehr.

ich habe mir in schwierigen Situationen angewöhnt auf mein
Herz zu hören.

es hat mich nie enteuscht.

Beitrag von Tanja 13.02.06 - 15:46 Uhr

Danke!
Aber das ist es ja gerade! Ich höre mein Herz nicht! Ich fühle mich so tot! Das einzige was sich in den letzten paar Tagen geändert hat, ist das ich seine Berührungen besser ertragen kann, weil er mich nicht mehr so bedrängt mit seiner Liebe...

Beitrag von Tom 13.02.06 - 15:59 Uhr

wenn dein Herz dir nichts mehr sagt....das alles hört sich
nicht gut an.

meine Eltern bzw. meine Mutter hat sich von meinem Dad
nach 25-Jahren getrennt.

er hat zwar nie getrunken aber alles andere was du von deinem Mann berichtest trifft auch auf ihn zu.

meiner Mom gehts heute wieder gut.
sie hat einen neuen Partner und alles ist easy.

vielleicht hilft dir das ein wenig.
vielleicht ist es ein kleiner Trost?

Ich wünsche dir alles gute.
höre auf dein Herz es enteuscht dich nie.

Beitrag von Tanja 13.02.06 - 16:52 Uhr

Doch es tut gut zu hören, das es besser laufen kann.
Meine Gedanken sind so sprunghaft! Von soll ich mein Kind packen und es wagen ein neues Leben zu beginnen? Oder darauf hoffen, das mein Mann sich weiter an das hält was er nun verspricht? Vielleicht irgendwann wieder Sehnsucht nach seiner Umarmung zu verspüren?

Vielleicht mache ich mir ja den Absprung so schwer, weil ich nicht weiß was dann kommt?
Sein Koffer war schon gepackt, weil ich es verlangt habe und dann habe ich doch wieder gesagt, komm hör auf zu weinen, wir versuchen es weiter...
Ich will so stark sein und bin so schwach!

Beitrag von bluehorizon6 13.02.06 - 17:19 Uhr

Darf ich dich fragen was für dich ein Monster ist? Eher würde ich sagen Zombie, so was wie Untot in der Beziehung.

Hallo Tanja.

Ich habe den Eindruck das es in dir eine turbulente Mischung aus Erinnerungen, Erziehung, Mitleid, Resignation, Hoffnung und Schöndenken entstanden ist. Sie wirft dich hin und her, appleiert an dich den Mann nicht alleine zu lassen und doch spürst du wie unüberwindbar zu Ende die Beziehung ist.

Wenn doch alles nicht so gekommen wäre!!! Aber es kam so und damit umzugehen ist alleine oft sehr schwer. Denn Aussenstehende damit zu belasten ist zum einen nicht möglich und zum anderen nicht gewollt. Also kämpft man mit sich und wird nicht klar im Kopf.

Du sagst 2 Dinge die möglw. wichtig sind. Einmal spürst du nichts mehr wenn du umarmt wirst, oder gar schlimmer es stiess dich ab.

Und er tut dir leid. Leid tun kann er einem, Alkohol ist etwas bitteres. Und auch ein Partner kann einem schon mal leid tun wenn ihm etwas wiederfährt. Wenn das Leid tun aber das Schlüsselwort zum bleiben ist, dann bitte ich dich einmal darüber nachzudenken ob Leid tun ein ewige Bindung sein kann.

Du hast recht, man wirft so viele Jahre nicht einfach weg, und du machst dir ja auch Gedanken ihm zu helfen und nicht so einfach zu fliehen. Aber die Frage ist, wie lange hält man die Hilfe durch. Du bekommst von ihm wieder Anerkennung aber deine Seele bleibt stumm.

Er betet dich an, seine Gebete dringen aber nicht an dein Herz. Selbst wenn du wolltest, so habe ich den Eindruck hat er den Schlüssel zu dir verloren. Wenn du ihm die Türe auch nicht von Innen öffnen kannst, vermute ich, dass es die Liebe nicht mehr gibt.

Es ist traurig so zu schreiben zumal das gefährlich sein kann. Ich will deine Gedanken nicht auf das Ende weisen. Aber wenn sich in Eurer Beziehung nicht ein Ziel auftut nach dem ihr gemeinsam strebt, (so fändet ihr vielleicht wieder einander) so sehe ich die bessere Chance in der Distanz zu einander. Machmal fühlt man in der Distanz die Nähe. Und wenn da auch nichts zu fühlen ist, ist es an der Zeit sein Leben ganz neu auszurichten, so bitter das auch sein mag.

BlueH6

Beitrag von Tanja 13.02.06 - 17:48 Uhr

Hallo,

ja Zombie, das ist das richtige Wort für das wie ich mich fühle! Monster aber irgendwie für das was ich tue. Ich lasse seine Bemühungen nicht an mich heran. Ich bin wie ein Eisblock! Will es gar nicht sein, und doch kann ich nicht anders.
Ich sah es schon als einen großen Schritt der Besserung an, das ich mich nicht mehr übergeben will, wenn er mich umarmt. Das ich seine Nähe wenn auch nur kurz ertragen kann. Schon lange war ich sicher, dass es aus ist, nicht weitergeht. Ich hatte mir aus diversen Gründen eine Deadline gesetzt bis wann ich durchhalten muß. Jetzt ist die Deadline abgelaufen, seit dem fühle ich mich freier, weil ich weiß wenn jetzt eine Situation kommt, wo ich es beenden muß, auch kann. Ist meine Befreitheit jetzt, weil der Druck durchzuhalten fort ist, oder weil ich doch nicht gehen will?
Blue, ich wünschte ich müßte nicht entscheiden... Dann sehe ich wie er plötzlich Familienunternehmungen mit macht, wie glücklich er damit unsere Tochter macht und denke: Warum konnte es nicht früher so sein. Will ich wirklich die Chance darauf das es nun s ist aufgeben?! Aber ich muß doch etwas fühlen! Irgentwas? Nichts! Du bist doch auch schon lange mit Deiner Jane zusammen. Was fühlst Du wenn Du sie in den Arm nimmst?

Beitrag von bluehorizon6 14.02.06 - 09:02 Uhr

Ich will dir gern antworten, so ehrlich ich es kann.

Es ist eine Art Ruhe die ich empfinden, ich kann mich in ihr fallen lassen. Es zeigt du bist zu hause, willst nicht mehr, die Getriebenheit des Tages fällt ab.

Sich umarmen ist nicht immer gleich, manchmal ist es fordernd und es provoziert weil die Hände mehr tun als gewöhnlich.

Manchmal ist es schwer weil man innerlich nicht bereit ist, weil irgend etwas die Seele belastet.

Aber immer fühlt man etwas.

Und das mit dem Kribbeln, klar das ist sicher nach 25 Jahren nicht mehr so überdeutlich. Aber dafür sind es andere, tiefere Empfindungen.


BlueH6

Beitrag von zitronengelb 14.02.06 - 17:36 Uhr

Kannst du dir keine "Auszeit" nehmen? Würde in der Situation probieren ob ihr nicht mal eine Weile getrennte Wege gehen könnt nicht gleich alles über den Haufen schmeissen. Ihm sagen dass dir das wichtig ist damit du klar denken kannst und weisst wohin der Weg dich führt. Nicht sagen ich hab die Schnauze voll von dir und gehe sondern eher sowas wie ich will dich neu entdecken und die Schmetterlicnge im bauch spüren und wünsche mir dass sich wieder alles dreht vor Glück. Leider waren die letzten jahre aber von Routine gezeichnet und ich brauche für uns ein bisschen Abstand, du wirst sehen das bringt uns weiter wir werden uns wieder auf uns freuen und wissen was wir an einander haben.......
Vielleicht braucht er das auch mal dass er eben weiss was er an Dir/Euch hat und es tut ihm gut. Wenn du dann immernoch das Gefühl hast es belastet dich mehr kannst du ja einen Schritt nach dem anderen tun wieso gleich beim Ende anfangen?
Bringt dich das weiter?

Beitrag von Tanja 17.02.06 - 10:04 Uhr

Danke, ja genau das denke ich ist der Richtige Weg. Wenn er nur an mir klebt, weiß ich gar nichts! Ich versuche ihm das nun schon seit Tagen nahezubringen, aber er heult nur und sagt das sei das Ende... Er begreift nicht das es eine Chance ist... Ich habe ihm versucht all das zu erklären, das ich Abstand baruche, nur so spüren kann das ich ihn brauche. Er lässt mich kaum atmen!

Drückt mir die Daumen das er es alleine einsieht!

Beitrag von zitronengelb 17.02.06 - 22:10 Uhr

#liebdrueck
Du schaffst das!